Spiegelwelten:Archivbombe

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Die Archivbombe ist eine praktische Anwendung des an der Universität Itz entdeckten K-Raums im schönsten und edelsten Bereich menschlicher Schöpferkraft: der Waffentechnik. Die Archivbombe ist keine Massenvernichtungswaffe, wie einige fürchten – sie ist viel schlimmer. Sie rangiert in der Liste der mächtigsten Waffen im Gipfelbereich, tut dies aber auch in der Liste der nutzlosesten Kriegsgeräte: Die Archivbombe ist in planetaren Zusammenhängen schlichtweg nicht einsetzbar, weil der Planet, den man damit erobern will, nicht mehr existiert, wenn man sie zündet. Ort und Zeit des einzig möglichen Einsatzes sind der Ereignishorizont eines schwarzen Loches in Momenten extremer Bedrohung (d. h. wenn das drohende Ereignis schlimmer ist als die Archivbombe) – übrigens funktioniert die Bombe auch nur dort: die Schwerkraft von Alter Welt, Ozeanien, Altweltmond, !Mond und Ding zusammen würden nicht reichen, um die Bombe zu zünden.

Grundlagen und Funktion

Die k-Konstante:
Die Grundlage der Archivbombe

Die Archivbombe beruht auf dem von Carl-Eduard von Kleiszter Mitte des 18. Jahrhunderts OZR entdeckten und beschriebenen Phänomen des K-Raums, das besagt: Häuft man nur genug Papier an, verschwindet ein Teil davon in einer in sich geschlossenen Paralleldimension. Verbindet man nun diese Annahmen mit Wladimir Barwerths drittem Theorem, wonach der beste Weg, eine Leiche zu beseitigen, dessen Platzierung in einem Archiv ist (Barwerth wusste, wovon er sprach; er war ausgebildeter Archivar und hatte zugleich gute Kontakte zur Rosa Nostra – man sprach in diesem Zusammenhang häufig von einer Win-Win-Situation), ergibt sich beinahe ohne Zwischenschritt als logische Konsequenz daraus die Archivbombe:
K-Raum und Archiv bilden Facetten desselben Phänomens ab, bei dem größere Massen von Geschriebenem bei dichter Packung Dinge verschwinden lassen – im Falle des Archivs die sterblichen Überreste irgendeines Missliebigen. Es ist davon auszugehen, das besagte Leichen im K-Raum verschwinden, sie werden gewissermaßen final archiviert. Entscheidend für die Entstehung von K-Raum-Rissen ist eine kritische Masse an Geschriebenem, vorzugsweise bestehend aus Texten mit explosivem oder brisantem Inhalt.
Die einfachste Form der Archivbombe besteht aus zwei subkritischen Massen getrennt durch eine Schicht Schulaufsätze Jahrgangsstufe 8 (diese sind in der Regel derart sinnfrei, dass sie die Entstehung einer kritischen Masse hemmen). Die Zündung der Bombe erfolgt durch in dem Moment, wo durch enormen Schweredruck der Sinn der Worte aus dem Papier hinausgepresst werden und die Trennschicht aus sinnleeren Papieren überwinden. Die subkritischen Masse verschmelzen miteinander und bilden von einem Augenblick zum nächsten ein Archiv. Die Folge ist die Bildung eines enormen K-Raum-Risses, der alles im Umkreis Befindliche einfach archiviert, d. h. endgültig verschwinden lässt – ohne Knall, ohne Rauch, ohne pathetische Musik.

Literatischer Sprengstoff

Eine kleinere Abwandlung des Archivbombenprinzips stellt der literarische Sprengstoff dar. Hin und wieder erscheinen in der Weltgeschichte Texte, die kein Archiv im eigentlichen Sinne darstellen, jedoch trotz ihrer eigentlich subkritischen Masse in der Lage sind, K-Raum-Risse entstehen zu lassen. Beispiele hierfür sind die heiligen Bücher der großen Weltreligionen, die die Karl-May-Gesamtausgabe und Das Kapital. Das Zusammenführen mehrerer Texte dieses Kallibers sorgt ebenfalls für eine K-Raum-Expansion, die alles im Umkreis ausradiert – allerdings in wesentlich geringerem Umfang als eine volle Archivbombe. Literarischer Sprengstoff eignet sich für die Entfernung kleinerer Hindernisse (wie etwa einer Person oder eines kleineren Dorfes), während eine Archivbombe eher großflächig anwendbar ist (beispielsweise bei einem störenden Sonne samt Planetensystem).

Zufällige und geplante Archivbomben

Explosive Literatur:
Der Prototyp einer Archivbombe Anfang September auf dem Testgelände in Prinz-Mahongbad

Archivbomben können durchaus zufällig entstehen (insbesondere bei unfähigen Archivaren). Ein Beispiel hierfür ist der Einsturz des Kölner Stadtarchivs. Durch eine unglückliche Umstrukturierung der Bestände kam es zu einer begrenzten K-Raum-Expansion, die den Boden unter dem Gebäude verschwinden ließ (der Heinrich-Böll-Nachlass ist nicht so brisant).
In den Spiegelwelten ist das Prinzip der Archivbombe seit etwa fünfzig Jahren bekannt, allerdings beschränken sich die Experimente auf den theoretischen Sektor (manchmal sind die Bedenken doch stärker als der kindliche Trieb, alles in den Mund zu nehmen und jeden Knopf zu drücken, der sich finden lässt). Eine praktische Erprobung steht bis jetzt noch aus, allerdings initiierte das Vereinigte Königreich Hinterwald als Reaktion auf die existenzielle Bedrohung der gesamten Spiegelwelt ein größeres Programm zum Bau einer kleinen Achtkammer-Archivbombe, die explosive Texte der Literaturgeschichte zusammen mit den brisantesten Dokumenten aus dem Bereich Klatsch, Politik und Kochkunst enthält.

Probleme

Zentrales Problem von Archivbomben ist die Trennschicht aus sinnfreiem Material. Der Wirkungsgrad einer Archivbombe ist abhängig von der Geschwindigkeit, in der sich das Archiv bildet. Je langsamer dies von statten geht, desto geringer die Wirkung. Die schockartige Bildung eines Archivs kann aber nur durch enormen Schweredruck hervorgerufen werden, wie er in planetaren Zusammenhängen nicht vorkommt. Das Prinzip der Archivbombe lässt sich zwar auch auf der Oberfläche von Planeten anwenden, allerdings liegt die Sprengkraft dort allenfalls bei den handelsüblichen Sprengstoffen wie TNT usw. und wird allgemein unter dem Begriff Literatischer Sprengstoff geführt. Natürliche Archivbomben wie etwa in Köln haben durch ihre gemächliche Bildung von kritischen Archivmassen eine ähnlich zurückhaltende Wirkung, wenngleich sie beängstigend bleiben: wer weiß schon, wer was im Keller lagert – rein theoretisch könnte selbst aus einem Altpapiercontainer eine Mikro-Archivbombe werden.

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Hinterwald - Hund abschaffen, selber bellen.



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