Geschreihnachten

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Der alldiensttägliche Ritus der Biervangelischen Bruderschaft gewann in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts zusehens an Popularität, verschwand dann jedoch aus unerfindlichen Gründen schon drei Jahre nach der Kirchengründung.

Geschichte

Der Legende nach soll am 03. 03. 1997 dem stark alkoholabhängigen Bauarbeiter Hans-Jünter P. aus Bottrop ein Engel erschienen sein, der ihm offenbarte, er sei der "Überbringer einer wahrhaft göttlichen Nachricht." Hans-Jünter war in seinem übermäßigen Alkoholkonsum seinen eigenen Halluzinationen erlegen, die ihm sagten, dass Bier das einzig wahre Getränk sei, sodass er kurzer Hand einen eigenen Bierkult gründete.

Einer der populärsten Riten der Biervangelischen Bruderschaft war das so genannte Geschreihnachten, welches jeden Dienstag in egal welcher Kneipe stattfand.

Religiöser Hintergrund dieses Ritus'

Laut Hans-Jünter P. sollten am 378. Dienstag nach seiner ersten Offenbarung um 23:42 Uhr sämmtliche Zapfhähne versiegen und ein infernalisches Geschrei ausbrechen, welches die Geburt des Erlösers Jesu Christoph prophezeite. Da es aber zur Pflicht eines jeden Biervangelischen Bruders gehörte, täglich eine Unmenge Bier zu trinken, vergaß man schnell, wie viele Dienstage es noch bis zur Nacht der Nächte war.

So entschloss man sich, einfach jeden Dienstag die nächste Kneipe aufzusuchen und sich besinnungslos zu trinken, um nicht die sagenhafte Prophezeiung zu verpassen.

Zeremonielle Ausführung

Die Biervangelische Bruderschaft schrieb vor, dass sich jeden Dienstag der Biervangelische Bruder seiner Stellung gemäß zu kleiden hatte. Weiterhin musste man bereits angetrunken zu dieser Zeremonie erscheinen, da ein gewißer Promillewert bei diesem Ritus vonnöten war.

Zu Geschreihnachten wurde nicht nur des Erlösers Jesu Christoph gedacht sondern auch dem Glücksgott Wirt gehuldigt, ohne dessen allmächtigen Hände sämtliche Bierreservoirs versiegen und kein Tropfen des goldenen Saftes mehr fließen würde.

Während des übermäßigen Konsums von Alkohol wurden Choräle, also religiöse Gesänge, gesungen, darunter Lieder wie

  • Da steht ein Pferd auf'm Flur
  • Was sollen wir Trinken (sieben Tage lang)?
  • Ein Prosit der Gemütlichkeit

und natürlich

Vergleichbar mit dem "Christlichen Abendmahl" wurden an jedem Dienstag statt Wein und Oblaten, Bier und Salzstangen gereicht. Auch durfte der heilige Geschreihnachtsbaum nicht fehlen, der die Versinnbildlichung des Deliriums war, da er keinerlei religiösen Hintergrund besaß; er war einfach eine Idee, die aus dem Alkoholrausch heraus ihren Weg in die Biervangelische Bruderschaft fand. Auch Geschenke waren unter dem Geschreihnachtsbaum nicht zu finden, da Bier als DAS Geschenk Gottes galt, und neben diesem keinerlei andere Geschenke geduldet wurden.

Da ihnen ihr Erlöser aber nie erschien, fanden die Festivitäten gegen 23:43 Uhr ein abruptes Ende, woraufhin alle Biervangelisten, ihren Riten treu, die Bars und Kneipen unter höllischem Geschrei verließen und hinaus in die Nacht verschwanden.