1 x 1 Bronzeauszeichnung von Ali-kr

Kaffeekränzchen (allgemein)

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Wo gehts'n jetzt lang? Dieser Artikel behandelt nur einen Kaffekranz von vielen (endlosen), die zu finden sind unter Kaffeekränzchen (Begriffsklärung)

Unter Kaffeekranz versteht man das biedere Beisammensitzen von in die Jahre gekommenen, oft über den Zustand der diesseitigen Welt zutiefst frustrierten und unablässig in Nostalgie schwelgenden, (oft grenzdebilen) Damen und Herren.

Degradiert als Mittel zum Zweck: Der Kaffee.

Artspezifisch bedingte Differenzierung

Obwohl man leicht zu der Annahme verleitet werden kann, man könne die Anhänger derart obzöner Festlichkeiten über einen Kamm scheren, da sich die verschiedenen Spezies oftmals in Körperpflege, Kundtun von völlig sinnfreien Aussagen und dummem Daherbrabbeln, in nichts nachstehen und nicht selten vortrefflich in der Bekräftigung und Weiterauslegung ihrere verschrobenen und realitätsfernen Ansichten ergänzen, bestehen durchaus nicht zu vernachlässigende Unterschiede. So ist vorsichtig bei der Durchleuchtung der geistigen Schluchtenlandschaften des typischen Kaffekränzchenanwesenden (zumindest körperlich), vorzugehen. Man kann oberflächlich in drei verschiedenartige Wesenstypen einordnen.

Der Wichtigtuer

Der Wichtigtuer hat oftmals in der Zeit, in der er noch Teil der Wirtschaft war, ein (ihm oder ihr) wichtiges Amt bekleidet (z. B. Mätresse eines französischen Königs oder Stoffhändler in der Antike). Er ist oftmals mit der latenten Hervorhebung der Ausgeprägtheit seines Beurteilungsvermögen gegenüber ihm eigentlich unbekannten Vorgängen und der Klarstellung seines geistigen Vorsprung im Vergleich zu den anderen Anwesenden so beschäftigt, dass das ihm Angebotene (oftmals einer Backmischung mit Vorkriegsverfallsdatum entwachsen und somit lebensmitteltechnisch hochbedenklichen) Süßgebäck unbehelligt den Großteil der Zusammenkunft überlebt.

Der Veteran

Der Veteran arbeitet sein gesamtes Kriegstrauma, welches ihm auf seiner, von Hunger und Elend in der Jugend gebeutelten, Seele lastet, gerne an einem Nachmittag (unter Zuhilfenahme von Halbwahrheiten und Ausschmücken von Tatsachen) auf. So wird schnell aus einer Tätigkeit als Proviantmeister im Divisionsstab der Kommandant eines ständig an vorderster Front agierenden Stoßtrupps. Generell wird jeder Satz mit "Wir hatten ja nichts" oder wahlweise "da waren ja nur Schutt und Steine und die Russen" , begonnen oder geschmackvoll beendet. Nicht in diesen Zeitraum verwickelte und aus Versehen dazutretende Menschen werden mit einem "das können die sich gar nicht mehr vorstellen" auf die Eingeengtheit ihres lebenserfahrungstechnischen Horizontes verwiesen.

Der Kranke

Der sogenannte "Kranke" sieht sich aufgrund der Bedenkung von mannigfaltigen Krankheiten und akuten Beschwerden vom Leben bemissgünstigt und lässt den Anwesenden keine Chance ihm zu verwehren, als Teil seines Mitleidserhaschungsfeldzuges missbraucht zu werden. Ausgebildete Apotheker und derartiges Fachpersonal können vor seinem Medikamentenfachwissen nur resignieren, und werden spätestens durch das vollständige Aufsagen der gesammten Ratiopharm Produktpalette (mit möglichen Nebenwirkungen) auf die hinteren Plätze verwiesen. Der Kranke schreckt nicht davor zurück, die vollen Ausmaße seiner letzten Operationen (wobei er mit viel Detailliebe zu Werke geht) langatmig zu erläutern.

Dabei ist es ihm in der Regel egal, dass seine Zuhörer möglicherweise gerade im Begriff sind, die schon beschriebenen Backwaren mit gespieltem Genuss, herunterzuschlingen. Da meistens niemand zu einem beherzten (in diesem Fall völlig angebrachten) "Halt die Fresse, du Fickel" oder vergleichbaren zurückgreift, kann dies nur ausgesessen werden.

Der Kopfnicker

Zeichnet sich durch keine Meinung aus und würde (so hat es zumindest den Anschein) bei der Anfrage "darf ich Dein Auto in eurer Einfahrt in Brand stecken" nur mit einem legeren Kopfnicken entgegnen. Jedoch ist in Bezug auf ihn ebenfalls nichts zu beschönigen, seine bekräftigenden Gebärden, während sich völlig enthemmt über Nachbarn und coverschmückende Adlige in namhaften Zeitschriften wie "Die Bunte" oder "Neue Post" ausgelassen wird, machen die Sache nicht besser.

Quellenangaben

  • Endlos erscheinende Verwandschaftstreffen.

Literatur

  • Derartiges wurde nicht in der Form niedergeschrieben, da Kaffeekränzchen auch so schon langwierig genug sind.

Siehe auch