Feature

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Das Feature war ursprünglich als genaues Gegenteil zum Bug gedacht. Heute beschreibt der Begriff zunehmend gewollte Fehlfunktionen im Sinne von "der Programmierer war unfähig, es richtig zu machen".

Entstehung des Features

Der Begriff Feature entstand irgendwann um 1980 (also zu Zeiten des C64) um eine besondere Eigenschaft der eigenen Software/Hardware hervorzuheben. Häufig waren Features zu dieser Zeit noch Alleinstellungsmerkmale eines Produktes, da andere Hersteller entweder in anderen Bereichen tätig waren oder ihre Produkte sich diesbezüglich nicht schnell genug angleichen ließen, als dass eine Alleinstellung hätte verhindert werden können.

Ursprüngliche Verwendung

Wie schon zuvor erwähnt, wurden Merkmale, welche ein Produkt von der Konkurrenz unterschieden, als Feature hervorgehoben. So kam es, dass die Hersteller im wachsenden Konkurrenzkampf zunehmend unsinnige oder bereits standardisierte Dinge als Feature anpriesen, um die Kunden für das Produkt zu gewinnen. Als Beispiel hierfür sei Windows genannt: Die von Microsoft als „revolutionär“ angepriesene grafische Benutzeroberfläche, welche mit Windows Anfang 1990 Einzug bei PC-Nutzern hielt, war bereits 1975 entwickelt und seit 1980 flächendeckend bei Apple (Mac), Commodore (Amiga) und Atari eingesetzt worden. Man sieht: Marketing ist eben alles. Zur Ehrenrettung von Bill Gates muss jedoch angemerkt werden, dass dessen Windows durch die Anzahl und Komplexität seiner Bugs bereits ein deutliches Alleinstellungsmerkmal besaß.

heutige Verwendung

Mit der Zeit wandelte sich die Definition, da die Hersteller erstens langsam so ziemlich alles schon mal als Feature angepriesen hatten und sie zweitens keine Ideen für wirklich neue Features im eigentlichen Sinne hatten. So wurden mit der Zeit Dinge als Feature angepriesen, die bis vor wenigen Jahren noch als schlimmer Bug gegolten hätten. Das hat viele Vorteile für den Hersteller, so kann man ja zum Beispiel einen Pufferüberlauf als "Speicherselbstentleerung" anpreisen – klingt doch viel schöner, oder?

Für den Nutzer bringen solche „Möchtegern-Features“ natürlich nichts als Ärger, da diese sich in der Praxis (wie ja ursprünglich vermutet) eher wie ein Bug als denn weniger wie eine gewollte Eigenschaft verhalten. Dieser Umstand jedoch bringt den Herstellern eine weitere Einnahmequelle in Form von Support-Hotlines und (kostenpflichtigen) Programmupdates. Man kann also sagen, dass die Hersteller mit einem modernen Feature gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können (oder mit demselben Fehler gleich zwei Mal abkassieren).

Gegenüberstellung Bug - modernes Feature

  • Ein Bug verursacht Probleme. - Ein modernes Feature ist das Problem.
  • Der Hersteller veröffentlicht kostenlose Updates oder Workarounds. - Der Hersteller implementiert das Feature in der nächsten (kostenpflichtigen) Programmversion vollständig.
  • Bugs werden gerne mal verschwiegen. - Features werden – ungeachtet ihrer Auswirkungen – angepriesen.

Zukunft des Features

Brancheninsider munkeln, dass Microsoft mit „Codename 7“ die Bezeichnung Bug vollständig zu Gunsten der „Marketingwirksamen Features“ aufgeben wird. Service Packs werden dann zukünftig als „FeaturePack™“ verkauft und die bisherige Knowledge-Base wird zu Gunsten eines Feature-Pack-Shops aufgegeben. Alternativ soll es wohl weiterhin die Support-Hotline geben, es besteht also noch Hoffnung...