Luise Auguste Wilhelmine Amalie Herzogin zu Mecklenburg

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Die Ikone der Heiligen
Luise im Kreise ihrer preußischen Königsfamilie
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Luise Auguste Wilhelmine Amalie Herzogin zu Mecklenburg (* 10. März 1776 in Hannover; † 19. Juli 1810 auf Schloss Hohenzieritz), kurz Luise von Mecklenburg-Strelitz, war Herzogin, später Königin, Mutter, Märtyrerin und Mythos zugleich und wurde so zu einer preußischen Universalgöttin.

Zeitgenossen, Verwandte, Verschwägerte, Freunde, Kinder, Untertanen und Napoleon Bonaparte beschrieben sie als besonders schön und anmutig, so dass sie schon zu Lebzeiten das Prunkjuwel in der königlichen Familie war. Sie gilt als Symbol für die Restauration Preußens, nein, sie ist Preußen. Dadurch ist sie eine der glänzendsten, Schillerndsten, bedeutsamsten Persönlichkeiten, die die Geschichte zu bieten hat, und wohl auch die Einzige, die Preußen zu bieten hat.

Das Leben

Kindheit und Jugend

Prinzessin George
Ein Weibsbild Bild von einem Weib.

Dabei war ihre Zeit als Kind alles andere als so bedeutend und hatte erst recht nichts mit Preußen zu tun. Sie wuchs als Tochter des Herzogs von Mecklenburg-Strelitz auf. Da sie zu einem zwischenzeitlich abtrünnigen Familienzweig von von Mecklenburg-Strelitz gehörte, wuchs Luise von Mecklenburg-Strelitz paradoxer Weise gar nicht – ganz im Gegensatz zu ihrem Namen – im damaligen sowie heutigen Mecklenburg geschweige denn Strelitz auf (was gar nicht auffällt, da in Preußen eh alles paradox ist), sondern in einer niedersächsischen Hauptstadt, die am liebsten die ganze Welt unter sich hätte, nämlich Hannover, wo ihrer Familie das Herrschaftsrecht zugesprochen wurde. So wurde ihr auch nicht der Kontakt zur hannoveranischen Bevölkerung erspart und sie hegte seit ihrer Kindheit eine Antipartie zum englischen Königshaus; auch wenn sie es in ihren nachfolgenden Lebensjahren nicht öffentlich zeigte (eine preußische Nationalfigur darf ja keine dunkle Eigenschaft präsentieren).
Mit sechs Jahren überkam die kleine Luise tiefste Trauer: Ihr Vater, der Herzog, hatte ihre Mutter so oft geschwängert, dass der Geburtskanal samt Damm einriss und die Mutter starb.
Da der Herzog sich um das Herzogtum kümmern wollte, das als eines der wichtigsten galt, gab er seine Kinder weg. So gelangte die kleine Luise nach Hessen-Darmstadt. Heute mag man den Staat Hessen-Darmstadt nicht mehr in den Atlanten finden, sondern nur noch Gedärmstadt, aber damals gab es auch noch Hessen-Nassau und Hessen-Frankfurt. In Hessen-Darmstadt kam sie bei ihrer Großmutter Maria Luise Albertine zu Leiningen-Dagsburg-Falkenburg unter, die man der Einfachheit lieber Prinzessin George nennt.
Die Großmütterliche Liebe, die von Großmüttern erwartet wird, wurde von der Großmutter schlichtweg ignoriert, und so herrschte fern ab von Preußen, für die kleine Luise preußischer Drill, und das obwohl Prinzessin George gerne Engländerin gewesen wäre. Obgleich Luise unter der Diktatur ihrer liebenswerten Oma zu leiden hatte, wurde sie so bereits zur Märtyrerin.
Vielleicht ist es noch erwähnenswert, dass Luise eine Schwester hatte, die sie über Alles liebte. Doch galt die Schwester, trotz des strengen höfischen Umgangston, als Luder, zurecht.
Luise wurde bereits damals mit Beinamen wie "unsre tolle Luise" bedacht, wohl weil sie jeder so lieb haben musste. In der Schule war sie zwar nicht besonders gut, aber muss ein preußisches Nationalidol klug sein? Wohl eher nicht, denn Luise wollte mehr auf ihr Herz und den Unteroffizier hören als auf den Verstand.
Luise fiel in den nächsten Jahren vor allem als hervorragende Tänzerin auf und eröffnete, ihrem Range gemäß viele Tänze und Bälle, sogar bei der Krönung des letzten Kaisers des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation.

März 1793 wurde Luise und ihre Schwester an den preußischen König Friedrich Wilhelm II. für 3 Liter Schnaps verkauft, den die Großmutter zusammen mit ihrem Lieblingspudel trank. Der preußische König war jedoch so bezaubert von den beiden Mädchen, dass er sagte:
Der dicke Lüderjahn
Der asketische Körper verbirgt nicht die lüsternen Blicke


Wie ich die beiden Engel zum ersten Mal sah, es war am Eingang der Komödie, so war ich so frappiert von ihrer Schönheit, dass ich ganz außer mir war, als die beschwippste Großmutter sie mir präsentierte. Ich wünschte sehr, dass meine Söhne sie sehen möchten und sich in sie verlieben, noch mehr wünschte ich aber, beide zugleich als eigene Bettgenossinnen zu haben. Ich machte mein möglichstes, dass wir uns öfter sahen und uns recht kennen lernten. Die Mädchen und meine Söhn, Sie gaben sich das Jawort und die Versprechung wird bald vor sich gehen, vermutlich in Mannheim. Der älteste heiratet die älteste und der jüngste die jüngste und ich muss wieder leer ausgehen. Scheiße!

Die zwei Prinzessinen
Wie so oft nur leicht bekleidet

So heirateten die Geschwister, Luise voller Leidenschaft den Friedrich Wilhelm III. und ihre Schwester dessen Bruder, der sich aber nur widerwillig traute und eigentlich anderen Neigungen folgte. So erzählt man es sich zu mindestens, um das neue Königspaar in einem wahrlich weißen Schleier erscheinen zu lassen. Wobei sie damals noch Kronprinz und Kronprinzessin waren.
"Unsre tolle Luise" kam nun in den Serail preußischen Königspalast und lebte dort nun mit ihrem Gatten und ihrer Schwester. Der Gatte ihrer Schwester hingegen war verlebte die Zeit lieber als Kuhhirte auf dem Berliner Kuhdamm.
Ihre Schwester tröste sich daher mit einigen Höflingen und auch mit dem netten preußischen König Friedrich Wilhelm II., den sie liebevoll den "dicken Lüderjahn" nannte. Friedrich Wilhelm II., der über Preußens Grenzen ohne hin für seine Mätressenwirtschaft bekannt war, nahm die Zuwendungen natürlich dankend an, auch wenn er bei Luise nicht zum Zuge kam.

Um sich erkenntlich zu zeigen, für die Annehmlichkeiten, setzte er den beiden Mädchen ein Denkmal und legte so einen weitern Grundstein für die Verehrung Luises als Nationalheilige.
Die Gräfin von Voß
Die Ähnlichkeiten zur Prinzessin George sind unverkennbar

Luise verlebte in den Palästen des preußischen Hofstaats ein schönes Leben, bis der preußische König ihr eine Gesellschaftsdame an die Seite stellte: Die Gräfin von Voß. Die Gräfin von Voß war nämlich eine Freundin ihrer Großmutter Prinzessin George (beide waren im gleichen "Pudelclub"), und so waren die Einstellungen von der von Voß, ähnlich mit denen der so sehr geliebten Großmutter.
Dass Luises Martyrium auch in dem, die Rettung verheißenden, Königshof weitergeht, ist mehr als verständlich und notwendig für einen ordentlichen Heiligen, wie ihn der Katholizismus kennt. Dass Preußen protestantisch war ist hierbei natürlich zu vernachlässigen: Heiliger bleibt Heiliger!
Die Gräfin von Voß führte die kleine Luise, die nun vielleicht nicht mehr ganz so klein war, in das höfische Leben und die Etikette ein, was sich im Nachhinein aber auch als Vorteil erwies. Manche preußischen Autoren, wie der Freiherr vom Kiesel, gingen sogar so weit und sprachen von einer Freundschaft. Doch geziemt es sich für eine zukünftige Nationalheilige mit einer Pudelfreundin befreundet zu sein? Wohl kaum! Darum bemühten sich vor allem spätere Autoren (der Autor dieses Artikel möchte diese Tradition fortführen), die von Voß so schlecht wie möglich da stehen zu lassen.
Daher ist es unumstritten, dass die Gräfin von Voß das Böse in Person war, wenn nicht sogar die Inkarnation vom Satan und Teufel gleichzeitig.

Frühe Jahre als Königin

Als Friedrich Wilhelm II. dann ablebte - das Volk freute sich riesig - konnte sich auch Luise freuen. Ihr Mann wurde nun König und die von Voß wurde abgesetzt. Sie konzentrierte sich nun auf das veröffentlichen von bösartigen Zeitungen, wie der vossischen Zeitung, in der sie sich negativ über das heilige Königspaar äußerte. Ein Skandal der das nun unbeschwerte Leben der Königsfamilie kontrastierte. Einen weiteren Kontrast bildete auch das weitere höfische Leben. Während der "dicke Lüderjahn" noch ein dicker Mann voll Wollust gewesen war, der sich von Mätresse zu Mätresse "durchvögelte", zog Friedrich Wilhelm III. die Monogamie mit "unsrer tollen Luise" vor und verzichtete auf den Prunk und kehrte zu den alten preußischen Tugenden zurück. Das war natürlich für die fortschrittbewussten Untertanen ein Glücksfall. Man kehrte sich noch tiefer zurück ins Mittelalter einerseits, mischte sich aber auch, in ärmlichen Gewändern, unter das gemeine Volk. Einen Zustand, den Luise begrüßte, hasste sie doch die höfischen Regeln, die ihr von Voß hatte eintrichtern wollen. Dafür konnte sie sich nun zum einen auf ihre Rolle als absolute Herrscherin vorbereiten, zum anderen auf ihre Rolle als Gebärmaschiene, der sie mit Freuden nachkam.
Die Zeichnungen der Luise
Ein Talent in jedem Federstrich
Während es ihrem Mann viel Freude bereitete fortschrittliche Menschen des Landes zu verbannen, wie den Freiherrn von Kiesel, konzentrierte sich Luise auf ihre geheimen Leidenschaften. Neben ihrer Liebe zur Natur, die sie tanzend in den Gärten Berlins praktizierte, übte sie sich im Malen und galt bald als eine der bedeutsamsten Zeichnerinnen der Zeit. Eine Heilige hat schließlich auch Talente.
Das Gewand der Unschuld
Da ist selbst Gott entzückt

So machte sich Luise beim Volk sehr beliebt und war in dieser Zeit im Ranking der beliebtesten Europäer auf Platz 1795 und war somit einzige Deutsche, bei 1800 Wahlmöglichkeiten. Hinter ihr waren nur Metternich und Konsorten die später Europa noch viel Spaß bereiten sollten. Die Ehe zwischen Luise und Friedrich Wilhelm III. nahm bürgerlich Züge an und hier ist auch der Grund zu suchen (wenn man ihn denn sucht), warum Luise so beliebt war. Ihre Märtyrerrolle wusste damals noch niemand zu schätzen. Und eben das, macht sie noch zu einer viel größeren Märtyrerin. Der so entstehende Konflikt zwischen der ihr von Gott zugedachten Märtyrerrolle und das nicht erkennen ihrer Zeitgenossen von ebendieser Rolle, wurde erst postum beendet, als man die Größe Luises vor allem im historischen Sinn erkannte. Oder man erkannte sie zu Propagandazwecken, da Propaganda aber so ein böses Wort ist- nimmt die Wissenschaft an, das Luise eine von Gott bestimmte Heilige war. Auch dieser Artikel möchte daher der göttlichen Fügung nicht widersprechen und schließt daher solche Erklärungen aus und verurteilt sie aufs Schärfste, man soll doch "unsrer tollen Luise" nicht die Unschuld nehmen.
Luise verlebte nach eigenen Angaben eine schöne Zeit mit dem jungen König, der vielleicht nicht ganz so jung war wie sie, aber jung in seiner Position und daher scheußliche Fehler begang, denen Luise nacheiferte. Eine Heilige darf schließlich auch nicht ohne Makel sein, es wäre sonst doch langweilig.

Zeit als Dragonerin

Luise in Uniform
Da kann man selbst über die Niederlage hinwegsehen

Mittlerweile war in Frankreich ein kleiner Korse an die Macht gekommen, der sich Napoleon nannte. Nun war dieser kleine Korse überhaupt nicht so niedlich, wie man es bei seiner Größe erwarten könnte, denn er war von Größenwahn besessen. Nun mochten die Deutsche seit Ludwig XIV. ohnehin keine Franzosen mehr, so dass man den kleinen Gnom Napoleon schnellst möglich absetzen wollte. Doch der kleine Gnom, war eben so flink, wie es Zwerge nun mal sind und auch genauso listig, und eroberte einen Deutschen Zwergstaat nach dem anderen und stahl so Preußen und Österreich den Fleckenteppich. Nun kann man glauben, dass einem solchen Gnom ein kleines Herzogtum gereicht hätte und so dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation nicht viel passiert wäre, doch Napoleon wollte seine körperliche Größe durch territoriale Größe wettmachen. So war Napoleon der Tropfen der das Fass zum Überlaufen und das Heilige Römische Reich zum Zerbrechen brachte. Dafür setzte er sich selbst als neuen Kaiser der Franzosen ein und eroberte Zwergstaaten und zog so den Zorn aller anderen europäischen Mächte auf sich. "Wir müssen den Gnom köpfen", sagte der österreichische Kaiser in seinem Zorn, doch der preußische König erwiderte: "Was gibt es denn bei einem Gnom zu köpfen? Dann ist die halbe Portion doch nur noch eine viertel Portion!"
Die eigentlich Angst galt aber gar nicht Napoleon sondern seinen radikalen Ideen, Freiheit, Gleichheit, und Weißbrot, die Idealen der französischen Revolution. Wer ekelt sich denn nicht vor labrigem Weißbrot?
Um Napoleon vorzubeugen und ihn zu denmütigen, provozierte man den kleinen Wadenbeißer zu einem Krieg. Er kam also mit seiner Armee nach Jena und nach Auerstedt, wo die preußischen Truppen unter der Führung von "unsrer tollen Luise" schon warteten. Man wollte Napoleon die Schmerzlichkeit, gegen eine Frau verloren zu haben, beifügen. Luise, die nun ihn Dragoneruniform das Gute verkörperte, gefiel es nun Unteroffizier spielen zu dürfen und den Soldaten kräftig in das Gesäß zu treten. Friedrich Wilhelm III. wollte damit natürlich keine Emanzipation seiner Gattin und Preußens zeigen, sondern, den militärischen Drill Preußens beweisen. Anders wäre Luise ja kaum in Frage gekommen, für ein preußisches Idol.
Doch Preußen erlebte eine schmachvolle Niederlage und die Königsfamilie musste rasch fliehen, nach Ostpreußen, vor dem bösen Giftzwerg Napoleon, der in der Realität wohl doch nicht so klein war, wie auf den Karikaturen.

Luise und Napoleon

Die Schöne und das Biest
Oder das Schneewittchen und der Zwerg

Königin Luise zeigte mit ihrer Einsatzbereitschaft in den Schlachten von Jena und Auerstedt, dass was Preußen von seinen Untertanen erwartete: "Einsatz für das Vaterland!"
Luise ging dabei besonders weit, was für eine Märtyrerin verständlich ist. Sie opferte sich nämlich ganz und gar für ihr Vaterland auf und das im Angesicht des Antichrists Napoleon. Napoleon war nämlich gewillt Preußen ganz zu vernichten und es Polen zu schenken. Doch Luise erklärte sich für Verhandlungen bereit und traf Napoleon in Tilsit. Luise die allzu bemüht war, Napoleon von seinen Plänen abzubringen, legte sich nicht nur ihre schönsten Gewänder an (es waren die aus der Zeit des dicken Lüderjahns), sondern versuchte Napoleon auch zu berzirzen. Dieser war ganz angetan von der schönen Luise, dass er nach dem Treffen in Tilsit sagte:

Als isch 'ier 'eran trat, üm zü treffön die Weib, die isch mir vorstellte als Dragonär, traf isch die verkörpärte Schön'eit. Sofort bereitötö ihr Charme mir Freudö ünd ich müss Errägüngön meiner seits bestätigön. Speichel walltö an meine Münd ünd ich wölltö sie fragön, ob wir nischt ge'en solltön in i're Gemäscher, doch da trat diese Läberwürst von eine König ein ünd ver'inderte ünser Spiel. Isch wünscht isch wärö an seiner Stellö die König von Preussön.

Die Erregungen Napoleons reichten für einen Frieden aus, an dem also maßgiebig Luise beteiligt war. Preußen blieb daher am Leben, ein Entschluss den Napoleon noch bereuen sollte. Luise war aber auch positiv überrascht von Napoleon, und sagte er sei ein durchaus sympathischer, charmanter Herr gewesen. Blanker Unfug natürlich!

Rückkehr nach Berlin und Tod

Der Freiherr vom Kiesel
Ein Blick wie Kieselerde
Nachdem Preußen auf Druck Napoleons einige Reformen durchgeführt hatte, der Freiherr vom Kiesel war wohl auch stark daran beteiligt, konnte der Königshof nach Berlin zurück fahren. Nun hatte man allerdings die Bauern befreit und zahlreiche neue Probleme geschaffen, die man dem Freiherrn von Kiesel in die "Schuhe schob" und ihn aus des Königs Diensten entließ: "Er hält mich ohnehin für ein Weibchen, das sehr oberflächlich ist." Dass eigentlich Napoleon dahinter steckte, der den preußischen König überfordern und abdanken lassen wollte, wird dabei verschwiegen. Napoleon wollte wohl an seine Stelle treten. Auch hier setzt sich Luise natürlich für ihr Vaterland ein und hilft Friedrich Wilhelm III. aus seinen Depressionen indem sie den Freiherrn von Kiesel zum Sündenbock erklärt; Kiesel können sich eben nicht wehren.
Kränze für die Tote
Als ob Luise damit noch etwas anfangen könnte

Doch auch Luises Einsatz für den König zehrte an ihren Kräften, so dass sie, als sie in Berlin wiederangekommen war, erst einmal Urlaub brauchte. So beschloss Luise nach Neustrelitz zu fahren um dort ihren Vater zu besuchen. Sie war jedoch schon angeschlagen, doch konnte ihr die Freude zu ihrem Vater keiner nehmen („Ich glühe vor Freude und schwitze wie ein Braten.“), außer Prinzessin George die mittlerweile auch dort residierte. Luise vertrug den Schnapsgeruch und die Pudelfarm ihrer Großmutter nicht und floh daher rasch nach Hohenzieritz. Ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich dramatisch, als dann auch noch die Gräfin von Voß zu ihr eilte. Ihre Kindheitstraumata holten sie ein und so starb Luise, elendig in Hohenzieritz, als Märtyrerin.
Ihr Leichnam wurde nach Berlin gebracht und dort in einem Mausoleum beigesetzt. Friedrich Wilhelm III. und die Kinder wurden von großer Trauer ergriffen und dies prägten sich vorallem die Kinder ein, die später Apostel des Luisenkultes wurden.


Die Nachkommen

Alexandra Fjordorowna
Кто Луиза?
Der Kartätschenprinz
Der Prophet des Luisenkultes

Luise erfüllte als Königin ihre Aufgabe als gebärfreudige Mutter und schenkte vielen Kindern das Leben:

  • Geburt einer toten Tochter (†* 7. Oktober 1794), bekam leider nicht das Leben geschenkt.
  • Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. (* 15. Oktober 1795; † 2. Januar 1861), der spätere König Friedrich Wilhelm IV.
  • Prinz Wilhelm (* 22. März 1797; † 9. März 1888), der Kartätschenprinz und späterer König und Deutsche Kaiser Wilhelm I. Legendärer Wegbereiter des Luisenkultes.
  • Prinzessin Charlotte (* 13. Juli 1798; † 1. November 1860), als Alexandra Fjodorowna mit dem Zar nach Russland gegangen.
  • Prinzessin Friederike (* 14. Oktober 1799; † 30. März 1800), war nur kurzlebig.
  • Prinz Karl (* 29. Juni 1801; † 21. Januar 1883), genannt "der Einäugige".
  • Prinzessin Alexandrine (* 23. Februar 1803; † 21. April 1892), genannt "die Apfelsine".
  • Prinz Ferdinand (* 13. Dezember 1804; † 1. April 1806), genannt "der Ferd von Schönhausen".
  • Prinzessin Luise (* 1. Februar 1808; † 6. Dezember 1870), führte den Namen der Mutter fort.
  • Prinz Albrecht (* 4. Oktober 1809; † 14. Oktober 1872), genannt "der Unbekannte".

Luise als Nationaler Mythos

Der Luisenorden
Nur für tüchtige Preußen

Luises Sohn, Prinz Wilhelm, war besonders traurig über den Verlust seiner geliebten Mutter. Sein Bruder hingegen, der König wurde, zeigte wesentlich weniger Trauer als er selbst. Nun starb Friedrich Wilhelm IV. aber und Wilhelm wurde preußischer König. Wilhelm, den man liebevoll Kartätschenprinz nannte, für die Niederschlagung der Märzrevolution, förderte einen kleinen Luisenkult, der jedoch nicht besonders erfolgreich war. Erst als Wilhelm in Versailles zum deutschen Kaiser ausgerufen wurde, wurde der Luisenkult populärer.

Deutschland, die zu spät gekommene Nation, brauchte noch Nationalhelden, Kultfiguren. Da Hermann, Barbarossa und Germania nicht ausreichten, wurde Luise zur Nationalheiligen erklärt und ihr Kult stark gefördert.
Madonna Luise
Die Maria der Preußen

Das Tolle an "unsrer tollen Luise" ist ihr Facettenreichtum, der eine breite Verehrung in jeder Lebenslage ermöglicht und so dem Luisenkult dem Status einer Religion gibt. Luise gilt einmal als Bürgerliche Königin, was natürlich im Bürgertum sehr beliebt war. Das ist dem Grund geschuldet, dass sich Luise einmal als Bürgerin verkleidete und durch die Straßen von Berlin wandelte. Für das Bürgertum besonders interessant ist auch die Tatsache, dass kein Porträt von Luise dem anderen gleicht: „Bey Lebzeiten Ihrer Majestät ist es keinem Mahler gelungen, ein nur einigermaßen ähnliches Bild von Ihr hervorzubringen. Wer hätte es auch wagen dürfen, diese erhabene und doch so heitere Schönheit … wiedergeben zu wollen?“
Dadurch ist es jedem bürgerlichen Maler möglich, so viele Bilder von Luise zu malen wie er möchte, er darf nur nicht sagen, es sei die einzige Möglichkeit, Luise darzustellen. Die Ähnlichkeit zu "Du sollst dir kein Bildnis machen" liegt auf der Hand. Es entstanden nun tausende Bilder von Luise und in jedem ordentlichen deutschen Haushalt fand sich mindestens ein Bild von Luise. Zur Not wurde es zwangsweise an die Wand genagelt (vorallem in Bayern).
Luise ist auch eine klassische Märtyrerin, die sich für ihr Volk aufopfert. Mit den zentralen Begriffen von "Opfer", "Leid" und "Napoleon" verbunden, erreicht Luise auch den Status einer Heldin. Zumindest hat ihr Sohn sie zu so einer gemacht. Es mag daher zwar so klingen, als habe Wilhelm I. die Geschichte nachträglich manipuliert, aber die Resistenz des Luisenkultes und die Verehrung bis zum heutigen Tage sprechen andere Worte. "Wir können uns doch nicht alle irren", es muss daher wahr sein.
Das Beste aber an Luise ist ihr Status als preußische Madonna. Das passte den Bayern natürlich nicht in den Kram, die lieber weiter ihrer Madonna Maria geopfert hätten. Doch der Luisenkult reiht sich in den langen Madonnenkult ein: Isis, Maya, Kybele, Mater Magna, Maria, Luise. Toll oder? Welches Land kann schon von sich behaupten Heimat einer Madonna zu sein?
Das praktische an einem Madonnekult ist, dass man ihn auch praktizieren kann. Man kann vor einem Luisenbild eine Kerze anzünden und das Ave Luise beten. In jeder Lebenslage kann man sich an Luise wenden und ihr huldigen. "Heil Dir Luise!"

Kritische Stimmen zum Luisenkult

Gibt es nicht, gab es nicht und wird es auch niemals geben.

Vergleich der Luise mit anderen Nationalkulten

Produktspionage
Österreich kupfert bei Luise ab
Die Witzfigur
Keine wirkliche Konkurrenz zu "unsrer tollen Luise"

Der Luisenkult erfreute sich rasch großer Beliebtheit. Österreich, das eine Vormachtstellung Preußens fürchtete, zog nach und schuf auch eine Nationalfigur: Sissi. Böse Zungen behaupten zwar Sissi habe nie gelebt und sei identisch mit Luise, doch in Österreich hat sich dies noch nicht durchgesetzt. Verzweifelt versucht man den Sissikult am Leben zu halten, indem man deutsche Mädchen gezielt mit einer Fernsehpropaganda zum Sissikult bekehrt. Der österreichische Geheimdienst, der dies für das Kaiserhaus tut, ist also die größte Gefahr für Deutschland.
Auch Bayern versuchte einen Herrscher zum Mythos und Märtyrer zu erklären, weil Bayern aber noch konservativer war als Preußen, nahm man einen Mann (wobei der Unterschied zur Frau bei ihm nicht groß ist), und vergötterte ihn zum Heiligen. Preußen verbot aber den Ludwigskult als Häresie und als Hochverrat an Preußen, dem Kaiser und dem Reich. Eine gute Entscheidung. Sonst wäre hinterher Neuschwanstein Hauptstadt von Deutschland geworden und nicht Berlin. Das Österreicher, Preußen und Bayern im Grunde genommen Deutsche sind, spielt hierbei keine Rolle. Nation kann nämlich jeder werden.
Für Viele bleibt es dabei: "Luise ist einzigartig und die einzig verehrbare deutsche Göttin!"
Daher werden auch Benennungen von Straßen und Schulen nach der von Voß, dem Freiherrn vom Kiesel, der Prinzessin George, Napoleon, Sissi und Ludwig II. bis heute in Preußen abgelehnt und auf das schärfste verurteilt. Schließlich waren dies die Feinde Luises und so die Feinde Preußens. Man benennt doch auch keine Straßen nach Nero.


Trivia und Varia

Pudelschnaps
Was mögen bloß die Zutaten sein?
  • Der Mann von Luises Schwester starb früh beim Geschlechtsverkehr mit einer Ziege. Luises Schwester zog nach Schönhausen und heiratete sich einmal durch alle europäischen Fürstenhäuser durch.
  • Napoleon war verheiratet, als er mit Luise sprach, und das gleich dreifach. Einmal mit einer österreichischen Prizessin, dann mit Josephine und dann noch mit Prinzessin George.
  • Prinzessin George war im Besitz der größten europäischen Pudelfarm. Sie machte sich in ihren späteren Lebensjahren das Hobby zum Beruf und stellte den berühmten Pudelschnaps her.
  • Die von Voß, war auch bei den nachfolgenden Königinnen sehr unbeliebt, obwohl sie dann mit 120 Jahren schon ein sehr altes Wrack war.
  • Die von Voß und Prinzessin George blieben im engen Briefkontakt und ihre Liebe für Schnaps und Pudel verband sie ein Leben lang. Von ihnen stammt auch der Auspruch "Leben wie Pudel in Preußen!" oder der Ausdruck "pudelwohl".
  • Friedrich Wilhelm III. lebte noch lange ohne seine "tolle Luise" und machte die aufgezwungenen Reformen in Preußen so schnell wie möglich rückgängig.
  • Napoleon zog sich aus dem politischen Leben zurück und züchtete Himbeeren auf Elba.
  • Der Freiherr vom Kiesel fiel in eine Kiesgrube wo ihn Einstein ein Stein traf und er starb.
  • Der dicke Lüderjahn hatte Karies.
  • Der Kartätschenprinz hatte ödipale Begehren, die auch im Luisenkult Ausdruck fand.
  • Das Mausoleum, in dem Luise begraben liegt ist aus Pappmaché.
  • Eine Nachbildung findet sich im Phantasialand.
  • Luise ließ sich während ihrer Zeit bei der Armee einen Bart stehen. Bei einem Ausflug nach Russland musste sie sich aber rasieren, weil es in Russland eine Bartsteuer gab.