Diverses:Eine Fahrt mit dem Bus

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9:00 Uhr

Beschwingt und (noch) fröhlich begebe ich mich zur Bushaltestelle um meine vierstündige Busfahrt von Öpsdendüdel nach Düpsdendödel anzutreten. Dort will ich mir das Konzert einer Band – die sich die Düpsdendödel Dorfdeppen nennen – ansehen. Ich bleibe noch Schnell an einer Pommesbude stehen um mir eine Pommes mit Currysoße zu holen. Als ich mich dann an die Bushaltestelle stelle entschließt sich mein Busticket in den vergitterten Wasserablauf neben mir zu fallen.

9:05 Uhr

Noch 5 Minuten bis mein Bus kommt! Ich knie mich hin und versuche mit meiner Plastikgabel das Busticket aus dem Ablauf zu fischen. Eine Frau kommt vorbei, mustert mich argwöhnisch und wirft mir ein 10-Centstück hin. Danke auch. Ich versuche weiter die Fahrkarte aus dem Ablauf zu fischen und bemerke mit einem Blick auf die Uhr, dass der Bus in 3 Minuten kommt. „Ach was“, sage ich mir, der kommt sowieso zu spät.

9:08 Uhr
Serienähnliches Modell des Busses in dem ich gefahren bin. (Unserer war ein bisschen größer)

Der Bus ist zu früh. Aus einer Straßenbiegung sehe ich den Bus mit der Nummer „557“ fahren. Mit einem letzten Versuch schaffe ich es, die Karte so aus dem Ablauf zu bekommen, dass ich sie mit den Fingerspitzen fassen kann. Und sie fällt wieder rein. Entnervt gebe ich dem ebenfalls mies gelaunten Busfahrer 30 Euro.
In dem Bus befinden sich nur 3 Leute. Ein Mann mit Aktentasche, der gerade ein Käsebrot verspeist und eine Frau mit einem Kind. Ich beschließe mich ganz nach hinten zu setzen. Ich breite meine Zeitung vor mir aus und fange an zu lesen.

9:15 Uhr

Wir halten an einer mir unbekannten Haltestelle. Eine Seniorengruppe steigt zu. Der Kleine Junge kommentiert dies mit einem lauthörbaren „Boah sehen die alt aus!“ und steigt mit seiner Mutter aus dem Bus. Der Führer der Gruppe wirft dem Kind einen warnenden Blick zu. 3 Senioren setzen sich neben mich. Einer fragt mich undeutlich etwas und ehe ich mich versehe krallt sich einer der Senioren meine Zeitung. Ist Gewalt in Bussen eigentlich verboten? Entschlossen drücken mich die Senioren in die rechte Ecke der 5er Sitzbank, meine Beschwerden werden einfach übergangen.

9:30 Uhr

Endlich gelingt es mir, mich aus der Umklammerung des Senioren zu befreien. Mit einem Sprung rette ich mich auf den kleinen Flur im Bus und rolle mich ab. Dann werfe ich den Senioren einen bösen Blick zu, diese lächeln nur und bedanken sich dann auch noch für die Zeitung.
Jetzt setze ich mich in einen der Zweiersitze ganz vorne.

9:50 Uhr

Mit einem lauten *BUMM* des Reifens und einem *QUIEEETSCH* von den Bremsen des Busses verabschiedet sich einer der Reifen. Der Busfahrer versichert uns, in 10 Minuten währen wir wieder fahrtauglich. Kaum ist der Busfahrer draußen, beginnen die Senioren den Bus hermetisch abzuriegeln, damit auch ja keine „verkeimte Landluft“ in den Bus kommt.

9:55 Uhr

Atmen wird schwer. Sauerstoffgehalt der Luft ist auf 10% gesunken. Der Führer der Gruppe und der Mann mit Koffer versuchen mittlerweile blau angelaufen die Senioren dazu zu bewegen, wenigstens ein Fenster zu öffnen, doch sie werden von der Masse niedergedrückt.

10:00 Uhr

Langsam wird mir schwarz vor Augen. Ich kann nicht mehr klar denken. Da kommt der Busfahrer rein, sagt es sei alles ok und öffnet per Zentralschaltung die Fenster. Er ignorierte die teuflischen Blicke der Senioren und beginnt die Weiterfahrt. Ich beginne die Augen zu schließen. Ein bisschen schlafen wird mir gut tun.

10:45 Uhr

Ich finde mich auf dem Boden des Busses liegend wieder. Mir wurde ein Hosenbein abgeschnitten und in meinen Haaren klebt ein Lolli. Meine Socke wurde mir auf die Stirn gelegt und auf meiner Jacke wurde ein Strichmännchen gemalt. Um mich herum tanzen die Kinder des Waldi-putzi Kindergartens.

10:48 Uhr

Gott sei Dank! Die Kinder steigen aus und ich setze mich wieder auf meinen Platz. Meine Hose kann ich vergessen, meine Haare auch. Da hilft auch der entschuldigende Blick der Kindergärtnerin nichts. Ich ziehe mein Handy aus der Tasche und bemerke mit Schrecken, dass ich nur noch eine Hälfte in der Hand halte. Es sieht fast aus, als hätte jemand es mit einer Kinderschere durchgeschnitten. Nun gut, anrufen kann man damit jedenfalls nicht mehr. Dem geistigen Totalzusammenbruch nahe lege ich erst mal den Kopf nach hinten, ziehe mir den Lolli aus den Haaren und entspanne ein bisschen

11:40

Ich habe eine Stunde geschlafen und lebe noch. Soweit so gut. Ich schwöre mir innerlich nie mehr mit dem Bus zu fahren. Die Handyhälfte in meiner Tasche fängt an zu vibrieren. Hätte nicht gedacht, dass das Teil noch funktioniert. Leider kann ich den Anruf nicht annehmen, da ich meinen Pin nicht eingeben kann. Einerseits weil der Bildschirm kaputt ist anderseits weil die Handytastatur nicht mehr da ist.

12:00 Uhr

Der Aktenkoffermann steht plötzlich auf, geht zu mir, zieht eine Waffe und richtet sie auf mich. „Geben Sie mir alles, was Sie haben!“, sagt er. Ich seufze, mir bewusst das der Tag gar nicht mehr schlimmer werden kann und drücke dem Mann mein halbes Handy, 10 Cent und eine Plastikgabel, die ich wohl in der Eile mitgenommen hatte, in die Hand. Der Mann mustert mich argwöhnisch, dann geht er zu dem Busfahrer und sagt zu diesem dass er anhalten und ihn aussteigen lassen soll. Ich schaue kurz auf den Namen der Haltestelle: Nordfriedhof, keine Umsteigemöglichkeiten. Schönen Ort zum Überfall hat er sich ausgesucht.

12:01 Uhr

Die Fahrt geht weiter. Wenn es gut läuft, bin ich in einer Stunde da. Nichts kann mich mehr aus der Ruhe bringen.

12:03 Uhr

Ich sitze auf einem Kaugummi. Warum können die ihre weich gekauten Zuckerkugeln nicht woanders hin kleben?

12:15 Uhr

Ich muss mal ganz dringend ein Geschäft erledigen. Dieser Bus hat (oh Wunder) sogar eine Toilette. Vorsichtig schleiche ich mich hin, immer darauf vorbereitet, dass mich ein übrig gebliebenes Kind aus dem Waldi-Putzi Kindergarten anspringt. Als ich die Tür aufmache falle ich wegen des Geruchs der mir entgegenkommt fast ins Koma. Ich halt mir die Nase zu und setze mich auf das Klo, oder zumindest was davon übrig ist. Am Ende betätige ich die Klospülung. Ein grober Fehler. Aus mehreren undichten Rohren kommt mir Wasser entgegen. Völlig erschrocken laufe ich ein paar Schritt rückwärts und falle auf den Boden. Schnell mache ich die Tür zu damit nicht der ganze Bus überflutet wird.

12:30 Uhr

Auf einer Tafel am Straßenrand stehen die neusten Nachrichten. Irgend so ein Verrückter hat Trauernde auf einem Friedhof überfallen und mit einer Pistole bedroht, dann soll er eine Frau mit der Hälfte eines Handys verletzt haben. Ich schaue auf die Uhr: Nur noch ca. 30 Minuten bis nach Düpsdendödel. Während der letzten Minuten versuche ich mich wenigsten ansatzweise wieder in den Zustand zu versetzen, in dem ich in den Bus gekommen bin.

12:45

Eine Frau steigt zu, schaut mich kurz an und sagt: „Sie wollen sicher auch zum Konzert der Düpsdendödel Dorfdeppen oder ?“, „Ja“, entgegne ich. Daraufhin sagt sie: „Das Konzert wurde kurzfristig abgesagt.“.

12:45 und 12 Sekunden
Nervenzusammenbruch.