Fensterladen

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Wer im Glashaus sitzt ...

Ein Fensterladen ist oder war ein meist in Gebäuden untergebrachtes kleines Einzelhandelsgeschäft, so klein, dass es oft nur ein Fenster hatte. Überwiegend wurden dort Fenster-Träume verkauft. Da jedoch der Bedarf an Fenstern faktisch kaum noch existiert, sind die Fensterläden in Mitteleuropa seit 2003 so gut wie ausgestorben. Die bekannte Kurzgeschichte "Das Fenstertheater"[1] gibt einen Eindruck davon.

Allein in Hintertupflingen im "tiefsen" Bayern, hinter den sieben Bergen, hat sich Deutschlands einziger urtümlicher Fensterladen gehalten. Dort wird seit Jahrhunderten der unalte Brauch des Fensterlns gepflegt. Dabei betritt ein junger Mann das Zimmer einer jungen Frau über eine Leiter, um mit ihr MauMau zu spielen. Dabei gehen nach wie vor jedes Jahr etliche Fenster zu Bruch, denn es ist auch Brauch, dass die bayrisch-südländisch-temperamentvollen Väter die Besucher mit dem traditionellen Veitstanz begrüßen.

Das Dorf drumrum

Einen feinsinnigen Eindruck davon, was einen im Dorfe dort erwartet, gibt der bewegte Bilder-Reigen namens "Tanz der Vampire". Das Wolfsgeheul aus den umliegenden Wäldchen ist legendär, das den neugierigen Reisenden aber nicht abschrecken sollte. Schließlich dient es nur der Einstimmung und der Atmosphäre.

Die gewöhnlichen Bewohner sind unterwürfig und harmlos, aber verschlagen. Sie reden nicht frei heraus darüber, dass sie sich freuen, wenn das Frischfleisch für die Bewohner des Schlosses von auswärts hereinschneit.

Franz Kafka ist ihnen damals einmal entkommen. Dann hat er sein mysteriöses Machwerk "Das Schloss" darüber geschrieben. Und sich selbst als unsterblichen Landvermesser ein Mahnmal gesetzt damit. Wozu Fensterläden nicht alles gut sind. Das hat jene Dame, die als "Frau Holle" (aber war es ein o oder ein ö?) bekannt wurde, gewiss nicht gewusst.

Nein, man muss dem unverantwortlichen Gerücht widersprechen, dass Kafkas "Die Verwandlung", wo einer von Berufs wegen zum Käfer mutierte, nur eigentlich eine Vorstufe für diese reife Leistung mit dem Schloss gewesen sei. Fluch diesem A. Paul Weber[2], der das Bild in die Welt setzte. Viel näher dran ist die Analyse, dass ein gewisser Thierry Pratchett in seinem hellsichtigem Werk "Total verhext" ("Witches abroad") diese Vorkommnisse gültig beschrieben hat. Auch er entkam.

Fledermäuse

"Nosferatu" hieß er nicht, der Schlossherr, da hat sich Herr Murnau, der den Stumm-Film gemacht hat, seinerzeit geirrt. "Pan Tau" hieß er genausowenig wie "Godot", auf den früher mal allerlei Leute gewartet haben sollen. Das gültige Gesicht dazu ist das von Kinski, der aber nicht Nastasja hieß. Und weiß der Henker, der Mann konnte sich verwandeln. Bevorzugt in eine Riesen-Fledermaus.

Und es ist unter Forschern wohlbekannt, dass man nachts nicht den Fensterladen aufgesperrt haben darf, ohne dass Fledermäuschen hereingeflogen kommen. Selbst schuld, wer sie mit Motten verwechselt. Manchmal holt man sich so ein größeres Exemplar in die eigenen vier Wände. Weniger bekannt ist, dass anders als im "Froschkönig" beschrieben, die Nummer mit der Verwandlung in schöne Prinz(ess)en nicht nur bei Fröschen aussichtsreich ist. So eine Fledermaus tut es allemal auch.

Gewarnt sei allerdings vor sinnlosem Tierquälen. Niemand muss seine schönen Tapeten mit Nager-Blut beflecken. Meist immer verwandeln sich Nachteulen und Fledermäuse von allein in Menschen, oder umgekehrt. Fast immer wollen sie nichts weiter als küssen. Ja, wer seine Fenster aufreißt, dem geschieht es nur recht.

Wer je "Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund" von Nikolausi "Klaus" Kinski gehört hat, der weiß, "wem die Stunde schlägt". Und wie ein beliebtes norddeutsches Volkslied ganz zurecht betont: "Vater meint, Mutter meint, das tut der Wind". Wenn nämlich das Fenster klappert, weil Besuch nun mal nicht geräuschlos abgeht.

Liebe auf den zweiten Biss

Während aber nun der smarte Vampyrrhus von Nanny Oggs Kater Greebo schwuppdiwupp gefressen wurde, werden die Fensterläden in Amsterdam weiter abgebaut und zurückgedrängt. Stings "Roxxanne" ist da nur noch ein Abgesang.