Verkäufer

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Ein Verkäufer wie aus dem Bilderbuch - ausgeborgter Frack, preisverdächtiger Schnauzer und Omas alte Fußcreme als Wunderheilmittel!

Verkäufer, der, Verkäuferin, die, Verkäufer, die, Verkäuferinnen, die, nicht zu verwechseln mit den Marktschreiern, sind fast gewöhnliche Menschen, die die seltsame Angewohnheit besitzen, sich in Läden und Warenhäusern häuslich einzurichten, ihr Eigenheim mit Regalen vollzustellen bzw. mit Präsentationsflächen auszurüsten und darin und darauf Produkte aller Art anzuhäufen.

Erkennungszeichen

Verkäufer werden oft als bewegliche Werbeflächen missbraucht, indem man sie in Kittel zwängt, auf denen auffällig der Name ihres Arbeitgebers prangt. Vielen Geschäftsführern ist offensichtlich nicht bewusst, dass Werbung wirksamer ist, wenn mit der beworbenen Marke positive Assoziationen geweckt werden. Verschärft wird die Situation in einigen Fällen durch den Zwang, ein Namensschild (mit dem eigenen Namen!) zu tragen. So weiß der Kunde sofort, wen er im Ernstfall verklagen kann.
Freilaufende Verkäufer sind – wenn nicht am Kittel – daran zu erkennen, dass sie ein anderes Bewegungsschema als Kunden aufweisen. Sie gehen zügiger und schneller oder auch langsamer und durchschauen dabei jeden Kunden. Dafür wurden sie in einer speziellen Ausbildung abgerichtet, die als festen Bestandteil eine Einführung in die Geheimnisse der Parawissenschaften beinhaltet.

Typen

Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Varianten des Verkäufers: den Penetranten und den Ignoranten. Genauso gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Variantinnen der Verkäuferin: die Penetrante und die Ignorante. Der jeweils an zweiter Stelle genannte Typus tritt in Deutschland zunehmend häufiger auf – ein untrügliches Zeichen dafür, dass wir auf dem besten Wege sind, uns zu einer perfekten Dienstleistungsgesellschaft zu entwickeln.

Der/die Penetrante

Penetrante Verkäufer sind meist im Außendienst tätig; sie verkaufen auch nicht, sie vertreten. Penetrante Verkäuferinnen hingegen sind vorrangig in Bekleidungsgeschäften anzutreffen. Es ist regelrecht unmöglich, ihnen aus dem Weg zu gehen und der obligatorischen Frage „Kann ich Ihnen helfen?“ zu entkommen. Allein der Versuch gestaltet sich zu einer Mischung aus Versteckspiel und Hindernislauf. Bei Kleideranproben greift der penetrante Verkäufertyp hemmungslos zur Lüge:

Kunde: „Ich weiß nicht… Meinen Sie ich könnte das tragen?“
Verkäufer: „Aber natürlich! Das steht Ihnen ganz ausgezeichnet. Sie wirken richtig jugendlich.“

Tatsache ist, dass die betreffende Person in eine vornehme Leichenblässe getaucht wird, sich an allen Seiten die Speckrollen abzeichnen und der unweigerliche Eindruck „gepökelte Presswurst“ entsteht. Trotzdem geht diese Strategie sehr oft auf und verhalf schon so manchem Kaufhaus zu astronomisch hohem Umsatz – kurzfristig zumindest.

Der/die Ignorante

Ignorante Verkäufer sind stets bemüht, möglichst wenig Kontakt mit Kunden aufzunehmen. Viel lieber beschäftigen sie sich mit anderen Verkäufern oder gehen „wichtigen Aufgaben im Lager“ nach. Tut der Verkäufer keins von beidem, starrt er stumm vor sich auf den Boden. Nimmt er aus dem Augenwinkel einen Kunden wahr, der den Anschein erweckt, als benötige er Hilfe oder fachliche Beratung, so verschwindet der Verkäufer mit Überlichtgeschwindigkeit in seinem Heiligtum: die für Kunden unerreichbaren Gefilde des zuvor genannten Lagers.

Will man als Kunde wirklich mit einem Verkäufer sprechen, so hilft eine List: Man starre ebenfalls stumm auf den Boden und nähere sich dem Verkäufer so langsam wie nur irgend möglich. Der Verkäufer wird in der Annahme, es handele sich um einen gleichgesinnten Kollegen, keine Fluchtversuche unternehmen. Wer es schafft, sich bis auf einen Abstand von etwa zwei Metern zu nähern, hat fast gewonnen: Ein Hechtsprung, kurzes, beherztes Zupacken – und man hat einen mehr oder weniger kompetenten Verkäufer ganz für sich alleine.

Das allein ist jedoch noch kein Grund zur Freude, denn der Verkäufer ist im Laufe seiner Ausbildung intensiv in verschiedenen Entkommensstrategien geschult worden. Wird ihm irgendeine Frage bezüglich einer Ware gestellt, so ergeben sich für ihn mehrere Möglichkeiten. In den seltenen Fällen, in denen er die Ware findet, wird er sie aus dem Regal nehmen und so lange stumm auf das Etikett starren, bis der Kunde entweder an Altersschwäche gestorben ist oder sich schwört, nie wieder irgendeine Frage an irgendeinen Verkäufer zu richten. Im Normalfall hingegen, in dem der Verkäufer keinen blassen Schimmer hat, wovon der Kunde spricht, ist die folgende Konversation typisch:

Kunde: „Haben Sie irgendwo Margarine?“ (Hier könnte jede Art von Frage stehen, z. B. „Gibt es diesen Pulli auch in L?“)
Verkäufer: „Nur das, was da ist...“
Im Klartext bedeutet das: „Ich hab keine Ahnung, was du willst und ich weiß auch nicht wo es ist!“

Bei Elektroartikel-Verkäufern ist auch folgende Variante möglich:

Kunde: (...) Nein, nicht „Haben Sie irgendwo Margarine?“! Da sollte schon was Fachspezifisches kommen… obwohl – wahrscheinlich funktioniert es auch mit Margarine.
Verkäufer: „Ähm, ... da fragen Sie besser den Kollegen aus der Fachabteilung!“
Die Übersetzung lautet hier: „Keine Ahnung und interessiert mich sowieso nicht... Gehen Sie einfach irgendwo anders hin.“

Eine weitere beliebte Strategie unter ignoranten Verkäufern besteht darin, durch regelmäßiges Umräumen der Waren die Kunden restlos zu verwirren und orientierungslos herumirren zu lassen. Dabei findet so mancher Kunde auf seinem ziellosen Weg das ein oder andere Zeugs, das er definitiv nicht braucht, aber aus Verlegenheit in seinen Einkaufswagen packt. Dieser füllt sich in gleichem Maße wie sich der Geldbeutel beim Bezahlen an der Kasse leert. Weil es den Verkäufern auf diese Weise gelingt, die Kunden nicht nur ihrer Zeit, sondern auch ihres Vermögens zu berauben, ist es für die Geschäftsführer eine klare Gewinnstrategie.

Der Eumel

Als Eumel (pl. Eumels) bezeichnet man ein Mitglied einer speziellen „Verkäuferfamilie“, das durch sein äußeres Erscheinungsbild und sein Auftreten eindeutig ebendieser Familie zuzuordnen ist. Eumels sind in den Filialen überregionaler Handelsketten zu Hause und weisen ausnahmslos eine markentypische Färbung auf. Sie stehen in der Laden-Hierarchie an fast letztoberster Stelle, also über den Praktikanten. Daher werden sie auch „Dreckentferner der Arbeitgeber“ genannt – obwohl sie das Fegen regelmäßig an die Praktikanten delegieren.

Der Eumel entstand im 21. Jahrhundert, als Media-Markt erkannte, dass seine Media-Markt-Strategie nicht funktionierte. Seitdem ist Mario Barth der Ober-Eumel von Media Markt. Allerdings zeigen Statistiken, dass die neue Erfolgstrategie ebenfalls nicht zum gewünschten Erfolg führt. Wahrscheinlich liegt es am neuen Slogan, der „Ich bin doch nicht blöd!“ durch „Ich bin doch nicht blöd, ich bin behämmert! “ ersetzte und damit zu sperrig geriet.

Der OBI-Eumel

Die Heimat des OBI-Eumels

Der OBI-Eumel ist genauso orange wie seine Heimat, wenig intelligent und am weitesten verbreitet. Zudem ist er hinterhältig. Da OBI ein Laden ist, bei dem [Qualität]] an erster Stelle steht, macht es den hier ansässigen Eumels besonders viel Spaß, Krempel zu verkaufen, von dem sie genau wissen, dass er aufgrund ihrer fachkompetenten Beratung nur bis zum nächsten Tag halten wird.

OBI-Eumels lieben es, ihre gesamte Arbeitszeit mit einem Spiel zu verbringen, dem OBI-Spiel. Dabei versucht jeder OBI-Eumel auf seinem Weg durch die Gänge, so viele ahnungslose Käufer wie möglich zu ergattern und zum Narren zu halten. Sobald ein Kunde etwas fragend aussieht, rennt der Obi-Eumel auf ihn zu und beginnt ein Gespräch. Meist fängt es mit wenigen Fragen an, die echtes Interesse vortäuschen. Erst nach ausführlicher Erläuterung der gesamten Sachlage und Beantwortung weiterer Fragen zu einigen Details beginnt dem Kunden langsam zu dämmern, dass er gründlich verarscht wird. Denn der Gewinner des OBI-Spiels ist der Eumel, der die meisten Gespräche erfolgreich mit dem Satz beenden kann: „Ich weiß, was sie suchen, aber wo Sie das finden, kann Ihnen nur mein Kollege sagen!“

Ausschließlich bei OBI gibt es die Ober-OBI-Eumels, deren einzige Aufgabe es ist, neben der Kasse in einem „Ich-habe-keine-Ahnung-Terminal“ zu sitzen und Däumchen zu drehen.

Der Conrad-Eumel

Der Conrad-Eumel ist blau und ständig bestrebt, ein Gespräch mit der Geschäftsleiterin im Nebenzimmer zu ergattern. Im Allgemeinen ist die Mehrheit der Nicht-Eumel mit diesen blauen Männchen ganz zufrieden, denn sie gehören zu den wenigen ihrer Art, die weder penetrantes noch völlig ignorantes Verhalten an den Tag legen. Allerdings fehlt es permanent an ihnen. Conrad hat offensichtlich Probleme mit dem Nachzüchten, da sie sich auf Elektro-Krimskrams und nicht auf Biologie spezialisiert haben.

Der GW-Eumel

Bau des GW-Eumels

Der GW-Eumel, besser bekannt unter der Bezeichnung „Der Gemeine Wicht“, ist in den Filialen von Games Workshop zu Hause. Er ist der einzige Eumel, der nicht an eine Kleiderordnung gebunden ist – trotzdem ähneln sich alle GW-Eumels auf seltsame Weise: Ihre Gesichtsfarbe ist ein frisches Skull-White, die Klamotten erstrahlen in tiefem Mordian-Blue und mittelalterliche Lettern schmücken ihre Namensschilder. Der „Gemeine Wicht“ ist spezialisiert auf Herr der Ringe, Warhammer Fantasy, Warhammer 40k und ein absoluter Freak.

Im Allgemeinen ist der GW-Eumel harmlos und recht freundlich. In Sachen Kunden-Service schneidet er im Vergleich zu anderen Eumels am besten ab. Er ist besser verfügbar als der Conrad-Eumel und hat auch deutlich mehr Ahnung von der Materie, auch der dunklen. Hinzu kommt, dass der GW-Eumel sehr gut mit Freaks zurechtkommt. So ist es nicht verwunderlich, dass er den diesjährigen Eumel-Award (moderiert von Daniela Katzenberger) in der Kategorie „Kunden-Service“ gewonnen hat.

Sehr selten kommt es beim „Gemeinen Wicht“ zu Mutationen, die ihn extrem nervig machen. Kaum kommt man in die Freakshow hinein, stürmt er auf seine Beute zu und bombardiert sie mit Fragen. Nebenbei versucht er, ihr überteure Produkte anzudrehen, um den höchstmöglichen Profit für das kleine Lädelchen herauszuholen. Vor lauter Eifer scheut er nicht davor zurück, 20-mal dieselbe Frage zu stellen.

Trivia

  • Eine besonders eigene Spezies stellen die Verkäufer in Gitarrenläden dar.