Wiesel

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Das Wiesel ist ein Fabelwesen. Seine einzige Erwähnung findet es in dem doch recht kurzen Morgensterngedicht "Das ästhetische Wiesel", welches 2008 postmortem den Bambi für das Gedicht mit dem irritierendsten Titel bekam.

Das berühmte Wiesel auf dem legendären Kiesel im auch sehr schönen Bachgeriesel

Das Gedicht

Ein Wiesel
saß auf einem Kiesel
Inmitten Bachgeriesel.
Wisst ihr
weshalb?
Das Mondkalb
verriet es mir
Im Stillen:
Das raffinier-
te Tier
tat's um des Reimes willen.
Christian Morgenstern


Zuerst einmal klingt das Ganze eher wie eine Knäckebrotwerbung von Wasa als ein Gedicht. Zweitens lassen sich daraus folgende Schlüsse ziehen:

  1. Es gibt Kiesel, die so groß sind, dass darauf ein Wiesel Platz findet.
  2. Morgenstern schaffte es tatsächlich, ein Wort zu finden, das man einrahmen und sich übers Bett hängen könnte (Antiquitätswort: Bachgeriesel).
  3. Morgenstern glaubte an das Mondkalb.

Die Rolle des Wiesels

Die Rolle des Wiesels ist eine durchaus tragische, eine viel gestellte Interpretationsfrage dazu ist, was das Wiesel veranlasst, sich zu Zwecken eines Versmusters inmitten eines reißenden Bachs auf einen (womöglich glitschigen) Kieselstein zu setzen. Hat das Wiesel keine Freunde? Ist es unglücklich verliebt? Drängen es die Gedanken an die Wertlosigkeit und Trivialität seines eigenen begrenzten Lebens zu solch einer selbstmörderischen Aktion? Man weiß es nicht.
Defintiv jedoch hat das Wiesel durchaus eine clevere Verwendung für verschiedene Versmaße gefunden. Es sollte aber lieber Silben zählen lernen. Oder einfach weiter fressen, atmen und sich fortpflanzen. Was ein Wiesel sonst so tun sollte. Viele Dichter wünschen Morgenstern dafür, dass er keine genaueren Aussagen über das Wiesel trifft, übrigens die Pest an den Hals.

Die Inspiration

Inspiriert wurde Morgenstern bei der Erschaffung des Wiesel von seinen äußeren Einflüssen. Ein Bach mit einem großen Stein im Wasser lag nahe seinem Ferienhaus, in welchem wiederum ein Gemälde namens "Das Mondkalb" hing. Soweit, so offensichtlich. Eines Tages meinte Morgenstern bei einem Spaziergang etwas auf dem Stein sitzen zu sehen. Zuerst schenkte er diesem Vorkommnis keine besondere Beachtung und begab sich in seine Lieblingskneipe. Da er gerade Lust auf einen Drink hatte, aber kein Geld dabei, ließ er sich anschreiben. Am nächsten Morgen machte er sich deshalb darüber Gedanken, wie er seine Schulden abbezahlen sollte und kam auf die Idee, einfach ein kurzes Gedicht zu verfassen und dieses zu verkaufen. Dabei griff er durch sein vortägiges Erlebnis die Idee mit dem Stein (den er durch das Synonym "Kiesel" versuchte sprachlich aufzuwerten) im Bach auf. Auf der Suche nach einem Reim erfand er das Geriesel dazu, so kam auch das nicht näher definierte Wiesel zu seinem Namen. Um das Gedicht noch etwas länger zu machen, beschloss Morgenstern eine Quellenangabe einzufügen, für die er das gemalte Mondkalb missbrauchte.

Weitere Verwendung des Wiesels

Etwa seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird das Wiesel als Synonym für Personen verwendet, die:

  1. Entweder aus unbekannten oder geringwertigen Gründen Wagnisse eingehen
  2. oder einmal im Fokus allen Interesses stehen und danach völlig in Vergessenheit geraten.

Bekannte Beispiele sind der Hochseilartist Phillippe Petit, der 1974 aus nicht vollständig geklärten zwischen den Twin Towers im Sprung eine Wäscheleine spannte, und der Komiker Gerd Holster, der mit seinen abfälligen Bemerkungen über die Politik 1941 Aufsehen erregte, dann aber plötzlich von der Bildfläche verschwand.