1 x 1 Silberauszeichnung von Ernst(in)Haft

Erwerbsloser

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Arbeitslos und Spaß dabei!

Begrifflichkeit

Unter einem Erwerbslosen versteht man einen Arbeitslosen. Das Wort Erwerbsloser wurde 1989 von Amts wegen eingeführt, um den Status salonfähiger zu machen. Vor allem in den seinerzeit frisch hinzugekauften Bundesländern drohte 1989 Massenarbeitslosigkeit und mit dem neuen Fachbegriff konnte man einen Aufstand der Unzufriedenen erfolgreich verhindern. In der Vergangenheit kehrte ein frisch Entlassener nach seiner Entlassung nach hause zu seiner Frau zurück und das hörte sich häufig so an:

"Hey alte Schlampe, bin jetzt arbeitslos!"

Die Scheidungsrate nach solchen Sätzen war beträchtlich und der Begriff richtete zusätzliche volkswirtschaftliche Schäden an. Seit der Einführung der neuen Begrifflichkeit hat der Satz schon einen wesentlich harmonischeren und humaneren Klang. Ersten soziologischen Erhebungen zufolge, lassen sich nun auch weniger Frauen aufgrund einer Arbeitsloswerdung scheiden:

"Hallo Schatz. Ich bin jetzt einer von ca. 4 Millionen Erwerbslosen in Deutschland!"

Ränge

Um den Beamten auf dem Arbeitsamt das Management der neuen Flut Erwerbsloser zu erleichtern, wurden parallel verschiedene Ränge eingeführt, die anzeigen wie lange und wie lernfähig jemand erwerbslos ist. Als Erkennungszeichen wurden - analog zur Bundeswehr - Schulterklappen als Rangabzeichen eingeführt. Eine Auswirkung auf die Bezüge eines Erwerblosen haben diese Ränge jedoch selbstverständlich nicht.

Entlassener

Der unterste Rang ist der Entlassene. Er wird generell am ersten Tag der Erwerbslosigkeit verliehen. Es ist einerseits kein Fachwissen vonnöten und andererseits muss kein gesonderter Antrag zur Erteilung des Ranges gestellt werden.

Arbeitssuchender

Nach 2 Monaten forgesetzter Erwerbslosigkeit wird man generell zum Arbeitssuchenden. Die Angestellten auf dem Arbeitsamt kennen den Erwerbslosen bereits beim Vornamen und grüßen ihn zur Mittagszeit mit einem freundlichen Lächeln und mit dem deutschen Beamtengruß: "Mahlzeit".

Oberarbeitssuchender

Nach 6 Monaten Erwerbslosigkeit folgt in der Regel die Beförderung zum Oberarbeitssuchenden: Der OA kennt bereits die Zimmernummern auswendig und unterhält sich angeregt mit der Putzfrau. Er kennt des Weiteren die Vornamen der Kinder der Putzfrau und kennt auch die Vornamen der Kegelschwestern seiner Fallmanagerin.

Arbeitsloser

Wenn man dann 12 Monate gewartet hat, ist man zum "Einstufungstest Arbeitsloser" zugelassen. Dazu müssen lediglich etwaige staatliche Bildungsmaßnahmen erfolgreich abgewehrt und negiert werden. Besteht man den Test erfolgreich, ist es endlich soweit: Man erhält die Bezeichnung Arbeitsloser! Typische Testaufgaben sind:

  1. die Vornamen aller zuständigen Beamten niederschreiben
  2. die Lieblingsbiermarken ihrer Wartezimmergenossen mit geschlossenen Augen herausschmecken
  3. die Aufzählung von 50 Seriennummer von Antragsformblättern nach SGB II Kapitel 3
  4. Dreisatzaufgaben zur Ermittlung von Wartezeiten auf Basis der Wartenummer, des Engagements der Fallmanagerin und der Wartezimmerauslastung

Langzeitarbeitsloser (Stufe 1)

Sollte man nun ein weiteres Jahr vergeblich auf Arbeit warten, wird man zum Langzeitarbeitslosen Stufe 1 (LZA 1). Erfüllungskriterium ist, dass man sich im Wartezimmer bereits ein gemütliches Eckchen eingerichtet hat und die Erlaubnis hat, seine Sachbearbeiter zu duzen. Der LZA 1 hat stets einen gut gefüllten Tetra-Pack Rotwein dabei und auch die kurzweiligen Gesprächsthemen gehen nie zur Neige.

Langzeitarbeitsloser (Stufe 2)

Nach 24 Monaten ohne Arbeit werden sie weiterbefördert und bekommen einen Eintrag in einer einschlägigen Liste. Sie sind Langzeitarbeitsloser Stufe 2 (LZA 2). Der LZA 2 kümmert sich fürsorglich um den Gummibaum im Wartezimmer und hat in Eigeninitiative bereits einen Stempel für die ganzen Formdrucke gebastelt, um seiner Fallmanagerin Arbeit zu ersparen. Er kennt sämliche Verwaltungsvorschriften besser als jede zuständige Amtsperson und wird in Zweifelsfällen von diesen gerne zu Rate gezogen.

Arbeitslosenveteran

Als Arbeitslosenveteran muss man folgende Qualifikationskriterien erfüllen:

  1. Kenntnis über jeden Raum mit Nummer/Aufgabe/Besetzung/Telefon- und FAXnummer
  2. Blindes Zurechtfinden im Amt
  3. Auswendiges Ausfüllen ALLER Formschreiben incl. ALG3-Formblatt
  4. Stotterfreies Herunterleiern des Lebenslaufes
  5. Kenntnis über die Familienstände aller Beamten und aller weiterer Angestellten, sowie ihrer Verwandtschaft
  6. Zusammenaddiert ein Jahr Aufenthalt im Wartezimmer
  7. Mind. 5 Jahre Erwerbslosigkeit ohne Aussicht auf Einstellung
  8. Unrasiertes Erscheinen mit Punkfrisur bei mindestens 6 Bewerbungsterminen
  9. Trinken eines Tetra-Packs Rotwein "auf Ex"

Wenn sie die oben genannten Kriterien erfüllen, steht der Weiterbeförderung zum sogenannten Veteran des Arbeitsamtes nichts mehr im Wege! In einer feierlichen Zeremonie in Anwesenheit des gesamten Wartezimmers wird der LZA 2 befördert und erhalten von alten Veteranen eine Urkunde sowie ihre neuen Schulterstücke - sowie das neue Erkennungszeichen: die Veteranenmütze.

Sonderauszeichnungen

Auch als Erwerbsloser kann man sich durch besondere Leistungen auch besondere Auszeichnungen verdienen. Hier die am häufigsten verliehenen Auszeichnungen:

  • Wasserspender Kampfabzeichen: Man muss nachweisen können, dass man an mind. 30 Tagen an den Kämpfen um das letzte bisschen Wasser beteiligt war.
  • Beförderung zur Arbeitsamtspolizei: Man muss mindestens im Rang eines LZA 1 sein. Wenn man sich in dieser Position hervortut, kann man zur Arbeitsamtspolizei versetzt werden. Diese patrouilliert durch die Gänge und Wartezimmer und überprüft ob alle gewaschen und rasiert sind!
  • Ehrenkreuz des Arbeitskampfes: Dieses Ehrenabzeichen erhält man, wenn man sich mind. 200 Tage lang intensiv und erfolglos um eine Arbeit bemüht. Dies muss von mindestens sieben anderen Arbeitslosenveteranen bestätigt werden.