Mailer-Daemon

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Eine seltsame Identität aus den Tiefen des WWW spukt schon seit dem Anbeginn der Onlinezeit durch die Untiefen des Emailverkehrs und symbolisiert die Kehrseite, die Fratze als Gegenstück zum Laugth.gif der Globalisierung durch eine weltumspannende Kommunikation.

Standort und Arbeitsweise

Der Aufenthaltsort des Daemons ist unbekannt, seine Aufmerksamkeit gilt als die sensitivste aller Überwachungsprogramme und gilt als Ideal Londoner Sicherheitsbeauftragter.

Sobald jemand eine Mail an eine nicht existente Emailadresse gesendet hat, zum Beispiel als Opfer einer geilen Mutmaßung zwischen Kollege und Kollegin, deren private Mailadresse sie konsequent nur vor dem Chef nicht geheim hält, tritt Mailer-Daemon als lauschendes Etwas auf den Plan und erntet die Früchte der Angst durch die Information des unglücklichen Absenders:

I'm afraid I wasn't able to deliver your message to the following addresses. This is a permanent error; I've given up. Sorry it didn't work out.

------ This is a copy of the message, including all the headers. ------
Return-path: <[email protected]>
Received: from postmaster by mailserver.com with local (Exim 4.41)
       id 1DkNkc-000OXB-Ib; Mon, 18 Jul 1998 17:13:50 +0200
Date: Mon, 18 Jul 2005 17:13:50 +0200
From: <[email protected]line.de>
To: [email protected]
Cc: *deleted*
Subject: Und jetzt habb ich Daine Addy, Du geiles …..
Message-ID: <[email protected] t-online.de >
References: <[email protected]> <[email protected]>
Mime-Version: 1.0
Content-Type: text/plain; charset=us-ascii
Content-Disposition: inline
In-Reply-To: <[email protected]>
450 <mail.X[X]>: Client host rejected: try again later

Wohin das Original verschwindet (“This is a copy of the message…”) bzw. was er damit macht, ist und bleibt unklar und hat möglicherweise etwas mit dem Verkauf von privaten Massendaten übers Internet zu tun, vor allem, da bisher keine andere Möglichkeit der Finanzierung des Dämons entdeckt wurde.

Ein schreckliches Schicksal?

Nachdem er plattformübergreifend vielleicht sogar tatsächlich das Original der Mail vernichtet und den Absender informiert hat, fällt er in einen potenziell jahrhundertelangen Schlaf, bis er wieder durch eine einzige falsche Adressierung wachgeküsst wird. Ist es wirklich so, dass der Daemon eine mythologische Figur ist, die wie weiland Medusa von Zeus furchtbar bestraft wurde, stellt seine Existenz durch den sehr unruhigen Schlaf auch ein schreckliches Schicksal dar und würde dann sicher liebend gern als Bluescreen bei Microsoft oder als Bot bei der Wicked Pedia arbeiten.

Adresse

Man erreicht ihn unter [email protected] oder unter [email protected], je nachdem, ob er gerade seinen Freund besucht oder nicht. Ob sie etwas miteinander haben, ist nicht bekannt.

Interview mit Mailer-Daemon (über Mail)

Mailer-Daemon als virtueller Sensenmann oder wodurch merkt man, dass man tot ist?

Redaktion: Du schreibst beruflich immer in Englisch. Bist Du Engländer bzw. woher kommst Du eigentlich?

Daemon: Ich beherrsche viele Sprachen und muss meinen Sprachschatz daher andauernd auffrischen, daher bin ich auch immer online. Nein, ich bin kein Engländer, sondern komme aus einer ganz anderen Gegend.

Redaktion: Warum mailen Dich so viele Leute an?

Daemon: Das tun sie ja gerade nicht, aber in Zeiten nicht mehr so sicherer Arbeitsplätze habe ich gottseidank die Aufgabe, auf die Dummheit von Menschen reagieren zu müssen/zu dürfen, werde also nie arbeitslos werden, denke aber auf der anderen Seite auch noch nicht an die Rente.

Redaktion: Nun, ehrlich gesagt, siehst Du, nach dem angehängten Bild urteilend, nicht mehr ganz so frisch aus. Stresst Dich Dein Job?

Daemon: Nun ja, ich bin ja multitaskingfähig und das sogar als maskulines Programm. Es ist ein Fluch und ein Segen zugleich. Die Inhalte, die man zurücksenden muss, gehen natürlich nicht spurlos an einem vorbei, das ist klar!

Redaktion: Zum Beispiel?

Daemon: Nun ja, äh, nach den Kontaktmails gemessen, dürfte es eigentlich keine Pärchen mehr geben, aber ich glaube, diese Einschätzung ist falsch, natürlich auch Ü-18-Kram, Sado-Maso-Geschichten vom Hausmeister an die Lehrerin, Bestellstornos - Bestellungen scheinen immer beim richtigen anzukommen - unvorteilhafte Bilder von der letzten Weihnachtsfeier, umrahmt von schlechtem Erpresser-Deutsch“

Redaktion: Was machst Du mit beigefügten Anhängen, Dateien, Bildern, Filmen?

Daemon: Die muss ich verschrotten. Und zwar umweltgerecht. Recycling ist aufgrund Datenschutz nicht möglich!

Redaktion: Du schreibst so oft „I ’ve given up“, das schreibt man normalerweise ja nicht erst nach einem einzigen Versuch, hast Du es also wirklich mehrfach versucht, hast Du mit dem Gusto einer an sich verzweifelten Situation, dass eine Kommunikation zwischen zwei Menschen nicht zustande zu kommen droht, es wirklich mehrfach probiert, alle Möglichkeiten des WWW ausgenutzt, um die Mail doch noch an den wohlmöglich unzugänglichen Ort weit draußen im Himalaya oder in den Schweizer Bergen loszuwerden?

Daemon: Ja.

Redaktion: Wie sieht es mit der Nachbetreuung unglücklicher User aus?

Daemon: Da gibt es keinen Support mehr. Schließlich muss ich ja auch ein bisschen meinem Namen gerecht werden oder hast Du schon mal von einem bösen Geist gehört, der einem Erschrockenem ein Herzmedikament unter die Zunge sprüht oder eine Supervision für ehemalige Besessene veranstaltet?

Redaktion: Ok, eine letzte Frage noch, Daemon…

Daemon: I’ve given up.