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Diverses:Warum die Römer kein Kniffel spielten

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War nie in lateinischer Fassung zu haben: Kniffel

Mehrere Jahrhunderte haben die Römer überlebt. Mit unserem Taschenrechner haben wir nachgerechnet, dass die Bundesrepublik Deutschland, ja, noch nicht einmal die USA oder die Sowjetunion vergleichbar lange existieren. Das hat uns sogar ein Mathematikprofessor der Technischen Universität Berlin bestätigt.
Doch warum konnte das Römische Reich solange bestehen? Waren es die militärischen Mittel, die die Römer zur Verfügung hatten? Wir alle kennen sie aus zahlreichen Asterix-und-Obelix-Comics, die sie einwandfrei dokumentieren. Waren die Eroberten von der Kultur der Römer begeistert, sodass sie sich freiwillig erobern ließen? Oder waren sie einfach nur dämlich?
Nein. Sie haben alle kein Kniffel gespielt.

Grundlegendes

Erst einmal vorweg: Es ist uns scheißegal, dass Kniffel 1956 erfunden wurden. Hätten die Römer tatsächlich Kniffel spielen wollen, hätten sie das Spiel auch fix erfunden. Niemand kann uns, dem investigativen Reporterteam B-75, sagen, dass die Römer nicht dazu fähig waren, dieses Spiel willentlich zu erfinden. Viel mehr muss ein anderer Grund dahintergesteckt haben, warum die Römer kein Kniffel spielten.
Nach einem intensiven Brainstorming innerhalb des Reporterteams, bei der ungefähr zehn Liter Kaffee vernichtet, fünfzehn Kilo Papier verschwendet und die ursprünglich für die Produktion veranschlagten fünfzigtausend Euro für eine Edelnutte ausgegeben wurden, halten wir es für das Beste, nach Rom zu fliegen. Dort ist man dem Römischen Reich einfach am nächsten. Wenn auch nur geografisch und nicht zeitlich gesehen.

Sensationelles Fundstück

Rom. Archäologische Ausgrabungsstätte, September 2008.

Im September des Jahres 2008, mehr als 1.600 Jahre nach dem Niedergang des Römischen Reiches, machen Forscher in Rom eine unglaubliche Entdeckung.
"Wir waren total erstaunt, als wir diesen...Gegenstand fanden!", so der Geschichtsprofessor und Ausgrabungsleiter Prof. Dr. Klaus Immenthaler. Der Deutsche ist schon seit er denken kann mit dieser Ausgrabungsstätte beschäftigt. Sie liegt circa dreißig Kilometer entfernt vom römischen Zentrum zwischen einer McDonald's- und einer H&M-Filiale. "Normalerweise finden wir hier nur weggeworfene Pommes Frittes und BigMäc-Verpackungen. Wir sind auch ab und zu mal entzückt, wenn wir Kleidung finden, doch meistens steht dort dann "Made in China" drauf." Umso erstaunlicher sei der Fund eines alten Würfels gewesen. "Dieser Würfel ist kein moderner Würfel", konstantiert Prof. Immenthaler mit seinem auf uns ziemlich wirr wirkenden archäologischen Blick. "Er ist steinalt." Und das, obwohl er aus Holz ist. "Das verrottet normalerweise."

Wir bedanken uns bei unserem Einstein für die Nachhilfe in Biologie und ziehen uns zurück.

Beweisaufnahme

In Rom hat man also einen Würfel gefunden. Aber: Warum nur einen? Braucht man für Kniffel nicht eigentlich fünf? Wollte Gaius Iluis Caesar etwa gar kein Kniffel spielen und hat es im kompletten Reich verboten? Oder war es für die Römer schlussendlich vielleicht doch zu kompliziert?

Hier arbeitet Prof. Dr. Dr. Guttenberg. Er studiert Kopierer.

Rom. Nationalbibliothek, Januar 2009.

Hier, in der römischen Nationalbibliothek, müssten sich doch irgendwelche Hinweise finden. Jahrtausende alte Dokumente liegen hier konserviert unter Vitrinen. Diese müssen wir nun wälzen, um irgendetwas Brauchbares zu finden. Werden wir es schaffen?

...

Natürlich schaffen wir das, Sie dämlicher Zuschauer. Sonst würden wir diese Reportage gar nicht erst drehen.

"Wir haben ein mehr als dreitausend Jahre altes Dokument gefunden", bestätigt uns der Bibliotheksleiter (oder wie auch immer der Beruf heißt) Prof. Dr. Dr. Guttenberg an seinem Kopierer. Wir wollen wissen, was er studiert hat, damit wir das in unsere Reportage einbauen können. Er winkt ab und antwortet uns, wir sollten irgendwas schreiben. Guttenberg zeigt uns anschließend ein mit Kugelschreiber beschriebenes Blatt und händigt uns dreiundachtzig Kopien aus, damit wir die Echtheit überprüfen können. "Auf diesem steht, dass es im kompletten Römischen Reich nur einen einzigen Würfel gab."

Nur einen einzigen Würfel im kompletten Römischen Reich? Das halten wir doch für äußerst merkwürdig. Wir nehmen die dreiundachtzig Kopien und das Original mit uns lassen es mit unserem kleinen Taschenlabor aus unserem Schweizer Taschenmesser überprüfen. Und das Ergebnis ist eindeutig: Die Kopien sind eindeutig Kopien. Ein richtungsweisender Hinweis, den uns Guttenberg da anscheinend gegeben hat. Das Original wollen wir nicht berühren, immerhin könnten wir es zerstören. Und das wollen wir nicht riskieren.
Um richtig überlegen zu können, geben wir das Budget für die Dokumentation für eine Edelnutte aus und geben an, wir hätten es im Gully verloren. Wir bekommen eine weitere Finanzspritze.

Theoriefindung

Anders als bei der Wikipedia, wo simple Theoriefindung oftmals in einem Streit eskaliert, halten wir, das Reporterteam B-75, es für das beste, einfach mal wild drauf loszutheorisieren.

Das liegt an der Klimaanlage.

Gießen. Redaktionssitz der B-75. November 2010.

"Die Römer haben nie Kniffel gespielt."
"Danke, Jeff, aber das wussten wir bereits."
Wir sitzen hier in unserem Redaktionsraum in Gießen. Da unsere Klimaanlage defekt ist, hat es hier 35°C und die Palmsamen aus unserer letzten Reportage, Palmen - die heimlichen Killer von Pinguinen am Nordpol, fangen plötzlich an zu sprießen und Wurzeln zu schlagen. Dementsprechend sieht es hier gerade aus wie in der Karibik.
"Die Frage ist doch, warum die Römer nie Kniffel gespielt haben", erinnert Georg.
"Die Illuminaten waren Schuld", schlägt Jeff vor.
"Jeff, die Illuminaten sind in so ca. 95% aller unserer Reportagen Schuld an irgendwas. Sogar in unserer Reportage Läuse schalten die Ampel immer auf Rot, wenn Sie kommen - halt, es sind doch die Illuminaten. Das ist nicht mehr originell. Wir brauchen etwas Originelleres."
"Die Freimaurer?"
Wir schließen Jeff aus unserem Redaktionsteam bis auf Weiteres aus.
"Wie wäre es", schlägt unsere Quotenfrau, dessen Namen wir immer vergessen, "wenn wir behaupten, dass die Römer nur einen Würfel haben?" Wir schauen uns gegenseitig ratlos an. "Und das war dieser eine Würfel, den sie in Rom gefunden haben!"
Die Idee ist, auch, wenn sie von einer Frau kommt, nicht schlecht. Wir greifen sie auf.
"Hat einer von euch eigentlich schon einmal Asterix und Obelix gelesen? Dort kommt ja auch gerne mal der Spruch "alea iacta est" vor. Aber das ist Einzahl. "Der Würfel ist gefallen." Übersetzt wird es jedoch gerne mit "Die Würfel sind gefallen". Das bedeutet, dass es erst in unserer Gesellschaft mehrer Würfel gab!", bemerkt Klaus.

Wir sind überfordert, weil keiner von uns Latein hatte und können Klaus nicht folgen, schenken ihm aber Glauben.

Das bedeutet: Die kompletten Zeiten vor dem Zweiten Weltkrieg hatten nur einen einzigen Würfel - und dieser wurde im Römischen Reich angefertigt und erst letztens wieder ausgegraben, bis irgendwer - sagen wir mal, Albert Einstein - den Würfel wiedererfand. Und das im Dutzend. Deshalb wurde Kniffel erfunden. Deshalb konnten die Römer gar nicht Kniffel spielen. Zur Feier dieser Erkenntnis bestellen wir uns eine Edel-Nutte.

Nur ein Würfel

Doch wenn der Würfel erst in der Neuzeit wiedererfunden werden konnte, mussten alle Kulturen vor uns ohne Würfel auskommen. Und das ist durchaus logisch.

Rom. Universität, April 2012.

Wir kehren zurück nach Rom. Hier konfrontieren wir Geschichtsstudenten mit unseren Thesen. Es ist immerhin die (hoffentlich) zukündtige Elite in Sachen Historik und sie müssen daher früh mir Reporterteams in Kontakt kommen. Anders verdienen Historiker heutzutage ihr Geld ja nicht.
Nach der Vorstellung unserer Thesen stellen wir sie den Sanitätern vor, die wir rufen müssen, weil wir uns um die sich am Boden wälzenden und lachenden Studenten sorgen.

"Das ist kompletter Blödsinn", entgegnet uns ein Sanitäter in gebrochenem Deutsch. "Früher gab es auch Würfel. Oder haben sie irgendwelche Beweise?" Wir klatschen dem Sanitäter 83 Kopien eines Originaldokumentes ins Gesicht und ziehen beleidigt von dannen. Wir müssen anders an unsere Beweise kommen...


Der Würfel führt uns zu neuen Technologien!

Gießen. Traumfabrik Redaktionssitz der B-75. Eine Flugreise später.

Wir schauen uns die Zusammenhänge an. Das Römische Reich hatte einen, hatte den Würfel. Den müssten sie irgendwann auch verloren haben. Und da fällt es uns wie...wie...wie ein Amboss vom Hochhaus von den Augen! Das Römische Reich ist untergegangen, weil sie den Würfel verloren hatten. Ihr Waterloo. Danch stürzte sich Europa 1.500 Jahre nur in Krieg. Napoléon. Kolonialisation. Französische Revolution. Erster Weltkrieg. Zweiter Weltkrieg. Und die kleinen Scharmützel in Afrika. Krieg, wo man nur hinsieht.

Doch seit es die Würfel in der Neuzeit wieder gibt, gab es im modernen Europa keinen Krieg mehr. In Nordamerika gab es auch keinen Krieg mehr. In Asien und Afrika gibt es demzufolge keinen Würfel. Um unsere These zu unterstützen, wollten wir einmal nach Afrika telefonieren, doch São Tomé und Príncipe (ja, so heißt der Staat tatsächlich) hat kein Telefon. Das ist der Beweis, der Würfel förderte Technik und Kultur der Bevölkerungen vor Ort. Ohne Würfel geht nix.

Wir sind das Reporterteam B-75 und haben wieder mal ein Rätsel der Menschheit gelöst.
Und das ausnahmsweise mal, ohne die Illuminaten oder Adolf Hitler als Begründung anzuführen.