1 x 1 Silberauszeichnung von Das-schwarze-Schaf

Mein Dampf

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Ein Stück Volksliteratur

1943. Der zweite Weltkrieg beschäftigt die Menschen. Es bleibt wenig Zeit für die angenehmen Seiten des Lebens, zum Beispiel wenig Zeit für Fußball, wenig Zeit für Synchronschwimmen und vor allem auch sehr wenig Zeit für die Zubereitung von Essen jedweder Art. Schmalhans ist Küchenmeister und von Monat zu Monat kommen weniger Gaumenfreuden auf die deutschen Tische. Das Volk macht sich in seiner Misslaune Luft, und in den Widerstandskreisen macht eine Buchproduktion die Runde. Unter höchster Lebensgefahr verfasst und nur in wenigen Exemplaren vervielfältigt, kursiert eine skurrile Rezeptesammlung durch die deutschen Haushalte: "Mein Dampf". Niemand weiß, wer es verfasst hat. Manche sagen, es sei der freidenkende Münsteraner Bischof Graf von Galen gewesen, wieder andere schreiben seine Entstehung dem Kreisauer Kreis, einem widerständlerischen ostpreußischen Gourmetverbund, zu. Seit der Märchensammlung der Gebrüder Grimm hat kein Buch der verschriftlichten mündlichen Tradition so zu begeistern gewusst!

Struktur

Mein Dampf ist eine Loseblattsammlung in Ringbuchform. Man kann die einzelnen Rezepte herausnehmen und auch hinterher problemlos wiedereinheften. Es ist unterteilt in drei eigenständige Kapitel. Spätere Wissenschaftlergenerationen interpretierten die Dreiteilung entweder als religiöse Allegorie oder als werkimmanente Kritik an der fehlenden Gewaltenteilung im gleichgeschalteten Deutschland.

Das erste Kapitel beschäftigt sich mit politischen Speisen bis 1918, das zweite Kapitel nimmt sich die Speisen der gesamtdeutschen Weimarer Kulinarik vor und das dritte, abschließende Kapitel trägt die völkische volksdeutsche Volksküche des Volkes nach 1939 zusammen.

Beispiele für Rezepte

Beispiele aus Kapitel 1

Wilhelm Pickelsteiner, ein schmackhafter Eintopf für flache Zeiten

Beispiele aus Kapitel 2

Beispiele aus Kapitel 3

Buchstabensuppe aus den Überschriften von Thomas Manns Buddenbrooks

Mein Dampf nach 1945

Der alliierte Kontrollrat verbot das Buch nach dem Sieg über die Nazis umgehend auf Wunsch der neuen deutschen Obrigkeit. Vergessen und Vergeben, das Motto der Bundesrepublik Deutschland, erreichte auch die Kochbuchszene sehr schnell. Vereinzelt tauchen in gutsortierten Antiquariaten immer noch Blätter aus der volksdeutschen Rezeptesammlung auf. Das Nachkochen und Wiederaufwärmen lohnt in jedem Fall. Das Buch ist ein wichtiger Teil der deutschen Geschichte.