Spiegelwelten:UM-Spiel 2010 Vatikan vs. Lupercania (Gruppe B)

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Seid gegrüßt, oh ihr Freunde der guten Unterhaltung! Ein Hallo auch den Fußball-Fans unter euch! Mein Name ist George und nein, ich bin nicht im Dschungel! - Spaß beiseite, irgendwie könnte man das hier sogar auch als Dschungel bezeichnen. Ich befinde mich natürlich im Vereinigten Königreich Wanne Eickel, wo gestern die Universumsmeisterschaft 2010 eröffnet wurde. Für das Turnier ist es jetzt schon das vierte Spiel, die beiden Teams betreten den Rasen der das Universum bedeutet aber zum ersten Mal. Der Kontrahenten Namen lauten: Vatikan und Lupercania. Schreibt man "Vatikan" englisch, also "Vatican", steht in beiden Ländernamen die Buchstabenkombination "can". Und wenn man das englisch ausspricht, bedeutet es "kann", "kannst", "kann", "können", "könnt" oder "können", je nachdem.

Vor dem Spiel

Stadion am Hans-Schneider-Platz

Zurück zu meiner Positionsbestimmung: Innerhalb Wanne-Eickels befinde ich mich genauer gesagt auf dem Parkplatz vor dem Stadion am Hans-Schneider-Platz und wundere mich, wie man sich bei der Taufe eines ganzen Stadions beim Vornamen vertun kann - optisch, olfaktorisch und haptisch ist das hier ein ziemliches Katzenklo! - Isser angekommen? Ja? Ein bisschen Spaß muss sein oder nicht?

Lupercania trifft ein

Jetzt tut sich allerdings etwas auf diesem Parkplatz, da vorn kommt ein ziemlich gut aufgemöbelter VW-Bulli um die Ecke und parkt schwungvoll direkt vorm Haupteingang. Heraus kommt: Die Lupercanische Elf! Die Spieler wirken irgendwie erleichtert, als sie herauskommen, vielleicht liegt es daran, dass sie von dem überlauten Radio erlöst wurden. Sie schauen sich ein wenig um, bestaunen die streunenden Katzen und strecken die Glieder. Oh, jetzt kommt das Radio heraus und es zeigt sich, dass es gar kein Radio ist: Es ist der Trainer, Clamandus Simina, der wenig motiviert vor sich hin brüllt. Ich werde mal versuchen, eine etwas leisere Stimmt für eine erste Stellungnahme zu gewinnen. Hier kommt "der Affe"!

George: Hallo, Affe! Hast du einen Moment Zeit?
Affe: Ugh!
George: Prima! Jetzt, wo es für euch ernst wird auf der intergalaktischen Bühne, wäre es nicht an der Zeit, das Geheimnis um deinen Namen zu lichten? Ist es ein Pseudonym oder heißt du wirklich so?
Affe: Ugh!
George: Haha! Und, letzte Frage, wer gewinnt heute in dem Spiel, das für beide Teams das erste bei diesem Turnier ist?

... Schade, da war er schon wieder weg - die Spieler folgen jetzt ihrem kreischenden Trainer in die Katakomben des Stadions.

Benedikt trifft ein

Während so langsam auch die ersten Fans eintrudeln und Currywurst-Pommes bestellen, scheint sich hoch im Himmel ein Hubschrauber im Anflug zu befinden. Ja, er steuert direkt auf das Stadion zu. Ich korrigiere, er steuert direkt auf mich zu! Waah!

Benedikt XVI: Hab ich ihn erwischt?
George: Sie waren der Hubschrauber?!
Benedikt XVI: Scheiße, verfehlt. Wo kommt der überhaupt her, der Neger? Und warum spricht er?
George: Seine Heiligkeit scheint ein bisschen durcheinander zu sein, kein Wunder (oder doch? haha), denn er hat sich wirklich schnell gedreht!
Benedikt XVI: Das mit den Kondomen muss ich mir echt nochmal überlegen.
George: Hallo, Benedikt! Mein Name ist George, ich bin vom Radio!
Benedikt XVI: Vermaledei... oh shIt! siNd wia liVe?
George: Ja, wir sind live auf Sendung. Aber Sie können auch ganz normal sprechen!
Benedikt XVI: Das haben mir meine Bischöfe eingebrockt, das mit der Sprache das... Mit dem Nigger, das hab ich not so gemeint, sind wir wieder fresh?
George: Natürlich, alles klar, war ja bestimmt auch eine beschwerliche Reise, nicht wahr?

... Jetzt haut mir auch der Vatican Kicker einfach so ab, beide Teams scheinen schon tief in der Vorbereitungsphase zu stecken. Ist ja auch klar: Das erste Spiel bei diesem wichtigen Turnier, da will man sich keine Blöße geben. Benedikt XVI hatte laut Presseberichten bis gestern noch mit einer Grippe zu kämpfen, freuen wir uns also, dass er überhaupt teilnehmen kann. Außerdem geht es ja auch gleich schon los. Die Fans strömen inzwischen, bis an die Zähne mit Currywurst-Pommes bewaffnet ins Stadion und ich werde mir auch mal meinen Platz suchen.

Im Stadion

Alles klaro, ich habe meinen Platz gefunden, mit fantastischem Blick aufs frisch gemähte Grün und einem schönen Pilsken neben mir, es kann also losgehen. - Nein, doch nicht, gestatten Sie mir zunächst einen kleinen Exkurs zum pöttischen Bierkonsumverhalten. In den guten alten Zeiten, als die Kumpels sich noch unter Tage die Lunge verpesten und den Recken zerstören durften, war es Tradition, zum Feierabend zu feiern, dass man wieder rausgekommen war aus der Grube. Das wurde mit ein paar Bierchen begossen und das war super. Allen Beteiligten ging es gut damit, weil Bier aus der Region getrunken wurde, das Wasser kam grundsätzlich aus der Ruhr. Heute: Oettinger! (Hab ich Sie jetzt überrascht? Ja, oder? Ist auch eine neue Erfindung von mir, ich nenne das "Blitzpointe"!)

Spielbeginn

Riccarda Zucchetti

Okay, Kampfgericht, jetzt kann's aber wirklich losgehen. Und da kommen auch schon die Spieler aufs Feld gerannt, die Zuschauer toben! Doch diese Emotion wird schnell von einer anderen abgelöst, als die Schiedsrichterin der heutigen Begegnung den Platz betritt. Alle anwesenden Männer produzieren schlagartig Speichel am laufenden Meter (muahaha!), während die Frauen die Nase rümpfen und die Currywurst-Pommesse aufheben, die ihre Männer haben fallen lassen. Alter Schwede, ist das ein heißes Gefährt: Riccarda Zucchetti!

Nachdem das Publikum sich einigermaßen an diesen berauschenden Anblick gewöhnt hat, geht ein Raunen durch die Reihen: Eine Mannschaft fehlt! Nur Lupercania steht im Mittelkreis. Ich werfe einen Blick gen Himmel, nein, zum Glück keine Hubschrauberpäpste... Riccarda Zucchetti spitzt gerade die bezaubernden Öhrchen und hält sich nun auf unfassbar sinnliche Art und Weise einen ihrer schlanken Zeigefinger vor die vollen Lippen. Sofort ist es mucksmäuschenstill im Stadion. Zur Belohnung wirft Riccarda Leckerlie ins Publikum, währenddessen wird klar, was sie gehört hat: Außerhalb des Stadions scheint sich ein Streit zuzutragen. Die Stimmen werden immer lauter, jetzt kommen die drei Streithähne durchs Tor und laufen aufs Spielfeld.

v.l.n.r.: Erwin, Benedikt, Ali

Der erste ist ein Angehöriger der Wanne-Eickel'schen Armee, er zieht Benedikt XVI hinter sich her. Der wiederum klammert sich an einen dritten Mann, der ein T-Shirt mit der Aufschrift "Alis Döner = Super Döner!" trägt. Irgendwie sieht er nicht glücklich aus... Werte Zuhörer, ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, was sich hier abspielt!

Jetzt aber

Um die Verwirrung noch zu vergrößern, pfeift Riccarda nun das Spiel an. Die Lupercanier fangen sofort an - wer auch immer ihnen den Ballbesitz zugesprochen hat. Um die Nationalhymnen wird sich hier auch nicht mehr gekümmert, eine Unart ist das! Während die Lupercanier also den Ball nach vorne tragen, schnappt sich der Soldat, der die vatikanische Nationalmannschaft mit türkischem Anhang hergeschleppt hat, ein Mikrofon, um die Situation endlich aufzuklären.

In feinstem Ruhrdeutsch stellt er sich als "der Erwin" vor und sagt, er habe "den Kirchenfritzen" in Alis Dönerladen gefunden, als der dort gerade versuchte, mit seinen christlichen Patschehänden auf die Dönerspieße zu patschen. Jetzt reißt Benedikt ihm das Mikrofon aus der Hand und sagt, das sei alles ganz anders gewesen. Nach seiner Landung in Wanne sei er bestürzt gewesen, dass die christlich-abendländische Kultur de facto ignoriert werde - nicht nur, dass nicht einmal die Ureinwohner vernünftiges Deutsch sprechen (der Wanner Soldat droht ihm mit der Faust), auch seien unfassbar viele Fremde unterwegs. "Da hat man schonmal die Universumsmeisterschaft im eigenen Land, muss man da denn unbedingt noch Ausländer herholen?!" fragt er das Publikum. Er habe lediglich Ali und sein Kalbsfleisch segnen und zum Christentum bekehren wollen - und das sei ihm auch gelungen. Zum Beweis hält er nun Ali das Mikrofon unter die Nase und fragt ihn etwas. "Ja, ja, Jesus voll korrekt!", stammelt der und blickt angsterfüllt zu Benedikt auf. Benedikt scheint ihn jetzt beruhigen zu wollen: "Aber nicht doch, mein Sohn, keine Angst, ich bin doch da!" - und jetzt passiert etwas überraschendes: Morgen- und Abendland fallen einander im tiefsten Wanne in die Arme. Na, wenn das nicht schön ist!

Zum Fußball

Achja, für die Fußballer unter Ihnen: Es sind inzwischen 24 Minuten gespielt und es steht 2:0 für Lupercania. Offenbar war Micaelus Ballakos zweimal erfolgreich, hab ich aber jetzt gar nicht mitbekommen... Benedikt flüstert Ali schnell etwas zu, woraufhin der eifrig nickend aus dem Stadion hastet. Der Papst selbst steuert auf seine Mannschaftsbank zu und beginnt, mit einem der Stühle zu quatschen. Sieht er etwa seinen Trainer Gott in dem Stuhl?

Nun wird es den Lupercaniern aber zu bunt, sie wollen endlich einen Gegner haben. Sie versammeln sich im Mittelkreis und schicken Nepos Legendus zu Benedikt. Nepos schreibt, um Ihnen etwas Hintergrundinformationen zu geben, gerade an einem Roman über Vampire. Auch auf seinem Weg zur Bank des Vatikans verlässt sein Stift den Block nicht. Er tippt dem Heiligen Vater kurz an die Schulter, der dreht sich aber noch nicht einmal um, sondern redet weiter, zwischendurch kurz auflachend. Erzählt Gott ihm Witze?

Der Trainer kommt

Oh, vielleicht hat der Vatikan es jetzt zu weit getrieben. Nachdem Nepos Legendus es aufgegeben hat, den Vatican Kicker zum Fußballspielen zu bewegen, rollt nun der lupercanische Trainer Clamandus Simina an, natürlich brüllend. Auf den letzten zehn Metern hält er die Luft an, baut sich dann hinter Benedikt XVI auf, reißt ihn zu sich herum und explodiert. Die Heilige Miene ist komplett versteinert, nicht eine Wimper zuckt, während das unartikulierte Gewitter sich über ihm erbricht. Ganz im Gegenteil: der päpstliche Blick geht durch Simina hindurch, er scheint einen Punkt auf dem Spielfeld zu fixieren. Meine Damen und Herren, ich versuche mal, seinem Blick zu folgen... Oha! Die lupercanische Elf läuft stolpernd rückwärts auf eigene Tor zu und spielt sich dabei mehr schlecht als recht den Ball zu. Wenn hier nicht der Teufel im Spiel ist, dann ist es Gott - ja, es sieht ganz so aus, als hätte Benedikt die gegnerischen Spieler hypnotisiert. Sie sind jetzt im Strafraum angekommen, kommen kollektiv ins Straucheln und fallen um wie gefällte Eichen. Der Ball rollt indes seelenruhig ins lupercanische Tor. Eigentor mit Fremdeinwirkung! Riccarda Zucchetti hebt ihr Top kurz bis zum Bauchnabel an - das Zeichen, dass das Tor zählt! Lupercania führt nur noch 2:1! Doch all das ist nichts gegen den Anblick, der sich gerade vor der vatikanischen Trainerbank bietet: der Mund von Lupercanias Trainer Simina ist geschlossen! Ein historischer Moment, er scheint tatsächlich sprachlos zu sein.

Genug Fußball!

Noch zehn Minuten sind zu spielen in dieser ersten Halbzeit - aber für meinen Geschmack haben wir jetzt erst einmal genug von Fußball gesprochen. Wie gerufen kommt da der Döner-Ali wieder zurück, einen fetten Dönerspieß unterm Arm. Beim Betreten des Platzes bekreuzigt er sich und den Spieß und läuft dann zielstrebig auf Petrus Divustretus zu, ausgerechnet dem Spieler Lupercanias, dem ein göttlicher Schuss nachgesagt wird. Der blickt gerade nachdenklich drein, kein Wunder, ist er doch eigentlich ein Philodoof beziehungsweise Theologe oder was weiß ich. Jedenfalls bewegt er sich, von recht starkem Sodbrennen einmal abgesehen, überhaupt nicht und scheint auch keine Notiz von dem Türken zu nehmen, der auf ihn zugerannt kommt. Ali steckt den Spieß jetzt vor Petrus in den Boden, verschränkt die Arme vor dem Körper und blickt den Philosophenkönig abwartend an. Wird das hier ein Test oder wie? Zwei, drei Minuten verstreichen, ohne dass irgend etwas geschieht (abgesehen davon, dass ich meine dritte Currywurst-Pommes aufesse, die Teile sind wirklich fantastisch und eine Reise in den Pott wert! Besonders wegen der vielen Mayo, man wird satt, ohne sich voll zu fühlen. Voll toll.) Ali scheint jetzt die Geduld auszugehen, er verpasst Petrus eine saftige Backpfeife, die ihn auch tatsächlich aus seiner Trance erweckt. Er sieht den Spieß vor seiner Nase und beißt, ohne eine Sekunde der Überlegung, große Stücke heraus. Es scheint ihm zu schmecken, aber soweit ich weiß, hat er auch in den letzten paar Monaten nichts gegessen, weil er ununterbrochen gedacht hat. Ali sieht sich das Schauspiel kurz an, dreht sich dann zu Benedikt XVI und schüttelt entschuldigend den Kopf. Die Heilige Sechzehn zuckt nur die Schultern und geht dann in Richtung Umkleidekabine, ohne jedoch sein Gespräch mit dem unsichtbaren aber witzigen Unbekannten abzubrechen.

Noch fünf Minuten, nur noch eine Mannschaft

Dabei ist die erste Hälfte noch lange nicht vorbei - es sind noch fünf Minuten übrig! Diese Situation werden die Lupercanier doch bestimmt ausnutzen! Aber nein: die ganze Mannschaft steht um Petrus Divustretus herum und gafft mit offenen Mündern. Ihr Oberphilosoph, so animalisch am fressen, das ist für sie ein echter Schock. Clamandus Simina sieht wohl, dass hier nicht mehr viel laufen wird und ruft seine Mannschaft auch in die Kabine. Petrus muss mit dem Spieß zusammen getragen werden, weil er sich nicht davon lösen kann. Unfassbar, es sind noch vier Minuten bis zur Pause, aber es ist kein Spieler mehr auf dem Platz. Der Ball liegt unmotiviert herum und die Zeit bis zur Pause wird von Ali und Riccarda jetzt mit einem flotten Walzer überbrückt, sodass auch die Damen im Publikum auf ihre Kosten kommen.

Halbzeitpause: Werbung

Salatkopf.jpg

Zweite Halbzeit

Herzlich willkommen zurück, einen kleinen Nachtrag hab ich noch: Während der Pause habe ich kurz mit Döner-Ali gesprochen und es sieht tatsächlich so aus, als hätte er sich mit dem Vatikan verbündet. Gemeinsam hatten sie versucht, mithilfe des gesegneten Dönerspießes herauszufinden, ob der lupercanische Petrus tatsächlich etwas mit Gott am Hut hat. Dem scheine nicht so zu sein, sagte Ali.

Nun soll es weitergehen doch es fehlt wieder eine Mannschaft, diesmal ist es die Lupercanias. Der Soldat Erwin wird in die Kabine geschickt und wenig später steht die Mannschaft auf dem Platz, sie hatten wohl nur das Signal nicht gehört. Döner-Ali hat sich mit den spärlichen Resten seines Spießes hinter das vatikanische Tor gehockt. Die beiden fungieren nun wohl als Maskottchen. Riccarda pfeift das Spiel mit wunderschönen spitzen Lippen wieder an, zunächst weiß niemand so recht, wer anfangen soll. Jetzt, meine Damen und Herren, ich traue meinen Augen selbst kaum, versinkt Benedikt XVI im Boden! Aber wohl nicht vor Scham, es sieht recht kontrolliert aus. Er ist jetzt komplett weg, die Lupercanier, Ali und der Döner schauen verwirrt umher, wie auf der Suche nach der Stelle, an der ein untergetauchtes Teichhuhn wieder auftauchen wird. Auf einmal erscheint ein Fuß vor dem Ball und kickt ihn mit unvorstellbarer Macht in Richtung lupercanisches Tor. Mich dünkt, der Heilige Vater hat einen unterirdischen Fallrückzieher gebracht, der in seiner Wirkung durchaus überirdisch ist: An den baffen Reihen der Lupercanier vorbei, rast er auf direktem Weg ins Tor, wo jetzt auch Benedikt XVI wieder ganz auftaucht und den Ball lässig zum Mittelkreis zurückträgt. Ausgleich, 2:2!

Kunst!

Das gibt uns Gelegenheit, Nepos Legendus hier in der Reporterkabine zu begrüßen. Am Spiel hat er eh kein großes Interesse, da zeigt er uns lieber eine Illustration für seinen Vampirroman, die er gerade angefertigt hat:

Papst mit Vampir.jpg

Jetzt geht's los!

Jetzt stehen sich die beiden Mannschaften gegenüber, Benedikt XVI tänzelt herum wie ein Boxer, der auf jeden Schlag gefasst sein will. Die lupercanische Elf überwindet ihre Verblüffung über den Schuss von unten, die Münder schließen sich langsam, jetzt nimmt ein kämpferischer Ausdruck von ihren Gesichtern Besitz. Meine Damen und Herren, es steht 2:2, wir befinden uns in der 48. Spielminute, aber es sieht so aus, als würde das Spiel gerade erst beginnen. Folgerichtig fängt der Dönerrest an zu grölen: "Jetzt geht's lohos, jetzt geht's...", Ali bringt ihn jedoch schnell zum Schweigen.

Tatsächlich entwickelt sich jetzt ein halbwegs normales Spiel - Benedikt muss ganz schön rennen, um die diversen Angriffe der Lupercanier abzuwehren. Daher dauert es nicht lange, bis er aus der Puste gerät. In der 57. Minute ist es so weit: der nach Luft schnappende Papst macht ein Handzeichen in Richtung Trainerbank, woraufhin am Himmel eine Reihe herrenloser Damenfahrräder erscheint, deren Klingeln wie von Geisterhand einen solchen Krawall machen, dass das ganze Stadion nach oben glotzt. Da formieren sich die Fahrräder zu dem Wort "TIMEOUT!"

Na, da sehe ich schlechte Chancen, in den Regularien dieser UM ist von Auszeiten keine Rede. Aber was sehe ich da? Riccarda pfeift tatsächlich ein kleines Liedchen und drückt sich dann mit einem Finger auf die süße Stupsnase - das international anerkannte Zeichen für Auszeiten!

Auszeit mit Programm

Benedikt XVI steuert die Seitenlinie an, die Lupercanier können sich zwischen Verblüffung und Entrüstung nicht recht entscheiden. Der einzige, der offenbar genau weiß, was er zu tun hat, ist Ali: er lässt den Döner hinter dem Tor zurück und, ja, tatsächlich, fordert Riccarda zum Tanz auf. Es scheint den beiden also Spaß gemacht zu haben. Um den Spaß noch zu intensivieren, wirft Riccarda nun ihr Oberteil von sich. Wow! Oh nein, jetzt auch noch den BH? Das ertrage ich nicht, werte Zuhörer, ich muss mir jetzt leider die Augen zuhalten. Oh, dunkel hier!

...

...

...

...

Hoppla...

Der Döner feiert sich!

Mmh?! Hallo! Wer sind Sie denn?

Mann, der auf einmal in der Reporterkabine steht und böse guckt: Sendeleitung. Genug gepennt jetzt, weitermachen!
George: Ach Quatsch, schlafen! ...
Mann, der auf einmal in der Reporterkabine steht und böse guckt: Fußball! Los!
George: Also gut. Offenbar ist die Auszeit vorbei, die Spieler sind wieder auf dem Feld. Weder Ali noch Riccarda sind in Sicht. Der inzwischen christliche Dönerspieß dreht sich fröhlich hinter dem vatikanischen Tor, offenbar feiert er, dass Benedikt 4:2 führt. Wir befinden uns in der 84. Spielminute, schau an! Achja, da sind noch einige weitere Veränderungen: Im Fußballfeld ist ein kompliziertes Labyrinth aus metertiefen Gräben entstanden, die Spieler balancieren vorsichtig auf den übrig gebliebenen Wänden. Außerdem hat die Sonne eine grünliche Farbe angenommen und meine Currywurst-Pommes ist weg.

An dieser Stelle bitte ich meine Zuhörer um Hilfe: was zur Hölle ist passiert?!

Anrufer: Vielleicht haben die Illuminaten etwas zu tun!
George: Sie sind jetzt aber nicht Aiman Abdalla, oder?
Anrufer: Doch, woher...

Nein, das tut mir leid, da hab ich jetzt echt keinen Bock drauf.

Jedenfalls scheint Benedikt sich seines Sieges sehr sicher zu sein. Er schwebt nur so über den Platz, auch greift er ins Spielgeschehen nicht mehr wirklich ein. Er neckt die gegnerischen Spieler nur noch, zupft hier mal an der Augenbraue und zwickt da mal ein Ohrläppchen... Offenbar kann er es sich erlauben, die Lupercanier kommen mit dem Labyrinth überhaupt nicht klar, etliche sind auch schon in die Gräben gefallen oder gesprungen, um den Ball zu suchen.

Langweilig?

Die letzte Minute bricht an, einige Zuschauer schicken sich schon an, das Stadion zu verlassen, zumal Riccarda ja eh weg ist. Doch jetzt taucht sie gerade mit Ali wieder auf, die beiden sehen etwas mitgenommen aus, betreten den Platz in unmittelbarer Nähe des vatikanischen Tores und bleiben theatralisch vor der Torlinie stehen.

Finale Grande

Benedikt selbst ist zu sehr mit sich selbst und dem geilen Schwebegefühl beschäftigt, um mitzubekommen, was nun geschieht: Riccarda tritt mit einem Bein über die Torlinie und lüftet in dem Moment, in dem sie den Oberkörper nachzieht, ihren Bauchnabel. Die Anzeigetafel zeigt 4:3! Nun hüpft sie beschwingt mit dem ganzen Wahnsinnskörper über die Linie, zeigt noch einmal den Bauchnabel und offenbar gelten beide Bälle, sie sind ja auch wirklich sehr hübsch. Benedikt merkt noch nichts, es steht 4:4 und jetzt pfeift Riccarda ab - Unentschieden! War Ali doch nicht auf vatikanischer Seite? Islamistische Infiltrierung?! Und wie hat er Riccarda überzeugt, ihm zu helfen? Das alles wird noch viel Diskussionsstoff bieten! Ich danke Ihnen jedenfalls für die geschätzte Aufmerksamkeit und wünsche eine geruhsame Nacht!

Vatican Kicker
(Vatikan)
UM-Spiel 2010 (Gruppe B) Lupercanische Elf
(Lupercania)
Vatikan Flagge02.png Samstag, 12, Juni 2010

Zuschauer: 41.000
Schiedsrichter: Riccarda Zucchetti, ITA

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Soccerball.svg Benedikt XVI. 2:1

Soccerball.svg Benedikt XVI. 2:2 (wohl 45. Minute)

Soccerball.svg Benedikt XVI. 3:2

Soccerball.svg Benedikt XVI. 4:2 (wohl 80. Minute)

Soccerball.svg Micaelus Ballakos 1:0

Soccerball.svg Micaelus Ballakos 2:0 (24. Minute?)

Soccerball.svg Riccarda Zucchetti 4:3 (90. Minute)

Soccerball.svg Riccarda Zucchetti 4:4 (90. Minute)

Beste Spieler:
Benedikt XVI.
Beste Spieler:
Micaelus Ballakos


Der Gastgeber
Universumsfußballmeisterschaft 2010
Alles zum größten Sportereignis des Universums!
Glanz und Gloria derer von Eickel