Diverses:Oh, wie schön ist die Schweiz

Aus Stupidedia, der sinnfreien Enzyklopädie!
Wechseln zu: Navigation, Suche

Personen:
Uli Hoenisch - Einer, der Gutes tut
Mutter Hoenisch - Die Mutter von Uli
Dieter Hoenisch - Der Bruder von Uli
Stimmen aus dem Off - Personen des öffentlichen Lebens.


Ein Drama in drei Akten, welche in unterschiedlichen Epochen spielen.

Frau Hoenisch: Wenns ein Junge wird, nennen wir ihn Uli.

Zweiter Akt - Die Betroffenheit des Bruders

Ein großer, mondän eingerichteter Raum. In einem Ledersessel von Nolte Gemmersheim sitzt ein hochgewachsener alter Mann.

Dieter Hoenisch: Der leidet brutal, der Uli! Der Umgang mit Uli ist eine Unverschämtheit!
Aus dem Off ertönt eine Stimme mit bayrischem Dialekt.
Stimme: War das denn wohl der Tiefpunkt? Ich meine, so eine Mannschaft wie die von Island...
Dieter Hoenisch: Ich kann das Gerde nicht mehr hören. Tiefpunkt und noch tieferer Tiefpunkt, den öffentlichen Prügellauf hat Uli nicht verdient. Und du sitzt hier locker bequem auf deinem Stuhl, hast drei Weizenbier getrunken und bist schön locker.
Stimme: Hörmal... DU bist kein Bundestrainer!
Dieter Hoenisch: Ich will aber auch kein falsches Mitleid wecken, Uli hat einen Riesen-Fehler gemacht. Aber er ist mit diesem Thema zu Unrecht an die Öffentlichkeit gebracht worden. In was für einem Land leben wir eigentlich?
Stimme: Da gibt’s ja nur eins: Deutschland! Deutschland hat natürlich im eigenen Land keine WM gewonnen! Kann man in ‚Dritte Halbzeit‘, meinem Buch, nachlesen, das ist kein Gemeimnis.
Dieter Hoenisch: Es ist eine Straftat, das Steuergeheimnis zu verletzen. Nur wegen dieser Straftat ist Uli in der öffentlichen Diskussion.
Stimme: Ach. Und ich dachte, weil er 3,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen hat!?
Aus dem Publikum sind Buh-Rufe zu vernehmen.
Vorhang

Dritter Akt - Die Verhandlung

Ein Gerichtssaal. Richter, Staatsanwälte und Anwälte und die Pressebeobachter verschwimmen zu einer gesichts- und konturlosen Masse. Nur ein dicklicher Mann mit Haarkranz und weiß-rotem Schal sticht hervor.

Stimme (kommt von irgendwoher): Angeklagter, Sie können sich zu dem Vorwurf äußern.
Uli Hoenisch: Euer Ehren, ich will reinen Tisch machen. Ich bin steuerehrlich. Äh ...geworden.
Stimme: Herr Staatsanwalt, möchten Sie zur Beweisaufnahme...
Uli Hoenisch (unterbricht): Ich muss aber etwas Wichtiges sagen. Es waren keine 3,5 Millionen Euro, es war noch mehr...
Stimme: Ich verstehe nicht recht, wollen Sie ihre Selbstanzeige korrigieren?
Uli Hoenisch : Na endlich haben Sie es verstanden: Ich lege noch 15 Millionen drauf. Und zwei Vip-Karten für Sie und Ihre Frau für das nächste Spiel gegen Dortm... ach nee! Sagen wir mal gegen Hoffenheim.
Stimme: Angeklagter, ich muss Sie zur Ordnung...
Uli Hoenisch (unterbircht abermals): Ordnung ist das halbe Leben, wem sagen Sie das? Aber ich bin gebranntes Kind: Die Banken in der Schweiz... ich kann Ihnen erzählen... keine Ordnung können die halten. Aber ich habe meine Kontoauszüge jetzt mal höchstselbst durchgeblättert. Und was muss ich feststellen? Es sind 90 Millionen Euro mehr Gewinn als ich gedacht hatte! Ich hab dann mal aufgerundet: macht 15 Millionen Euro an Steuern. So. Ich geh dann mal. Und die Karten können Sie sich vor dem Spiel an der Kasse abholen, bestellen Sie dem Ordner einen schönen Gruß vom Uli, dann klappt das schon!

Das bajuwarische Publikum steht auf den Stühlen und applaudiert. Die "Ruhe"-Rufe des Richters gehen im Skandieren des Mobs unter. "Uli, Uli!" tönt es aus dem Publikum. Ein verzweifelter Bühnentechniker schließt den Vorhang. Uli's Anwalt ruft noch, bevor das schwere Stück Stoff wie ein Schleier des Vergessens gnädig die Szene verhüllt, "Jetzt 27,2 Millionen Steuerhinterziehung!" in den Raum.