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Montréal

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Montréalerin bei der Arbeit, Musée de Beaux Arts de Montréal. Im Hintergrund die Skyline.

Montréal (französisch Montréal, englisch Montreal, spanisch Montreal, polnisch Montreal, italienisch Monreale, Inuktikut ᒧᕆᐊᓪ, Arabisch مونتريال, Chinesisch 蒙特利尔, russisch Монреаль,hebräisch מאנטרעאל deutsch Königsberg) ist eine Stadt in Kanada, äh Québec, die gerne von kreativen, hippen, auf Work-and-Travel-Visum arbeitetenden Werbetextern als das Berlin Nordamerikas bezeichnet wird.

Das ist aber falsch. Montréal hat keinen Weltkrieg gebraucht, um eine hässliche Innenstadt zu haben, und außerdem war Berlin nie zwischen zwei Bevölkerungsgruppen geteilt, die zwei verschiedene Sprachen sprechen. Diese Situation wurde als unangenehm betrachtet, deswegen hat man einfach Französisch zur einzig wahren Sprache erklärt und Bewohner aus allen Teilen dieser Welt angesiedelt, die gefälligst Französisch sprechen sollen. Oder zumindest nicht Englisch. Also sie sollen Englisch sprechen, aber nicht besser als Französisch und am besten nicht in der Öffentlichkeit... Fuck, äh TABARNAK, wer soll das verstehen...

MontrealWappen.svg Stadtwappen

Montréals Stadtwappen zieren Ahornblätter, ein Kleeblatt, eine Rose, eine Lilie und eine Distel. Offiziell soll das die Gründernationen repräsentieren und dass Montréal immer multikulturell war. Tatsächlicher aber wurde die Motivik gewählt, damit die Montréaler im Winter wenigstens ein paar Blumen sehen und sich nicht reihenweise in den Sankt-Lorenz stürzen.

MontrealWappen.svg Geographie

Montréal liegt in Kanada. Zumindest könnte man zu dieser Ansicht gelangen, wenn man auf Wikipedia die Karte anschaut. Behauptet man das aber in der Stadt, dann wird man wahrscheinlich entweder in Ahornsirup ertränkt oder ohne Schlittschuhe während eines Eishockeyspiels auf das Feld geworfen. Die Einwohner sprechen meist ein im weitesten Sinn an die Sprache unser linksrheinischen Nachbarn ähnelndes Französisch, sind aber zumindest mehrheitlich keine Franzosen – sie können ja schließlich englisch.

Typische Montréaler Schulklasse. Jean-Achmet (ganz links) wurde aus dem Bild teilweise rausgeschnitten, weil er nur zwei Sprachen spricht.

Sie entschuldigen sich zwar, wenn sie auch nur einen Meter an einem vorbeilaufen und sehen Ahornsirup als Nektar und Ambrosia an, Kanadier sind sie aber auch nicht. Die Dichte an Karohemden ist erstaunlich gering und Leute mit der Axt sieht man auch eher selten. Außerdem wohnen sie so eng zusammen, dass es sich sogar lohnt, eine U-Bahn zu betreiben.

Man kann sich darüber streiten, ob Montréal in Québec, in Kanada oder auf dem Mond liegt, aber es liegt sicher auf einer Insel (außer wenn der Fluss zufriert). Genau wie Manhattan, nur dass der Fluss da seltener zufriert. Genau wie Manhattan hat es einen großen Park in der Mitte, der aber – welch Schlamperei – nicht komplett rechtwinklig ist. In diesem Park befindet sich der Mont Royal, der einzige Ort, der sicher über der Schneedecke liegt und nach dem die Stadt benannt ist – nur halt anders geschrieben. Das liegt daran, das man von der Provinzregierung Québecs gezwungen wurde, den Akzent einzubauen, den jede Stadt in Québec tragen muss – aus Mont Royal wurde Montréal. Die Kollegen aus Trois-Rivières und Gaspé begrüßten das.

MontrealWappen.svg Geschichte

Jahrhundertelang siedelten Algoquin auf der Insel, in einem Ort namens Hochelaga. Hey, wen interessiert das? Jeder weiß, dass bevor der Franzose seine nach Käse riechenden Füße auf die Insel setzte, kein zivilisiertes Leben möglich war. Deswegen heißt die Insel bis heute im schönsten Französisch « Ile de Montréal ».

Besagter Franzose, der Herr Jacques Cartier, hielt es auf der Insel aber nur wenige Tage aus. Dafür hat man ihm später eine fette Brücke über den St.-Lorenz gebaut. In der Folge bauten die Franzosen eine Stadt, die Altstadt, die heute nur noch für Touristen interessant ist. Den Rest der Stadt bauten die Briten, weil die Franzosen sich lieber in der Karibik sonnten als im Norden Eisfischen und Holzfällen zu gehen. Dies ist eine Tradition geworden, denn bis heute befindet sich ein guter Teil der Einwohner konstant in Florida, auf Kuba, in Mexiko oder in der dominikanischen Republik.

Aber das gleicht sich aus, denn bis heute leben genug Latinos in Montréal. Neben Italienern, Iren, First Nations, Pakistani, Indern, Juden, Briten, Franzosen, Franzosen und noch mal, Franzosen, Belgiern, Schweizern, Deutschen, Chinesen, Vietnamesen, Filipinos, Thailändern, Marokkanern, Tunesiern, Algeriern, Ägyptern und vielen anderen (an dieser Stelle wäre es unmöglich alle zu nennen, es tut uns wirklich leid sorry und désolé). Und weil man die ganze Welt eh schon in der Stadt hatte, durfte man im 20. Jahrhundert auch die Weltausstellung und die Olypischen Spiele ausrichten – die Teilnehmer mussten ja nicht mehr weit anreisen.

MontrealWappen.svg Viertel

Straßenszene im Mai. Die Besitzer holen die Fahrräder ab, wenn sie fertig mit Schneeschippen sind.
  • Die Altstadt: Montréal hat tatsächlich eine Altstadt. Die ist zwar weder groß noch spektakulär, aber weil Kutschen rumfahren und weil's halt im Reiseführer steht sind immer viele Touristen da.
  • Centre-Ville: Weil in der Altstadt die ganzen Touristen sind und man deswegen die alten Häuser nicht plattmachen darf, musste man die Innenstadt mit ihrer Uni, ihren Wolkenkratzern und ihren Pennern gleich daneben bauen. Das Centre-Ville bietet alles, was Nordamerika an Architektur zu bieten hat: Beton und Glas, und das in allen möglichen Farben von Schwarz, Dunkel- Matt- bis Hellgrau. Montréal ist schließlich bunt.
  • Downtown: Montréal ist ja irgendwie doch zweisprachig, also gibt es auch noch ein Downtown. Hier sieht man mehr Glas als Beton und die Häuser sind etwas höher.
  • Plateau. Bekannt für seine Aussentreppen, auf denen man im Winter schön ausrutschen kann. Ansonsten französisch besetzte Zone (ja das gibt's), weil die Mieten hier etwas höher sind – sonst würden die Franzosen in Québec einen Kulturschock erleiden.
  • Westmount: Nach Plateau der zweitkreativste Ortsname der Stadt. Stimmt aber gar nicht, denn Westmount ist eine eigene Stadt. Die reichen Anglos wollen schließlich nicht für die armen Montréaler zahlen.
  • Da der Titel des zweitkreativsten Ortsnamen wieder frei ist, nimmt ihn Outremont (deutsch Hinter dem Berg) ein. Weit weg von der Innenstadt, aber nah am nächsten Bagelstand und der nächsten Synagoge. Die Bewohner tragen gerne lange Loden und Pelzmäntel auch im Sommer.
  • Côte des Neiges: Côte des Neiges heißt übersetzt Schneehang. Klingt unglaublich anziehend. Vielleicht ist das der Grund, warum hier so viele Einwanderer leben.

MontrealWappen.svg Und die MontréalerInnen?

Der oder die MontréalerIn sind mindestens dreisprachig, keine Kanadier und megasympathisch. Entweder hat er oder sie Verwandte, die vor 400 Jahren von Frankreich über den Atlantik geschippert sind, oder aber Verwandte auf drei Kontinenten. Wenn er nicht an der Uni, in der Gastronomie, in der Videospiel- oder Werbebranche arbeitet trinkt er Bier in einer Microbrasserie oder feuert die Canadiens de Montréal, das Eishockeyteam, an, und trinkt ein Bier dabei.

Montréal hat mehr Studenten als die meisten deutschen Universitätsstädte Einwohner, die an vier Universitäten studieren (eine englisch, eine offiziell zweisprachig und zwei Französischsprachig), die sich untereinander regelrechte Bürgerkriege liefern. Kanadische Bürgerkriege, die auf Schlittschuhen mit Hockeyschlägern ausgetragen werden.


Er oder sie liebt seine Stadt (weil sie so multikulturell ist) träumt aber insgeheim vom einem Altersruhesitz in Florida. Danach gibt er sich einen Ruck und geht Schnee schippen.