Fernsehfilm

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Als Fernsehfilm bezeichnet man die Ausgabe von GEZ-Gebühren oder Fördermitteln, um mittelmäßigen Schauspielern und Regisseuren eine Plattform in Form eines Filmes zu bieten und Lücken im Fernsehprogramm zu schließen, falls der jeweilige Fernseh-Sender gerade keine Lust hat, eine Casting-Show zu produzieren oder er schon an fünf anderen Abenden in der Woche eine solche sendet (an einem läuft nämlich noch eine billige FernsehShow mit schlechten Fernsehmoderatoren).

Ursachen, Film-Dreh und Kritik

Um den komplexen Sachverhalt von Fernsehfilmen besser zu veranschaulichen, wird im Folgenden aus verschiedenen Perspektiven berichtet, wie und warum ein Fernsehfilm zu Stande kommt.

Aus Sicht der TV-Sender

Ein beliebiger Fernsehsender stellt fest, dass er für Dienstag-Abend noch irgendwas braucht.

Fall 1: Sender ist Privatsender

Geben wir dem fiktiven Privatsender nun also den fiktiven Namen "SaTL". SaTL denkt sich also, warum nicht einfach mal so nen kleinen 80-90-Minüter machen, wo irgendwas mit Liebe und so ist und dann liebt er sie doch nicht, aber er ist irgendwie reich und am Ende gibt es dann doch ne Traumhochzeit und dann war da noch der andere, der dann doch auch noch irgendwas macht. Denn das Geld zu sparen und in einen echten Klassiker zu investieren wäre ja doof, weil die Klassiker meistens nicht so Telenovela-Guckerinnen-freundlich sind. Wenn man mal einen Klassiker zeigt, dann nicht vor 23 Uhr, weil die Cineasten und sonstige intellektuelle Spinner und Menschen, die tatsächlich Kunst mögen, die können ja auch mal lang wach bleiben. Die Hausfrauen, die sich einen Fernsehfilm ansehen, müssen ja früh raus, um ihren Sprösslingen am nächsten Morgen das Pausenbrot zu streichen.

Die Leute von SaTL sind sich zwar der Tatsache bewusst, dass sie praktisch den selben Film schon zweihundert mal mit lediglich einem anderen Titel und anderen "Schauspielern" gesendet haben, aber die Quote ist trotzdem immer hoch und dementsprechend gibt's krass viel Werbeeinnahmen und so. Auch wissen sie zwar, dass sie mit dem Budget auch unbekannte begabte Filmemacher fördern und ihnen eine Plattform bieten könnten, aber da wäre die Quote ja nicht so hoch, weil kompliziertere Handlung, anspruchsvollere Schauspieler und nicht so massentauglich.

Fall 2: Sender ist öffentlich-rechtlicher Sender

Ähnlich ist es bei den öffentlich-rechtlichen Sendern, vor allem bei den vorderen (also ca. die ersten zwei), die hinteren bzw. arte und so haben nämlich die glorreiche Idee, das Geld statt für so eine Produktion in einen 50 Jahre alten Klassiker zu stecken, der cineatische Größe aufweist, aber halt auch nicht ganz so massentauglich ist, weil anspruchsvoll und - oh nein, wie schlimm - schwarz-weiß und zum Schluss noch mit intellektuellen Dialogen.
Teilweise kommt es sogar vor, dass ARD und ZDF noch halbwegs gute eigens fürs TV produzierte Streifen ausstrahlen, das ist dann der Sonntagsabend-Krimi oder... äh... . Außerdem unterscheiden sich öffentlich-rechtliche Produktionen meist insofern von denen der Privatsender, dass sie nicht immer Liebesromanzen sind, sondern auch oft Dramen, die Anspruch darauf erheben, intellektuell anspruchsvoll zu sein, weil der Regisseur mit Stilmitteln nur so um sich schmeißt und der Schema-F Score ein bisschen traurig klingt. Meist geht es da dann darum, dass eine Frau mittleren Alters gerade irgendwie alleine ist und dann den Sinn des Lebens sucht und dann einen melancholischen Mann trifft und die beiden dann auch irgendwie glücklich werden oder so.

Außerdem unterscheiden sich die öffentlich-rechtlichen Produktionen im Hinblick auf die Finanzierung: Sie sind nicht auf Werbeeinnahmen angewiesen, sondern nur auf die GEZ-Gelder, die ohnehin reinkommen, und mit denen dann noch mehr Fernsehfilme gedreht werden können.

Aus Sicht der beteiligten sogenannten "Regisseure" und "Schauspieler"

Nehmen wir einen beliebigen durchschnittlichen Regisseur, nennen wir ihn mal Udo. Udo hat gerade auf der Filmhochschule gelernt, wie man nach Schema F einen Film dreht, so mit Halbtotale und Totale und so. Dann will er jetzt unbedingt auch mal einen Film drehen, hat aber keinen Plan, was für einen, weil er nämlich eigentlich nicht kreativ ist und auch nicht mal weiß, warum er überhaupt einen Streifen drehen will. Also fragt Udo einen Fernsehsender, ob die ihm mal schnell eine Million herüberwachsen lassen, wenn er dafür einen Liebesfilm dreht, in dem ein reicher Typ am Ende das komische, blonde, hübsche Mädchen heiratet, nachdem er sie kurz davor betrogen hatte. Er ist sich bewusst, dass die Welt ein solches Machwerk nicht braucht, weil sie es schon sechzig mal zu oft gesehen hat - dessen ist sich jeder bewusst -, aber er will halt auch mal einen Film machen und was kann Udo denn dafür, dass er eigentlich keinen Plan hat, was man für coole Filme drehen könnte?

Auf jeden Fall sucht sich jetzt Udo bei der nächstbesten Schauspielschule Schauspieler. Da die aber alle so viel Gage verlangen, kommt er zu dem Schluss, sein Cast zusammenzustellen zur Hälfte aus Mitwirkenden beim Krippenspiel der Kirchengemeinde Hintertupfing und dann noch zur Hälfte aus ein paar an der Schauspielschule Gescheiterten, die auch mal ins Fernsehen wollen.

Aus Sicht der nicht beteiligten Regisseure und Schauspieler

Nehmen wir nun einen beliebigen begabten Filmregisseur. Der hat tatsächlich einen Plan für einen super Film, hat auch mit seinem komplexen Drehbuch schon bei sämtlichen Filmförderfonds und Fernsehsendern angefragt, aber nur Absagen bekommen. Der geht nun frustriert nach Hollywood (oder nach Frankreich) und wird da dann erfolgreich und in zehn Jahren streiten sich die Fernsehsender um die "Free-TV-Premiere"-Rechte seiner großen Blockbuster - oder wahlweise laufen seine Independent-Filme dann nachts auf arte, jedenfalls erreichte er seinen erreichten Erfolg NICHT in deutschen Landen.
Begabte Schauspieler gehen ebenfalls nach Hollywood und werden da dann vielleicht mal Oscar-Preisträger, aber in Deutschland will man sie höchstens für den Bösewicht im Tatort, für mehr langt das Budget aber nicht - wie will man das auch finanzieren: jede Woche ein Fernsehfilm? Da kann man ja nicht auch noch auf gute Schauspieler setzen!

Handlung

Fall 1: Liebesschnulzenromanze

Eine durchschnittliche Telenovela komprimiert auf 80-90 Minuten. Tina (Name wird in festgelegter Reihenfolge jede Woche geändert, damit es nicht so auffällig ist, dass alle Filme gleich sind) ist Mitte 20, ihr Freund hat sie gerade verlassen und bei einem Autounfall lernt sie ihren Traumprinzen Christian (Name: s.o.; Alter: etwa 30) kennen, der Sohn und Erbe eines reichen Schnösels ist, selbst ein reicher Schnösel ist, keine liebenswerten Attribute außer gutem Aussehen und Geld vorweisen kann, und gerade Zoff mit seiner Freundin hat. Zögerlich wird die ärmste Tina nur in der Villa aufgenommen, dann gibt es noch kurz Zoff zwischen den beiden und am Ende eine Traumhochzeit.

Fall 2: melancholisches, pseudo-intellektuelles Drama

Eine traurige Frau (Alter: 40-50) trifft einen traurigen Mann und beide hatten gerade einen Verlust in ihrem Leben und am Ende geht es allen wieder gut und das Ganze ist in kühlen Farben gehalten, mit auffälligen Motiven und einer Fülle an Stilmitteln "bereichert" und der Violinen-Klavier-Score verleiht dem Streifen den letzten intellektuenten Touch.

Geschichte

Es wird davon ausgegangen, dass das Phänomen "Fernsehfilm" erst nach der Erfindung des Fernsehens aufkam, sicher belegt ist dies jedoch nicht. Bereits Hitlers Planung des totalen Kriegs soll vorgesehen haben, die Masse mit Hilfe von eigens fürs Fernsehen angefertigten Filmen doof zu halten; hierzu seien in den Konzentrationslagern erste Versuche gemacht worden, die die Wirkung von Fernsehfilmen auf den Menschen untersuchen sollte. Auch wenn der Wahrheitsgehalt dieses Verdachts umstritten ist, so werden diese Experimente selten in einer Liste von Grausamkeiten und Unmenschlichkeiten der Nazis ausgelassen.
Als größtes Problem erwies sich bei der Umsetzung der Nazi-Fernsehfilme (neben der Tatsache, dass es noch keine Fernseher gab), dass selbst Leni Riefenstahl, die sonst für jeden noch so schlechten "Film" bereit war, die Mitwirkung an Fernsehproduktionen prinzipiell ablehnte, da "diese unter ihrem Niveau [gewesen] seien".

Nach der Erfindung des Fernsehens wurde es nach und nach Trend, 24/7 zu senden und somit brauchte man mehr und mehr doofe Filme, weil man keine B-Movies oder Klassiker um 20:15 zeigen möchte, weil diese entweder zu teuer oder eben wie gesagt nicht massentauglich wären. Also hatte irgendein Senderboss die Idee, schlechten Regisseuren eine Plattform zu bieten und im Gegenzug einen Lückenfüller und Quotengarant zu haben. Das Leben war schön.