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Lokalzeitung

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Allgemeines

Als Lokalzeitung bezeichnet man im Allgemeinen die mehr oder weniger sinnvolle Ansammlung mehr oder weniger sinnvoller, ein nur äußerst kleines Einzugsgebiet betreffender Themen auf minderwertigem Papier. Als verarbeitende Kraft tritt dabei der Lokalredakteur in Erscheinung, dessen Aufgabe es ist, vollkommen überflüssige und uninteressante Begebenheiten mithilfe von Bild und Text zu beschönigen und nach Möglichkeit vollkommen kritikfrei in eine Form zu bringen, die einem zumeist älteren Leserkreis das Gefühl gibt, wichtige Informationen zu erhalten.


Ursprung

Die älteste Lokalzeitung wird 1997 bei Ausgrabungen im Raum Klein Meckelsen (Landkreis Rotenburg/Wümme) gefunden. Wissenschaftler datieren die Ausgabe der "Ser wicktigen Mittheilunk ob di Befolkerunk" auf etwa 2356 v. Chr., was die völlig falsche Rechtschreibung erklärt. Themen der Ausgabe sind unter anderem das örtliche Bogenschützenfest ("Ain foller Ärfolk") und das Jubiläum des Säbelzahntigerzüchtervereins (Auch hier: "Ain foller Ärfolk"). Tests im Labor der Universität Bremen ergeben, dass sich die Themenfindung im Wandel der Zeit nicht verändert hat. Das lokale Wochenblatt "Klein Meckelsen Heute" schreibt zu den Forschungsergebnissen in seiner Ausgabe vom 20. November 1997: "Ein voller Erfolg."


Lokalzeitungen heute

Eine Lokalzeitung findet sich heute in nahezu jeder größeren Ansammlung von Häusern, die mit einem Ortsschild gekennzeichnet ist und eine akzeptable Anzahl an Sport-, Schützen-, und Trachtenvereinen vorzuweisen hat. Dabei unterscheidet man zwischen drei unterschiedlichen Gattungen:

  1. Die Tageszeitung wird zumeist von Abonnenten finanziert, die entweder den einseitig konservativ geprägten Einschlag schätzen oder sich gerne über den einseitig konservativ geprägten Einschlag aufregen. Der häufigste von Tageszeitungslesern genutzte Satz lautet nach einer bundesweiten Studie: "Morgen bestell ich das Scheißding endgültig ab."
  2. Das Anzeigenblatt (auch: Wochenblatt) wird ausschließlich durch bezahlte, schlecht layoutete Anzeigen finanziert und berichtet auch fast ausschließlich über die eigenen Anzeigenkunden, die Familien der Anzeigenkunden, die Vereine der Anzeigenkunden oder die Parteien der Anzeigenkunden. Der häufigste von Anzeigenblattlesern genutzte Satz lautet nach einer bundesweiten Studie: "Pack mal ins Altpapier aber nimm vorher die Beilage von Penny raus."
  3. Auch das Monatsmagazin finanziert sich meist über Anzeigen und die kritiklose und jubelnde Berichterstattung über die eigenen Kunden. Anders als die unter 1. und 2. genannten Gattungen wird das Monatsmagazin meistens von Leuten herausgegeben, die nach dem Erwerb eines eigenen PC (Medion), einer Digitalkamera (Medion) und der Installation einer Raubkopie der Adobe Creative Suite in den Berufsstand (Medion) des Redakteurs aufgestiegen sind. Monatsmagazine erkennt man häufig am skrupellosen Einsatz der in Bildbearbeitungsprogrammen üblichen Werkzeuge "Farbverlauf" und "Schatten hinzufügen" sowie den Schrifttypen "Times New Roman" und "Comic". Der häufigste von Monatsmagazinlesern genutzte Satz lautet nach einer bundesweiten Studie: "Welches Monatsmagazin?"


Fünf goldene Regeln für Lokalredakteure

  1. Niemals etwas negatives über einen Anzeigenkunden schreiben, auch dann nicht, wenn er den gesamten Kindergarten nebenan befummelt.
  2. Niemals die eigene Macht missbrauchen, es sei denn, das Auto kostet dann wirklich weniger.
  3. Bei Ankündigungen immer den Veranstalter mit dem entsprechenden Plakat in der Hand fotografieren.
  4. Bei Vereinsfotos grundsätzlich nie weniger als zehn Personen auf einem Foto unterbringen.
  5. Bei Fotos mit ganz offensichtlich schlecht gelaunten Menschen grundsätzlich eine Bildunterschrift mit dem Tenor "...die Besucher hatten viel Spaß" verwenden.