Melancholiker

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Melancholiker, der: tiefsinniger Zeitgenosse, der es liebt, an ersten nieslig-neblichten Herbsttagen, mit hochgeschlagenem Mantelkragen, über großstädtische Friedhöfe zu flanieren und sich morbiden Gedanken hinzugeben.

Ihre Schultern sanft in edlem Wollpullover wiegend, streift diese Kreatur müden Blickes den verwehten Spuren des Sommers hinterher, hier einen verblühten Rosenstock grüßend, dort mit zärtlichem Auge die Patina eines Kupferengels liebkosend: "Tod, wo ist dein Stachel?"

Und wenn die Dämmerung heraufzieht, im Zwielicht die Abendmutter hinter wehendem Gebüsch hervorlugt und schaurige Kindheitserinnerungen ein wohlig-grusliges Gefühl erzeugen, dann richtet der Melancholiker seine Schritte zum nächsten Taxistand. Auf der Heimfahrt lässt er vor seinem Weinhändler halten und unter schweren Augenlidern die Etiketten der bauchigen Flaschen musternd, entscheidet er sich für ein Fläschchen Montrachet, im Angebot für 34,95€. Schwer fühlt er die in Seidenpapier gewickelte Flasche in den tiefen Taschen seines Trenchcoats, ihn an die Last des irdischen Seins gemahnend. Und bevor er nun endgültig seine Schritte in Richtung heimeliger Wohnung lenkt, kehrt er noch auf einen kurzen Pastis ein in sein Bistro. Dort, inmitten anderer Melancholiker, an kleinen edelhölzernen Tischchen einsam in ihr Schicksal ergeben, fällt sein Blick auf seine neuen Wildlederschuhe. Da, ein dunkler Fleck Feuchtigkeit! Das wird wohl einen bösen Kranz hinterlassen, der nie mehr weggeht!! Und so sieht der Melancholiker seine Weltsicht auch in diesem erschütternden Augenblick noch einmal bestätigt, bevor er endgültig nach Hause geht.

Gottlob, daheim wartet eine Gefährtin auf ihn, und nach den Antipasti wird es schweren Braten geben. Und seine Schritte werden schneller, sein Blick hellt sich auf. Denn er ist ja nur ein Melancholiker aus Neigung, und, Gott bewahre, mitnichten depressiv.

Herkunft und Abstammung

Der Begriff des Melancholikers wurde ursprünglich von den Nashorn-Kritikern (auch Hippokratiker) geprägt. Diese Menschen der Antike lebten ausschließlich von Saft. Da es jedoch noch nicht viele Früchte gab (diese wurden erst im Mittelalter reif), waren nicht mehr als vier unterschiedliche Säfte verfügbar. Weil nun aber die Nashörner die Vorherrschaft über die weltgrößten Saftlagerzentren besaßen, mussten sie zahlreichen Anfeindungen seitens der Nashorn-Kritiker standhalten. Um dieser aufständischen Situation Herr zu werden, vergifteten die Nashörner die vier verfügbaren Säfte mit vier multi-mutagenen Bakterienkulturen. Jeder, der von nun an einen der Säfte trank, nahm dadurch -genetisch manifestiert- eine für diesen Saft typische Charaktereigenschaft an und vererbte diese auch an seine Nachkommen weiter. Da jedoch kaum einem Menschen ein Saft genügte, vermischten sich die Charaktereigenschaften (Viersäftelehre) und die Menschen wurden ganz verrückt, wodurch die Nashörner bis heute unbemerkt an der Macht bleiben konnten. Die vier Säfte lauten

  1. Sanguiniker-Saft: erzeugt Sanguniker, welche nerven, weil penetrant.
  2. Choleriker-Saft: erzeugt Choleriker, welche auch nerven, weil laut.
  3. Melancholiker-Saft: erzeugt Emos, welche am meisten nerven, weil Heulsusen.
  4. Fleck-matiker-Saft: erzeugt Fleckenzwerge, die sich in Betten verstecken, also nicht nerven.

Verbreitung und Subkulturen

Fleckenzwerge paaren sich oftmals mit Melancholikern, weshalb es viele Fleckenzwerg-Melancholiker gibt. Am liebsten paaren sich Emos jedoch untereinander und sind dabei glücklicherweise nicht zu produktiv, da der Paarungsakt unter Umständen zuviel Spaß bereiten könnte. Also könnten man dies häufig auch ein trauriges Beisammensein nennen.

Alternative Bezeichnungen für Melancholiker

  • Emos
  • Jammerlappen
  • Depris
  • Trauerklöße
  • Heulsusen

Typische Erkennungsmerkmale

Melancholiker sind potenziell trübsinnig. Das bedeutet, dass sie in ihrem Alltag auch dann stets unglücklich und unzufrieden sind, wenn es offensichtlich keinen Grund dazu gibt. Sie versuchen dauerhaft, andere herunterzuziehen, ohne dabei zu bemerken, dass sie (mit wenigen Ausnahmen) eigentlich gar keine Chance haben. Melancholiker sind folglich daran zu erkennen, dass Sie heulend oder jammernd in der Ecke sitzen. Dem Emo ist dies jedoch vollkommen egal, solange alle anderen ihn in ruhe lassen und ihn nicht mit ihrem Glück bedrängen. Des Weiteren erkennt man Melancholiker an gewissen charakteristischen Äußerungen.

Charakteristische melancholische Äußerungen

  • "Ist mir egel!"
  • "Ich heul gleich!"
  • "Interessiert mich einen Scheiß!"
  • "...lass mich gefälligst in ruhe!"