2 x 2 Silberauszeichnungen von Misses Kennedy und Burschenmann I.

Kavalier Neuer Schule

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Der Kavalier der "Neuen Schule" löst den altbackenen Gentleman von anno dazumal ab, der insbesondere in schnulzigen Ami-Schinken sowie Heimatfilmen sein (Un-)Wesen trieb, und schießt heutzutage wie die Anzahl Fliegenschisse aus dem Boden, nämlich immens schnell.

Verhaltensweisen

Ich darf doch kurz, oder?
  • Er rülpst und grölt und kaut an den Fingernägeln am Essenstisch.
  • Er klaut Essen von anderen und das ohne Handschuhe.
  • Er macht in Schwimmbädern die Arschbombe -- bevorzugt dicht bei älteren Omis.
  • Er drückt, bevor er den Fahrstuhl verlässt, auf sämtliche Knöpfe, um die "Nachnutzer" zu ärgern -- bevorzugt in über 8-stöckigen Hochhäusern.
  • Er stellt sich zwischen die Türen von S-Bahnen und rührt sich nicht mehr, sodass diese erst mit Verzögerung starten können.
  • Wenn ein Weib mit Kinderwagen vor 'nem einrollenden Zug steht und ihn auffordert, ihr zu helfen, diesen dann mit hochzuhieven, entgegnet er: "Bin kein Babysitter für den Sohn einer Hure." Dabei schert's den Kavalier der Neuen Schule einen feuchten Kehricht, ob der Kleine denn vielleicht eine "Sie" ist.

Gesellschaftlicher Nutzen

In volkswirtschaftlicher Terminologie ausgedrückt, kann beim Kavalier der Neuen Schule nur von einem gesellschaftlichen Grenznutzen gesprochen werden: ein eigentlicher Nutzen ist nicht erkennbar, kann in grenzwertigen Ausnahmefällen aber als Hypothese unterstellt werden, um psychische Folgeschäden bei Kavalieren der Neuen Schule vermeiden zu helfen. Verkürzt gesagt bedeutet dies, dass man dem Kavalier der Neuen Schule in konkreten Situationen nicht so entgegentritt, wie er es eigentlich verdient hätte (also z. B. ihm mit dem Wagenheber ein paar Falten wegbügelt), sondern ihn in Förderprogramme aufnimmt und versucht, ihn in einem seinen speziellen Fähigkeiten entgegenkommenden Tätigkeitsfeld dauerhaft zu entsorgen. Abnehmer sind z. B. gewisse Fernsehsendungen, in denen der Kavalier der Neuen Schule unter Beifall der Clacqeure sich am Sack kratzen und gleichzeitig Unsinn reden darf. Im Talentfall kann der Kavalier es hier durchaus bis zum Moderator einschlägiger Sendungen bringen. Ansonsten sind in Friedenszeiten die Verwendungsmöglichkeiten für diese Spezies eher rar gesät.

Entwicklungspotential

Der Begriff an sich ist ein Euphemismus, weil der Kavalier der Neuen Schule weder Potential besitzt noch eine echte Entwicklung durchläuft. Er ist einfach eines Tages da (meist stellt dies seine Mutter oder ein anderes weibliches Familienmitglied als erstes fest) und verschwindet genauso unspektakulär wieder. Dann nämlich, wenn selbst ihm in seinem leicht diffusen Wirklichkeitsverständnis klar geworden ist, dass er mit Anfang 30, einer Bierplautze und einem 8 Jahre alten Opel lediglich noch eines ist: ein alter Sack im Frühstadium.