Schneidersches Ohrstöpselprinzip

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Ein Vorläufer der Ohrstöpselei.

„Nur herein, wenn's kein Schneider ist!“ So oder so ähnlich lautet ein altes Sprichwort, welches die Schneiderzunft unberechtigt in Verruf gebracht hat. Dieses Sprichwort hat aber andererseits auch zu einer bemerkenswerten Entwicklung in der Ohrenforschung geführt: Das Schneidersche Ohrstöpselprinzip entwickelte sich.

Die Anfänge

Das alles ist auf einen Verhörer zurückzuführen. Ein Holländer war einst im Schwabenlande zu Gast und bemerkte, wie sein schon ältlicher Gastgeber an das "Herein" die Worte "...wenn's nur kein Schnitter ist!" anhängen. Und wenn auch der ältliche Gastgeber, er mag Burschenmann oder so geheißen haben, Angst vor dem Gevatter Tod hatte, welcher damals noch als Schnitter verkleidet mit geschulterter Sense durch die Gassen zog, war dem ungleich jüngeren Holländer der Gedanken an sein eigenes Ableben völlig fremd. Er dachte vielmehr an seinen Frack, der an einem Ärmel etwas ausgebessert werden musste, und sicher, er hätte im Gegensatz zu seinem Gastgeber gern einen Schneider eintreten sehen. Der jüngere Holländer soll übrigens Jopi Heesters geheißen haben und als Schauspieler auf vielen deutschsprachigen Bühen unterwegs gewesen sein.
Zu Beginn der Industrialisierung, also kurz nach dem obigen Vorfall, sorgten die automatisierten Webstühle für erhebliche Beschäftigungsproblemen in der Schneiderzunft. Und dazu noch dieses doofe Sprichwort! Die armen Schneider konnten es nicht mehr hören und stopften sich ihre nicht verkaufte Stoffe in die Ohren.

Amerikanischer Schneider

Medizinische Indikation

Das Ohr an und für sich

Das Ohr besteht aus Außenohr, Mittelohr und Innenohr. Vom Außenohr geht es durch den Ohrkanal zum Trommelfell, welches bereits zum Mittelohr gehört. Im Mittelohr ist allerlei Unsinn zu finden, z.B. Ohrtrompete, Amboss, Hammer und Steigbügel...und bei ungefähr 0,5 % der Deutschen, eine Rolle Zwirn! Und diese Rolle ist auf Jopi Heesters Verhörer zurückzuführen, denn die armen Schneider hatten zu Beginn der Industrialisierung gar keine Stoffe mehr, die sie sich in die Ohren hätten stecken können. Und in Ermangelung dessen, verstopfte manch armer Schneider seinen Gehörgang mit Zwirn.

Die Wirkungsweise des Ohrs

Das menschliche Ohr hatte zunächst vier Funktionen:

  • Hören
  • Trägermaterial für Schmuck
  • Auflagefläche für Hüte oder Brillen
  • Anpackstelle für Lehrpersonen

Zum Ende des vergangenen Jahrtausends kam dann noch eine wesentliche Funktion hinzu: Die Schneidersche Statussymbolik!

Die Entwicklung des Schneiderschen Ohrstöpselprinzips

Der Zwirnmißbrauch der Schneider führte zu unegalem Hören. Denn der Zwirn konnte nie gleichmäßig in die Gehörgänge gestopft werden, so war häufig ein Ohr schwerhöriger als das andere. Und wer den Darwinismus kennt, weiß dass diese Ungleichörigkeit vererblich ist!

Der Schneider. Deutlich erkennbar die Ohrstöpselschnüre.

So kam es, dass spätestens nach Ende des Zweiten Weltkrieges, als in Europa wieder Waren wie Kaffee, Präservative und Blumendraht zu beziehen waren, immer kleinere Hörgeräte in Mode kamen, die von Kriegsveteranen (jep, eine Tiger-II-Granate hat bereits beim Zünden ganz schön gerumst) aber auch von Schneidernachkommen gern verwendet wurden. Im Straßenbild waren immer häufiger Leute anzutreffen, die ein Hörgerät trugen, später auch solche, denen ein Stück Zwirnsfaden aus dem Ohr hing oder jene, die kunstvoll Blumendraht aus der Ohrmuschel ragen ließen.
Und als in den ganz späten 90er Jahren immer mehr junge Menschen dazu übergingen, auch andere dumme Angewohnheiten hip zu finden wie Boxerschorts über Baggy-Jeans zu tragen, Hopper-Caps nicht auf, sondern über dem Kopf zu tragen und die Zunge nicht nur aus dem Mund sondern auch aus dem Sneaker hängen zu lassen, da trugen plötzlich nicht nur die Schneidernachkommen Stöpsel im Ohr. Jeder, der etwas auf sich hielt, wollte plötzlich ungleichhörig sein. Zur Rechtfertigung dieser Marotten wurden eigens sogenannte MP3-Player entwickelt, leere Klopapierrollen, die angeblich Musik abspielen sollten (später wurden zur Vortäuschung des technischen Fortschrittes immer kleinere Behälter verwendet, alte Lippenstifte zum Beispiel oder gar getrocknete Kidney-Bohnen).
Es war nur allzu verständlich, dass sich die Forschung diesem Phänomen widmete. Aber nicht eine Ohrenschule, sondern die Philosophische Fakultät irgendeiner Uni bemächtigte sich des Themas, denn diese Fakultät hatten die besten Fördertöpfe aufgetan, für die Erforschung von Sozio-Phänomenen bekam man gute Zuschüsse. Und weil nach fünf Jahren Forschung noch immer nicht klar war, warum sich auch normalhörende Menschen Strippen aus den Ohren hängen ließen, erfand man das Schneidersche Ohrstöpselprinzip (um die Zuschüsse nicht zurück zahlen zu müssen). Das Prinzip besagt, dass Schneider (immerhin gibt es in Deutschland vierhundertausend Menschen, die Schneider heißen) aus Angst vor dem Sprichwort "Nur herein, wenn's kein Schneider ist!", vortäuschen, Musik mittels Ohrstöpsel zu konsumieren, um sich so einen Mist nicht anhören zu müssen. Jetzt, wo Heesters tot ist.