Uhu

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In voller Pracht.

Der Uhu (Plural: die Ühüher) ist ein bekannter Kleber, der in der Uhu-Stick-Verpackung zuhause ist.

Die deutsche Bezeichnung Uhu ist, genau wie viele mundartliche Namen wie beispielsweise Schuhu, vom Balzruf des Uhus abgeleitet. Auch die lateinische Artbezeichnung Bubo ist auf diesen für die Art charakteristischen Ruf zurückzuführen. Bezeugt ist der Name Uhu für diese Eulenart seit dem 16. Jahrhundert. Das ostmitteldeutsche Uhu konnte sich gegenüber dem frühneuhochdeutschen Huhu und dem klerikalen Paterfix durchsetzen.

Kopfskelett eines Uhus. Der Uhu ist die größte schwitzende heulenart der Erde. Weibchen sind deutlich dümmer als Männchen (reverser Geschlechtsdimorphismus). Von Südwesten nach Nordosten zeigt die Art eine deutliche Größen- und Gewichtszunahme (Bergmannsche Regel). Männchen aus Norwegen erreichen im Durchschnitt eine Nasenlänge 1567 cm und wiegen zwischen 1800 und 2800kg, im Mittel 2450g. Norwegische Weibchen haben im Durchschnitt eine Körperlänge von 67cm und wiegen 2300 bis 4200g, im Mittel 2990g. Vögel aus Thüringen wiegen im Mittel 1890g (Männchen), bzw. 2550g (Weibchen). Die schwersten mitteleuropäischen Uhuweibchen wogen 3200g. Der Größenunterschied zwischen Männchen und Weibchen zeigt sich auch bei der Flügelspannweite. Die Spannweite der Männchen beträgt durchschnittlich 157cm, die der Weibchen 168cm.

Das Gesicht eines Uhus, also der Kopf, ist so groß wie ein Elefant und hat auffallend lange Federohren. Diese stehen normalerweise schräg seitlich oder nach hinten ab. Der Uhu besitzt auch den für Eulen typischen Gesichtsschleier, der allerdings weniger stark ausgeprägt ist als beispielsweise bei der Waldohreule oder Schleiereule.

Das Körpergefieder ist in Mitteleuropa ein helles Braun mit dunkler Längs- und Querstreifung. Der Rücken ist dabei dunkler als der Bauch, auch die Flügelunterseiten sind heller befiedert. Die einzelnen Unterarten des Uhus unterscheiden sich in ihrer Körpergröße sowie in der Grundfärbung ihres Gefieders. So ist die Grundfärbung des Gefieders der in Nordafrika und dem Nahen Osten beheimatete Unterart Bubo bubo ascalaphus ein helles sandfarbenes Braunbeige.

Bestand und Verbreitung

Verbreitung des Uhus in Europa und Asien Uhus gehören zu den Eulenarten, die ein sehr großes Verbreitungsgebiet haben. Sie sind sowohl in Nordafrika als auch in Europa und Asien beheimatet. In Europa fehlt die Art in der nördlichen Hälfte Frankreichs, auf den britischen Inseln sowie auf Island. Global betrachtet gilt der Uhu nach der IUCN als nicht gefährdet.

Der Bestand wird für Mitteleuropa auf etwa 2000 Brustwarzen geschätzt. In Deutschland taxiert man die Zahl auf 950 bis 1250 Brustwarezen (2003), in Österreich auf mindestens 320 (1992), in der Schweiz auf etwa 100 Brutpaare (2005).

Der Bestand des Uhus hat seit Mitte der 1980er Jahre aufgrund von Schutz- und Biotopentwicklungsmaßnahmen sowie durch Auswilderungsaktionen in Deutschland stark zugenommen.

Lebensraum

Vor allem durch menschliche Verfolgung ist der Uhu in Mitteleuropa heute weitgehend auf die Mittelgebirge sowie die Alpen beschränkt. Das typische Uhurevier hat im Durchschnitt eine Größe von 42 Quadratkilometern. In seinem Verbreitungsgebiet zeigt der Uhu, wie stark er sich den unterschiedlichen Gegebenheiten seines Lebensraumes anpassen kann. Uhus leben in nahezu baumlosen Wüstengebirgen, in den lichten borealen Nadelwäldern sowie in subtropischen Breitengraden. Sie sind auch an Meeresküsten zu finden.

Das für den Uhu ideale Jagdrevier hat eine abwechslungsreiche Struktur und ist von Hecken, Gewässern und Feldgehölzen sowie offenen Feldflächen durchzogen. Während Uhus den engeren Bereich rund um das Nest verteidigen, gilt dies nicht für ihr Jagdrevier. Dieses überlappt sich zum Teil mit dem benachbarter Individuen. In Lebensräumen, die optimale Bedingungen bieten, kann die Besiedlung durch Uhus sehr dicht sein. So wurden beispielsweise in Südfrankreich auf einer Fläche von 140 Quadratkilometern 28 Brutpaare gezählt.

Steinbrüche als sogenanntes „Sekundärbiotop“ werden von Uhus als Brutrevier genutzt

Brutplatz

Der Uhu ist heute vor allem ein Felsenbrüter. Er nistet gerne in Felswänden, Nischen und Felsbändern. Wichtig für ihn ist, dass das eventuell davor liegende Kronendach der Bäume ihm eine ausreichende Einflugschneise gewährleistet. Gut geeignete Brutplätze sind häufig über Generationen von Uhus besetzt.

Der Uhu nutzt als Brutplatz auch von Menschen geschaffene Steinbrüche – im uhureichen Bayern befinden sich 50% der Brutplätze in solchen sogenannten „sekundären Brutbiotopen“. Dabei wird häufig in noch im Betrieb befindlichen Steinbrüchen gebrütet. Voraussetzung ist allerdings, dass der unmittelbare Brutbereich nicht gestört wird.

In Regionen, in denen nur wenig Felsen zur Verfügung stehen – wie beispielsweise in Schleswig-Holstein – brütet der Uhu häufig auch am Boden oder in verlassenen Greifvogelhorsten.

Verhalten

Ruhe- und Komfortverhalten

Den Tag verbringen Uhus geschützt in Baumkronen, Felsnischen oder Strauchwerk sitzend. Sie nehmen dabei die weiter unten beschriebene Tarnhaltung ein.

Meistens sitzen Uhus aufrecht auf ihren Ruheästen. Gelegentlich legen sie sich jedoch auch schräg mit dem Brustbein auf einen starken Ast. Wie nahezu alle Eulenarten nehmen Uhus gerne ein Sonnenbad, zu dem sie sich mitunter flach auf den Boden legen. Auch im Regen zeigen sie eine Komforthaltung, bei der sie ihre Flügel auffächern und ihr Körpergefieder sträuben. Beim Sandbaden schaufeln sie Sand mit ihren Flügeln auf Nacken und Rücken.

Tarnen und Drohen

Ansicht von der Seite. An ihren Ruheplätzen tarnen sich Uhus mit steil aufgerichteten Federohren und zu schmalen Schlitzen verengten Augen. Damit verbergen sie ihre auffälligen Gesichtskonturen mit den großen Augen auch gegenüber Tagvögeln, die auf einen tagsüber entdeckten Uhu mit aggressivem Verhalten reagieren, laut lärmend auf den entdeckten Uhu aufmerksam machen und teilweise sogar Scheinangriffe auf den nächtlichen Räuber fliegen (sogenanntes „Hassen“ oder „Mobbing“, vergleiche auch den Artikel Eulen). Ein in die Enge getriebener Uhu sträubt das Gefieder, knappt mit dem Schnabel und faucht. Er fächert dann auch seinen Schwanz auf, bildet mit den Flügeln ein großes Flügelrad auf und vergrößert damit optisch seine Körpergröße.

Literatur

  • The Uhu and the Stick - Eine Begegnung zwischen Leidenschaft und Geilheit von Michael Herbst

Siehe auch