Flugschwein

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Das Flugschwein (lat.: volarus porcus) ist die flugfähige Form des Wildschweines und ist eine sehr selten gewordene Art. Es gehört zur Familie der echten Schweine aus der Ordnung der Paarhufer. In nur noch wenigen Teilen der Welt gibt es freilebende Flugschweinpopulationen, die aus verwilderten Luftschweinen hervorgingen. Flugchweine sind Allesfresser; sie fressen sowohl tierische und pflanzliche Nahrung sowie Kerosin und Öl.

Das Flugschwein ist eines der am frühesten domestizierten flugfähigen Tiere in der menschlichen Zivilisationsgeschichte und wird seit vermutlich 9000 Jahren vom Menschen als Nutztier gehalten. In Europa und Westasien waren Flugschweine, die am häufigsten genutzten flugfähigen Tiere.

Benamsung

Das weibliche Flugschwein heißt Obscht und das männliche wird Flugeber genannt. Jungtiere nennt man Flugferkel. Bis zum Abfluggewicht von 25 kg sind es Flugferkel, zwischen 25 und 50 kg Flugneulinge. Flugunfähige, männliche Tiere werden Altschneider genannt.

Domestizierung

Erste archäologische Nachweise der Nutztierwerdung gibt es aus der Zeit vor über 1500 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Europas. Molekularbiologische Untersuchungen an Flug- und Wildschweinen zeigten, dass sich die während des frühen Mittelalters die Domestizierung lediglich in Europa abspielte. Die lange etablierte These, dass mitteleuropäische Flugschweineschweine von Wildschweinen aus dem Nahen Osten abstammen, gilt damit als widerlegt.

Heranwachsen

Bei Flugschweinen beträgt die Trächtigkeitsdauer ca. 112–114 Tage (drei Monate, drei Wochen, drei Tage), die anschließende Geburtsvorgang, welcher im Nest, dem sogenannten Schweinehorst stattfindet, wird ferkeln oder auch abferkeln genannt. Bei neugeborenen Flugferkeln kann man bei den reinen Rassen noch die Flügelansätze erkennen, die bei Frischlingen so typisch Sind. Es sind Überbleibsel der Luftschweine, den Vorfahren der Flugschweine, welche jedoch im 4 jahrhundert v. Chr. ausstarben. Wenn sie etwa sechs Monate alt sind, bzw. etwa 100 kg Abfluggewicht haben, sind die Tiere Flugtreif. Ihr Flughäute sowie die Gleichgewichtsorgane in den Ohren sind nun bereit für den ersten Flug und ihr Instinkt wird sie dabei nicht im Stich lassen. Flugchweine können etwa sechzig Jahre alt werden, jedoch schaffen dies nur die wenigsten, da den Flugschweinen viele Gefahren auflauern. In einem Schweinehorst ist nur für die stärksten Flugferkel Platz; die Schwächeren werden einfach von den Geschwistern aus dem Nest gestoßen. Und gerade in der heutigen Zeit wird ihnen das Leben durch den Eingriff der Menschen in die Natur schwer gemacht. Flugzeuge sowie Windräder sind zwei der Haupttodesursachen der Flugschweine.

Frühe Geschichte der Flugschweine

Zum ersten Mal wurden Flugschweine im 5. Jahrhundert v. Chr. dokumentiert. Dies bestätigen diverse Höhlenmalereien, die Forscher im Norden Frankreichs fanden. Aufgrund von Knochenfunden vermutet man das diese Schweinerasse aus Wildschweinen und Flugeichhörnchen hervorgekommen sei. Von Europa aus unternahmen die eierlegenden Säuger lange Flüge auf der Suche nach neuen Lebensräumen und Nahrung. Hierbei verteilten sie sich auf dem ganzen Erdball; ja sogar nach Australien haben es einzelne Gruppen geschafft. Jedoch herrschten nicht überall ideale Lebensbedingungen. Zum Beispiel auf den britischen Inseln. Dort gab es auch schon damals viel Niederschlag und somit waren die Flugbedingungen für Flugschweine relativ bescheiden und sie mussten am Erdboden verweilen. Aus diesem Grund bildeten sich ihre Flughäute von Generation zu Generation immer weiter zurück bis dort um 100 n. Chr. schließlich keine flugfähigen Schweine mehr existierten.

Flugschweine im Mittelalter

Nachdem es im frühen achten Jahrhundert einigen Falknern gelang, eine Hand voll Schweine zu zähmen und zusammen mit ihren Greifvögeln zu halten, wurden sie im Laufe der Zeit dem Menschen immer näher gebracht. Um 1153 haben in Bayern Flugschweine die Jagdhunde des Königs ersetzt und wurden unter Anderem auch in der SChwarzwildjagrd eingesetzt und mussten ihre eigenen Verwandten aufspüren und jagen. Auch spirituell hatten Flugschweine eine hohe Position eingenommen. Sie verkörperten bei den Germanen den Gott des Windes, der von Schamanen vor bedeutenden Schlachten um Beistand gebeten wurde.

Fluggschweine in der Neuzeit

Ein Ausschlag gebender Punkt der Domestizierung wurde schließlich im 19. Jahrhundert erreicht. In Amerika wurden die vierbeinigen Flieger von Rangern in der Viehzucht als rechte Hand der Cowboys beim Vieh treiben genutzt. Die Tiere legten an einem Tag bis zu 100 Meilen zurück und mussten sich von der staubigen und heißen Prärie Texas aus durch die kalten Rocky Mountains bis zur warmen Westküste der Staaten durchkämpfen. Nicht selten kam es vor, dass Flugschweine vor lauter Erschöpfung auf dem Weg verendeten. Nur wenige Schweine überlebten diese strapazierende Reise,da sie auch von verschiedenen Krankheiten befallen wurden.

Aber auch in Europa ging es den Fliegern an den Kragen. Als die Industrialisierung in vollen Zügen war, wurde erstmals entdeckt, dass Flugschweine in einer Art Laufrad Energie erzeugen konnten. Die ersten Zuchthöfe entstanden in Belgien und Frankreich, welche nun nicht nur an Industrielle oder Wissenschaftler verkauften. Auch das Entertainment profitierte von den fliegenden Borstentieren. 1845 wurde der 'Цирк на летящите прасета' (deut.: Circus der fliegenden Schweine)in Bulgarien gegründet. Dort konnten Besucher miterleben, wie Schweine in einem großen Zelt über ihre Köpfe hinwegsausten. Auf der Weltausstellung in Paris 1889, ließen die Veranstalter eine Gruppe Flugschweine vom neuerbauten Eiffelturm herab geworfen.

Frontschweine

Im ersten Weltkrieg (1914-1918) waren Flugschweine zum ersten mal in der Geschichte aktiv am Krieg beteiligt. Zusammen mit Bomberpiloten gingen sie an Bord der, vor nicht allzu langer Zeit erfundenen Flugapperate in die Luft, und diese wurden dann über feindlichen Zielen abgeworfen. Die mit Sprengstoff präparierten Schweine wurden in einem jahrelangen Training darauf spezialisiert, feindliche Ziele zu erkennen und in diese herein zu fliegen. Diese grausame Art der Massenvernichtung kostete unzähligen Flugschweinen das Leben. Doch auch im Grabenkrieg der Westfront wurden sie von den Ballonaufklären mit einem Fotoapparat losgeschickt um Aufklärungsfotos der Frontlinie zu schießen. Doch so gerieten sie schnell ins Abwehrfeuer der feindlichen Truppen und stürzten getroffen zu Boden.

Flugschweine zwischen den Kriegen

Nach dem Krieg herrscht totales Chaos. Der Lebensraum in Europa wurde nahe zu komplett zerstört und auch der Großteil der Tiere ist dem Kriege zum Opfer gefallen. Viele Herden ziehen in das kühle Skandinavien, in dessen Wäldern ihnen ein von der Zivilisation ungestörtes Leben ermöglicht wird. Jedoch sind einige Tiere, welche aus der Züchtung stammen, an das Leben mit dem Menschen gewöhnt und werden als Hausflugschwein oder Nutzschwein gehalten. Zur Zeit der Prohibition und Al Capone wurden sie an der kanadischen Grenze als Alkoholschmuggler eingesetzt. Außerdem wurden sie nach der Weltwirtschaftskrise wieder als Unterhaltungszweck sowie in der Wissenschaft und beim Militär genutzt. Auch die ersten Flugschweinvereine und Flugschweinzüchter entspringen diesen modernen Zeiten. Die Jagd sowie die unartgerechte Haltung wurde ab 1930 verboten.