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Diverses:Interpretationen von Konfuzius' Gesprächen

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Titelblatt von der beinah Erstausgabe.
Avantgardist!

Das Buch "Gespräche" von Konfuzius ist eine in süffisantem Duktus verfasste Satire auf die Pädagogen, Politiker und Dekadenz in seiner Heimat. Protagonist ist ein mysteriöser Meister der Philodoofie. Zwar wird dieser nie direkt beschrieben, wir können aber davon ausgehen, dass er ein steinalter Konservativer sein muss - wahlweise von der CDU oder von einer lokalen Kleinstadtuni gestellt.
Das Buch stand drölf Wochen lang in der Spiegel Bestsellerliste, wurde dann aber vom BND wegen "Richtlinienunkonformität" und grob fahrlässiger Volksverdummung verboten.

Einleitung zu den Texten

Zum besseren Verständnis der mystischen Schriften muss man wissen, dass in der Zeit in der das Buch auf Pergament gebracht wurde, Konfuzius Heimat seit 12 Jahren von dem "Großen Diktator", dem das Volk folgte und gehorchte, regiert wurde.
Zudem sind häufig Ergänzungen zu den Texten in Klammern unter gemischt, da Konfuzius selten ganze Sätze schrieb, wozu auch, versaut ja sonst den wirren Charme des Konstrukts.

Buch I

I: Pädagogische Grundsätze

Der Meister sprach:

"Von denen an, die ein Märklin Platinset anbrachten,
habe ich noch nie einen von
meinen Vorlesungen ausgeschlossen"

Konfuzius zeigt hier wunderbar auf, wie sehr Doktoranten, bzw. Professoren, an ihrer Modelleisenbahn aus der Kindheit hängen.
Am Rande kritisiert er auch die Kapitalgier dieser Branche und ebenso den Umstand, dass Bildung nicht frei, kostenlos und unverbindlich für alle Erdenkinder ist.

II: Gehorsam ohne Geist bei der Staatsregierung

Der Meister sprach:

"Wenn man durch Erlasse leitet und durch Strafe ordnet,
so weicht das Volk aus und hat kein Gewissen.
Wenn man durch Kraft des Wesens leitet und durch Sitte ordnet,
so hat das Volk Gewissen und erreicht (mein geistiges Niveau)"

Dies ist ein gesellschaftskritischer Vers.
Konfuzius argumentiert vom Standpunkt des neokonservativen Politikprofessors aus, dass das Volk generell doof ist und durch legitime Mittel, wie zum Beispiel Gesetze, nicht regiert werden kann. Er behauptet, dass das Volk nur durch einen charismatischen Führer geleitet und gelenkt werden kann.
Dieses Statement wurde öffentlich mit Fassungslosigkeit aufgenommen. Konfuzius erklärte daraufhin, dass es ein Missverständnis war, da es nur ein tiefstapelndes Understatement sein sollte und er ausschließlich an das Volk appellieren wollte, sich mehr für die Politik von denen "da oben" zu interessieren, anstatt sich von ihrer charismatischen Ausstrahlung und einwickelnden Rhetorik blenden zu lassen.

III: Das Reich ist besser als die Barbaren

Der Meister sprach:

"Der Zustand der Barbarenstaaten, die ihre demokratischen Präsidenten haben,
ist nicht wie der Zustand unseres großen Reiches, das keine hat."

Äußerst stumpf: hier werden nur die naiven Ansichten des Meisters ins Lächerliche gezogen, sowie dessen Patriotismus kritisiert. Grundsolide Sozialisten vertreten heutzutage noch die These, dass diese Aussage erst die chinesischen Interpretation des Kommunismus in seiner philosophischen Grundfeste entstehen ließ.

IV: Psychologie der kumulierten Verfehlungen

Der Meister sprach:

"Die Überschreitungen eines jeden Menschen
entsprechen seiner Wesensart. Dadurch, dass man seine Überschreitungen sieht,
kann man einen Menschen erkennen."

Diese Passage entstand als polemisches Gegenwerk zu Cicero's Idee des perfekten Menschen. Konfuzius ist der Meinung, dass Menschen sich dem Perfekt sein nur annähern können, aber den absoluten Idealzustand selbst, niemals erreichen werden. Da der Punkt der Perfektion daher immer über - respektive unterschritten wird, kann man so einen Menschen erkennen.
Konfuzius zieht später als Beispiel die Unperfektion seiner Mitmenschen ran - asozial und fies.

V: Verzicht vor dem Verzicht

Jan Kiu Be Niu Kung sprach:

"Nicht dass ich des Meisters Lehre nicht liebte,
aber meine Kraft reicht nicht aus dafür."

Der Meister sprach:

"Wem seine Kraft nicht ausreicht, der bleibt auf halbem Wege liegen,
aber du beschränkst dich ja von vornherein selbst."

Konfuzius hat hier einen Cameoauftritt. Er ist hier Jan Kiu Be Niu Kung und macht einen derben Spaß, indem er dem Meister hoch lobt und sich selber devotiert. Dem Meister gefällt diese Anerkennung und zeigt Konfuzius so seine Achillesferse auf: Anstatt ihm aktiv zu helfen, bleibt er naiv auf seinem Standpunkt und nutzt ihn sogar aus, um so Konfuzius weiter zu beleidigen.

VI: Geb Kamarillawirtschaft ein Kontra

Der Meister sprach:

"Wer nicht das Amt dazu hat,
der kümmere sich doch bitte nicht um die Regierung."

Bei diesem Vers wird der Umstand kritisiert, dass Politiker ihr Volk von der Regierung fernhalten, weil es (das Volk) ja eh keine Ahnung habe. Der stumpfsinnige Pöbel ist allein gut genug die materiellen Werte des Staates zu erwirtschaften wohingegen es dem hohen Beamtentum obliegt die geistigen Güter zu erschaffen und zu verwalten.

VII: Exoterisch_-_Esoterisch

Dsî Gung sprach:

"Des Meisters Reden über
Kultur und Kunst kann man zu hören bekommen.
Aber dessen Worte über Natur und Weltordnung kann man nicht (leicht) zu hören bekommen."

Konfuzius spricht hier als Dsî Gung den Leser ausnahmsweise direkt an. Er beurteilt den Meister selber und stellt ihn auf urkomischer Weise als kulturversessenen Spießer dar, ähnlich wie ein neumoderner Gernegross namens Reich-Ranicki.


VIII: Praktische Verleumdungen

Dsî Gung fragte sprach:

Gibt es ein Wort,
nach dem man das ganze Leben hindurch handeln kann?"

Der Meister sprach:

"Die Nächstenliebe.
Was du selbst nicht wünschest,
tu nicht an andern."

Dsi Gung, bekanntermaßen Konfuzius selbst, fragt hier in böser Absicht und man sieht hier wieder Konfuzius hervorragenden, wie auch tiefgründigen Humor. Denn er zieht den Meister das gesamte Buch lang ins lächerliche und genau dieser behauptet, er solle die Nächstenliebe leben.
Man könnte meinen, er habe hier Konfuzius moralisch einiges voraus, dabei ist der Meister nur eine fiktive Person, die durch Konfuzius geleitet, nur die Unwahrheit spricht. So wird in diesem Vers einfach so direkt deutlich, wie lächerlich der Meister, sowie die Nächstenliebe ist.

IX: Show und Schein

Der Meister sprach:

"Wer durch Ausübung der Moral
seinen Staat regiert, was (für Schwierigkeiten) könnte
der haben? Wer aber nicht durch Ausübung der Moral
den Staat regiert, was nützt dem die Moral?"

Es wird wieder die Moralbesessenheit des Meisters persifliert. Denn laut dem Meister soll mit genügend Moral alle Probleme, wie z.b. Hunger, gelöst sein. Konfuzius (er bekennt sich ein Immoralist zu sein) sieht hingegen die Moral als [[Arbeit|Bürde und Hindernis der Menschheit]]. Das wird im letzten Satz deutlich, der nichts anderes besagt, als dass Moral nutzlos (bzw. ein Selbstzweck) ist. Mit diesem Inhalt fasst er zudem auch sein gesamtes bisherige Werk zusammen.

Buch zwei

Das zweite Buch von den Gesprächen unterscheidet sich von dem ersten in soweit, dass die einzelnen Versen zu Geschichten ausarten, wodurch sie noch unverständlicher werden. Der Meister verliert auch seine Rolle als einziger Protagonist. Gelehrte sprechen auch vom Buch XX, weil es eher ein 10ter Teil des ersten Buches ist. Insgesamt gilt es als eher schwaches Buch. Es kratz zwar große Themen an, doch nie in einem kompletten Umfang, so wurde es, zurecht, von den Kritikern zerrießen. So was hätte aber auch wirklich nicht sein müssen, doch wird es euch nicht vorenthalten, sondern so einfach wie möglichst präsentiert.

I Die heiligen Fürsten der Vorzeit

Yau sprach:

"Du, o Schun! Des Himmels Bestimmung
der Zeiten kommt an deine Person. Halte treulich diese
Mitte. Wenn die (Menschen innerhalb der) vier Meere in
Bedrängnis und Mangel kommen, so wird des Himmels
Lohn für ewig zu Ende sein."

Schun gebrauchte auch (diese Worte), um Yü zu betrauen. –
Li Tang sprach:

"Ich, dein Sohn Li, wage es, ein
dunkelfarbenes Rind zu opfern; ich wage es, dir zu
unterbreiten, o erhabener, erhabener Herrscher Gott,
dass ich dem Sünder nicht wagte zu verzeihen; deine
Knechte, o Gott, will ich nicht verdunkeln, ihre Prüfung
geschehe nach deinem Herzen, o Gott. Wenn ich selbst
Sünde habe, so rechne sie nicht den zehntausend Gegen-
den zu; wenn die zehntausend Gegenden Sünde haben,
so bleibe die Sünde auf meinem Leib."
"Dschou hat großen Lohn:
Tüchtige Männer sind dieser Reichtum.
Obwohl Dschou Verwandte hat,
(Stehen sie ihm) nicht so (hoch) wie gute Menschen.
Wenn das Volk Fehler hat,
So mögen sie auf mich allein kommen."

Es sprachen die falschen Götter:

"Sie achteten sorgsam auf Wage und Maß, prüften
Gesetze und Rechte, setzten entlassene Beamte wieder
ein, und die Regierung der vier Himmelsgegenden
nahm ihren Lauf. Sie brachten erloschene Staaten wieder
zur Blüte, sie gaben abgebrochenen Geschlechtern Fort-
setzung, sie zogen Leute ans Licht, die sich in Verbor-
genheit zurückgezogen hatten. Und alles Volk unter dem
Himmel wandte (ihnen) sein Herz zu. Was sie besonders
wichtig nahmen, war die Nahrung des Volks, Totenbräu-
che und Opfer. Sie waren weitherzig, so gewannen sie
die Massen; sie waren treu, so vertraute ihnen das Volk;
sie waren eifrig, so hatten sie Erfolg; sie waren gerecht,
so waren (alle) befriedigt."

Ich hoffe, es hat Spaß gemacht, diese kleine Anekdote zu lesen, nun wissen sie auch was mit kompliziert und verwirrend gemeint war. Und es ist so auch schwer zu lesen, da es chronologisch eigentlich falsch ist. Es wird nun von hinten nach vorne erklärt:
Die "falschen Götter" hatten früher die nominelle Herrschaft über Konfuzius Heimat. Wobei es natürlich nie Götter gab, es sind die Könige und Kaiser mit gemeint, die alles falsch gemacht haben. Nun kamen die "echten Götter" und haben alles besser gemacht - "prüften Gesetze und Rechte, setzten entlassene Beamte wieder ein" und so weiter. Man sagt, er meine mit den guten Göttern die Demokratie und ihre Anhängerschaft.
Im Absatz davor, wir sehen ihn als den nächsten an, erzählt Dschou von Problemen die nun aufgekommen sind. Zwar sind alle nun wohlhabend, doch sind die "guten Menschen", die Lakaien der echten, "guten Götter", nun wichtiger als die eigene Verwandtschaft. So ist das Volk abhängig von denen, obwohl auch die "guten Menschen" Fehler haben. Und nun ist das gesamte Volk von diesen Fehlern fast infiziert.
Li ist es bereits. Und er tut den Fehler, den Göttern grundlos zu Opfern. Somit werden sie immer mehr korrupter.
Yau sieht das Unheil kommen. Denn wenn die Menschen "Mangel erleiden", so wird das wunderbare Konstrukt der "wahren Götter" zusammenfallen.

Ob Geniestreich oder Aufrührerei, darüber kann man sich streiten. Doch ist es eine Theorie, die nachdenklich machen soll. Überlebt Demokratie auch, wenn es den Menschen an den Kragen geht? Wenn es kein Öl mehr gibt, wird die Weltgemeinschaft in den "vier Weltmeeren" zusammenbrechen?
Wie es für Philosophen so üblich ist, stellt Konfuzius gute Fragen - und gibt keine Antwort. Wir werden es wohl selbst bemerken.

II Der rechte Herrscher

Dsï Dschang befragte den Meister Kung und sprach:

"Wie muss man handeln, damit man imstande sei, (gut)
zu regieren?"

Der Meister sprach:

"Achte die fünf schönen
(Eigenschaften) hoch und beseitige die vier üblen, dann
bist du imstande, (gut) zu regieren."

Dsï Dschang fragte:

"Welche (Eigenschaften) heißen die fünf schönen?"

Der Meister sprach:

"Der Herrscher ist gnädig, ohne Aufwand
zu machen; er bemüht (das Volk), ohne dass es
murrt; er begehrt, ohne gierig zu sein; er ist erhaben,
ohne hochmütig zu sein; er ist ehrfurchtgebietend, ohne
heftig zu sein."

Dsï Dschang fragte:

"Was heißt das, gnädig sein, ohne
Aufwand zu machen?"

Der Meister sprach:

"Wenn man
die (natürlichen Quellen) des Reichtums der Untertanen
benützt, um sie zu bereichern: ist das denn nicht Gnade
ohne Aufwand? Wenn man vorsichtig auswählt, (womit
man das Volk gerechterweise) bemühen darf, und es
dann (entsprechend) bemüht: wer wird da murren?
Wenn man Sittlichkeit begehrt und Sittlichkeit erreicht,
wie wäre das gierig? Wenn der Herrscher ohne Rück-
sicht, ob (er es mit) vielen oder wenigen, ohne Rück-
sicht, (ob er es mit) Großen oder Kleinen (zu tun hat),
nicht wagt, (die Menschen) geringschätzig zu behandeln:
ist das denn nicht erhaben, ohne hochmütig zu sein?
Wenn der Herrscher seine Kleidung und Kopfbedeck-
ung ordnet, auf seine Mienen und Blicke achtet, dass er
eine Hoheit (zeigt), so dass die Menschen, die ihn sehen,
sich scheuen: ist das denn nicht ehrfurchtgebietend, ohne
heftig zu sein?"

Dsi Dschang sprach:

"Welche (Eigenschaften) heißen die
vier üblen?"

Der Meister sprach:

"Ohne (vorherige) Bel-
ehrung zu töten: das heißt Grausamkeit; ohne (vorher-
ige) Warnung (die auferlegten Arbeiten) fertig sehen
(zu wollen): das heißt Gewalttätigkeit; nachlässige Be-
fehle erteilen und (doch) auf Einhaltung der Zeit (bei der
Ausführung dringen): das heißt Unrecht; und schließ-
lich: wenn man (Belohnungen) an (verdiente) Leute ge-
währt, bei ihrer Verteilung zu geizen: das heißt Klein-
lichkeit."

Auch wenn hier immer noch der humoristische Wert im Vordergrund ist, muss man schon sagen, dass Konfuzius hier wiedermals ins philosophieren gerät, in diesem aufschlussreichen Dialog.
Und somit muss der philosophische Teil, von jedem selbst herrausgefunden werden. Die Humorlinie durch diesen Text ist die selbe wir im gesamten Buch. Es wird nur auf der Naivität des Meisters rumgehackt.

Die Summe der Lehre

Der Meister sprach:

"Wer nicht den Willen Gottes kennt,
der kann kein Edler sein. Wer die Formen der Sitte nicht
kennt, der kann nicht gefestigt sein. Wer die Rede nicht
kennt, der kann nicht die Menschen kennen."

Natürlich müsste der Titel richtig lauten "Die Summe der Irrlehren", schließlich hat der Meister nie recht. Und tatsächlich hat es Konfuzius hier geschafft, dass komplette Wesen des Meisters aufzuzeigen. Denn für ihn ist jeder, der diese Konservative Werte, wie Glaube, Sitte oder selbst die Rede im Perfekten Pathos, Ethos, Logos, nicht vertritt, kein Mensch. Kurz gesagt hier diskriminiert der Meister jeden Menschen, der nicht haargenau dasselbe denkt und verfolgt wie er.
Für diese Aussage wurde Konfuzius auch endgültig auf dem Schäublehaufen verbrannt. Somit war das Buch XX sein Schwanengesang.