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Urologie

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Wo gehts'n jetzt lang? Dieser Artikel behandelt die allgemeine Lehre des Urins. Für die arme Sau, die das täglich sehen muss, geht's hier entlang.

Die Urologie ist ein Teilaspekt der Medizin und im Prinzip total uninteressant. Sie behandelt alle Organe zwischen Nieren und Hoden, also all die, die bei zu starkem Alkoholmissbrauch versagen. Urologen behandeln folgerichtig zu 99,9% der Fälle die niederen Instinkte eines Menschen, was zwar jeder auf der Welt tut, doch irgendwie öffentlich nie gut ankommt.

Absolut nachzuvollziehendes Bild mit einwandfreier Beschreibung. Besonders vielsagend sind die Pokébälle.

Geschichte

Wenn man bei einem medizinischen Thema von Geschichte redet, dann kann das fast nur die Entwicklung in den letzten Jahrzehnten sein.
Um kein falsches Bild entstehen zu lassen: Natürlich haben die experimentierfreudigen Künstler damals mit den urologischen Themen herumgesaut, doch wurden die Dinge einfach anders gehandhabt. Stach man mit einer Metallspitze in die Blase, hatte man folgerichtig Hämaturie - auf Deutsch: Blut im Pipi. Es mischte sich das Blut des Einstichs mit dem Urin aus der Blase. Aber wurde das zumeist als "Essenz des ewigen Gottes XY" interpretiert, so dass eine medizinische Fortentwicklung aus DEM DA wohl kaum zu erkennen ist.

Urologie in der Steinzeit

Aber wenn man schon den Themenbereich aufrollt, dann auch vollständig. Ob Mensch, Affe oder ein aus der Evolution herausfallender Mensch mit acht Armen und drei Händen, Urin abgesondert haben sie alle. Denn was oben reingeht, muss auch irgendwo wieder heraus. Die Grundlage der Urologie war damit geschaffen. Wahrscheinlich leitet sich auch daher der Wortstamm ab:

  • Urugh (übersetzt mit „dem Urin gebend“)
  • Uhru uhru (übersetzt mit „ich würde gerne urinieren“)
  • Uah ahga ahga (übersetzt mit „Setz' dich beim Pinkeln gefälligst hin, du scheiß Affe!“)

So ganz wurde der altaffische Konjunktiv aber noch nicht erforscht.
Die einzige urologische Tätigkeit bestand meistens darin, sein Gebiet ausreichend zu kennzeichnen. Andere evolutionäre Wesen klammerten sich an Bäume und rochen am ausgeschiedenen Urin und erkannten, wer hier das Sagen hat. Das ist gleichzeitig die erste medizinische Untersuchung und die Urologie war geboren.

Nur eine Beschneidung. Nicht anderes! Nichts! Man beachte dabei aber die sonderbare Länge eines Armes...

Von der Antike zum Mittelalter

Über die Zeit hinweg entwickelte sich der Mensch und bekam ein immer größeres Interesse, den Körper zu erforschen. Besonders im Mittelalter wollte man alles einmal sehen und anfassen, prinzipiell ging das auch gut. Da zu dieser Zeit Glaube und Werte noch einen hohen Rang hatten, durfte mit menschlichen Eingeweiden kein "Doctor Bibber" gespielt werden. Trotz der völligen Planlosigkeit wurden von der Antike weg, die harnbildenden und -leitenden Organe mit großem Interesse bestaunt.

Antike

Die Antike begann irgendwann früher einmal und endete dann später auch wieder. In dieser Zeit wuchs besonders in den arabischen Ländern das Interesse an der Urologie, da auch die Geschlechtsteile sich in diesen Bereich einordnen lassen. Und vor allem bei letzterem hatten die Männer damals (wie heute) ab und zu deutlich zu viel.

Die Beschneidung ist sowohl beim Judentum als auch in anderen Kulturkreisen bekannt. Dabei wird ein Teil der Vorhaut abgeschnitten, was entweder geistige Vorteile brachte oder einfach männlicher aussah. Diese Zirkumzision (auch liebevoll ZiZi bzw. CiCi genannt) galt als standardisiertes Verfahren und war der erste bekannte Eingriff in die Privatsphäre des Mannes überhaupt, noch kurz bevor Facebook kam. Dass dieser Eingriff schmerzhaft war, steht außer Frage. Ganz nach dem Motto Schnipp, schnapp - Möhre ab werkelten mittelmäßige, deutlich unterbezahlte Medizinmänner an der ewigen Schlange herum, enthaupteten diese nahezu. Da die Sterilität noch nicht erfunden wurde, ist davon auszugehen, dass der Keimlolli zwischen den Beinen ein perfektes Pilztreibhaus darstelle und früher oder später sowieso geerntet werden musste. Aber Hauptsache der Hautfetzen wurde entfernt. Das ging eben vor. Es gab damals noch Prioritäten.

Dennoch darf man die damaligen Menschen nicht unterschätzen, auch wenn man das allzu gerne tut. Irgendeiner, dessen Name auf -Os endet und von Griechenlad nach Ägypten kam, entwickelte den ersten Blasenkatheter, also einen Schlauch, der durch die Urethra in die Blase geführt wird und von dort den Urin nach außen ableitet. Früher war der Stachel aber aus Metall, so dass man davon ausgehen kann, dass das ein Schmerz gewesen sein muss, der mit Worten nicht zu beschreiben ist und nur auf der heutigen Reeperbahn noch legal zu sein scheint. Den Sinn der Sache erschließt sich ebenso wenig, denn damals haben die Leute eh ohne Vorwarnung in die Kleider gebrunst, da fällt die Inkontinenz nicht auf.

Mittelalter

Ohne geht gar nicht mehr (im Bild gefüllt).

In dieser Zeit hatte besonders die katholische Kirche das Sagen, auch wenn das nicht alle einsehen wollten. Man schnibbelte nicht einfach so an Leichen herum, das war ein allgemeines Prinzip, etwas Unumstößliches.
Dennoch scheint es Menschen gegeben zu haben, die sich darauf nichts eingebildet haben. Erstmals scheinen auch Koliken untersucht worden zu sein, man entdecke sogar erstmals einen Blasenstein. Man durfte ihn wohl deshalb nicht weiter untersuchen, da die "Regierung" darin ein tolles Profitgeschäft sah, da diese Harnsteine oft so bombendicht waren, dass man damit prima Todesstrafen vollstrecken konnte.
Ansonsten blieb's urologisch recht still in dieser Zeit. Ganz dicht schienen sie aber alle nicht zu sein.

Heute

Zwischen Mittelalter und dem 21. Jahrhundert hat sich einiges getan, ein paar Dinge sind auch gleich geblieben. Der Urin kommt noch immer an derselben Stelle heraus und hat sich über die Jahre auch nicht in ein attraktives rosa verwandelt. Anhand dieser beeindrucken Konstanz hat man sich gedacht, dass die Urinfarbe tatsächlich ausschlaggebend sein kann für Krankheiten, wenn das Pipi denn plötzlich rot ist. Inzwischen gibt es sogar ganze Skalen die von burgunderrot über rosé bis altblutig gehen. Daher ist die Urinflasche (oder wahlweise der Katheterbeutel) zur Waffe der Wahl geworden. Es vergeht dementsprechend kein Tag, ohne dass ein Auserwählter in das heilige Gefäß pieselt.
Natürlich hat man dank des technischen Fortschritts auch die Möglichkeit, mithilfe einer Sonographie oder anderen Zaubereien ein paar Schrammen zu diagnostizieren. Sogar in der Urologie ist man auf die Idee gekommen, solche Techniken präventiv anzuwenden.

Dank der offenen Gesellschaft sind nun aber auch Geschlechtskrankheiten an der Tagesordnung. In der Urologie bekommen diese immer mehr Bedeutung zugesprochen, quasi nach dem Prinzip Preis-Leistungs-Verhältnis. Durch die Invasion der Indertechniken ist in dieser Hinsicht heutzutage fast nichts mehr unmöglich. Es fängt mit Hodentorsion an und endet bei einer Spaltung sämtlicher Geschlechtsteile. Inzwischen gibt es neben dem Kamasutra ein Lehrbuch, dass von Nummer 1 bis Ende die Geschlechtsverletzungen parallel einzeln von Diagnostik bis Chirurgie präsentiert.
Doch entfernt man sich von der Pathologie, fällt jedem Amateur-Sherlock auf, dass die Urologie theoretisch der einzige Teilbereich der Medizin ist, der sich von der Deutung her kaum verändert hat (lässt man die paar hobbyfreien Naturphilosophen einmal am Rande verschwinden). Während das Herz beispielsweise von Wohnort der Seele zum kitschigen Mainstream-Futter wurde, blieb die Blase eine Blase. Vor sechstausend Jahren wussten die alten Hasen genau so wie heute, dass sich da der Urin sammelt und auf Befehl vorne wieder herausfließen kann. Das ist tatsächlich einzigartig, aber auch völlig uninteressant.
Somit ist die Urologie zwar erschreckend einseitig, doch bleibt sie von der Entwicklung her auch spektakulär unförmig, nahezu überflüssig.

Medizinische Eigenschaften

Hier sieht man äußerst ungenau den Einsatz eines Blasenkatheters. Heute wie gestern wie morgen keine Änderung!

Die Urologie besitzt teilweise recht merkwürdige Begriffe und Werkzeuge, die, wie in der Medizin schon fast Standard, alle Namen haben, die man deutlich einfacher hätte wählen können. Nichtsdestotrotz steht die Urologie mit ihrer recht dürftigen Abwechslung ziemlich einsam in der Medizin da. Während der Radiologe noch weiterleuchtet, während er nachts in seinem Zimmer das Licht ausschaltet, der Neurologe es mit äußerst abwechslungsreichen Patienten zu tun hat, die durchaus in der Lage sind, dem lieben Akademiker unkontrolliert ins Gesicht zu spucken, kann sich der Urologe auf das Highlight freuen, einer vielleicht noch recht jungen Dame den Katheter zu ziehen, wenn das nicht schon die Krankenschwester übernehmen will.

Werkzeuge

In der Urologie gibt es vorsichtig geschätzt mindestens hunderttausend Werkzeuge, die alle im Prinzip denselben Zweck erfüllen. Und um da nicht den Überblick zu verlieren, benutzt man meistens eines für alles. Beliebt ist dafür besonders der Blasenkatheter bzw. Dauerkatheter (DK). Das Prinzip ist eigentlich billig: Ein mehr oder weniger farbenfroher Schlauch wird durch die Harnröhre in die Blase geführt und dort mit einem kaugummiähnlichen Block verriegelt.

Das ist ein Block, damit der Schlauch nicht einfach wieder aus der Harnröhre flüchtet.

Am anderen Ende des Schlauchs, der, der nicht in irgendwelchen Körperregionen steckt, wird ein weiterer Schlauch angeschlossen, der an seinem Ende aber einen Beutel hängen hat. Nicht allzu selten fühlen sich die Patienten nach diesen Eingriffen ein wenig geschlaucht. Wer stationär aufgenommen wird und urologisch zwar nicht mehr ganz dicht ist, vom Geiste her aber schon, der läuft dann mit dem Beutel über die Flure und zeigt somit jedem stolz seinen Urin, die von Patient zu Patient unterschiedlich gefärbt sind (man erinnere sich: burgunderrot bis rosé, oder einfach gelb). Das grenzt schon ein wenig am Galgenhumor, doch wer sich darauf einlässt, brauch sich nicht wundern, wenn Besucher sich vor Lachen bepissen und zu aller Unglück auch noch einen Katheter verpasst bekommen.
Dieser DK ist so ziemlich das Lieblingsspielzeug eines Urologen, denn wie von einer vernachlässigten Mutter, bekommt er nicht mehr zum Spielen.

Nierenfistel und Cystofix

Das nächste Spielzeug nennt sich Nierenfistel (NF) und Cystofix (CF). Das sind keine Antiquitäten aus dem Orion, sondern von der Funktionsweise her genau derselbe Krempel wie der DK.
Um die komplexen Unterschiede dingfest zu machen, sollte man folgende Tabelle genau studieren:

Cystofix Nierenfistel
Leitet den Urin durch einen Einstich in die Harnblase direkt nach außen ab. Leitet den Urin durch einen Einstich in die Niere direkt nach außen ab.

Nachdem man sich die äußerst pikanten und oft diskutierten Unterschiede verdeutlicht hat, kann ohne Zweifel behauptet werden, dass es am Nachmittag auf RTL mit großer Wahrscheinlichkeit mehr Spannung gibt als in der Urologie. Selbstredend gibt es noch andere Zeitvertreibe, um den Patienten bei Laune zu halten. Um die NF ziehen zu können (sprich: entfernen), bedarf es einer Nierenfisteldruckmessung, die meistens so gewissenhaft ausgeführt wird wie das Zitieren bei Doktorarbeiten. Dabei wird dann in einem Stuhlkreis und Flipchart konstruktiv diskutiert, ob man denn die Fistel dann ziehen oder doch noch lieber drei Monate drinbehalten soll.
Damit die CF nicht so vereinsamt, gilt auch ihr noch einer Erwähnung. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn das männliche Geschlecht nicht oft genug mit Vanish gereinigt worden ist und Schätze von vor über zwanzig Jahren beinhaltet oder einfach kein Geschlechtsteil mehr vorhanden ist bzw. vor lauter Bauchfett vermisst gemeldet wurde. Dasselbe gilt selbstredend auch für Frauen. Der CF ist eben eher die hygienischere Methode.

Urostoma (Splint)

Eigentlich keine Erwähnung wert, da sie (welch Überraschung!) so ziemlich dasselbe bezweckt wie schon Dauerkatheter, Nierenfistel und/oder Cystofix. Sie ist ein Übergangsableitungssystem, welches gern nach Operationen eingesetzt wird, um einen küstlichen Ausgang zu schaffen.
Dazu kommt, dass diese bedeutend kleiner sind als die Beutel von DK, NF oder CF. Urostoma schreien förmlich danach, sich über Nacht von selbst zu leeren, wenn der Rolli im Bett sich ein zweites Kissen sucht. Der Splint wird dann sowieso am nächsten Tag ersetzt, da diese völlig sinnlos sind und durch platzraubendere Beutel ausgetauscht werden können.

Diagnostik

Exklusiv gibt es in der Urologie sogar Untersuchungen, die so speziell sind, dass einem nahezu das Wasser im Mund zusammenläuft. Neben dem üblichen Klamauk wie Röntgen, MRT, CT, CD, DVD, Vinyl oder Kassette, existieren sehr mysteriöse Untersuchungen, die ihren Sinn aber des Öfteren verfehlen.

Name
Untersuchung
Beispiel
Sono-Restharn Eine Ultraschalluntersuchung. Die Blase wird direkt nach dem Urinieren untersucht, um zu sehen, wie viel Harn noch enthalten ist. Pat. A liegt entleert sich endlich und wird sofort zur Sonographie gerufen. Dort legt er sich auf den Tisch und wartet und wartet und wartet auf den Arzt. Der kommt schließlich völlig unter Strom ins Untersuchungszimmer gerannt und sieht, dass noch mindestens 70 ml in der Harnblase sind. Blöd nur, dass der Patient A solange hat warten müssen, dass er gleich die Bude erneut besegeln könnte. Aus Respekt vor dem Herrn mit dem Kittel tut er das nicht.
Uroflow Eine Harnstrahlmessung, um zu sehen, wie stark der Urin aus der Blase fließt. Patient B muss wirklich dringend schiffen. So dringend, dass der Strahl wie eine V2-Rakete die Basis verlässt und nicht den Sensor trifft. Ab zum Sono-Restharn!
Zystoskopie Man sticht in die Harnblase und sieht sich das Spektakel von innen live und in Farbe an. Patient C hat im Prinzip keine Probleme mehr. Da der Urologe bei der Sonographie ebenfalls nichts erkennt (was einen gesunden Zustand vermuten lässt), schickt er ihn sicherheitshalber lieber zur Zystoskopie. Und bei der Gelegenheit, wenn jetzt eh schon ein Loch in der Blase ist, kann man ja dem armen Herrn oder der armen Frau C einen Cystofix legen. Wieder einen Patienten mehr!

Pathologie

Links sieht man die gesunde Prostata, rechts aber eigentlich auch.

Eine Liste von Krankheiten zu präsentieren, wäre nicht nur äußerst öde, sondern auch nahezu grenzenlos. Denn inzwischen müssten auch Menschen in der letzten Reihe mitbekommen haben, dass jede Zelle grob geschätzt Millionen Krankheiten bekommen kann, die sich nochmals in Millionen Untergruppen teilen. Komisch, dass ausgerechnet wieder in der Urologie beinahe täglich dieselben unexotischen Krankheitsbilder einflattern, die alle dieselben langweiligen Symptome und Leiden haben.

  • Hyperplasien: Die Hyperplasie ist im Prinzip erst einmal nichts anderes als das Anschwellen eines Gewebes oder Organs. Und um die Diskussion gleich zu unterbinden: Erektionen werden in der Medizin allgemein nicht als Hyperplasie bezeichnet, es sei denn, sie platzt aus allen Nähten! Somit kann man sich an der Bar den Spruch „Hey Baby, ich habe gerade eine gewaltige Hyperplasie an meinem Membrum virile!“ gleich verkeifen. Bei Männern ist besonders die benigne Prostatahyperplasie beliebt, die zwar gefühlt jeder Mann hat, doch medizinisch noch vollkommen normal ist (lat. bene = gut; daher auch Benedikt). Ärgerlich wird's aber dann, wenn diese so stark anschwillt, dass der Urin selbst mit Druck keinen Weg mehr durch die Prostata findet. Das kann man sich so ähnlich vorstellen wie nachmittags auf der A3 - nur ohne Standstreifen. Maligne Hyperplasien sind dagegen weniger lustig, werden aber meistens von den schwer beschäftigten Urologen direkt in die Onkologie durchgestellt. Hyperplasien gibt's also an allen Orten und Stellen. Meistens können sie operativ gut behandelt werden, meistens aber auch nicht. Das ist abhängig von Gehalt und Krankenkasse sowie ein wenig Zufall. Reizvoll wären ja junge Damen, doch bei denen kann keine Prostata anschwellen. Höchstens die Landschaft, aber das ist außerhalb des urologischen Bereichs. Und wenn dann einmal eine Frau eine Hyperplasie im urologischen Bereich hat, dann sind diese meistens eher ein Fall für den Tierarzt.
Sieht aus wie ein Puschel... dieser "Stein".

Das war's auch schon mit dem Standard. Der Rest kann entweder nicht pieseln oder hat Schmerzen. Erstes ist dann aber meistens wegen einer Hyperplasie, letzteres wegen einer Kolik. Man sieht, der Kreis schließt sich.

Chirurgie

Wenn kein Beutel der Welt mehr hilft, dann muss auch hin und wieder operiert werden. In der Urologie gibt es verschiedene Operationen, die sich auf einer überschaubaren Ebene abspielen. Lässt man orientalische Beschneidungen (die liebevolle CiCi) am Glied einmal wegfallen und so sehr sonderliche Hodentumore bzw. Torsionen ebenfalls, bleiben bloß eine Handvoll übrig. Natürlich behauptet niemand, die Urologen hätten nichts zu tun. Das stimmt so nicht, zu tun gibt es genug. Doch bleibt die sonderbare Form mancher Erkrankung eben einfach sonderbar und tritt so oft auf wie eine Sonnenfinsternis in der Nacht.
Übrig bleiben dem Chirurgen oft die Fälle, die man mit dem Werkzeugkasten daheim auch selbst erledigen kann. Das ist wie ein Mathelehrer: Er studiert die längsten und härtesten Formeln aus und ackert wochenlang an einer Aufgabe, nur, um einem bildungsresistenten Schüler zum vierten Mal hintereinander den Pythagoras zu erklären. Das ist auf Dauer schon ein wenig frustrierend und man hofft darauf, im Alter einmal Alzheimer zu bekommen, um dann im Krankenhaus so richtig die Sau rauslassen zu können.

Name der OP Handlung
TUR-P Wie schon erwähnt: Vergrößert sich die Prostata, wird sie einfach abgescherbelt. TUR-P heißt übersetzt transurethrale Resektion der Prostata und ist ein Schaf im Wolfspelz. Fachsprachlich klingt alles immer wie eine Enthauptung, ist aber meistens eher wie ein Friseurbesuch.
TUR-B Genau dasselbe in grün wie bei TUR-P. Nur ist es dieses Mal nicht die Prostata, die auf sehr männliche Größe anschwillt, sondern eben die Blase. Daher eher ein Frauenproblem.
Radikale Prostatektomie Ok, das ist für einen Mann eher eine Enthauptung. Und wenn es bloß der Kopf wäre... Aber es ist tatsächlich die Entfernung der Prostata. Das ist so brutal wie es klingt. Mit einem eisernen Schwert reißt der Chirurg die jungfräuliche Prostata aus seinen Grundfesten und wirft sie irgendwo anders hin, jedenfalls dorthin, wo sie einsam verkümmert und nicht mehr erkennen lässt, dass sie einmal jemanden zum Mann gemacht hat. Ersatz gibt es nicht. Vielleicht ein paar Ballerinas und rote Gummibärchen.
Nephrektomie Die Entfernung einer Niere. Klingt härter als es ist, wofür hat man ja sonst zwei.
ESWL (bzw. W-Lan mit Bass) Manchmal können Harnsteine (die sich auch manchmal in den Harnleitern breitmachen) mithilfe von Stoßwellen zertrümmert werden (nennt sich extrakorporale Stoßwellenlithotripsie und kann kein Mensch aussprechen). Dass das nicht ganz koscher ist, dürfte man schon aus vier Meilen gegen den Wind riechen. Das klingt zwar alles so kuschelig, doch wenn man sich vorstellt, mit welcher Wucht diese Stoßwellen in den Körper gerammt werden, kann man nur schreiend davon laufen. Es ist so, als säße man daheim vor seinem Subwoofer und versucht bei voll aufgedrehtem Gangnam-Style damit den Stein zu zertrümmern. Man kann sich aber ziemlich sicher sein, dass nach so einer ESWL-Therapie der Patient als lebende WiFi-Antenne durch die Gegend rennt. So wie der danach strahlt, hat das ganze Waldkrankenhaus Internet bis sich die Balken biegen.


Radikale Zystektomie

Die Operation ist die Königsdisziplin unter allen Uro-Chirurgen, da hier die komplette Harnblase entfernt wird und endlich einmal Abenteuer bevorstehen. Das ist so ziemlich das Ende allen Spaßes für den Patienten, der dann lebenslänglich darauf aufpassen muss, nicht auszulaufen. Denn ist die Blase erst einmal weg, so muss Ersatz geschaffen werden, was teilweise lästig, teilweise unbequem ist... für den Außenstehenden aber merkwürdig amüsant zu sein scheint.

Lösungsansätze gibt es da mehrere. Aber das ist wie in der Mathematik: Auf Ansätze gibt's nur die halbe Punktzahl: