Radio-Télévision Libre des Mille Collines

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Piep, piep! Satellit!
Der nachstehende Text erweitert den Zusammenhang des Hauptartikels Völkermord in Ruanda.

Das Radio-Télévison Libre des Mille Collines (zu deutsch etwa Freies Radio und Fernsehen der tausend Hügel) ist eine Versammlung von 7 Möchtegernjournalisten (6 Negern und einem Belgier), gegenüber der die Bild-Zeitung ein harmloses, sorgfältig recherchiertes Friedensblatt darstellt. Es durfte sich für seine Verdienste als „unverzichtbare Waffe im Kampf gegen den Feind“ bezeichnen lassen (Jean Kambanda, 21. Juni 1994).

Aufgaben

Der Sender wurde 1993 gegründet, und der lustige Onkel Habyarimana hat ihn zwar nicht begründet, fand ihn aber von Anfang an ziemlich cool und förderte ihn finanziell und durch ideologische Beratung. So traf er sich auch mit einem Typen namens Georges Ruggiu, einem belgischen Sozialarbeiter, der nach Ruanda ausgewandert war und sich quasi selbst zum Radiomoderator und Volksverhetzer in Personalunion umschulte. Er moderierte seine Sendungen auf Französisch, die anderen in Kinyarwanda, der Landessprache.

Wie jeder Radiosender hatte RTLM zwei Aufgaben: das Volk zu informieren und das Volk zu unterhalten. Und genau diesen Pflichten ging der Sender auch nach, für die Unterhaltung sorgten Hörerbeiträge und vor allem Musik, die vor allem bei den jungen Leuten mal so richtig abging. Und so konnte ganz nebenbei auch noch informiert werden.

So wurden dem Volk, und ganz besonders den Analphabeten, die die rassistischen Zeitungen ja nicht lesen konnten, die neuesten Ereignisse mitgeteilt, z.B. dass Tutsi Kakerlaken sind, dass Tutsi das Flugzeug des Präsidenten abgeschossen haben, dass Belgier das Präsidentenflugzeug abgeschossen haben, dass die UNO schuld ist am Tod des Präsidenten, dass Tutsi Kakerlaken sind, dass Franzosen gut sind, dass Tutsi Kakerlaken sind und in welchen Häusern sie zu finden sind. Das bekamen auch alle mit, gehörte ein Radio doch zur Grundausstattung eines jeden Hutu.

Nachdem sie die Tutsi vor dem 6. April nur als Kakerlaken bezeichnet hatten (ok, ab und zu auch als Schlangen, Gewürm, Affen oder Stechmücken), kam danach auch der Befehl, sie in einem „finalen Krieg“ zu bekämpfen und „alle Bäume zu fällen“, wobei „junge Triebe“ nicht zu schonen seien. Und damit der Völkermord auch besser funktionierte, wurde den Hutu am 12. April auch klargemacht, dass sie ihre wechselseitigen Animositäten gefälligst vergessen sollten, und endlich alle zusammen, brüderlich in Hand und Hand, die Tutsi auszulöschen haben. Was sie dann ja auch machten.

Alternativen zu RTLM

Gab es, das staatliche Radio Rwanda. Nur dass da das Gleiche lief und die Musik schlechter war.

Best of

  • Tod! Tod! Die Gräben sind erst zur Hälfte mit den Leichen der Tutsi gefüllt. Beeilt euch, sie ganz aufzufüllen!
  • Ihr Hutumädchen, wascht euch und zieht eure schönsten Kleider an, um unsere Französischen Allierten willkommen zu heißen, die Tutsimädchen sind alle tot, also kriegt ihr eure Chance!