John Demjanjuk

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Johann 'Little John' Demjanjuk, geboren Iwan Mykolajowytsch Demjanjuk, * 3. April 1920 in einem Dorf in der Nähe von Moskau; † 17. März 2012 in einem Dorf in der Nähe von München), war ein sowjetischer, später staatenloser KZ-Aufseher. Zeit seines Lebens war er auch als der Mann bekannt, der in den Vierzigern beim Mord an fast 30.000 Menschen half, sich später aber seltsamerweise nicht mehr daran erinnern konnte.

Kindheit und frühe Jahre

Johann, der sowohl von seinen Familienangehörigen als auch so ziemlich jedem anderen, dem er in seinem Leben begegnete, "Little John" genannt wurde, hatte keine leichte Kindheit. Das fing damit an, dass seine Mutter ihn nicht mochte. Warum, hat er nie herausgefunden. Sein Vater mochte ihn immerhin ein bisschen, aber immer noch am wenigsten von all seinen 23 Kindern. In der Schule wurde er gehänselt, ausgelacht und in der Sportumkleide regelmäßig verprügelt, weil er (und alles an ihm) so klein war. Psychologen glauben heute, dass hierin die Anfänge für John's gestörtem Verhältnis gegenüber anderen Menschen lag.

Im Alter von 12 Jahren schloss John die Schule ab - vier Jahre früher als normal. Das lag daran, dass seine Eltern ihm die Schulbrote nicht mehr finanzieren konnten. Der Kommunismus erblühte zwar, doch bei so vielen Geschwistern hatte man trotzdem kein Geld für so etwas (in Russland als nebensächlich angesehenes) wie Nahrung. Als er eines Tages eine konspirative Sitzung seiner Eltern und seines Großvaters heimlich belauschte, auf der einstimmig beschlossen wurde, John, der der jüngste und schwächste war, zu grillen und einzupökeln, um so den Rest der Familie durch den Winter zu bringen, floh John noch in der gleichen Nacht vor seinen Verwandten, schlug sich in einem siebenwöchigen Gewaltmarsch nach Sankt Petersburg durch, und schrieb sich dort in der sowjetischen Armee ein.

Hier lernte John ein neues Leben kennen: Unter den anderen Soldaten war er gleichgestellt, bekam genug zu futtern und durfte sogar schießen üben. Durch geschicktes Einschleimen stieg er bald über den Rang eines einfachen Latrinenreinigers hinaus, wurde Soldat, Leutnant, Major und schließlich Offizier seiner eigenen kleinen 5000-Mann-Einheit. Der Dienst an der Waffe gefiel ihm gut, und so absolvierte er mehrere Crashkurse im Umgang mit unterschiedlichen Kalibern und Fahrzeugen, darunter der LOLgun, dem Roflkopter, den OMGmissiles, und, ja, auch dem gewöhnlichen Revolver (der durch eifriges Training schnell zu seiner "Weapon of Choice" digitierte).

Der Krieg. Ihr wisst schon, welcher!

Bald darauf ging's endlich ab: Der Krieg begann, und John musste zusammen mit seinen Kumpels an die Front. Bei Stalingrad wurden er und sein Trupp von den Nazis eingekesselt, weil sie von einem der ihren für eine halbe Salami verraten worden waren, und gerieten in arische Kriegsgefangenschaft - was "John und seine Boys", wie sein Stosstrupp in der Roten Armee gerne genannt wurde, natürlich nicht gerade toll fanden. Zunächst stand eine Unterwerfung für John 'Leonidas' Demjanjuk und seine 300 Mann starke Gang außer Frage. Als die Männer jedoch feststellten, dass man sich gegen die Schläge der Nazis schlecht wehren kann, während man gefesselt und geknebelt ist, war John einer der ersten, die sich zur Kooperation "überreden" ließen.

Die Nazis begriffen schnell, dass sie mit John ein williges Werkzeug des Bösen vor sich hatten, das keine Fragen stellte. Als erstes wurde er als einer der Außenzaunpatroullien im Arbeitsamt Majdanek, und später im Vernichtungsferiencamp Sobibor als Mädel für alles eingesetzt. Die obersten Führer der braunen Flut waren begeistert von Demjanjuk, und würdigten insbesonders seine Motvationsfähigkeit gegenüber den anderen Mitgliedern seiner Bande, da er sich hierbei grundsätzlich auf seine "Angst" und "Schrecken" getauften Fäuste verließ. Allgemein wird angenommen, dass John immer dann zur Stelle war, wenn in den Gaskammern von Sobibor mal wieder das Zyklon-B ausging (Was in der Einöde der Ukraine durchaus öfter vorkam).

Ein wenig später

Doch es half alles nichts: Die Nazis verloren den Krieg, die zahlreichen Konzentrations- und Arbeitslager wurden entweder befreit, zerbombt, oder fielen sonstwie der Anarchie anheim. Das Lager, in dem John und seine Jungs beschäftigt waren, wurde dagegen einfach vergessen, weil es zu weit entfernt von der neuen deutsche Grenze lag. Nach einem gewaltigen Spaziergang, der später von Johns verliebenen knapp 12 Anhängern als der "Marsch der blutigen Fersen" bezeichnet wurde, erreichte der Hauptdarsteller dieses Artikels im Jahr 1946 Ulm. Da hier alles kaputt war, und es nichts zu tun gab, schlenderte John weiter durch das völlig zerbombte Ödland der Hauptstadt, und kam schließlich, man weiß nicht genau, wann, nach Bremerhaven. Hier lernte er seine spätere Ehefrau Wera kennen. Zusammen wanderten sie von dort schon bald in das Land, das sich überall einmischt aus, wo John im Jahr 1958 die Staatsbürgerschaft, 13 Taler Startkapital, und von seiner Frau eine saftige Watschn bekam, nachdem er diese 13 Taler in der nächsten Bar versoff.

Um die Schandtat wieder gut zu machen, zog er mit ihr nach Indiana, wo er abwechselnd als Automechaniker, Hahnenkämpfer und, wer hätte das gedacht, Latrinenreiniger arbeitete. Dieser Scheißjob sorgte auch dafür, dass John bis zu seinem Tod nicht ein einziges Mal mehr lachte. Das lag aber vermutlich weniger an seiner Lust dazu, sondern vielmehr an einer ekligen Mundwinkelinfektion, die er sich beim Kloschrubben zuzog, und auf die hier nicht weiter eingegangen werden soll.

Bekanntlich hat alles mal ein Ende, ganz besonders aber gute Dinge, und aus diesem Grund geschah es auch, dass sich, während John mit seiner Familie in Indiana das Leben genoss, in Osteuropa einige Jahre später jemand an ihn erinnerte. Ein gewisser Taugenichts namens Ignat Daniltschenko sah eines Tages ein Foto in einer Ausgabe der USA Today, das John beim fröhlichen Latrinenreinigen zeigte. Ihm kam ein Gedanke: "Die Fresse kenn' ich doch!" Hatte Daniltschenko doch in den Vierzigern zusammen mit Demjanjuk regelmäßig Nachtschicht in Sobibor geschoben. Da der Mann damals regelmäßig gegen John beim Strip-Poker verloren hatte, sannte er nun auf Rache, und schwärzte seinen ehemaligen Kumpanen kräftig bei den US-Behörden an. Die recherchierten ein wenig, und waren gar nicht begeistert, dass einer wie Demjanjuk seine Griffel tatsächlich an die US-Bürgerschaft bekommen hatte. Frei nach dem Motto "Mit uns, aber niemandem sonst" erkannten sie ihm seine Aufenthaltserlaubnis ab. Aufgrund des bekanntlich äußerst effizienten amerikanischen Postsystems kam der Infobrief über diesen Umstand schon drei Wochen vor den Beamten des FBI bei Demjanjuk an. Dadurch hatte dieser Zeit, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, und floh unmittelbar vor dem Eintreffen der Blauröcke nach Israel. Auf der Veranda seines Hauses fanden die Beamten einen Brief, in dem nur ein Wort geschrieben stand:

"Fail!"

Der Prozess

Niemand weiß genau, ob es die Vorsehung, der liebe Gott oder die kosmische Konstante war, die Demjanjuk 1987 von allen Ländern der Erde ausgerechnet nach Israel fliehen ließ. Egal was es war, Demjanjuk folgte seinem Ruf - und setzte sich damit so richtig in die Kacke. Denn ein Weltkriegsverbrecher, der ins Heimatland der Juden reist, brauch sich keine Hoffnungen machen, irgendwie in seinem Leben nochmal glücklich zu werden. Die israelischen Behörden hatten seit Kriegsende natürlich nicht geschlafen (Naja, vielleicht ein bisschen), weshalb sie den am Flughafen-Check-In noch freundlich lächelnden und nichtsahnenden John sogleich als den "Ivan der Schlächter" wieder erkannten, der so viele ihrer Landsleute mehr oder weniger direkt auf dem Gewissen hatte. Handschellen klickten, und über die nächsten 30 Jahre wurde Demjanjuk von verschiedenen Staaten, darunter den USA, Israel und lustigerweise auch Deutschland immer wieder der Prozess gemacht. Nach zig Verurteilungen zu Haftstrafen unterschiedlicher Länge und der Verhängung von mindestens zwei Todesstrafen (Die nie ausgeführt wurden, warum, weiß so recht niemand) war Demjanjuk ziemlich alt geworden, sodass ein deutsches Gericht ihn 2009 wegen der Beihilfe zum Mord in rund 28.000 Fällen nochmals zu fünf Jahren Haft verurteilte, diese Strafe jedoch indirekt sofort wieder aufhob, da man annahm, dass John zu alt und daher zu langsam geworden sei, um wegzulaufen. Ha, dieses drollige deutsche Justizsystem! Na, wie dem auch sei. John Demjanjuk wurde daraufhin in einem Altenheim untergebracht. Dort gefiel es ihm zwar nicht, aber das interessierte so wirklich gar keinen. Er blieb dort bis zu seinem Tod im März 2012, kündigte aber an, posthum noch seine Memoiren veröffentlichen zu wollen.