Spiegelwelten:T. Sorensens Tagebuch eines Widerstandskämpfers

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Das Zeichen des Widerstandes
Dies sind die Aufzeichnungen eines amerikanesischen Widerstandskämpfers während der Besetzung des Kennedy Reiches durch Aquanopolis und Hetenland im Zuge des Ozeanienkonfliktes.

Die Original-Handschriften werden im National-Museum zu Newburyport aufbewahrt.

28 Juni 2007 Ich greife zur Waffe!

Mein Vorname tut nichts zur Sache.
Ich bin ein Kennedy, geborener Sorensen und einer der Ehemänner von John F. Kennedy. Ich bin immer Pazifist gewesen. Ich nahm an Lichterketten teil, ebenso an Friedensdemos.

Bei meiner Hochzeit mit John lauteten die Schlagzeilen: "Kriegsheld heiratet Kriegsdienstverweigerer".
Ja, ich nahm nicht mal an den höfischen Jagden teil. Ich bin nur deswegen nicht Vegetarier, weil das Hofprotokoll mich verpflichtet, an rituellen Tieropfermahlen teilzunhemen.

Und doch stehe ich heute mit der Knarre in der Hand da. Bereit Menschen umzulegen. Und der Gewissenskonflikt hält sich in verdammt engen Grenzen!
Der Feind hat unser heiliges Land besetzt. Er hat zahllose Menschen vertrieben und ermordet. Er hat meine Familie aus ihrem Heim gejagt. Und er hat meine Haremschwester entführt.

28. Juni 2007 Die Hiobsbotschaft

Vogelfrei und nichts mehr zu verlieren habend: T.

Wie wir vernommen haben, soll sie nun sogar am Ende eines Rezeptwettbewerbes getötet und gegessen werden. Mal davon abgesehen, dass Aquanoplianer nicht kochen können, welch eine Schande!
Mitglieder des Präsidialen Hofes werden WENN, nur innerhalb unserer ureigenen Riten verspeist.

Ich habe mir vorgenommen, meine Haremschwester zu retten!

29. Juni 2007 Auf nach Fall River!

04:00

Heute Morgen habe ich mich von meinem Mann und seinen Gefolgsleuten verabschiedet. Um uns zu stärken, haben wir am Abend zuvor einen der gefangenen Aquanopolischen Soldaten, die in der Führerkuppel des erlegten Plesiosaurus waren, als Nahrungsquelle genutzt. Der Kerl warf nicht gerade viel ab, nur ein paar Steaks und die schmeckten reichlich Scheiße. Sogar die fetten, cholesterinschwangeren Missionare aus Bushland, die wir früher ab und zu in die Pfanne hauten, waren da noch besser.

05:45

Ich reite nun Richtung Osten, nach Fall River, mitten ins besetzte Land.
Ich trage dabei die Uniform des verspeisten Aquanopolischen Soldaten, um mich zu tarnen. Mein Konterfei hängt wie das meiner Familie an jeder Ecke.

07:55

Ich habe nun Fall River erreicht und reite unaufällig-gelassen durch die Hauptstrasse. Mir bietet sich ein beklemmendes Bild: Die Stadt ist von Hetenländischen Besatzungstruppen geradezu überflutet. Auch die gefürchtete Sexstapo der Hetenländer, eine Miliz, die Menschen willkürlich bei Verdacht auf Homo- oder Bisexualität verhaftet, ist überall präsent. Solchermassen Aufgegriffene werden nach Hetenland deportiert, wo sie ein grausames Schicksal ertwartet.

Widerlich: Einige Soldaten verteilen Twinkies unter den einheimischen Kindern!

30 Juni 2007

Hebridische Kämpfer verfolgen Résistance Kämpfer

Ich habe die Nacht im Hotel Terminus der Stadt verbracht. Der ganze Schuppen ist voller Hebridischer und Hetenländischer Besatzunsoffiziere. Eine Bombe in dieser Bude hiesse schon fast den Krieg zu gewinnen!

Es fällt mir schwer, meine Tarnung aufrecht zu erhalten. Die Hetenländer haben die Wände des Hotels mit ausgeschnittenen Seite-3 Girls aus sämtlichen Boulevard-Zeitungen in Ozeanien und der anderen Welt zugekleistert und beobachten jeden Mann genau, wie er auf die Fotos reagiert.
Ich hoffe, mein schauspielerisches Talent reicht aus, um gierige Blicke überzeugend zu mimen. In Wahrheit denke ich nur an John F.

Ich glaube er hat fast schon Gefallen an seinem Dasein als Widerstandskämfer gefunden. Er ist halt ein waschechter Ire und blüht auf, wenn er irgendwas in die Luft sprengen kann!
Hetenland soll dementiert haben, dass die Sextapo hier operiert. Denkste! Wenn der widerliche Kerl im Trenchcoat da vor mir kein Sexstapo Mann ist - weiß ich auch nichts mehr.

Die Küche des Hotels wird von Hebridern geführt. Ich fürchte, gestern gab's Gulasch vom Anngry Lobster Kämpfern. Gerade diese Gruppe wird ja vehement von den Hebridern verfolgt. Erst gestern soll ein Trupp berittener Hebridscher Krieger eine Zelle der Lobsters verfolgt und mit Pfeilen gespickt haben.

Ich darf aber mein Ziel, zu erfahren, wo meine Haremsschwester gefangen gehalten wird, nicht aus den Augen verlieren und belausche daher unauffällig die Gespräche der anwesenden Offiziere beim Dinner, Kartenspielen oder betatschen der Kellnerinnen.
Ihr Hauptthema ist derzeit der merkwürdige Überfall der Kinderländer auf das Gefangenenlager. Nicht, dass Überfälle der kleinen Ungeheuer ungewöhnlich wären. Aber angeblich ließen sie die Erwachsenen diesmal leben. Es kursieren die wildesten Verschwörungstheorien.

Mitternacht

Das war wirklich ein denkwürdiger Abend! Aber ich glaube, es hat sich gelohnt!

Beim Abendessen im Speisesaal setzte sich eine Gruppe Hetenländischer Offiziere an meinen Tisch. Sie stellten mir neugierige Fragen und ich musste mein ganzes Wissen über den Feind zusamenkratzen um meine Tarnung aufrecht zu erhalten. Ich gab mich ja als Aquaponopolischer Soldat aus.

Einer der Offiziere, der sich mir als Oberleutnant Gary Dolfert vorstellte, blickte mich während des ganzen Essens an, ja er zog mich regelrecht mit den Augen aus.
Er musste unter den Seinen wirklich über jeden "Verdacht" erhaben sein, dass er sich traute, mich so unverholen anzusehen.
Dabei sah er nicht mal wie ein typischer Hetenländer aus: Weder hatte er einen ungepflegten Dreitagebart, noch roch er aus dem Mund und er saß auch nicht breitbeinig da, wie ein gestrandetes Walross.

Seine langen, schlanken Beine waren im Gegenteil übereinandergeschlungen, fast so elegant wie unser John F. das tut. Ja, Dolfert war zweifellos ein gut aussehender Gentleman, mit einem schönen Gesicht und einem prächtigen Körper.

Wir sprachen noch eine Weile über den Krieg, darüber ob die Verdinger jetzt wohl auch noch den Master of Clouds sprengen, in ihrer Unart, einfach alles dem Erdboden gleichzumachen.
Eines ihrer Schiffe steuert ja in dieser Region auf den Master zu.
Dann zog ich mich zurück auf mein Zimmer. Das Gaslicht flackerte an den roten Stofftapeten. Draußen hörte man ein, zwei Kutschen vorbeifahren, einmal auch ein Automobil. Irgendwo rauschte ein alter Plattenspieler einen süsslichen Tango aus dem Parlophon. Ein Besoffener fluchte lallend herum und übergab sich auf der Straße. Dann schloss ich das Fenster.

Ich zog mich aus, legte mich aufs Bett, als es an der Tür klopfte. "Zimmerservice!"
In diesem Laden?
Ich öffnete die Tür. Es war Oberleutnant Gary Dolfert. Ohne mich um Erlaubnis zu bitten, drang er in mein Zimmer ein und schloss die Tür ab.
"Ich musste Sie unbedingt sehen" meinte er. "Das kann mich jetzt Kopf und Kragen kosten".
"Was?" fragte ich.
"Das!"
Ehe ich reagieren konnte, war er bereits dabei mich zu küssen. Tausend Gedanken schossen durch meinen Kopf, als er mich aufs Bett zerrte. Zweifellos, er war schön und notfalls konnte ich ja dabei an John F. denken. Das wichtigste aber war: Im Bett erfahren alle geübten Spione, was sie wollen.

Gary verschlang mich, wie ein Hungernder ein Hühnersandwich.

"Machst Du sowas öfter? Hast Du keine Angst vor der Sexstapo" fragte ich ihn, als wir fertig waren.
"Mein Vater ist ein hohes Tier in Hetenland" antwortete Gary und steckte sich eine kleine Zigarre an. "Ich bin aber trotzdem nicht unantastbar. Wenn das hier rauskommt laufe ich Gefahr, dass ich ich als "Kriegsheld" falle. Oder sonst einen "bedauerlichen Unfall" habe.
"Verstehe."
"Du nimmst das hoffentlich nicht als Beleidigung, aber Du siehst wie ein Kennedy Mann aus"
"So?" Mir wurde heiß.
"Ist nur so ne Ähnlichkeit. das schwarze Haar und die Brille. Ich habe mal ein Foto von der Kennedy Familie gesehen."
"Ich habe ein Allerweltsgesicht".
"Aber ein schönes".
"A propos Kennedy Harem...ein Haremsmitglied haben wir ja".
"Du meinst diese Frau? Die hat Euer Zwerg doch noch höchstselbst gekindnappt, nicht? Das war ja der Kriegsgrund"
"Genau die. Soweit ich weiß, ist sie nicht mehr in Aquanopolischer Hand".

"Das ist sie wirklich nicht mehr. Stell Dir mal vor, die haben sie in die Festung Snake Mountain gebracht. Die wird zu hundertprozent von Hebridischen Kriegern gehalten, lauter fanatischer, brutaler Einhorn-Leute. Und weißt Du auch wieso?"
"Ich...kann es mir denken" antworete ich und es fiel mir schwer meine Emotionen zu verbergen.
"Genau! Die wollen sie grillen! Erst in den Hummerkäfig und dann Hummer wie Frau ins kochende Wasser! Krass, nicht?"
"Ja, schätze so sind deren Sitten."
"Genau. Braucht uns ja nicht zu kümmern, süsser!"

Ich wartete, bis Gary eingeschlafen war, dann kletterte ich zum Fenster raus. Unter mir ritt ein volltrunkener Hebrider seines Weges. Ich ließ mich fallen, stieß ihn aus dem Sattenl, gab dem Pferd die Sporen und galoppierte los. Jetzt heißt es: Ab zum Snake Mountain!!

2 Juli 2007 - Nathalias Befreiung

Noch ist die arme Haremsdame gefangen

Nach einem Tagesritt erreichte ich schließlich Snake Mountain.
Auf einem Berg thronte ein altes, gammeliges Herrschaftshaus, das aussah wie aus einem dieser Spukfilme. Ich klopfte an das schwere Tor. Der obligate, buckelige Irre tat mir auf.

"Bedaure, heute ist hier geschlossene Gesellschaft" raunte er.
"Ich gehöre dazu" erwiderte ich. Ich habe das Preisausschreiben auf RTL2 gewonnen und darf daher an dem Festbankett teilnehmen."
"So? davon weiß ich nichts...Na gut, kommen Sie rein".

Ich betrat das dustere Gemäuer. Im großen Saal hatte sich die hebridische Festgesellschaft schon versammelt. Sie waren bereits so mit Ihrem Wein vollgesoffen, dass sie meine Gewinnstory sofort glaubten, sofern sie überhaupt noch nüchtern genug waren um zu raffen, dass ich keiner von ihnen war.

Der hebridische Obermacker, scheinbar ein hohes Tier des "Weissen Einhorns", schwang Festreden und räkelte sich auf einem riesigen Sessel zwischen Samtkissen. Ein dekadenter Anblick! Mitten auf dem Tisch stand ein großer Käfig voller Hummer. Erleichtert stellte ich fest, dass meine Schwester noch nicht drin war.

"Der Hauptgang kommt gleich" lallte mir eine grinsende Fratze entgegen.

Nach einer Weile öffnete sich eine breite Tür und zwei kräftige Krieger zerrten meine arme Haremschwester in den Saal. Sie wirkte sichtlich geschwächt von der tagelangen Algisierung.
"Nun denn, du hast die Ehre sie in den Käfig zu stecken, glücklicher RTL2 Gewinner!" gröhlte der Oberboss und rülpste träge in sein Doppelkinn.

Unter dem tosenden Beifall der Anwesenden kletterte ich auf die Festtafel.Ich packte den Käfig, öffnete die Klappe - und stülpte ihn wuchtig über die hässliche Birne des fetten Anführers!

Sogleich begannen die Hummer ihn in die Nase und überallhin zu kneifen. Ich sprang herunter, entriss meine Schwester ihren Häschern und rannte mit ihr nach draußen. Der buckelige Diener versuchte sich uns in den Weg zu stellen, aber meine Schwester trat ihm gekonnt in die Eier.
Ja, sie ist eben eine richtige Kennedy!!

Die Krieger, die uns verfolgten stolperten über den sich am Boden windenden Diener und so konnten wir ins freue gelangen, uns auf die Pferde schwingen und davon galoppieren.

7 Juli 2007 - Mammoth Creek

Überall lauert Gefahr

7:00

Die Situatuon ist schwierig. Seit der Geheimdienst des “Weissen Einhorns” meinen Namen und damit meine genaue Identität herausgefunden hat, stehe ich auf Seite 1 jedes Hebridischen, Hetenländischen und Aquanopolischen Fahndungsblattes in ganz Ozeanien.
Es soll überall willkürliche Razzien und Vergaftungen unter Brillenträgern geben.

Die Besatzer zeigen jetzt offen ihre grausame Fratze! Ich habe mich gestern mit meiner Haremschwester, Nathalia besprochen:
Unsere einzige Chance ist das zeitweilige Exil. Wir haben daher beschlossen, uns bis auf die Insel Navarone durchzukämpfen. Das ist der einzige Ort, der vor dem Feind einigermaßen sicher ist. Obwohl die politische Situation in Verdinga derzeit mehr als unklar sein soll.

Natürlich würden wir viel lieber zu John, in die Gabilan-Berge. Er und die restliche Familie fehlen uns so sehr. Aber wir würden unsere Lieben dadurch nur in Gefahr bringen. Wir dürfen unsere Verfolger nicht in Johns Versteck führen.

10:00

Wir sind nun stundenlang geritten, aber ich glaube, die Verfolger haben noch nicht aufgegeben. Noch immer folgt uns eine Staubwolke, was auf Reiter schließen lässt.

11:00

Durch die verdammten Fahndungsblätter die an jedem dritten Baum hängen mangelt es uns immerhin auch in der tiefsten Wildnis nicht an Klopapier.

11:10

Wir reiten weiter.

13:00

Wir erreichten einen Hügel und sahen vor und unter uns im Tal einen schweren Planwagen seines Weges ziehen. Es schien sich um den Wagen eines Hetenländschen Staubsauger-Vertreters zu handeln, wie an der typischen Tracht des Fahrers zu erkennen war. War ja zu erwarten!
Erst die Besatzungstruppen und dann die Kriegsgewinnler und Geschäftemacher! Einfach widerlich. Nathalia und ich waren uns schnell einig. Wir zogen unsere Revolver, galoppierten auf den Wagen zu und überfielen ihn.

Der Fahrer, der aussah, wie wenn Dirk Bach und Hella von Sinnen etwas miteinander gehabt hätten, brach sofort und wehleidges Gejammer aus und bat darum, am Leben gelassen zu werden. Wir zwangen ihn sich nackt auszuziehen, fesselten ihn und jagten ihn mit der Maultierpeitsche in die Brennesseln. Dann zog ich mir seine Kleider an und wir fuhren los.

15:00

Endlich haben wir die nördliche Hafenstadt Mammoth-Creek erreicht. Es wimmelt hier nur so von Besatzungstruppen und der Hafen ist von örgschen kampfverbänden geradzu zugeparkt...

10 Juli 207 - Navarone!

Versteckt in einer Seitengasse haben wir die Nacht abgewartet und sind dann in der berühmte Stunde vor dem Morgengrauen, die bekanntermassen am dunkelsten ist, losgefahren.
In den Gassen war alles ruhig. Still fuhren wir Richtung Hafen. Plötzlich sahen wir, wie vor uns ein kleines Männchen auf die Straße huschte. Es blieb direkt vor dem Wagen stehen und starrte uns mit glühenden Augen an. Dann kneisste es kurz an die wand, wo ein Fahndungsplakat von uns hing. Es war klar, dass es zwei und zwei zusammenzählen konnte.

"Was machen wir jetzt?" flüstete mir Nathalia ins Ohr.
"Hol einen der Staubsauger, das ist Örg" antwortete ich, leicht erstaunt über meine eigene Diagnose.
"Was? Einen Staubsauger? Was hast Du vor, Theo?"
"Mach schon!"
Der Zwerg auf der Straße starrte uns regungslos an. Doch dann gleitete seine Hand langsam zu seinem Gürtel, an dem ein großes Messer hing.
"Hast du den Staubsauger" zischte ich nach hinten"
"Ja, aber ich weiß nicht, wo ich ihn anschließen soll!" klang es hinter der Plane hervor.
"Irgendwo rechts unten ist eine Steckdose für den Rasierappart!"
"Ah ja da!"
"Beeil Dich!"

Plötzlich sprang der Zwerg, einem Schachtelteufel gleich, empor und stürzte sich mit dem Messer auf mich. Ich konnte mich gerade noch zur Seite ducken, so dass das Messer den Kutschbock traf. Geifernd zog der Zwerg das Messer raus und griff mich wieder an. Kämpfend fielen wir nach hinten in den Wagen. Der Zwerg versuchte immer wieder auf mich einzustechen, er war für seine Größe geradezu unheimlich stark. Einmal konnte ich ihn mit einem Fußtritt wegschleudern.Er knallte in die Kisten und versteckte sich dort.

Endlich hatte Nathalia den Staubsauger anbekommen und saugte suchte nun mit dem Rohr hastig in alle Ritzen. Wo war der Gnom? Plötzlich heulte der Staubsauger dumpf auf und die Staubbeutel-Anzeige schnappte von "grün-fast leer" auf "rot-prallvoll".

Wir hatten ihn!

hastig öffneten wir das Gerät, entfernten den prallen Staubsack und tackerten die Öffnung zu.

"Schnell, weiter zur Küste"! Wir erreichten Hafen. Dort ließen wir den wagen und dessen Ladung stehen, nahmen nur unsere Waffen und den vollen Staubsack mit und sichten nach einem Boot, das wir "borgen" könnten. Wir fanden schließlich ein kleines Motorboot. hastig gingen wir an Bord und schon ging es los, Richtung Navarone.

"Sollen wir den Sack mit dem Zwerg über Bord werfen" fragte Nathalia.
"Nein, das ist unsere Geisel!"

Grau dämmerte der Horizont und wilde, dunkle Wolken jagten über den Himmel, vorangepeitscht von der kühlen Luft des Nordens.
In der Ferne konnte man einen dunklen Hügel erkennen. War das schon Navarone? Mit Entsetzen stellten wir fest, dass es sich um einen Plesiosaurus Rex handelte! "da rechts ist auch einer!" Schrie Nathalia. Mit einem scharfen Manöver konnte ich dem Vieh ausweichen, so dass seine mächtigen Kiefer ins Meer schnappten.
Plötzlich waren wir von Plesiosauri umzingelt. Ich fuhr immer waghalsigere Slaloms. Nathalia griff sich ihren Revolver.
"Ziel auf die Augen! Vom übrigen Körper prallen die Kugeln ab!"
Nathalia traf recht gut. Aber ob wir das noch lange so durchhalten könnten?
dann sahen wir am Horizont die Umrisse einer Insel. War das nun Navarone? Ich gab Gas und hielt auf die Insel zu. das Boot jagte über die Wellen.

Die insel Navarone? Nein, eine vorgelagerte Landzunge von Verdinga

Plötzlich knallte es. das Boot zerbarst und wir wurden durch die Luft und ins Wasser geschleudert. Ich war auf ein Riff aufgefahren. Im letzten Augenblick bemrkte ich den Plesio neben mir, der gerade sein Maul nach mir aufsperrte. Ich packte eine Planke unseres Bootes und klemmte sie ihm zwischen die Kiefer. Wir schwammen mit der Kraft der Verzweiflung auf die felsige Insel zu. Die Plesiosaurier verschwanden plötzlich. Offenbar trauten sie sich nur bis zu einem bestimmten Radius hin an das Eiland heran.

Völlig erschöpft erreichten wir eine felsige und windige Bucht. Alles war still. Der Wind pfiff durch die stählernen Geschütze, die überall aus den Felsen ragten; Riesige Kanonenrohre und mächtige Bunkeranlagen. Ansonsten aber war niemand zu sehen. Es war gespenstisch!

"Ob hier jemand ist?" fragte Nathalia.
"Keine Ahnung." Die politische Situation in Verdinga ist ja mehr als diffus. Niemand weiß zur Stunde etwas genaues. Nur eines ist sicher. wäre die Insel in der Hand des Feindes, würden wir den hier auch sehen.

Wir klettern die steilen Felsen empor,in der Hoffnung das Hochplateau zu erreichen und dort vielleicht einen besseren überblick zu haben. Plötzlich hielt Nathalia inne: "Hörst Du das?"
"Was? Ich höre nur den Wind"
"Mir war, als hörte ich Schritte oder Hufe..."
Ehe ich antworten konnte sah ich in einiger Entfernung einen Reiter zwischen den Felsen hervorkommen. Er hielt an und blickte aufs Meer.
"Sieh Dir mal dieses Kostüm an und den Helm! das ist ein Dunkeldeutscher"! "Was hat der denn hier verloren?"

der Krieger blickte unverwandt auf die See. Er musste etwas entdeckt haben. Ich konnte trotz meiner Brille nicht erkennen was. Aber Nathalia sah es: "Ein Aquanopolischer Schlachtkreuzer!"

das Schlachtschiff hielt nicht auf die Insel zu, sondern war dabei, an ihr vorbeizufahren. Plötzlich hob der Dunkeldeutsche die Hand, als wollte er ein Signal geben. Dann erklang ein schweres, metalisches Knarren... die riesigen Geschütze bewegten sich und zielten langsam aber präzise in Richtung des Schiffes.

Der Reiter sank abbrupt seine Hand. Die Geschütze feuerten aus allen Rohren. Nathalia und ich warfen uns zu Boden und hielten die Ohren zu. Im Staubsack fluchte es dumpf. In der Ferne hörten und sahen wir eine gewaltige Explosion, dann noch eine. Der Schlachtkreuzer, obwohl enorm weit weg, erlitt einen Volltreffer nach dem anderen.
Die See leuchte rot unter der Feuerhölle.

Sonntag, 22 Juli 2007 - Heimfahrt

Endlich komme ich wieder dazu, etwas in mein Tagebuch zu schreiben.
Ich wollte eigentlich schon gestern einige Zeilen zu Papier bringen, aber das mir von Francis Drake, Kommandant der Vasa, freundlichst überlassene Bütten wurde von einem Matrosen in begreiflicher Wut dem Grumbratsch Dutzendzwölf in den Rachen gestopft.

Ich verstehe sowieso nicht, warum man den aus dem Staubsaugersack entlassen hat. In dem kleinen Vogelkäfig ist er zwar auch sicher untergebracht, nur versteht mal jetzt jeden Fluch. Ich finde, das ruiniert die feierliche Atmosphäre.

Aber der Reihe nach: Nachdem wir der Versenkung des Aquanopolischen Schlachtkreuzers beiwohnten, trafen wir auf Verdingische Soldaten, die uns darüber aufklärten, dass wir uns nicht auf Navarone befanden, sondern auf einer vorgelagerten Landzunge des Verdingischen Festlandes.

Der Dunkeldeutsche Krieger war ein befreter Gefangener aus einem Hetenländischen Gulag! In der Tat hat Dunkeldeutschland offenbar beschlossen an unserer Seite in den Krieg einzutreten.

Morgan Freeman, der neue Herrscher über Verdinga empfing uns wenig später persönlich, mit allen diplomatischen Ehren. Es tat gut mal wieder als das behandelt zu werden, was wir sind: Mitglieder er präsidialen Familie!
So langsam haben wir unser Dasein als vogelfreie Guerilleros regelrecht verinnerlicht - Zeit dass das aufhört.

Wir nahmen ein heisses Bad und Nathalia erhielt von Mrs. Freeman, der First Lady Verdingas, edle Gewänder und Düfte. Ich bekam ein kostbares Brillenetui.

Dann, am 18 Juli schifften wir an Bord der Vasa ein, dem neuen Flaggschiff Verdingas! Es ist absolut beeindruckend Eine Mischung aus Panzerkreuzer Potemkin und der Titanic, so ist mein - zugegeben laienhafter - Eindruck.

Die Durchfahrt von Kinderland hat etwas grueliges, gewiss.
Zwar wurden die Bälger ausgiebig bestochen, so dass freies Geleit garantiert werden konnte. Trotzdem, man weiß ja nie! Einige Kinder am Flussufer haben uns jedenfalls mit alten Turnschuhen und einem Skateboard beworfen.

Wie wir uns freuen, wieder nach Hause zu kommen und natürlich John und die restlichen Haremsgeschwister wieder zu sehen.
Was wohl aus unserem schönen Palast, dem Weissen Haus, geworden ist?
Werden je wieder Musik und Lachen durch die Hallen erklingen? Wird der schwere Duft des Rosengartens wieder durch die hellen Fenster strömen? Das große Licht des Sommers alle Zimmer durchfluten?
Werden wir je wieder im Oval Office, gebadet vom güldenen Licht des Morgens, John einen blasen?
Erinnerungen wie aus einer fernem Traum treiben mir die Tränen in die Augen.

24 Juli 2007 - Die Heimkehr ins Weisse Haus

Gestern setzte uns die Vasa bei Newburyport ab. Wir verabschiedeten uns von Kapitän Drake, nahmen den Vogelkäfig mit Grumbartsch Dutzendzwölf und setzten uns am am Flussufer in die Nesseln das herrliche Grün der Heimat.

Plötzlich hörten wir Glockengeläut!

Nun war der Krieg also vorbei. Die vorbeifahrenden Bauern, die Schiffer auf dem Fluss, der Exihibitionist hinter dem Baum - alle hielten sie in ihrer Tätigkeit inne, zogen ihre Kopfbedeckung ab und verharrten in feierlicher Andacht.
Ein ganzes Volk vereint in Gedanken und tiefer Dankbarkeit.

Es war das beeindruckendste, was ich je erlebt habe - außer vielleicht noch, als in Kinderland die Handy-Netze zusammenbrachen.

Wiedersehen macht Freude

Wenig später kam ein Landauer gefahren: Schon von Weitem sahen wir rotes Haar im Sommerwind tanzen und wussten, es ist unser John!
Nathalia sprang auf und jauchzte. Ich schloss nur meine Augen und spürte, wie Tränen, in mir hochschossen.
Wir fielen John um den Hals, bedeckten ihn mit Küssen und er schenkte uns sein unvergleichliches, breites Lachen mit seinen perfekten Zähnen und seiner wilden Haarlocke.

Wir stiegen in den Landauer. Der Kutscher weigerte sich allerdings zuerst, Dutzendzwölf in den Kofferraum zu packen, da Grumbartsch in seinen Käfig uriniert hatte und der Kutscher befürchtete, dass die Zwergenbrunze auslaufen und das edle Futter des Wagens verunreinigen könnte. Ich ging daher mit dem Käfig zum Fluss und tauchte ihn dort mehrfach hinein, um ihn durchzuspülen. Grumbartsch schätzte das Bad jedoch nicht und fluchte wie ein alter Muli-Treiber.

Wenig konnte es dann endlich losgehen. Nathalia und ich sitzen zur linken und zur Rechten von John und drängen uns dicht an ihn. Die Zugpferde sind in guter Form, trotzdem wird die Fahrt zwei bis drei Stunden dauern. Ich nutze die Zeit um mein Tagebuch weiterzuführen.

Ich frage mich, warum ich die ganze Zeit das komische Gefühl habe, dass wir verfolgt werden.

Zu Hause!

Was für ein Anblick! Das Weisse Haus lag da wie ein Dornröschenschloss, mitten im Gestrüpp (der Gärtner ist noch nicht zurückgekehrt). Es war ein unbeschreibliches Gefühl, wieder nach Hause zu kommen!

Als wir das Gebäude betraten, empfing uns eine geradezu unheimliche Stille. Tja, nicht nur de Gärtner - noch keiner der Bediensteten ist wieder da und daher fehlt die so vertraute Geschäftigkeit innerhalb des Palastes. Die Hallen, Säle und Zimmer wirken, als hätten sie hundert Jahre geschlafen. John schlug vor, dass wir uns in den großen Salon im oberen Stock zurückziehen und es uns so richtig gemütlich machen. Aber erst hieß es, Klamotten ablegen und ein Bad nehmen.

Nur noch Ruhe und Poppen

Endlich wieder vereint!

Wir stellten den Käfig mit Grumbartsch in die Küche und warfen ein Tuch darüber, damit er still ist. Dann nahmen wir unser Bad und schon bald versammelten wir uns alle im oberen Salon, wo wir den Boden mit Fellen und flauschigen Steppdecken und Kissen ausgelegt hatten, auf denen wir nun herumräkeln konnten.
Unser armer John hatte ja geradezu Mangelerscheinungen in Sachen Sex!
In den Gabilan-Bergen hatte es allenfalls für gestresste Quickies gereicht. Der Krieg ist wirklich grausam...
Was unser JFK braucht, sind ultra-gemütliche Orgien, wie jeder zivilisierte Mensch!

Nachdem er die First Lady, Nathalia und zwei weitere Frauen bedient hatte, war ich dran. Wir wollten uns gerade vereinigen als ich innehielt: "John, da ist irgendein komisches Geräusch"!
Ich hatte es in der Tat schon die ganze Zeit gehört: Ein eigentümliches Klopfen oder Ploppen, so als würden irgendwelche Säcke auf das Dach des Hauses geworfen.

"Das bin ich, mein erregter Atem!" flüsterte John mir zärtlich ins Ohr. "Armer Theo, der Krieg hat Dich schwer gezeichnet. Du musst lernen, wieder loszulassen, ohne innerlich immer in Alarmbereitschaft zu sein."

Ploppen statt poppen

Ich hörte es schon wieder ploppen. Diesmal aus dem Kamin

"John, jetzt habe ich auch was gehört" sagte daraufhin Nathalia.

"Bitte, können wir nicht nachher darüber reden? Ich kann nicht gleichzeitig vögeln und denken."
John hatte ja Recht. Nichts lag mir ferner, als ihm den Genuss zu verderben. Also versuchte ich mich ganz auf ihn zu konzentrieren.
Plötzlich schrie die First Lady gellend auf!

Ich drehte meinen Kopf und blickte zum Kamin: da durchfuhr es mich vor Schreck wie Feuer. Ein rabenschwarzes Männlein mit einem blitzenden Dolch zwischen den Zähnen, plumpste von oben herab in die Asche. Der Weihnachtsmann, der in der Wäsche eingegangen war?

"Örg!" Schrie die First lady.
"Nein ein Örg-Klon, irgend so ein Dutzendzwölfer" korrigierte Nathalia, die ja nun schon Erfahrungen im Kontext hatte. Ich versuchte John so saft wie möglich und so entschlossen wie nötig von mir wegzustossen. Nathalia war bereits geistesgegenwärtig aufgesprungen, hatte ein Lexikon vom Regal geschnappt und es dem Eindringling auf den Kopf gehauen. Der war platt. Unter ihm lief irgend so eine eklige Kleberflüssigkeit aus, die aussah wie billiger Pudding.


Der Überfall

Plötzlich schrie eine andere Haremsdame. Sie stand mit dem Rücken zum Fenster: von draußen hing ein weiterer Zwerg herab und packte sie an den Haaren um sie aus dem Fester zu ziehen.
Ich sprang auf, schnappte mir einen Feuerhaken und stieß den Zwerg damit weg, so dass er herunter und ärschlings auf die kleine Kopie der Freiheitstatue, die wir im Garten haben, fiel und von dieser gepfählt wurde.

Plötzlich krakelte und rumpelte es von überall her. Auch John sprang auf. Nun purzelten die Zwerge gleich dutzendweise aus dem Kamin! Sie sprangen uns mit markerschütterndem Gebrüll an. Einer biss sich sofort an Norma-Jeans Hintern fest, ich musste ihn mit der Vorhangstange wegbrechen. Ein anderer versuchte John F's Stirnlocke auszureissen. John F. wirbelte seinen Kopf so stark herum, dass der Angreifer weggeschleudert wurde und gegen das Hirschgeweih an der Wand flog, wo er aufgespiesst wurde.

das ganze Haus wimmelte plötzlich von Örg-Klonen, es war ein Alptraum.
Sie schwangen sich vom Kronleuchter über die Vorhänge, koteten in die Zimmerpflanzen, rissen die Gemälde von den Wänden. Mit irrem Gelächter versuchten sie uns niederzustechen.
Die First Lady war indes froh, dass sie wie wir alle, nackt war und man ihr daher nicht ihre geliebten Kleider von Leib reissen konnte.
Die liebe Jacqueline! In jeder Situation kann sie etwas gutes erkennen!

"Die kleinen Scheißer wollen Grumbartsch befreien" rief John.

Wir mussten also dringend in die Küche, um das zu verhindern. Wir kämften uns nach unten. Übten uns dabei im Zwergenwerfen. Für einmal bereute ich es, dass wir nur alte Holzöfen haben und keine moderne Mikrowelle. In dieser hätte man so einige Zwerge stecken und fertig machen können. Glaubt man zummindest einschlägigen Kinofilmen.

Aber auch so eine alte Holzküche bietet einige Möglichkeiten der Verteidigung: Wir bewarfen die Zwerge mit Holzscheiten, erschlugen sie mit schweren Einmachgläsern. Das geschlachtete Pferd aus dem Kühlraum erwies sich als patente Waffe: Der Magen mit Wasser gefüllt konnte man den kleinen Ekeln über die Birnen knallen und die Hufe schlug ich den Widerlingen um die Ohren. über drei der Eindringlinge brachte Nathalia ein fünfstöckiges Vorratsregal zum Einsturz.
Da lagen sie nun wimmernd in einer Brühe aus Schweineschmalz, Hirschfett, Scherben und Sahne. Leider rutschen wir nun auch auf der ganzen Schmiere aus, es ist...

30 Juli 2007

Wie die Schlacht ausgegangen ist, können Sie hier lesen.

Ich sitze zur Stunde im Oval Office und sortiere Akten, mache Notzizen, öffne die Post und werfe immer mal wieder einen zärtlich-verstohlenen Blick zu John F., der konzentriert an seinem Schreibtisch sitzt und Pornos Briefe seiner Bürger liest.

Ich habe mein Gewehr bei Ebay ausgeschrieben um wieder Fundi-Pazifist zu werden. Meine Zeit als schiesswütiger Heckenschütze ist vorbei. Ich werde fortan wieder meinen stillen, diskreten Platz als präsidialer Ehemann einnehmen.

Gehabt Euch wohl - wo immer Ihr seid.

Theo C. Sorensen


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Dieser Artikel aus den Namensräumen „Diverses“ oder auch „Spiegelwelten“ besitzt aufgrund seiner Qualität die Urkunde „Schatzkistentauglich“ und wird daher im Portal Rumpelkiste gelistet.
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Der Ozeanienkonflikt

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In Ozeanien bricht der Krieg aus!