Magix Music Maker

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Magix Mickey Mouse (MMM): Ach halt... das war etwas anderes

Der Magix Music Maker (kurz: MMM) ist eine atemberaubende Software für den PC, mit der jeder im Handumdrehen zum Mozart der Neuzeit werden kann und nur mit ein bisschen Übung einen Charthit nach dem anderen abfeuern wird. Der MMM ist das Fifa unter den Musiksoftwares und erscheint alle Jahre wieder in einer neuen Version. Irgendwann hat auch Magix damit aufgehört, Bezifferungen hinter die neue Version zu setzen und verwendet stattdessen nur noch Jahreszahlen.

Übersicht

Magix selbst stellt den Music Maker gerne als Zugpferd unter den Musikprogrammen dar, welches quasi ohne Probleme mit Cubase oder Logic mithalten könne. Das ist im Prinzip so, als würde ein Spielwarenhersteller seine Kunststoff-Spielküche als Nonplusultra für Großküchen anpreisen.

Zu erwerben gibt es dabei grundsätzlich (neben den hunderttausend Ablegern für jedes Genre) zwei verschiedene Versionen. Eine für talentfreie Hobbymusiker und die andere auch. Letztere ist bloß vierzig Euro teurer und gibt dem Nutzer das Gefühl, wirklich ein Talent zu sein. (→ siehe Abschnitt "Produktion" für weitere Informationen)

Dabei ist der MMM an sich logisch aufgebaut. Für einen durchschlagenden Charthit benötigt man lediglich eine funktionierende Computermaus sowie einen halbwegs stabilen PC. Damit das Aufspielen des Programms erfolgreich abgeschlossen werden kann, wird von Magix ein gewisses EDV-Grundwissen vorausgesetzt, da sich die Software meist schon bei der ersten Installation vorlaut meldet und behauptet, der PC besitze nicht unbedingt die beste Audiokarte, was eigentlich reines Marketing der Firma Magix ist. Denn was funktioniert besser, als zu zeigen, dass selbst beste und neueste Audiokarten mit der Qualität des Music Makers einfach nicht mithalten können? Erst, nachdem man die "Ignorieren"-Taste mehrmals gedrückt und die Werbung "Passende Magix-Audiokarten hier erhältlich" genügend oft geblockt hat, gibt der Music Maker nach.

Aufbau

Da sich das Interface jedes Jahr aufs Neue ändert, kann man keine genauen Angaben machen, wie genau jetzt alles im Detail aufgebaut ist. Grundsätzlich findet man allerdings bei jeder Version das, was es bei allen Hobbyversionen einer Freeware auch finden lassen würde. Besonders hervorstechend sind „Datei öffnen“, „Datei speichern“, „Datei speichern unter...“ und nicht zu vergessen „Neues Projekt“. Mit vier einfachen Buttons schafft es Magix, eine simple und dennoch geniale Basis zu schaffen, Musik produzieren zu können.
Auffällig sind dann auch die ins Auge springenden, horizontalen Leisten, sogenannte Spuren. Ganze sechszehn besitzt das Programm in beiden Vollversionen und bietet somit besonders viel Platz für Kreativität - nämlich gar keine. Dazu kommt, dass die Anwendungen nebenher so viel Arbeitsspeicher fressen, dass wenn dann alle sechszehn Spuren aktiv wären, man einen PC der NASA benötigt, um ein flüssiges Arbeiten zu ermöglichen.

Produktion

Das Produzieren sollte das Herzstück eines jeden Music Makers sein. Das Prinzip von Magix ist klar: Bei aller Genialität und Weitsicht des Programms, soll die einfache Bedienbarkeit der einzelnen Arbeitsschritte grundlegende Basis sein, also komplexe musikalische Produktionsvorgänge, die in professionellen Studios zeitweise Wochen in Anspruch nehmen sowie einen studierten Tontechniker benötigen, in einfache, unkomplizierte Sessions verwandeln. Von einem drei Meter langen Prinzip bleibt am Ende jedoch nur die einfache Bedienbarkeit übrig.

Samples

Was gleich auffällt, ist, dass der MMM eine Masse an voreingestellter Musikstücke anzubieten hat, sogenannte Samples. Die klingen wie altmodische Jingles aus Radiowerbungen und stehlen meist so um die acht Sekunden der wertvollen Zeit eines Musikers. Das ist nämlich der Teil, bei dem sich die Programmierer auf die Schulter klopfen können, denn im Drag&Drop-Bereich lässt der Music Maker seine Muskeln spielen.
Aus einem Auswahlfenster zieht man die gewünschten Samples (bspw. eine Gitarre, ein Schlagzeug-Beat und einen fetzigen Bass) dann in die Spuren und wie durch Zauberei hat man einen ersten Song. Diese lassen sich dann noch bis ins Unendliche nach rechts ziehen, so dass die Länge des Musikstücks auf radiotaugliche vier Minuten kommt.

Hier werden gerade Samples für den Music Maker aufgenommen.

Diese Samples sind logischerweise in verschiedene Genres eingeteilt und in einem sog. Soundpool verpackt, so dass nicht alles kreuz und quer im Raum verstreut liegt. Eine etwaige Verteilung der Anzahl verschiedener Samples sieht ungefähr so aus (geschätzte/gefühlte Zahlen, gesamte Hochrechnung aller verfügbaren Samples in Bereichen Bass, Schlagzeug, etc.):

  • Rock/Pop: 60
  • Klassik/Orchester: 65
  • Dance: 100
  • Synth./FX: 120
  • Electro/House: 145
  • Hip Hop: 150
  • Jazz: 220
  • Samba/Reggae: 900

Aus irgendeinem Grund bedienen die Programmierer die üblichen Klischees von Hobbymusikern und richten den Music Maker entsprechend danach aus. Anscheinend glauben diese, der handelsübliche Kunde setzt sich vor den PC und wartet nur so darauf, ein Chartfeuerwerk abzulegen, indem er einen Dance-Hit nach dem anderen produziert, die auf der Tanzfläche zu 99% der Oberburner sind.
Oder er experimentiert mit interessanten und bestimmt voll lustigen Samba-Tanzrhythmen, die die ganze Nachbarschaft dazu bringt, das Tanzbein zu schwingen. Mit dieser etwas ungewöhnlichen Verteilung von Samples zeigt Magix, wie sie ihre Kunden entsprechend einschätzen.

Kreativität und Talent

Tatsächlich gibt es eine Möglichkeit, Talent und Kreativität einzubringen. In der überteuerten "Producer Edition" gibt es kleine Synthesizer, mit denen man eigene Melodien (ähnlich wie auf einem Keyboard) einbringen kann. Der ausgereifte Musiker ist hellauf begeistert und beginnt mit dem Musizieren, allerdings gibt es da Probleme:

Nachdem man die Bissspuren in der Tastatur wieder abgewischt hat, greift man für gewöhnlich zu einer Flasche Bier und öffnet erst dann wieder das Programm. Dann wählt man allerdings wieder entnervt die Samples aus und versucht, einen netten Samba-Song zu schreiben.

Dabei ist es gar nicht so unmöglich, sich auch in diesem Bereich kreativ auszulassen. Werden hier doch zahlreiche Möglichkeiten angeboten, verschiedene Samples aneinander zu ketten und zu verbinden. Zwar klingt ab spätestens drei Stunden alles gleich, doch kommt das dem modernen Musikstil im Bereich Hip Hop, Pop, Disco etc. sehr nahe, da ja auch dort alles irgendwie ein Déjà-vu-Erlebnis hervorruft.
Für einen tauglichen Disco-Hit reicht es prinzipiell, fünf Minuten lang einen eintönigen Beat einzusetzen. Den schickt man dann noch zu einem bekannten Label und wird ohne Umwege berühmt.