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Diverses:Wort zum Sonntag/KW 02 2018

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Jeglicher Kommentar erübrigt sich.

Jetzt ist 2018 schon zu gut 4% rum und es ist immer noch nichts Weltbewegendes passiert.
Gut, außer Trump jetzt.
Und so 'nem anderen Klappspaten.
Und die Sondierungsgespräche in Deutschland.
Und Verbrecher aus dem Iran.
Und Rassisten. Hmh.

Dreckslöcher

Wir sind eins. ARD. I bless the rains down in Africa.

Wenn man ein Land beschreibt, wird im Vorfeld erst einmal gebrainstormt. Das ist diese neuartige, hippe und denglische Methode, einen Sturm in seinem Gehirn loszulassen und einfach mal alles rauszuposaunen, was einem gerade durch den Kopf schießt. Zum Beispiel zu Österreich. Alpen, Ski, Keller. Oder die Schweiz. Alpen, Ski, Minarettverbot. Oder Haiti. Keine Alpen, kein Ski, ergo Drecksloch.
Aufgrund des zuletzt erschienenen Buches Fire and Fury wäre es gar nicht mal so unwahrscheinlich, dass sich Trumps Gedankengänge vermutlich genau so abgespielt haben. Im Rahmen über die Debatte über sogenannte Dreamers, also über Kinder illegaler Einwanderer, war die Assoziationskette bei Haiti irgendwann dort angekommen. Und dann wurde noch intern gefragt, welche anderen Länder man denn noch so mit "Drecksloch" in Verbindung bringen könnte, und siehe da: Afrika ist kein Land, sondern besteht aus ganz vielen Ländern und alle aufzuzählen ist nun wirklich zu umständlich, aber Trump sagt trotzdem mal einfach Afrika.
Trump seinerseits bestreitet die Vorwürfe, irgendwas als Drecksloch bezeichnet zu haben. Harte Worte seien gefallen, meinte er, aber "Drecksloch" doch nun wirklich nicht. Das wäre unter Umständen sogar noch viel zu nett für die Käffer. Aurich, das ist ein Drecksloch. Am Arsch der Heide und auch noch fast neben den Niederländern. Na ja, aufgrund des Klimawandels wird es sowieso recht bald geflutet werden. Aber Haiti?
Gut, vielleicht ist es auch noch eine Sache, weil man bedenken muss, wer es gesagt hat. Es macht schon einen Unterschied, ob ein Haitianer, der jahrelang dort wohnte und endlich mal weg möchte, weil er keine Zukunft in diesem Land hat, sagt, dass Haiti "ein Drecksloch" ist, oder ob es der US-Präsident ist, der noch damit angibt, dass sein Nuklearknöpfchen größer, besser und vor allem funktionstüchtiger als der von Kim Jong-Un ist. Ist doch scheißegal, ob Menschenleben draufgehen, Hauptsache, der Knopf war geiler als der des elendigen Kommunisten.
Die afrikanischen Nationen haben sich selbstverständlich ebenfalls über die Bezeichnung echauffiert. Menschen aus "Drecksloch"-Ländern hätten ebenso eine Daseinsberechtigung in den USA - gerade, wenn sie dort geboren wurden - wie alle anderen auch. Nun gut, für Farbige gelten die USA auch schon länger nicht mehr, falls überhaupt jemals, als sicheres Land, wenn sie selbst vor den Polizisten Angst haben müssen. Aber hey, U-S-A! U-S-A! Drecksloch.

Neues vom verrückten Präsidenten

Er.

Der allseits bekannte, etwas verrückte Präsident eines sowieso schon immer etwas verrückten Landes hat erneut eine wegweisende Entscheidung getroffen. Schon immer hatte er sich als Mann der Tat präsentiert, auch wenn er dabei mitunter die Grenzen des Anstandes mehr oder weniger (meist mehr) überschritt. Insbesondere den Frauen hatte er sich angetan, wenn auch mitunter auf eine Weise, die Außenstehenden anmaßend vorkam. Wenn er aber eine Entscheidung traf, so konnte er sie immer durch eine Statistik belegen, wie auch in diesem Fall. Zwar hielt kaum eine jener Statistiken einer wissenschaftlich nachvollziehbaren Validitätsprüfung stand, aber das störte ihn nicht. Auch ist es dem Präsidenten seit seinem Amtsantritt immer gelungen, sich hervorragend zu präsentieren, auch wenn dies mitunter die durchaus fantasievolle Interpretation von Fakten erforderte. Er versprach, alles besser zu machen und in der alten Soße mal ordentlich umzurühren. Wirklich umgerührt wurde zwar bislang nicht und es wurde auch nichts besser, eher andersherum, es sieht aber auch nicht so aus, als würde sich daran etwas ändern.

Ähm, nein, er.

Nun sollten wir uns natürlich einig sein, über wen wir reden. Nämlich über einen Mann mit dem wunderbaren Namen Gurbanguly Mälikgulyýewiç Berdimuhamedow, den auch dieser Autor nur gecopypastet hat. Der gute Mann ist tatsächlich Präsident, und zwar von Turkmenistan, und aufgrund der geringen Beachtung, die der Ottonormalbürger diesem zentralasiatischen Land schenkt, hat man von ihm hier bislang noch nicht gehört. Jetzt jedenfalls hat er eine wegweisende Entscheidung getroffen: Frauen wird das Autofahren verboten. Eine Statistik soll belegen, dass diese für die Mehrzahl der Autounfälle verantwortlich ist. Momentan wird diese in ihrer Glaubwürdigkeit zwischen einem Durchschnittstweet Donald Trumps und Breitbart.com gerechnet. Möglicherweise resultiert diese einsame Entscheidung aus einem nicht ordentlich verdauten Zeitungsartikel über die angestrebten Reformen des saudischen Prinzen Mohammed bin Salman, dieser jedoch will Frauen das Autofahren in Zukunft erlauben, während es jetzt noch verboten ist. In Turkmenistan läuft dasselbe nun genau spiegelverkehrt ab. Dies alles aber dürfte Gurbangu...amedow nicht mitbekommen, da es vom Singen seines 1000-Frauen-Chors mit dem wunderschönen Refrain abwechselnd auf "Watan" (Vaterland) und "Arkadag" (Beschützer, also seine Majestät Gurba...edow der Geilste) übertönt werden wird.

Die PDF der Woche

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The fuck did I just read

Die SPD hat es geschafft! Die Sondierungsergebnisse sind abgeschlossen und die Sozialdemokraten haben die Unionsparteien mal so richtig in die Ecke gedrängt und alles teuer verkauft. Logisch, denn wenn Angela Merkel noch im Amt bleiben möchte, muss sie mit den Sozen zusammen regieren.
Dummerweise ist das Roteste, was in den Sondierungsergebnissen ist, das PDF-Logo selbst. Ansonsten klingt das Papier nach einem "Weiter so!" aus dem Jahr 2013. Und auch die FDP hat sich in den Koalitionsvertrag reingeschummelt, obwohl Lindner immer noch vor dem Spiegel steht und schwarz-weiße Fotos schießt und darüber meckert, wie mies doch eigentlich alles ist. Klimaziele werden aufgeweicht, damit es Unternehmen ja nicht schadet. Die Energiewende wird verpennt, weil es um Jobs in der Kohleindustrie geht. Und die Bürger werden entlastet! Der von den Liberalen so sehr gehasste Soli fällt weg. Also...wirklich Herr Lindner, sind Sie neuerdings SPD-Unterhändler?
Und was bekommt die SPD eigentlich dafür, dass sich die Unionsparteien nun hinstellen und sagen "Wir bekommen eine irgendwie-so-ähnlich-wie-eine Obergrenze, bei der maximal 180.000 bis 220.000 Menschen aufgenommen werden sollen und maximal 1.000 Menschen per Familiennachzug den Geburtendschihad unterstützen dürfen, aber dafür nimmt Deutschland dann halt keine Flüchtlinge mehr aus Italien und Griechenland auf. Also, irgendwo muss auch mal gut sein"? Nichts. Toll verhandelt!
Merkel, Seehofer und Schulz müssen dieses Papier nun bei Parteitagen durchbringen. Doch während Merkel und Seehofer nur diese Hürde nehmen müssen, baut Schulz noch ein Extralevel ein und möchte gerne alle Parteimitglieder befragen. Hoffentlich liegt für ihn die Quote derer, die den Koalitionsvertrag lesen, ungefährt so hoch wie die Quote der Leute, die das SPD-Parteiprogramm lesen, bevor sie diese wählen. Sonst wird das nicht gut ausgehen.

Weißte was? Flieg doch nach Hause.

Religiös anmutend.

Folgende Situation: Typ, der Minderjährige zum Tode verurteilt und diese Urteile auch vollstrecken lässt, kommt nach Hannover, um sich aufgrund eines Hirntumors behandeln zu lassen. Der iranische Richter Mahmud Haschemi ist genau dieser Typ. Er ist zwar nicht mehr im Amt, aber das macht seine Todesurteile auch nicht wirklich besser. Wenn er Tote wieder auferstehen lassen könnte, könnte er vielleicht noch eine Religion gründen, bevor er verhaftet wird, aber selbst das wäre eher ungeil in einem Land wie Iran. In einem Land mit Staatsreligion eine eigene Religion gründen kommt nicht so gut an.
Was macht man also, wenn man jemanden in seinem Land hat, der unter Verdacht steht, genau diese Gräueltaten verübt zu haben? Man...äh...lässt seine Bodyguards einreisen, nachdem man ihnen am Flughafen alle Waffen abgenommen hat, die Bodyguards nehmen den Typen wieder mit, ohne dass die Behandlung laut der Klinik abgeschlossen ist, und dann hat sich die Sache erledigt.
Ja, der Justizminister weist halt nochmal darauf hin, dass die Todesstrafe generell kein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist. Sonst könnte man ja auch die ganzen Amis einknasten. Oder zumindest die aus den Bundesstaaten mit Todesstrafe. Hat Alabama je was Geiles für die Welt gemacht? Und der Generalbundesanwalt muss nun erst einmal sammeln und prüfen, ob die Anschuldigungen überhaupt stimmen. Sie hätten ja für den Anfang mal Haschemi befragen können, immerhin war der ja in Deutschland. In Hannover, diesem Drecksloch. Aber lieber fliegt er heim, bevor er eigentlich wirklich gesund ist. Vielleicht kann der Bundesgeneralanwalt hinterherfliegen und sich vor Ort ein Bild machen. Nur so eine Idee.

Rassismus. Immer noch.

Proteste nur mit Polizeischutz, sonst greifen noch Klamotten an.

Das Netzdurchsuchungsgesetz schlägt seine Wellen. Nachdem bereits Beatrix von Storch und ihr Zweitaccount @titanic gesperrt worden sind, hat auch Jens Maier schon letzte Woche versucht, dieses neue ominöse Gesetz selbst in einem Eigenexperiment zu testen. Und siehe da, es funktioniert! Jemanden rassistisch beleidigen geht tatsächlich nicht in Ordnung. Noah Becker, der Sohn von Tennislegende und Ist-er-eigentlich-jetzt-pleite-oder-nicht-Typ Boris Becker, war das Ziel dieser Angriffe und stimmt dieser Aussage ohne weitere Umschweife zu. Die Folge für Maier: Mehrere Anzeigen und Ärger mit dem Bundesvorstand der AfD.
Denn wenn die AfD etwas nicht in ihrer Partei will, dann sind das Rassisten, die Leute nur aufgrund ihres Aussehens verurteilen, beleidigen und heruntermachen. Immerhin ist Deutschland ein multikulturelles Land (solange "Multi-Kulti" "christlich-abendländisch" bedeutet, über ein "christlich-jüdisches Abendland" wird innerhalb der AfD noch gestritten), in der alle (Hautfarbe #ffffff oder heller) willkommen sind und in dem man solidarisch füreinander einsteht (nur, wen du arbeitest und sonst nichts vom Staat willst, du sozialschmarotzende linke Zecke). Also greift die AfD zu ihrem schärfsten Schwert, das sie zur Verfügung hat, um Maier zur Raison zu bringen:
Eine Rüge.
Der Kerl ist halt wichtig für die AfD! Den kann man nicht einfach so ausschließen. Sonst laufen doch auch die Wähler weg, die die AfD aufgrund ihrer sozialen Politik wählen!
Den dritten Klopper des Jahres hat sich H&M geleistet. Anstatt mal für fünf Minuten nachzudenken, stecken sie einen Schwarzen in einen Pullover, der mit "The coolest monkey in the jungle" beschriftet ist. Vergessen, dass Schwarze gerne mal als Affen bezeichnet werden. Vergessen, dass Fußballspieler im Stadion in Anspielung darauf mit Bananen beworfen werden. Vergessen, dass man als Werbeprofi das alles vielleicht hätte wissen können. In Zeiten von Trump kann man aber vieles vergessen. Aus Versehen natürlich. Immerhin hat H&M sich dafür entschuldigt und das Bild aus dem Netz genommen.


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