Zensur contra Meinungsfreiheit

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Die Zensur ist ein Mittel zur Informationskontrolle und Meinungsbildung, das dem § 1 des deutschen Grundgesetzes (Recht auf Meinungsfreiheit) diametral entgegensteht, jedoch oft und gerne nach dem §0 zum Nachteil des mündigen Bürgers eingesetzt wird.

Zensiert (der Zensur zum Opfer fallen) werden kann alles, was in der Öffentlichkeit gesprochen, geschrieben, verfilmt oder vertont wird.

Zensur in der Familie

Bereits Kleinkinder machen erste Erfahrungen mit der Zensur, oft bevor sie ohne Hilfe auf's Klo gehen können ("Hör auf, deinem Bruder Sand ins Gesicht zu werfen"). Intensiver greifen die als "Erziehung" getarnten Zensurmaßnahmen gegen die freie Meinungsäußerung und die Umsetzung persönlicher Vorstellungen natürlich, wenn Kinder und Jugendliche ernsthaft beginnen, ihre Meinung zu äußern und ihr Leben nach eigenen Vorstellungen gestalten möchten. Besonders beliebt ist die Formulierung "Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst, machst du, was ich dir sage". Auflehnung dagegen führt zu vielfältigen Zensurmassnahmen, die von Taschengeldentzug über PC-Verbot, Hausarrest und Kontaktverbot bis hin zu körperlichen Repressalien ("Du fängst dir gleich eine auf's Maul").

Zensur in Schule und Studium

Schon in der Schule üben Lehrer gegenüber ihren Schülern Zensur aus, indem sie Klassenarbeiten benoten und damit einzelne Schüler benachteiligen und im schlimmsten Fall in ihre Lebensplanung extrem behindern. (Eine Fünf in Mathematik kann den Studienwunsch final torpedieren). Besonders im Fach Deutsch kommt die Zensur mit Wucht zum Tragen, wenn ein Schüler nach Meinung seines Lehrers in einem Aufsatz das Thema verfehlt hat. Wie aus der Formulierung schon ersichtlich wird, liegt es dabei ausschließlich im Ermessensrahmen des Zensors, darüber zu urteilen, ob die Meinung und Ausdrucksweise des Schülers dem Thema angemessen ist.
Während des Studiums nehmen die Möglichkeiten zur Zensur ungeahnte Ausmaße an, da der Studierende überwiegend nach Hausarbeiten beurteilt wird. Feste Anforderungsstrukturen gibt es selten, daher kann sich der Zensor ungehindert von seinen mangelnden Kenntnissen der Materie, sowie der Sympathie bzw. der Antipathie gegenüber dem Studierenden leiten lassen.

Zensur im Arbeitsleben

Im Arbeitsleben ist der Arbeitgeber der übermächtige Zensor. Schon eine kritische Bemerkung des Arbeitnehmers kann eine fristlose Kündigung und den damit verbundenen Verlust der Arbeit zur Folge haben. Besonders die Forderung nach einem Betriebsrat zieht in den meisten Fällen unmittelbare Sanktionen nach sich. Aber auch die an sich berechtigte Bitte um Urlaub, eine Krankmeldung, die Bitte um Gehaltserhöhung oder ähnliches Fehlverhalten wird vom Arbeitgeber umgehend zensiert und führt nicht selten zur Abmahnung oder ermöglicht dem Arbeitnehmer eine Auszeit von der Erwerbstätigkeit (Hartz IV).

Zensur in der Kunst

Beliebte Ziele der Zensur in der Kunst sind vor allem Filme, die von einer staatlich eingesetzten Zensurbehörde (FSK) darauf überprüft werden, ob der Bürger die im Film dargestellten Bilder und Informationen sehen sollte. Besonders Gewalt wird als unzumutbar empfunden und entsprechend zensiert (Freigabe erst ab 18 Jahren). Dabei werden heute schon Grundschüler mit Gewaltszenen konfrontiert, die sich ein durchschnittlich motivierter Filmemacher nicht einmal in seinen übelsten Alpträumen ausdenken könnte.
In der Musik werden vor allem Gewalt verherrlichende Texte oder solche mit sexuellen Anspielungen zensiert, da die Menschen mit solchen Themen in der Kunst nicht in Berührung kommen sollen. Vermutlich sind die Zensoren der FSK der Meinung, dass der alltägliche Kontakt mit Sex und Gewalt schon mehr als ausreichend ist. Allerdings berücksichtigen Zensoren nicht, dass auch die Zensur eine Form der Gewalt ist.

Zensur in der Presse

Von der Presse-Zensur sind naturgemäß fast ausschließlich Medienerzeugnisse betroffen, die nicht massenkompatibel sind. Besonders kleine Fachblätter für informierte und informationswillige Leser (z. B. Titanic-Magazin) landen regelmäßig auf dem sogenannten Index und werden wegen ihrer oftmals humoristischen Titelbilder aus dem Verkehr gezogen. Im Rahmen der Presse-Zensur werden oftmals horrende Geldstrafen gegen die Zensierten verhängt, die bewirken sollen, dass die Opfer der Zensur aufgrund von Geldmangel ihre Arbeit einstellen.

Zensur im Internet

Obwohl die Zensur der Idee des Internets als freiem Medium kontraproduktiv gegenübersteht, sind natürlich auch hier Zensoren am Werk. Zwar gibt es für die Informations- und Meinungsfreiheitskontrolle im Internet (noch) keine autorisierte Stelle, das heißt aber nicht, dass es nicht genügend Freiwillige gibt, die sich dafür engagieren, dass der User auch im Internet seine Meinung nur noch äußern darf, wenn diese mit der den Zensors konform geht. Zumeist zensieren Internet-User andere User, Webseiten, Foren, Chats oder Blogs nur hobbymässig auf Webseiten, in Foren, Chats oder Blogs, es gibt jedoch auch hoch motivierte Zensoren, die praktisch ihr ganzes Dasein darauf ausrichten, die Meinungsfreiheit zu unterbinden.

Zensoren

Zensoren gibt es praktisch seit Erfindung der Menschheit. Meist handelt es sich um Personen mit einem ausgeprägten Willen zur Dominanz, die von ihren Mitmenschen aufgrund ihrer mangelnden sozialen Kompetenz jedoch nicht die Anerkennung bekommen, die sie für sich als angemessen empfinden. Zensoren sind oftmals die Handlanger von Diktatoren oder üben sich selbst als Diktatoren.
Schon im alten Rom oder im frühzeitlichen Ägypten waren Zensoren ein beliebtes und gerne genutztes Mittel zur Machterhaltung von Staatenlenkern, die nur mit Hilfe der Zensur ihr Volk zur Übernahme der staatlich erwünschten Meinungen überreden konnten.
Auch die katholische Kirche nutzte die Zensierung, um ihre Macht zu untermauern, und ungeliebte Bürger - oft im Wortsinn - mundtot zu machen. Als Galileo feststellte, dass die Erde rund ist und sich um die Sonne dreht, wurde er unter Androhung des Todes dazu gezwungen, seine Aussage zu revidieren und sich der Meinung der Kirche („Die Erde ist eine Scheibe“) anzuschliessen.
Es gibt auch heute noch Diktaturen (China, Kuba, Nordkorea), die ihre Existenz auf die Zensur und den Einsatz von Zensoren gründen. Zwar wurde im Jahr 1989 die letzte offizielle westeuropäische Diktatur, die DDR, durch die Auflehnung mehrerer Millionen Bürger gegen die Zensur (IM, Stasi) zu Fall gebracht und abgewickelt, dies ist jedoch als Ausnahme zu betrachten. Vermutlich stehen hinter der Auflösung der DDR ganz andere Überlegungen (Staats-Insolvenz) und der Bürgerprotest wurde nur aus Gründen der Medienkompatibilität genannt.

Zensur wird überwiegend dann angewandt, wenn die Meinung eines Menschen die Intelligenz, die Kenntnisse und das Vorstellungsvermögen des Zensors übersteigt.

Wie wehre ich mich gegen Zensur?

Dazu kann nur empfohlen werden: Am besten gar nicht! Trotz der gesetzlich zugesicherten Meinungsfreiheit führt die Auflehnung gegen Zensur nur äusserst selten zum gewünschten Ergebnis. Vielmehr muss der Zensierte mit unangenehmen Repressalien rechnen, die von Ausgrenzung aus bestimmten Lebensbereichen bis hin zu massiven Drohungen und Angriffen gegen die körperliche Unversehrtheit reichen. Gegen Zensur und Zensoren anzugehen ist nur Erfolg versprechend, wenn man sehr reich und/oder sehr einflussreich ist und sich überdurchschnittlich gute und engagierte Anwälte leisten kann. Ansonsten bleibt dem Zensierten nur die Möglichkeit, sich eigene Gruppen oder Foren zu schaffen, in denen er ungehindert seine Meinung kundtun kann (Stammtisch, Web-Blog, Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, Selbsthilfegruppen).

Fazit

Generell greifen Zensurmaßnahmen gegenüber Film-, Musik- und Presseschaffenden in einer Demokratie oft nur suboptimal. Ein von den Zensoren unerwünschter Nebeneffekt der Presse-Zensur sind fast immer steigende Auflagenzahlen der betroffenen Zeitschriften, wovon die Blattmacher profitieren. Auch zensierte Filme und Musik-CDs bekommen durch die Zensur ein größeres Publikum, da sie nötigenfalls unter der Hand weitergegeben werden. An einer Möglichkeit, dies zu verhindern, wird seitens der Zensurschaffenden fieberhaft (jedoch glücklicherweise meist relativ erfolglos) gearbeitet.

Siehe auch