1 x 1 Bronzeauszeichnung von Obsidian

Diverses:Die Multitasching-Fähigkeiten des modernen Gentleman

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Ein junger Mann, der sich mit offenen Augen durch die Welt oder vielmehr die Innenstädte dieser Welt bewegt, kommt auch an diesem Wochenenden wieder in den Genuss der Beobachtung zahlreicher Männer und Frauen, die sich die Zeit mit einkaufen vertreiben.

Der Weltinnenraum des Konsums.

Genauer gesagt prescht die Frau1 voran, während der Mann meist vollständig damit beschäftigt ist, den Abstand nicht zu groß werden zu lassen2.

Die Dame kann auf diese verzweifelten Versuche keinerlei Rücksicht nehmen, da sie vollauf von der Begutachtung diverser Textilartikel in Beschlag genommen wird und wirft lediglich in unregelmäßigen Abständen einen genervten Blick zurück, in dem eine gewisse Art von Vorwurf liegt, den nur eine Dame ihrem Mann gegenüber hervorbringen kann.

Ein Blick, der seine Wirkung im Laufe der Weltgeschichte niemals verfehlt hat. Der Mann ist angetrieben von der blanken Panik zu versagen, eine Panik die sich von eben genannten Blicken nährt, wie der Mann sich gerne an einem Döner aus dem Imbiss, an dem er gerade vorbeihechtet, nähren würde.

Als wären die Grundvoraussetzungen nicht anspruchsvoll genug erschwert sich für den Mann dieser Wettlauf mit jedem Geschäft, an dem die wohlgeplante Route seiner Dame vorbeiführt, durch die exponentiell wachsende Anzahl an Tüten und Taschen, in denen neu erworbene Stücke professionell von Verkäuferinnen versenkt worden sind.

Dem modernen Gentleman obliegt es nun eine praktische Lösung für den Transport jener Tüten und Taschen zu finden, in der Regel bleibt ihm aber nichts anderes übrig als diese mittels Händen und Füßen vor sich her zu bugsieren und angestrengt zu versuchen das angeschlagene Tempo zu halten.

Der sich ständig erhöhende Schwierigkeitsgrad macht simple Vergleiche mit verschiedenen Highscore-Spielen, wie beispielsweise Tetris, augenscheinlich Ideal. Dies verheißt für den verzweifelten Mann allerdings nichts Gutes, denn er hat keine Chance zu gewinnen, außer er wäre in der Lage aufzuhören bevor er Game-Over ist.

Unser Aufmerksamer Beobachter gesteht sich allerdings ein, dass diese Wahrscheinlichkeit, in Anbetracht der gezielten und äußerst nachdrücklichen Vorgehensweise der Dame, verschwindend gering erscheint.

Interessanter Weise trägt eine Dame niemals mehr als ihre eigene Handtasche, sofern sie einen Multitasching-fähigen Begleiter an ihrer Seite hat, was beim Shopping fast ausschließlich der Fall ist, weil andere Männer allein aus evolutionsbiologischen Gründen einer solchen Belastung nicht standhalten könnten.

Trotzdem kann man wohl sagen, dass Multitasching sich generell geschlechtsunabhängig gestaltet, was besonders dann zum Vorschein kommt, wenn ein Mann von der Einkaufsunternehmung ausgeschlossen ist.

Während nun jener Betrachter immer tiefer in dieser psychologisch hochinteressanten Thematik versinkt und er sich mit dem Gedanken an unterschiedliche Geschlechterrollen, Gleichberechtigung, Feminismus und Emanzipation auseinandersetzt, ist es ihm geradewegs entgangen, dass er seine Begleiterin völlig aus den Augen verloren hat.

Seufzend ergreift er diverse Taschen, die er zu seinen Füßen abgestellt hatte, wirft einen neidvollen Blick auf die Menschen, die vor der Currywurstbude gegenüber in einer Schlange stehen und macht sich, erfasst von einer plötzlich aufkeimenden Angst versagt zu haben, auf die fast aussichtlose Suche.


Anmerkungen
1Die im Folgenden Damen genannt werden, um über die sexistischen Darstellungsweise der Beobachtungen hinwegzutäuschen.

2Niemand hegt die Absicht in irgendeiner Form Rollenklischees bedienen zu wollen.


HINWEIS: Dieser Artikel spiegelt die Meinung eines anonymen Betrachters wieder und nicht notwendigerweise die Meinung des Autors.


Leserkommentare

AliceSchwarzerFan87: "Bei einem solch sexistischen Text, der so ein fatal falsches Bild auf verschiedene Geschlechterrollen wirft, sollte man auf Formulierungen wie „in der Regel wirklich verzichten!“


Loverboy<3: "Schatz, wenn du das liest, komm bitte zurück zu mir! Es war nicht meine Absicht dir das Shoppen zu ruinieren, du warst nur einfach pötzlich nicht mehr da. Ich weiß doch nicht was ich ohne dich tun soll.."


singel'n'happy: "LOL"