Smaul

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Smaul (gelegentlich auch Sma-ul augesprochen) ist eine umgangssprachliche Wortreduzierung der allseits gern benutzten Phrase Halt’s Maul. Genauso wie viele andere jugendkulturellen Dinge ist Smaul unglaublich sinnlos, aber weit verbreitet. Weitere Wortreduzierungen dieser und ähnlicher Art sind Sget? (Was geht?), Släuft? (Was läuft?) und Gwaindeba? (Gehen wir in die Bar?).


Geschichtliche Hintergründe

Der Urprung des Begriffes ist nicht komplett erschlossen. Es ist nur bekannt, dass im 19. Jahrhundert ein afrikanischer Sklave namens Sma-ul in einer englischen Familie lebte und darüber ein Tagebuch schrieb. Dieses wurde irgendwann in den letzten zehn Jahren gefunden und wohl vollkommen missverstanden, nämlich als Abkürzung für eben jenes: »Halt’s Maul!« Durch diverse soziale Netzwerke und den Schulhof-Funk wurde Ende 2012 ein regelrechter Hype um die sogenannten Wordreduzierungen ausgelöst. Es wurde im Internet eine Petition dafür veröffentlicht, das Wort Smaul offiziell in den Duden aufzunehmen, doch nachdem sich nur fünf Leute innerhalb von sechszig Tagen eingetragen hatten, wurde die Idee verworfen. Dennoch gibt es immer noch vehemente Verfechter des Wortes. In diversen Internetshops werden T-Shirts verkauft, und es kursieren diverse Comics und Webvideos, in denen irgendwelches Gelaber von einer Figur immer mit dem selben Wort kommentiert wird – mit welchem, dass kann man sich ja denken.

Anfang des Jahres 2013 wurde der Duden dann doch nochmal weich und versprach, Diskussionen über die Aufnahme von Abkürzungen und Wortreduzierungen in den Chefetagen anzufachen und zu führen. Der große Hype ist vorbei, aber Smaul lebt auf Schulhöfen und Skaterbahnen für ewig weiter.


Sprachwissenschaftliche Rezeption

Es gab geteilte Meinungen zum großen Hype um die Wortreduzierungen. Die Hamburger Sprachwissenschaftlerin Juna Reichart meinte in einem Interview mit der Website sprachgewandt.de: »Wir können uns nicht verstellen, und so tun wir es auch nicht: Dieses Wort ist eine Schande für unsere schöne deutsche Sprache. Ich bin zutiefst entsetzt darüber, dass so etwas überhaupt zustande kommen kann in einer sprachlich ziemlich korrekten Gesellschaft wie der unsrigen. Sollte dieses Wort je in den Duden aufgenommen werden, so schwöre ich mir bei Gott, werde ich mich nie wieder mit dem Thema Sprache beschäftigen.« Nach den Diskussionen Anfang 2013 korrigierte sich Reichart im Spiegel: »War ja alles nur ein blöder Scherz.« Wer’s glaubt …

Pascal Wiebe vom Deutschen Ministerium für Jugendsprache jedoch findet das Thema Wortreduzierungen äußerst spannend und bereichernd. »Unsere Sprache wächst immer mehr«, so Wiebe in einem Essay, welches auf sprachekorrekt.de veröffentlicht wurde. »Ob dies eine schlechte Sache ist, sollen die Leute in ein paar hundert Jahren entscheiden. Bis dahin sollten wir erstmal alles ausprobieren und zulassen, was möglich ist.«

Jacqueline Nickel von der Organisation für Korrekte Aussprache hingegen äußerte sich über Twitter lediglich mit den drei Buchstaben: »OMG!« Dies wurde wiederum später von ihr selbst kritisiert, weil dies ebenfalls kein korrektes deutsches Wort sei. Die Entschuldigung an alle Gläubiger der deutschen Sprache umfasste 230 Seiten und ist auch in Buchform erschienen (Tut mir wirklich schrecklich Leid, Egal-Verlag, Berlin, Dezember 2012).


Literatur

Wortreduzierungen – Nutzen und Problematik von Rudolph Verchert (Rasputinpresse, 2012)

Sagt nein zur Umgangssprache von Juna Reichart (Goldmann Wissenschaft, 2012)

50 Hypes auf 100 Seiten von Melissa Rütlig (konkret-kurz-knapp, 2013)