Karol Wojtyła

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Karol Wojtyła ( * 18. Mai 1920, † 2. April 2005) Johannes Paul II (auch Polenpaule genannt) ging als erzkonservativer Papst polnischer Herkunft in die Geschichte ein. Doch trotzdem blieb er den Gläubigen als ein Mann, der ungezügelt seiner Reiselust, dem Sonnenbad und seiner Weingummisucht nachging, in Erinnerung. Papst Johannes Paul II war der erste Papst, der voll auf die Wirkung des Fernsehens setzte und sich dadurch ungemeiner Popularität erfreute. Kein Wunder, dass es ihm zu verdanken war, dass im Vatikanstaat in seiner Amtszeit mehr Art-Direktoren, Filmregisseure und Werbefachleute gastierten als Kardinäle. Doch trotz dieser medialen Macht gab es immer wieder Zweifel in den eigenen Reihen an der Rechtschaffenheit dieses rüstigen Papstes. Aber vielleicht waren das nur Vorurteile gegen seine polnische Abstammung. Im Vatikan wurden schließlich sehr wertvolle Artefakte gehortet und man traute einem als Karol Wojtyła getauften Polen nicht über den Weg.

Das Wappen der Wojtyłas. Nachdem einer der ihren Papst wurde, überklebten sie das Bildnis Opa Wojtyłas mit dem von Karol. Er war jetzt der Held der Familie.

Kindheit

Karol Józef Wojtyła wurde am 18. Mai 1920 in Wadowice geboren und verlebte eine normale Kindheit. Sein späterer Drang, das angestammte Revier ständig verlassen zu müssen, war noch nicht ausgeprägt. Wahrscheinlich lag es aber daran, dass sein Vater ihm einen extra robusten Laufkäfig aus Metall baute und somit ein frühzeitiges Umherirren verhinderte. Auch ein besonders erkennbares Zeichen einer außergewöhnlichen Spiritualität war noch nicht erkennbar. So interessierte er sich noch fürs andere Geschlecht und sogar für Fußball.

Cracovia Krakau

Religiosität spielte in Karols Jugend nur eine untergeordnete Rolle. Seinen Berufswunsch gab er 1932 noch mit Profi-Kicker an. Doch sein Talent reichte nicht einmal für den von ihm favorisierten Zweitliga-Club Cracovia Krakau (FC Krake Krakau). Statt dessen spielte er als Torwart in verschiedenen Mannschaften, die jeweils im Namen des Herrn Fußballschlachten führten. Dabei war es Karol egal, ob er bei den Katholiken, Orthodoxen, Juden oder Protestanten im Kasten stand. Hauptsache, Cracovia Krakau würde auf ihn aufmerksam und ihn in ihren Reihen aufnehmen. Doch der Verein lehnte Karol ab. Wahrscheinlich auch, weil der junge Karol sich weigerte, sein Ministranten-Leibchen während des Spiels abzulegen. Enttäuscht von der rauen Wirklichkeit auf dem Fußballplatz wandte er sich vom Kicken ab und beschloss, Papst zu werden.

Vom Ministrant zum Kardinal

Der junge Karol (m) im Kreise seiner Vereinskameraden. Sie gewannen nie ein Spiel, da sie immer über ihre Leibchen stolperten.

Glauben am Scheideweg

Der Weg zum Papst ist dornenreich, das wusste auch der junge Karol. Man benötigt mediale Ausstrahlung, sicheres Auftreten bei Audienzen, man sollte über ein Wissen über den kirchlichen Tellerrand hinaus besitzen und sich frei vom Vorwurf machen, ein Karrierist mit Sesselpupserqualität zu sein oder das Amt in die Wiege gelegt bekommen zu haben.

Dementsprechend verlief sein weiterer Lebensweg geradlinig, doch nicht unbedingt üblich. Nach dem Abitur zog die Familie Wojtyła nach Krakau, wo Karol sich, noch unsicher ob der Erreichung seines Berufswunsches, zunächst für Philosophie einschrieb. Entweder, Karol wollte wissen, was der Feind denkt oder die tiefe Religiosität hat ihn zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht erreicht. Nebenbei engagierte er sich in verschiedenen studentischen Theatergruppen. In diesen expressionistisch ausgerichteten Schauspielgruppen poetischer Avantgarde lernte er den freizügigen Umgang mit Worten, den Umgang mit peinlichen Situationen und den Umgang mit öffentlich zur Schau gestellter sexueller Ausschweifung kennen. Alles Instrumente, die ihm in seinem späteren hohen Amt dienlich sein sollten.

Im Theater ist auch die Weichenstellung zur Religiosität zu finden. Es sind die Fragen zur Gottesidee, die sich in Stücken Spinozas oder eines Thomas von Aquin stellten und im Gegensatz die Gotteserfahrung eines Meister Eckharts oder Heiligen Johannes vom Kreuz, die ihn vom philosophischen Grundgedanken abbrachten und tief verwurzelt im Glauben festketteten. Doch welche Glaubensrichtung er dabei einschlagen wollte, war noch offen: sowohl Wadowice als auch Krakau waren stark jüdisch geprägt, und der Einfluss dieser Gruppierung auf den jungen Mann am Scheideweg war groß. Um sich Klarheit über seine weitere Zukunft machen zu können, entschied Karol sich zunächst, bei körperlicher Höchstbelastung im einem unter deutscher Leitung stehenden Steinbruch für ora et labora.

Noch vor Kriegsende schrieb er sich für ein Priesterseminar ein, womit die Weichen seiner Zukunft endgültig gestellt waren.

Lehr- und Wanderjahre

Karol Wojtyła beendete sein Studium in Krakau, dann zog es ihn hinaus in die Welt. Er siedelte um ins benachbarte Lublin, wo er auch habilitierte. Danach war es mit den Wanderjahren auch schon vorbei: er fuhr wieder zurück nach Krakau! Ist das der Papst, den wir kennen? Den unermüdlich Reisenden, den Halt- und Rastlosen? Den, für den es keine Grenzen gab? Der Grund seiner heimlichen Sehnsucht wurde von führenden Pontifikatsforschern in dem nie enden wollenden Begehren nach Anerkennung des Cracovia Krakau gesehen. Später fand man jedoch heraus, dass sein Trieb auf ganz ordinäre Suchtmittel, die seinerzeit den Erfolg der Krakauer Würstchen erklärten, zurückzuführen war und ihn schließlich zu seiner Rückkehr bewegten.

So blieb er zementiert in der Stadt seiner Jugend und erreichte Bischofs- und Kardinalsweihen. Seine Beharrlichkeit und Ausdauer führten schlussendlich dazu, ihn nach Dahingehens Johannes Paul I. 1978 ins Konzil in die Sixtinische Kapelle zu laden, wo man ihn als ausländischen Quotenpapst zum Bischof von Rom wählte.

Pontifikat

So bleibt uns Johannes Paul II in Erinnerung: am Strand über die großen Fragen des Katholizismus sinnierend.

Karol stürzte sich Begeisterung in sein neues Amt. Kaum war das Habemus papam! verklungen, trat er ans Fenster seines neuen Appartements und rief „Ihr williges Fußvolk, Johannes Paul der Zweite sollt ihr mich nun künftig nennen!“ Dann zog er sich erst mal zurück. Er fühlte sich sichtlich unwohl in seiner neuen Behausung. Nichts erinnerte ihn an die polnische Schlichtheit seiner bisherigen Aufenthaltsorte. Alles auf alt und alles auf Pomp gestylt. Wie soll da heimelige Stimmung aufkommen, wenn einem in großen Lettern dieses verhasste „Tu es Petrus et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam et tibi dabo claves regni caelorum“ ständig ins Auge springt? Er ist Johannes Paul, das hat er doch gesagt, und nicht Petrus. Und ein Fels wollte er auch nicht sein. Im Gegenteil: leicht wie ein Vogel, das war es, was ihn beflügelte. Die Welt bereisen, vor Allem, die westliche. Polen war zwar seine Heimat, aber das Ausreiseverbot brachte ihn zum Träumen. Acapulco, Havanna, Bahamas oder Punta Cana, das waren Reiseziele, in denen er zukünftig seine Mission erfüllen wollte. Doch ständig prangten ihn das Reiseziel seiner Glaubensbrüder ins Auge: und Dir gebe ich die Schlüssel zum Himmelreich. Toll, dachte er, was soll ich da, wenn ich auch an die Copa Cobana fliegen kann.

So entwickelte Johannes Paul II. eine ungemeine Reiselust. Kein Wunder, dass in seiner Amtszeit die alten Werte in sich zusammenfielen. Der Kalte Krieg verschwand, ebenso der Eiserne Vorhang, beides feste Werte in der Völkerverständigung. Selbst dem Sozialismus, unter dem er aufgewachsen war, konnte er keine sichere Bleibe mehr garantieren. Dafür Golfkrieg, Afghanistankrieg und Jugoslawien-Gemetzel. Die Welt stand Kopf, doch das ging an JP II schmerzlos vorbei. Er fuhr lieber Ski oder sonnte sich, umgeben von leichtbeschürzten Mulattas, an den schönsten Stränden dieser Welt.

Pontifikat mit Hindernissen

Hier nun drängt sich, liebe Brüder, Söhne und Töchter, nur eine grundsätzliche und wesentliche Antwort auf, und zwar: die einzige Ausrichtung des Geistes, die einzige Zielsetzung des Intellektes, des Willens und des Herzens ist für uns dieses: hinaus an die Strände dieser Welt! Auf sie wollen wir schauen, denn nur in der Sonne ist Heil; wir wollen den Ausruf des Petrus wiederholen: »Herr, wohin sollen wir gehen? «.

Es ist für Johannes Paul II nie einfach gewesen, die Kirche, seine Kirche mit seinen privaten Vorlieben und Interessen zu vereinbaren. Zum Einen steht er als Papst ohne eigenes Einkommen finanziell mit dem Rücken an der Wand zum Anderen plagen ihn seine polnischen Wurzeln, die ihm wie ein böser Geist immer wieder zuflüstern: „Hör mal, Karol. Das sind so viele Wohnungen hier Deinem Palast, da kannst Du doch ruhig ein paar schwarz vermieten.“ Letztlich entschied er sich, in freier Selbstbestimmung und mit der ökumenischen Verträglichkeit der Kirchen im Blick, seine Reiseziele selbst auszusuchen und die Mission seiner Vorgänger - allerdings an ungewohnten Stellen - fortzusetzen. Die Präfektur für wirtschaftliche Angelegenheiten wird seine Reisekostenabrechnungen schon durchgehen lassen, so seine Vermutung. Manifestiert hat JP II die neuen Pläne in seiner Antrittsrede (s. o.).

Attentate

Es zeichnete sich ziemlich schnell ab, dass der sonnengebräunte Papst Neider auf sich zog. Enttäuscht war vor allem die Türkei, die mit ihren neuen Billigstränden Touristen anlocken wollten. Hierzu würde sich der Besuch eines Papstes als Werbeikone und Symbolfigur sehr gut machen. Doch JP II lehnte das Angebot dankend ab. Papst-Kritiker warfen ihm vor, er würde es sich mit der Annäherung zum Islam verscherzen. Ein türkischer Papst-Kritiker ging sogar noch weiter und versuchte, JP II zu erschießen. Was dieser als Ungläubiger nicht wissen konnte, war, dass er als Todestag den Tag der Marienerscheinung in Fátima auswählte. Sie erschien und lenkte die Projektile so geschickt um, dass der Heilige Vater nur Verletzungen im Sichtbereich seiner Badehose erhielt. Seine weiteren Strandurlaube waren also gesichert. Doch schon ein paar Monate später erfolgte ein erneuter Anschlag. Diesmal unter Federführung des KGBs und der Stasi, die die unerlaubte Ausreise aus Polen nicht ungesühnt lassen wollten.

Nachdem dann auch noch Kritik an seinem Lebenswandel aus dem innerkirchlichen Kreis kam und auch dies mittels Bajonett in ein Attentat verpackt wurde, riss dem Papst der Geduldsfaden. Er besorgte sich eine Strandmuschel und ließ sich von Bodyguards bewachen.

Krankheiten, eigene

Obwohl er es ja nicht so mit Frauen hatte, freute sich JP II spitzbübisch auf die von der Gemeinde bereitgestellten filiolae.

Natürlich nutzte der Papst seine Reisen auch zum Bildungszweck. So verließ er während eines seiner zahlreichen Brasilien-Urlaube Missionen die Strände Ipanemas, um mit einer kirchlichen Abordnung das Landesinnere zu besuchen. Hier wollte er Indios bekehren und etwas von den Zusammenhängen im Regenwald lernen. Dabei kam es zu einer folgenschweren Panne. Entgegen der Warnungen der Ureinwohner konnte JP II sein Verlangen, mit der Zunge über einen Kautschuk-Baum zu fahren, nicht unterdrücken. Seit dem litt der Papst an einer heimtückischen Gummi-Allergie.

Was zunächst mit einem harmlosen Ausschlag anfing, steigerte sich mit zunehmenden Verlauf der Krankheit zum körperlichen Verfall. Am Schwersten traf ihn der Verzicht auf Weingummibären, die er zum Aufbau seines Knochengerüstes für essentiell hielt und von denen er körperlich abhängig war.

Johannes Paul II blieb nach Erhalt des ärztlichen Befundes nicht anderes übrig, als sein Leben umzustellen. Strandurlaube strich er aufgrund seines Hautausschlages ganz von der Liste seiner persönlichen Favoriten, ebenso seine Latex-Bettwäsche.

Fernsehzuschauer in aller Welt konnten den ansteigenden Verlauf seines Verfalls schockiert an den Geräten verfolgen. Auch das Zittern seiner Hände, eine Folge der schweren Entzugserscheinungen seiner Weingummisucht, blieb den meisten Betrachtern nicht mehr verborgen.

Krankheiten, fremde

Der Ausbruch seiner Krankheit führte zu einer dramatischen Wesensveränderung. Johannes Paul II, der sonst immer auf mediale Ausstrahlung bedachte Papst, dem man eine gewisse Telegenität nie absprechen konnte, wurde zunehmend verbitterter. Er zeigte sich nur noch selten in der Öffentlichkeit und brütete in seinen Privatgemächern eine Umstrukturierung der katholischen Kirche aus. Bestimmte Krankheiten sollten demnach nicht mehr behandelt, sondern als Gottes Wille verstanden werden. Da verschiedene vatikanische Mediziner JP II von seinem Leiden zu befreien versuchten, aber nicht wussten, wie, operierten sie wahllos, jedoch ohne Erfolg, an ihrem Hirten herum. Zufällig sind es genau diese missglückten Operationen, die der Papst auf seine Schwarze Liste setzte.

Als nicht mehr heil- oder therapierbar galten zukünftig

  • Künstliche Hüftgelenke
  • Luftröhrenschnitte
  • Arthritis
  • Alle Operationen am heiligen Knie
  • Kehlkopfentzündungen
  • Sonnenbrand

Johannes Paul II stellte damit seine Glaubensgemeinschaft vor eine harte Prüfung. Hinter vorgehaltener Hand sprachen selbst engste Vertraute schon davon, ihn aus dem Amt zu putschen, doch der weiseste Vater aller Katholiken erkannte den aufrührerischen Gedanken sofort und stellte klar, dass er sich nur durch Gott aus dem Amt drängen lässt. Um seine Reform des II. Konzils deutlich zu machen, verkündete er beim Osterfest statt des von der Gemeinde erwarteten Urbi et Orbi den neuen Glaubenssatz Mens sana in corpore sano.

AIDS

Um seine Theorie zu untermauern, suchte der Papst nach Beispielen. Er nahm sogar die Bibel zur Hand und konnte diagnostizieren, dass Gott den Menschen schon immer vor harte Prüfungen gestellt hatte. Und wenn nichts mehr half, dann gab es eben eine Sintflut. Die seuchenartige Ausbreitung von AIDS wollte JP II dann ebenso als Gotteszeig verstanden wissen. Steckte in AIDS nicht das englische Wort aid und war der Auslöser dieser Immunschwäche nicht ebenfalls positiv?

Die katholische Kirche erkannte die Tragweite dieser von Gott gesandten Krankheit. Die Tatsache, dass nur sexuell Fehlgeleitete von dieser Immunschwäche betroffen waren, unterstützte diesen Glauben zusätzlich. Johannes Paul II reagierte entsprechend. Er verbot die von vermutlich atheistischen Ärzten und Wissenschaftlern bevorzugte Schutzmaßnahme der Benutzung von Kondomen während des Geschlechtsaktes und empfahl seinen Schafen deutlich die Selbstbefriedigung oder die Verwendung von unbelasteten Knaben. Schließlich wusste er aus eigener Erfahrung von der Gefährlichkeit des Gummis und er wollte die Welt vor Schlimmerem bewahren.

Moralapostel

Die Verbitterung des Papstes nahm folgenschwere Züge an. Nicht nur Heilungsprozesse wollte er unter Gottes Obhut stellen, auch auf allgemeine Fragen zur Ethik oder Moral nahm JP II Einfluss. „Wir leben in einer sich schnell drehenden Welt und laufen Gefahr, an den Rand der Erdscheibe gedrängt zu werden. Wenn wir uns nicht stärken im Glauben, wenn wir es nicht schaffen, uns von unseren Sünden zu befreien, werden die Ketzer, die Kopernici und die Galileii Oberhand gewinnen und die Menschheit in ihr Verderben führen.“ So wie er es 1990 in seinem Redemptoris Missio, dem nie endenden Missionsauftrag, vorhergesagt hatte, sah er im neuen Jahrtausend das Eintreffen seiner Prophezeiung entgegen. Er musste handeln. Und zwar schnell. Hierzu gab es nur einen Ausweg: einen neue Sexualmoral!

Sexus et spiritus

Causa Lösung
AIDS Keuschheit
Geschlechtskrankheiten Keuschheit
Fehlgeleitete Sexualität Keuschheit
noch schlimmer (Homosexualität) Keuschheit
Triebgesteuertes Handeln Keuschheit
Freie Partnerwahl Keuschheit
Klerikale Befriedigung Ministranten

Sexus et Klerus

Wenn Sex außerhalb eines fortpflanzlichen Zweckes bei Katholiken verboten und Keuschheit die Ersatzstimulation war, konnte es eigentlich zu keiner ungewollten Schwangerschaft kommen. Trotzdem maßte sich JP II an, Stellung zu dieser blasphemischen Ungehörigkeit zu nehmen. Einerseits war eine befruchtete Zelle bereits Leben und durfte nicht eliminiert werden, andererseits machte dieser neue Erdenmensch deutlich, dass Hirtenbriefe oder andere päpstliche Erlasse nicht befolgt wurden. Eine Sünde. Gott verzeiht nie, die Strafe wird also später kommen, da war sich der Papst sicher.

Aber was mit der verblendeten Mutter, was mit dem in Sünde geborenen Kind machen? Hexenverbrennungen waren nicht mehr en vogue, ein Ausschluss der Mutter aus der Kirche konnte man sich schon aus finanziellen Gründen nicht leisten. JP II löste das Problem auf einfache Weise: die Mutter wird mit Gottes Strafe rechnen müssen und darf sich mittels Spenden etwas von Gottes Gnade zurückerobern; das Kind ist jedoch zu retten, es kann ja nichts für den Fehltritt seiner Mutter.

Ein gottesfürchtiges Leben, eine Erziehung im Geiste der Bibel war für das Sünden-Kind nötig. Wenn man der Mutter jetzt nur genug das Fürchten lehrt, sollte sie ihr Kind in einen katholisch geführten Kindergarten geben und danach auf weitere Ansprüche verzichten. Dies sei die einzige Rettung für die verlorene Kinderseele. Anschließend wird das Kind in einem Kloster oder besonders am Glauben orientierten Internat untergebracht. Die Seele ist gerettet und die Katholiken haben Nachwuchs. Der Papst fand eine wahrhaft salomonische Lösung für diesen vertracksten Fall.

Sexus als Usus

Rückenmarksschädigung ist keine schöne Sache. Ein fleißiger Helfer versucht, die Hände des Hlg. Vaters ruhig zu stellen.

Der Verlust von Dünndarmzotten ist eine schlimme Sache!“, postulierte der Heilige Vater 1994 und fügte noch hinzu „Das Zölibat bleibt deshalb bestehen!“ Seinen Textschreibern ist da augenscheinlich ein kleiner Irrtum unterlaufen, da sie beim Nachschlagen, was Zölibat eigentlich ist, versehentlich bei Zöliakie nachgesehen haben. Des Hirten Schäfchen fiel das aber nicht weiter auf. Für sie war nur der letzte Satz von Bedeutung. Keuschheit blieb also weiterhin oberstes Gebot!

Doch wo sollen die Priester, die Missionare, die Rektoren nur hin mit ihren Trieben. Dass ihre einzige Liebe Gott galt, stand außer Frage. Doch rein biologisch gab es da ein Problem: seit nächtens nackte Damen mit „Komm’, spiel mit mir!“ im Fernseher frohlockten, wurden Sehnsüchte geweckt, die oft in der Tod und Verderbtheit bringenden Krankheit Spermaverhalt endeten. Selbstbefriedigung auf Dauer entpuppte sich ebenso als schlechte Lösung. Schließlich wurde dadurch nachhaltig das Rückenmark zerstört. Die Folgen dieser Krankheit konnten sie, so wie die Priester vermuteten, an Johannes Paul II beobachten. Und so wollten sie nicht enden.

Die katholischen Diener ließen daher einen seit Jahrhunderten praktizierten alten Brauch wieder aufleben. Ihnen in die Obhut gegebene junge Menschen waren durch die harte Schule des Katholizismus darauf gedrillt, Gott näher zu kommen. Ihre Lehnsherren Erzieher konnten den Kindern einen Weg weisen, wie sie dieses Ziel schneller erreichten. „Komm mit auf mein Kämmerlein. Ich zeige dir den Gottesstab. Du kannst ihn auch mal anfassen.“ hauchten sie ihren Schutzbefohlenen ins Ohr. Und diese folgten willig.

Der Heilige Vater duldete diese Praxis, die er als Brauchtum und Testament verstand, und an der aus kirchlicher Sicht nichts auszusetzen war. Kinder haben keine Geschlechtskrankheiten, kein AIDS, keine unzüchtigen Gedanken und sie konnten nicht schwanger werden. Die Morallehre JPs II wurde durch die Hingebung der Kinder nicht belastet. Später brauchte man den älter werdenden nur noch Schamgefühle einreden und niemand würde von der reinen und kircheninternen Liebe etwas erfahren.

Sexus et Katechismus

Eine ganz persönliche Herzensangelegenheit war Johannes Paul II die Einführung, Umsetzung und strikte Einhaltung des Katechismus. Im von ihm gegründeten KKK (Katechismus der Katholischen Kirche) fixierte er schriftlich die Grundlage des Lebens nach der Lehre der Bibel, die er heftig mit Auszügen aus ebendieser würzte.

So wurden Wunder emporgehoben und für die Existenz Gottes als unwiderlegbar für wahr gehalten. Auch die Inquisition für Abweichler konnte durch Stellen in der Bibel begründet werden. JP II räumte endlich mit den Freigeistern und Querulanten in seiner Kirche auf. Gleichzeitig sicherte er dadurch seine Führungsposition ab.

Andererseits erlaubte die neue Herangehensweise eines tief religiösen Lebens auch Sexual-Praktiken, die vornehmlich in SM-Studios praktiziert wurden. Hier gab es eine dem Papst gefällige Rangordnung von Herr oder Herrin und Diener. Hier wurde bestraft, wer nicht züchtig lebte. Hier durfte man reinen Gewissens beichten und seine intimsten Geheimnisse mittels Folter ausplaudern. Nach Abschluss einer solchen Sitzung war das Schäfchen geläutert.

Tod eines Handlungsreisenden ?

So wünscht man sich seinen Lebensabend zu beenden: inmitten dunkelhäutiger Schönheiten. Wer konnte diese Wahl dem gealterten Karol verdenken?

Johannes Paul II wäre nicht der Medien-Papst gewesen, wenn er nicht auch seinen Heimgang zum Herrn minutiös vorbereitet hätte. Er verkündete 2005 der Welt, jetzt ins Koma zu fallen und dann ins Haus des Vaters gehen zu wollen. Kamerateams bereiteten ihre technischen Gerätschaften im Krankenzimmer vor, das Bett wurde ausgeleuchtet, der Ton geprüft. Selbst Mediziner bereiteten sich mittels Endoskopen auf dieses mediale Großereignis vor. Man wollte u. A. dem Geheimnis der Seelenwanderung auf die Schliche kommen. Nachdem alles präzise vorbereitet war, schickte man einen Bischof los, um dem Papst zu berichten, er könne jetzt ins Koma fallen. Alles sei eingerichtet.

Doch der Bischof kam achselzuckend zurück. Der Heilige Vater sei verschwunden, konnte er nur berichten. Eine hastig angesetzte Suche im Vatikanpalast führte zu keinem Ergebnis. Der Papst war weg! Da aber alles präpariert war, berief man ein Konzil und entschloss, den Papst doch entschlafen zu lassen. Federführend für diesen Schritt war ein deutscher Kardinal Ratzinger, der den Thron unbedingt besteigen wollte und es nicht mehr abwarten konnte. So wurden aus Archiv-Filmen der Tod des Weltenbummlers inszeniert, die Gläubigen hatten einen Papst weniger und Ratzinger rieb sich vergnügt die Hände.

Das Geheimnis um das Verschwinden Johannes Pauls II konnte nie gelöst werden. Es wurde aber immer wieder von Augenzeugen berichtet, die einen „irgendwie wie der Papst aussehenden“ Mann am Strand einer Bahamas-Insel gesehen haben wollen. Das Heer seiner Anhänger wünscht sich, dass er hier endlich seine Heimat und seinen letzten Ruhepol gefunden hat. Das Reisen hat endlich ein Ende.