Diverses:Kettenreaktion

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Eine Kettenreaktion ist vergleichbar mit dem Domino Day. Alles wurde mühselig aufgestellt und gaukelt eine fest gefügte Ordnung vor. Doch dann genügt ein winziger Anlass, um in nahezu tragischer Zwangsläufigkeit und einem Bruchteil der Gestehungszeit einem Endzustand zuzustreben, der sich in jeglicher Hinsicht von seinen Wurzeln weit entfernt hat. Während dies beim Domino Day jedoch gewollt ist und mit durchaus ästhetischem Reiz zur Gaudi der Betrachter stattfindet, ist die gewöhnliche Kettenreaktion des Alltags mit weitaus weniger vergnüglichen Folgen für die Beteiligten verbunden.

In konzeptioneller Reinheit sind Fatalität und Sinnleere einer typischen Kettenreaktion dem folgenden, lehrreichen Beispiel zu entnehmen.

Ein zu den allerschönsten Hoffnungen berechtigender junger Mann wird des frühen Morgens von seiner Mutter zur Berufsschule der durchaus als "etwas weiter entfernt" zu bezeichnenden Kreisstadt gebracht, wo er, zwecks möglichen Karrierestarts, einen Schnuppertag verbringen soll. Die freundliche Mutter bittet ihn noch, sie zwecks Wiederaufgabelung und Rückführung in den heimischen Kreis rechtzeitig per Handy-Anruf zu benachrichtigen, bevor sie die undankbare, weil langweilige Rolle der Wartenden in fremder Umgebung übernimmt.

Ohne auch nur den geringsten Gedanken an ein mögliches Guthaben seines Handys zu verschwenden, schnuppert sich der junge Mann durch die Erfolg und Reichtum verheissenden Angebote der Berufsschule.

Fünf Stunden später - es regnet wie aus Eimern - kann er zum Einen das Auto seiner Mutter nicht finden (wie auch, dieselbe genehmigt sich derweil das vierte Stück Sahne-Nuss-Torte, mit all seinen betrüblichen Folgen für Figur und Geldbeutel), zum Anderen stellt er nun definitiv fest, dass er kein Guthaben mehr auf seiner Handykarte hat. Also begibt er sich zum Bahnhof.

Diesem, zunächst durchaus erfolgversprechenden Plan, per Zug die Heimreise anzutreten, stellt sich die Notwendigkeit eines Billetkaufs störend in den Weg. Zu seinem Pech hat der Automat Probleme mit dem Geldschein, woraufhin der junge Mann, noch durch keinerlei schlimme Lebenserfahrungen in seiner Vertrauensseligkeit gestört, eine fremde Person um Hilfe bittet. Er drückt nach deutlicher Einweisung seinen einzigen Geldschein einem "Könner" in die Hände. Dieser hat jedoch offenbar das Ziel des Geschehens nicht ganz verstanden bzw. seinen eigenen niederen Zielen unbillig untergeordnet mit dem Ergebnis, dass unser junger Mann fassungslos dem mitsamt Geldschein eilig das Weite suchenden "Helfer" hinterherstarrt.

Glücklicherweise - und dies wirft das erste freundliche Licht auf das Geschehnis - sieht jemand den ruchlosen Diebstahl und zahlt dem jungen Mann in selbstloser Manier das Billet - mit Münzen. Kaum am ersten Zwischenhalt vorbei erreicht eine SMS der sich mittlerweile sorgenden Mutter den unfreiwilligen Helden: "Wo steckst du?" Auf diese durchaus dringliche SMS hin kauft er sich von seinem Überbleibsel an Münzgeld eine Karte für Öffentliche Telefone. Doch auch diese, durchaus als überlegt und zunächst richtig anzusehende Aktion erweist sich als suboptimal. Zum Pech aller Beteiligten ist das einzige Telefon weit und breit nur mit Münzen zu betätigen. Daraufhin, bereits der Verzweiflung nahe, bittet der junge Mann einen Fremden, ihm bitte das Handy zu borgen. Nunmehr endich fernmündlich mit seiner Mutter verbunden, erklärt er jener das Problem - doch da passiert es auch schon: selbst der Fremde kann das kabellos übertragene Donnerwetter mit anhören.

Letztendlich, mit sprichwörtlich letzter Kraft, kommt er doch noch nach Hause, wo er Belehrungen in eher harschem Tonfall und ungnädigem Inhalt sowie weitere Misslichkeiten wie eine empfindliche Strafe in Empfang nehmen muss. Und nun fällt es dem jungen Mann wie Schuppen vor den Augen: Hätte er das Geld, dass er in den Automaten schieben wollte, welches eigentlich für die Handykarte vorgesehen war, schon vorher für sein Handy ausgegeben, so wäre ihm die ganze Kettenreaktion nie passiert.