Massenmord

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Der Mensch ist ein faules Wesen. Dieser Umstand zeigt sich nicht nur in der Nahrungsaufnahme oder beim gemütlichen Mittagsschläfchen. Nein, auch bei der Tötung seiner Artgenossen offenbart der Mensch seinen Hang zur Bequemlichkeit. Denn der Serienkiller, der über einen langen Zeitraum hinweg seine Opfer aufspürt, um sie anschließend genüsslich sterben zu sehen, hat ausgedient. Heutzutage geht der Trend wieder in Richtung möglichst schnell und möglichst viele. Der Massenmord erlebt eine neue Blütezeit.

Geschichtliches

Der Ursprung des Massenmordes ist dem Menschen praktisch angeboren. Das Verlangen, gleich mehrere Menschen auf einen Schlag zu massakrieren existiert quasi seit es unserer Art gelungen ist, eine Keule in der Hand zu tragen. Ja, es kam nicht selten vor, dass ein Urmensch plötzlich ein urwütender Mensch wurde und in seinem Blutrausch seinen ganzen Stamm niedermetzelte. Irgendwann zivilisierte sich der Mensch jedoch und mit ihm stieg auch der Massenmord in ganz neue Sphären auf. Von nun an tötete man nicht mehr aus Wut oder Eifersucht, Massenmorde hatten nun politische, religiöse oder kulturelle Hintergründe. Das Abbrennen ganzer Städte, Massaker an Volksgruppen oder die Vernichtung religiöser Gruppierungen waren bald antiker Alltag. Mit dem Untergang des römischen Imperiums, welches in Sachen Völker- und Massenmord revolutionäre Maßstäbe gesetzt hatte, errangen barbarische Volksgruppen die Macht in Europa.

Das Mittelalter. Romantik sieht wahrlich anders aus!

Um jedoch im Sumpf der Unzivilisierten als König emporzusteigen, mussten die späteren Machthaber ein altbewährtes Mittel zur Beseitigung ihrer Konkurrenz anwenden - der Massenmord verschwand nicht aus dem Gedächtnis der Menschheit. Am Schluss blieben die grausamsten Fürsten ihres jeweiligen Landes über, weshalb sich die Frage, ob es auch im Mittelalter solch grausame Vielfachmorde gab, beinahe erübrigt. Immerhin wurde das ganze Prozedere ein wenig humaner, schließlich bestand für Personen, die dem Tode ins Auge sahen, immer noch die Möglichkeit, die läppische Folter zu erdulden. Meist traf es zur damaligen Zeit Schwule, Andersgläubige oder Rothaarige, mit Luthers Thesenanschlag kamen auch die Protestanten hinzu. Im Dreißigjährigen Krieg wurde schlussendlich alles, was irgendwie im Stande war, irgendetwas abzuschlachten, aufeinander losgelassen, das Ergebnis war dementsprechend. Daraus gelernt hat der Mensch - wen wundert es? - nichts. Auch im 19.Jahrhundert fanden die Menschen Gefallen an Massen von Leichen, die die Straßen binnen weniger Minuten blutrot färbten. So hatten beispielweise Kommunisten und radikale Nationalisten in ihrer Freizeit offenbar nichts anderes zu tun, als ganzen Städten den Geruch von Verwesung aufzudrängen.

Der Erste Weltkrieg machte Massenmord zwar für einige Jahre wieder international salonfähig, die großen Tötungsdelikte dieser Zeit blieben aber eine nationale Sache. Mit Ende dieses ersten großen Weltkriegs kam jedoch die große Zeit der Diktatoren. Egal ob in Russland, Deutschland, Italien oder Spanien - es wurde überall unter Aufsicht irgendeines Führers alles abgeschlachtet, was nur geringfügig anders war als die Mehrheit. 1945 war zumindest in Deutschland Schluss damit. Was folgte war wohl eine der schwersten Zeiten für den Massenmord, denn Massenmord wurde intensiv von den Nazis genutzt und schließlich musste alles, was unter Hitler benutzt wurde, automatisch schlecht sein. In dieser Zeit war es den ehemaligen Massenmördern nicht mehr vergönnt, ihre Opfer massenweise krepieren zu lassen. Nein, sie mussten doch tatsächlich jedes ihrer Opfer einzeln aufspüren und dabei wertvolle Zeit vergeuden. Die Polizei tat sich leichter, Mörder einzubuchten und die Zahl der Täter ging rapide zurück. Ein paar Massenmorde (Vietnamkrieg, gelegentliche Schulmassaker, etc.,..) waren die Ausnahme, das triste Leben der Serienkiller dafür beinharter Alltag. Der nächste Hype um Massenmorde war aber Gott sei Dank nicht mehr weit, denn als irgendwelche Al-Qaida-Terroristen zwei schmucke Türme dem Erdboden gleich machten und dabei die ein oder andere Seele ins Nirwana beförderten, entfachten sie eine neue Leidenschaft für großangelegte Tötungsdelikte. Ja, sogar die Prominenz, allen voran George W. Bush, ließ ihrer Begeisterung für Massenmorde bei kleineren Vernichtungstrips freien Lauf.
Anonyme Massenmörder: Jeden Montag um 14:00 Uhr.

Arten

Völkermord

Man kann den Völkermord getrost als Klassiker bezeichnen, immerhin wurde er schon von so einigen Machthabern benutzt, um eine unliebsame Volksgruppe einfach mal eben verschwinden zu lassen. Diese Menschen hatten aber auch immer gute Gründe dafür: Juden würden stinken, Armenier hätten Läuse und die Tutsi hat man massakriert, weil sie nie ihre Zehennägel geschnitten haben. Wer würde da nicht zum Mörder werden? Weil aber 1948 ein paar kluge Köpfe beschlossen hatten, der Name Völkermord sei zu schlicht, suchte man nach etwas Außergewöhnlichem, schließlich gab's ja nicht jeden Tag einen Völkermord (außer bei den Sowjets, aber die verärgerte man lieber nicht und nannte die dortigen Völkermorde einfach notwendig). Schlussendlich einigte man sich auf den Namen Genozid, laut den klugen Köpfen klang das bedrohlich und furchteinflößend. Genaue Regeln gibt es bei einem Genozid nicht. Einzige und allein die systematische Ermordung einer spezifischen Minderheit oder Volksgruppe steht hierbei im Vordergrund. Der Tod kann durch viele Auslöser herbeigerufen werden. Beispielweise, indem man Betroffene erschießt, sie erhängt oder ertränkt. Auch Arbeits- oder Vernichtungslager sind eine beliebte Variante.

Politischer Massenmord

Wenn heute ein Sozialdemokrat gegen diese Konservativen schimpft, dann ist das doch längst nicht mehr ernst gemeint. Dafür haben sich die unterschiedlichen Parteimitglieder einfach viel zu lieb. Früher, ja früher da war das noch ganz anders. Die Sozialdemokraten, die Konservativen, die Kommunisten, die Nationalsozialisten - alle haben einander erstochen, erschossen oder weiß Gott was miteinander gemacht. Ach, die alten Zeiten. Damals war Politik eben noch Herzenssache. Dabei ist die Theorie für politische Massenmorde doch so einfach. Person A vertritt diese politische Richtung, während Person B jene politische Richtung vorzieht. Deshalb muss Person A Person B ermorden und am besten seine Freunde und seine Familie gleich mit dazu. Nun gut, man kann jetzt über Ethik streiten so viel man will, eines wird man jedoch nicht bestreiten können: Politischer Massenmord ist eine verdammt gute Wahlkampfstrategie. Schließlich kann eine Partei, deren Anhänger allesamt in die ewigen Jagdgründe eingingen, wohl kaum ein zufriedenstellendes Wahlergebnis erreichen.

Religiöser Massenmord

Mao Zedong am ersten Platz. Fast wie früher bei den Wahlen.
Der religiöse Massenmord verläuft im Prinzip nach genau dem gleichen Schema wie der politische - nur halt mit Religionen. Allgemein gilt aber eine Faustregel: Schuld sind immer die Juden! Das hat so schon bei den Römern angefangen und hat bis heute Tradition. Im abendländischen Mittelalter war es beispielweise egal, ob gerade die Pest ausbrach oder ein Unwetter die Stadt zerstört hatte, vorsichtshalber wurden mal sämtliche Juden aus der Umgebung zusammengeschleift und gelyncht - natürlich nur, um auf Nummer sicher zu gehen! Jahrelange Schikane und der schicke Mann in braun haben aber zur Folge, dass - vor allem in Mitteleuropa - beinahe keine Juden mehr auf den Straßen unterwegs sind. Deshalb muss man sich hierzulande ja auch neue religiöse Feindbilder suchen. Anbieten würden sich da etwa die Moslems oder die Zeugen Jehovas. Naja, Hauptsache irgendwelche Randgestalten können ihren Frust an Andersgläubigen auslassen. Es geht aber auch anders! Denn oftmals ist die Täter-Opfer-Rolle etwas seltsam ausgelegt, zum Beispiel wenn irgendwelche Sekten beschließen, kollektiven Selbstmord zu begehen.

Trivia

  • Einmal im Jahr veröffentlichen Fachzeitschriften eine Liste der berüchtigtesten Massenmörder, Mao Zedong holt sich dabei regelmäßig souverän den ersten Platz. Ein weiterer Grund, stolz auf die Volksrepublik zu sein!

Siehe auch