Pompeji (Elefant)

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Pompeji, Wandgraffiti

Pompeji (* 49 auf Capri, 79 in Pompeji) war ein Elefant, der im römischen Pompeji und überregional eine zentrale Bedeutung hatte. Er wurde als heiliges Tier verehrt, war Heil-Tier, gilt als Namensgeber der Stadt und ist für den Ausbruch des Vulkans Vesuv verantwortlich, der die Stadt zerstörte.

Die Entdeckung des Elefanten bei Ausgrabungen im 19. Jahrhundert sorgte für eine Sensation. Ein sehr gut erhaltener Körperabdruck des Dickhäuters wurde freigelegt, einige Schriften wurden gefunden, die von Pompeji erzählten. Auch konnte man ihm einen Tempel zuordnen. Die Stadtgeschichte musste vollständig umgeschrieben werden und viele Historiker gestanden ihren Irrtum ein. Bis zu den Ausgrabungen unter der Leitung eines italienischen Archäologen-Teams wurde Pompeji als Legende und Kindermärchen verspottet.

Die sogenannte Pompeji-Sekte, die schon seit zweitausend Jahren einen Kult um den Elefanten betreibt, wurde lange Zeit als Vereinigung von Spinnern und Esoterikern angesehen, die an das Märchen glaubten. Kurz nach der Ausgrabung lösten sie einen Skandal aus und werden bis heute geächtet.

Ereignisse

Frühe Jahre

Pompeji kam auf der Insel Capri zur Welt und wurde mitsamt der Mutter nach Pompeji verschifft. Ein Kriegsherr kaufte beide Elefanten, stieß den kleinen Pompeji jedoch bald ab, da er nur die Mutter für den Krieg gebrauchen konnte und keine Zeit hatte, den Kleinen aufzuziehen. Der Landstreicher, Quacksalber und Scharlatan Vincent erwarb den kleinen Pompeji für wenig Geld und zog mit ihm durch die Stadt. Vincent wird als "der mit den Hörner-Haaren und Haifischzahn-Ketten" bezeichnet; heutzutage wird jedoch angenommen, dass er ein Verrückter mit schlechtem Mode-Geschmack war.

Pompeji wird heiliges Tier

Auf einem Marktplatz Pompejis streichelte angeblich ein Blinder den Elefanten und konnte wieder sehen. Ein Geiziger wurde von seinem Geiz befreit, eine Verschwendernatur verwandelte sich in einen nur-1-mal-im-Monat-in-die-Schenke-Geher und ein Choleriker wurde ein freundlicher Fischverkäufer. Pompeji hatte bald den Ruf, menschliche Gebrechen heilen zu können. Vincent erkannte die Fähigkeiten, die Pompeji besaß, kaufte sich sofort für seine letzten Münzen ein neues, weißes Gewand und trat als Heiler auf. Vincent und sein Elefant wurden in der ganzen Stadt bekannt. Immer mehr Patienten strömten in die Stadt und machten eine Therapie. Der Geldbeutel füllte sich.

Zum einen machten die Kranken eine Gesprächstherapie, wobei Pompeji nur wenige Zeichen gab. So wackelte er mit den Ohren, was Vincent dann deutete. Zum anderen inszenierte Vincent eine Gedankenübertragung, bei der Patienten Gedanken an Pompeji sendeten, und Pompeji seine Gedanken über Vincent äußern ließ. Je ausgeklügelter die Therapie war, desto mehr Geld brachte sie ein.

Vincent wird vertrieben

Doch bald erkannten die Bürger, dass Vincent nur ein Scharlatan war. Er besäße keine besonderen Fähigkeiten. Der Elefant hätte die Wunder vollbracht, und der begnügt sich mit Fressen und Trinken. Diese Einsicht führte dazu, dass man Drohungen an Vincents Villa schrieb und ihn aus der Stadt jagte. Pompeji ging in den Besitz derjenigen über, die sich verschworen um Vincent zu vertreiben.

Pompeji-Kult

Pompeji wurde nun von einem Kreis betreut, der aus etwa 20 Männern und Frauen bestand, die sich das Ziel setzten, Pompejis Heilkräfte kostenlos an das Volk zu bringen. Im Jahre 70 bauten sie eigens für ihn ein Gebäude, eine Art Praxis: Der spätere Elefanten-Tempel. Dort konnten die Bewohner Pompejis, mit Ausnahme der Sklaven, sich einen Termin machen lassen und ihre Spielsüchte, ihre Herrschsüchte und ihre sonstigen Gebrechen austreiben lassen.

Es war üblich, Heiler oder Heiltiere als Gottheiten anzusehen. So wurden die Ärzte Pompejis oft als Götter in Weiß angesehen; der Elefant galt bald als Gott in Grau. Die Praxis wurde in einen Tempel umgebaut. Pompeji wurde verehret, jedes Jahr kamen Zehntausend Gläubige, um dem Elefanten zu huldigen.

Untergang Pompejis

Pompeji löst den Ausbruch des Vesuvs aus

Im Jahre 79 wurde zum ersten mal das große Fest zu Ehren Pompejis gefeiert. Man bestieg den Vulkan Vesuv und zündete auf dem Gipfel einige Feuer. Diese Feuer wurden von den Pompejanern als Zeichen eines drohenden Vulkanausbruchs missverstanden. Viele tausend Bewohner flohen; die anderen ließen sich nicht aus der Ruhe bringen, denn, so die Begründung: “Es ist ja noch immer gut gegangen”. Bald verschwand die ganze Stadt unter dunklen Wolken. Pompeji wurde an die höchste Stelle des Vulkans gebracht, um das “große Ritual” durchzuführen (was dies genau war, ist nicht mehr bekannt). Pompeji blickte in ein Loch, in dem eine gelbrote Flüssigkeit waberte, und fiel hinein. Dabei explodierte der Vulkan und zerstörte die gesamte Stadt. Pompeji wurde hinaus geschleudert und unter den Asche- und Gesteinsmassen begraben.

Pompeji-Sekte

Pompeji ging unter, doch der Kult um den Elefanten blieb. Pompejaner, die geflohen waren, und einige Römer, die vom Elefanten gehört hatten, bildeten eine Glaubensgemeinschaft. Religionen und Sekten überdauern Jahrtausende: Christentum, Islam, Judentum, Templer, Illuminati, Yoga gibt es heute noch. So auch die Pompeji-Sekte, die die Zeit im italienischen Neapel im Geheimen überdauerte. Sie war schon immer von der Existenz Pompejis überzeugt, und sollte als einzige Religionsgemeinschaft und Sekte in ihrem irren Glauben Recht behalten. Sie hielten dem Spott stand und wurden belohnt; vorrausgesetzt, die archäologischen Fundstücke sind kein Hoax. Doch beliebt wurden sie nicht, denn sie wussten die Wahrheit eher als die anderen, was sie auch immer allen zeigten.

Skandal

Die Pompeji-Sekte militarisierte sich irgendwann im Mittelalter. Sie erfanden neue Kulte und Regeln um Pompeji. So dichteten sie eine Sekten-Hymne und erfanden das Darstellungsverbot des Heiligen Tieres. Kurz nachdem der Körperabdruck Pompejis entdeckt wurde – der Abdruck entstand durch einen Hohlkörper im erhärteten Gestein, den er hinterließ – wurde er in Museen ausgestellt. Neben anderen Bewohnern Pompejis wurde er begafft. Darf man Pompeji darstellen, gar in den letzten Sekunden seines Lebens? Sektenmitglieder schrieben Drohbriefe an die Museen, die sich dann verpflichteten, das Exponat nicht mehr auszustellen.