1 x 1 Silberauszeichnung von Derhesligebaum

Turmbau zu Babel

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Der Turmbau zu Babel war ein Hochbauprojekt der babylonischen Himmelgucker, die es leid waren, ständig den Kopf nach oben zu neigen, und deshalb beschlossen, einen hohen Turm zu bauen, von dem aus sie waagrecht in den Himmel gucken konnten. Als dann noch die Ministerin für Kultur, Feilscherei und Nacktbadezentren ihr Interesse an dem Bauwerk bekundete, stand dem Bauwerk nichts mehr im Wege.

Heute finanziell nicht mehr realisierbar wegen der Bankenkriese von der Reisebank und Sparkasse

Erste Bewährungsproben

Der verantwortliche Architekt hatte den Einfall, dass man den Turm auf dem heiligen Fisch der Babylonier, dem Babelfisch, errichten könnte, um ins Guinnessbuch der Rekorde einzugehen. Der Fisch hielt die Sache auch ganz gut aus, jedenfalls bis zum 374. Stockwerk. Dann kamen nämlich unvermittelt die Griechen und griffen Babylon an. Als man nachfragte, warum zur Hölle die Griechen angriffen, antworteten sie, sie wären eigentlich hinter irgendeiner Schlampe her, die sich von einem Zuhälter verschleppen lassen hatte. Leider waren die Griechen am ägäischen Meer falsch abgebogen, und deshalb landeten sie in Babylon.

Die Schlachten um das Gemäuer

Die Schlacht um Babylon zog sich ganze 11 Stunden hin. Die Babylonier zogen sich in ihren Turm zurück und verteidigten sich von dort, was dem Babelfisch ein gelegentliches Stöhnen entlockte. Doch am Ende des Tages verfielen die Griechen auf eine teuflische List: Sie schufen eine riesige hölzerne Statue, die ein Flugzeug darstellte, und zogen ab. Die Babylonier, dumm, wie sie waren, nahmen das Flugzeug in ihren Turm. Der Babelfisch konnte dieses zusätzliche Gewicht nicht mehr halten, deshalb kippte der Turm mit riesigem Getöse um und begrub fast alle Babylonier unter sich.

Die einzigen Überlebenden waren drei Kiffer, die nach der Katastrophe nur noch Sterne sahen und ihnen folgten. Gerüchten zufolge sollen sie wenig später von der Polizei in einem Stall in Jerusalem geschnappt worden sein, wo sie versuchten, einem Kleinkind Drogen zu verkaufen.

Kritik

Wie schon der Humanist Erasmus von Rotterdam bemerkte, handelt es sich bei der Begebenheit des Turmbaus zu Babel höchstwahrscheinlich um die Verselbständigung eines Schreibfehlers. Tatsächlich müsste es sich – wortgetreu aus dem Babylonischen übersetzt – um den Turmbaum (!) zu Babel handeln. Gemäß der traditionellen Erzählung hätten die Menschen einen Turm gebaut, um zu Gottes Höhe aufzusteigen und somit selbst zu Göttern zu werden. Diese Erzählung rührt aber nicht aus schriftlicher, sondern nur aus visueller Darstellung her.

Turm oder Baum

Tatsächlich gibt es keine schriftlichen Nachweise, dass es sich um einen Turm handle. Ausschlaggebend gewesen sei, so berichtet es der amerikanische Theologe Peter Winsworth in Theology today 55/2008, das weltberühmte Gemälde „Turmbau zu Babel“ von Pieter Bruegel dem Älteren von 1563. Dieser Künstler hätte sich an einer frühbabylonischen Quelle orientiert, deren deutsche Übersetzung durch Antonius von Gadara mit einem verhängnisvollen Schreibfehler versehen worden war. Antonius musste, so berichtet es Erasmus in seiner berühmten Aufzählung verschiedener Verfehlungen berühmter Männer „De errore“, bei der Übersetzung ein „m“ vergessen haben, sodass aus dem Turmbaum ein Turmbau wurde. Bruegels berühmtes Gemälde enthält folglich keinen Baum, sondern einen Turm, und diese Fehldarstellung war in der mittelalterlichen Gesellschaft von umso gewichtigerer Natur, als Analphabeten den Großteil der Bevölkerung ausmachten und somit die öffentliche Meinungsbildung von visuellen Darstellungen in Kirchen geprägt war.

Obwohl schon berühmte Theologen wie Ignaz von Döllinger oder Erasmus von Rotterdam auf den Fehler aufmerksam machten, versank die Wahrheit im Kanon der Tradition. Umso bedeutender ist, dass sich moderne Theologen in zunehmendem Maße dem Fehler widmen. „Auch wenn diese Tradition des Turmbaus wohl nicht mehr aus dem kollektiven Bewusstsein der Bevölkerung zu entfernen ist, so ist dieses Thema doch von höchstem Interesse für die Christenheit“, so Prof. Peter Siebe, Dekan der Universität Kiel.

Gottes Eingreifen

Tatsächlich hätte die Menschheit nicht einen Turm gebaut, sondern Gott hätte in der Schöpfung einen bis zum Himmel reichenden Baum geschaffen, der die Menschheit dazu versuchen sollte, auf seinen Treppenstufen bis in den Himmel zu steigen. Da die Menschheit der Versuchung nicht widerstehen konnte und bis in den Himmel kommen wollte, zerstreute Gott gemäß der traditionellen Geschichte alle Menschen über die Erde und verwirrte ihre Sprachen, indem er den sich in der Innenseite des Turmes befindenden Wandteppich zerriss, auf dem ein allumfassendes Wort geschrieben war. In einer dogmatischen Synopsis des spätantiken christlichen Autors Laktanz sind auch zwei Bäume aufgeführt, mit denen Gott den Menschen bezüglich einer Hybris prüfen wollte: der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse und der Turmbaum zu Babel.

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