Zivi

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Zivis im selbstlosen Einsatz für ihr Vaterland

Der Zivi (lat.: Homo Civilicus) war eine Evolutionsstufe im Werdegang des männlichen Homo Sapiens, die 2011 ausstarb. Reifemäßig lag er irgendwo zwischen dem pubertären Arschloch und dem alten Sack. Das Erkennungszeichen des Zivis war die Folge seiner Haltung: Logischerweise trug der Bundverweigerer seine Hosen in den Kniekehlen.

Metamorphose

1. Phase

Die Verwandlung zum Zivi fing bei den meisten Jungen kurz nach Erhalt des (ausgesprochen miesen) Abschlusszeugnisses ihrer Bildungseinrichtung an. In der ersten Stufe wurde der werdende Zivi gemustert, das heißt, er bekam am ganzen Körper Streifen, Punkte oder eine Mischung aus beidem (je nachdem ob die entsprechenden Gene dominant, rezessiv oder kodominant waren).

2. Phase

Wenn der Zivi fertig gemustert war, fing er an wie ein Wahnsinniger hirnrissige Texte aufzuschreiben, zu überdenken, wegzuwerfen und wieder neu zu schreiben. Diese Phase war sehr kritisch, und in aussichtslosen Fällen hätte man dem werdenden Zivi einen PC mit Drucker und Internetanschluss zur Verfügung stellen sollen. Diese High-Tech-Geräte konnten den Zivi nämlich relativ schnell kurieren und zur nächsten Phase übergehen lassen. Sollte der Zivi die Phase nicht erfolgreich beendet haben, zerfloss sein Muster und er wurde Bund. Prinzipiell konnte man auch als Bund überleben, aber die Sterberate war unter diesen bemitleidenswerten Geschöpfen deutlich höher.

3. Phase

In der dritten Verwandlungsphase saß der werdende Zivi apathisch daheim herum und bekam jedesmal einen Schock, wenn der Postbote vorbei kam (oder das Telefon klingelte). Denn ein kleiner, unscheinbarer Brief (oder Anruf) entschied nun über das Schicksal dieses Menschen. Was kaum jemand weiß: Dieser Brief wurde nicht vom Postboten gebracht, sondern von einem Storch (im Gegensatz zu den Kindern, die bringt der Postbote). Insofern war die Angst des werdenden Zivis völlig ungerechtfertigt.

Wenn nun also der besagte Brief vom Storch gebracht wurde (der übrigens Egon heißt; alle Störche heißen Egon, nur hat bis jetzt niemand herausgefunden, wieso), dann sprang der werdende Zivi vor Freude an die Decke - oder aber versank vor Scham im Boden, nämlich wenn er die Nachricht bekam, dass er schon zu Bund für das Zividasein war.

4. Phase

Es folgten noch einige sinnfreie Briefwechsel, die eigentlich nur dazu dienten, um ein paar 100 Bürokraten zu ernähren, und dann ist aus dem Jungen endlich ein Zivi geworden. Wurde aber auch Zeit, denn jetzt ging es gleich an die Arbeit...

5. Phase

GEHT NICHT INS KRANKENHAUS!

Die Tätigkeiten eines Zivis

Von einem Zivi wurde erwartet, dass er sich bemüht so auszusehen, als ob er etwas tun würde. Natürlich tat er nicht wirklich etwas, mal abgesehen vom Nasepopeln und Internetsurfen. Arbeiten konnte ein Zivi schon deshalb nicht, weil er ja häufig noch keine Ausbildung zu irgendwas genossen hat und deshalb mal grundsätzlich von Allem keine Ahnung hatte.

Was später kam

Zivis wurden gerne zu senilen Rentnern, halbtoten Patienten oder drogensüchtigen Kindern gesteckt, weil man sie da in guter Gesellschaft wähnte. Zurecht, denn gerade von diesem Personenkreis erlernte ein Zivi am schnellsten das Chillen, das er die folgenden 6 Monate ausgiebig betreiben wird. Selten hatte ein Zivi das Pech in eben diesen Kreisen, u.a. auch in Werkstätten, zu echter und wirklicher Arbeit gezwungen zu werden. Man unterschied ab diesem Punkt zwischen dem "Zivildienstleistenden" und dem "Zuvieldienstleistenden". Exemplare, die dem letzteren Schlag angehörten, gingen meist schon nach 4 Monaten ein.

Zivis in der öffentlichen Meinung

Von der arbeitenden Bevölkerung wurden Zivis gerne als Arsch für alles, für das niemand anderes zuständig ist angesehen, das stimmte aber nur bedingt. In Wirklichkeit war das Einzige was der Zivi wirklich tat, jemanden zu finden, der für das zuständig ist, was dem Zivi aufgetragen wurde zu tun. Klingt komisch, ist aber so.

Verpflegung eines Zivis

Zivis bekamen sämtliche Mahlzeiten am Tag kostenlos aufgetischt oder bezahlt. Das waren also Frühstück, zweites Frühstück, 11-Uhr-Imbiss, Mittagessen, Zwischenmahlzeit, 5-Uhr-Tee, Abendessen und Nachtmahl. Weiterhin bekamen Zivis ständig neue Hosen bezahlt, weil die sich so schnell durchsaßen. Der Sold eines Zivis war aufgrund seiner geringen Leistung ausgesprochen mickrig (selbst ein Hartz-IV-Empfänger verdient mehr. Stimmt wirklich, schaut nach!), dafür war der Zivi gegen jeden Furz versichert. Außerdem bekam er 20% Rabatt auf Tiernahrung bei Praktiker, 10% bei Burger King und 40%igen Wodka.

Weiterbildung

Jeder Zivi hatte irgendwann einmal das Glück, eine Zivildienstschule zu besuchen. Dort bekam man dann von den unglaublich motivierten Seminarleitern Sätze wie diesen zu hören: Wenn ihr in eurem Urlaub nackt am FKK-Strand rumliegt und ein paar heiße Bräute aufreißt, bekommt ihr dafür Kleidergeld. Ansonsten tat man in einer solchen Schule vor allem Tischfußball spielen, die Leistung des Verstärkers im Musikraum testen und brutale Filme anschauen. Die meiste Zeit auf der Zivildienstschule verbrachte der Zivi damit, nach dem langweiligen und sinnfreien Unterricht, sich mit allerlei Drogen zuzudröhnen und sich bis zur Bewusstlosigkeit mit branntweinhaltigen Alkoholikas volllaufen zu lassen. Dieser Beschäftigung ging der Zivi während einer Fortbildung jeden Abend nach. Damit war man natürlich bestens auf die kommenden 6 Monate vorbereitet.

Das Ende

Nach Ablauf der Frist von 6 Monaten wurde aus dem Zivi mit einem Mal ein Mann. Gleichzeitig bekam man noch (einen von überflüssigen Steuergeldern) finanzierten Batzen Geld mit auf den Weg. Dieser reichte für den Drogenkonsum des nächsten halben Jahres aus, und danach lungerte man ja eh nur noch halbtot unter irgendwelchen Brücken und betrachtete einen Fluss, auf dem öfters arme tote Bunds vorbeitrieben. Nach einiger Zeit wurde man dann von einem Zivi abgeholt.
Es wurde allerdings gemunkelt, dass manche Zivis nach ihrer Entwicklungsphase eine zweite, viel längere Phase begonnen haben. Auch ist die Forschung, warum dies passiert ist, nicht weiter fortgeschritten. Bekannt ist allerdings, dass aus manchen Zivis auf einmal Studenten wurden.

Fazit

Zivi war tausendmal besser als Bund. Hier ein paar Gründe:

  • Man bekam mehr Geld. Zwar immer noch viel zu wenig, aber zumindest mehr als ein Bundler.
  • Man(n) arbeitete die ganze Zeit mit "scharfen" (mit scharf ist eine 40-jährige Öko-Tante gemeint, die noch nie einen Rasierer gesehen hat, geschweige denn einen Deoroller) Pflegerinnen zusammen. Die einzige Frau, mit denen Bundler je in Kontakt kamen, war der 60-jährige Drachen, der einem am Anfang die Eier schaukelt und sagt: "Husten Se ma". Danach waren meistens Gemeinschaftsduschen mit gleichgeschlechtlichen, aber oft auch andersgepolten Personen angesagt.
  • Man musste sich nicht von einem dahergelaufenen Honk anbrüllen lassen und dessen Befehle auch noch befolgen.
  • Zivis konnten sich dumm und dämlich fressen, weil einem die nette Frau von der Küche immer mehrere Stück Kuchen aufhob, während Bundler im Überlebenstraining ihre Viecher selbst erlegen mussten. Und Kaffee war auch nie alle.
  • Man freute sich öfter über den ein oder anderen Geldschein, den man von netten Omas zugesteckt bekam.
  • Man hatte über zwei Drittel vom Tag frei (wenn nicht mehr), die für Frauen, Partys, Bierverkostungen und ähnliches verwendet werden konnten. Ein Bundler musste froh sein, wenn er Weihnachten für eine halbe Stunde nach Hause telefonieren durfte.
  • Wenn man sich als Zivi länger verpflichtete, musste man nicht sofort als Kanonenfutter nach Afghanistan.

Situation in Österreich

Im schönen Alpenstaat ist die Spezies „Zivi“ noch immer verbreitet. Ihr Ruf ist um einiges besser geworden, vor allem durch den Einsatz eines ehemaligen Vertreters dieser Lebensform als Verteidigungsminister.

Besondere Zivis in Österreich

Normalerweise leben Zivis, so wie es in Deutschland auch üblich war, in einer Symbiose mit den oben bereits genannten Lebensformen (siehe: Was später kam), doch es gibt auch weitaus isoliertere und schwerere Aufgabenbereiche, mit denen Zivis in Österreich zu kämpfen haben. Besonders hervorzuheben sind an dieser Stelle die sogenannten Polizeizivis.
Auch wenn es so klingt, als hätten sie eine besondere Stellung zwischen dem sog. Heer (vgl. Bund in D) und anderen Zivis inne, haben sie doch die schwerste aller Bürden zu tragen.
Ihnen wird die Sicherung gefährlicher Straßenabschnitte zuteil. Meistens befinden sich an diesen Abschnitten Fehldrucke der Straßenmarkierung auf der Fahrbahn (ugs.: Zebrastreifen) welche die Autofahrer verwirren und deshalb werden die armen Zivis zu bestimmten Zeitpunkten an ebendiese Knotenpunkte geschickt, um schwerere Unfälle zu verhindern und leichtere zu verursachen. Zusätzlich wird diese verantwortungsvolle Aufgabe dadurch erschwert, dass zu den Zeiten, an denen sich der Zivi auf seinem Posten befindet, meist eine oder mehrere naheliegende Schulen entweder Unterrichtsbeginn oder –ende haben.
Befindet sich der Polizeizivi einmal nicht in seinem natürlichen Umfeld, leistet er seinen Dienst in der örtlichen Polizeiwache mit Stupidedia-Artikel schreiben ab.

Weblinks

  • FSJ-ADiA.de – Zivi im Ausland für Leute, die keinen Bock auf Hinternwischen in Deutschland hatten und nicht als Kanonenfutter enden wollten