Diverses:Das siebte Leben

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Das siebte Leben

Sonne2.jpg Was für ein wunderbarer Morgen!

Der Frühling sagt Ade, die Sonne strahlt, ganz leicht noch liegt Nebel über den fetten Wiesen.

Der Tag ruft nach Taten!
Ich steig in meinen Wagen, Schlüssel rum, Gang rein und los - zu meiner Liebe. Der Duft von Croissants liegt in der Luft.

Nichts hält mich auf!
Die Landschaft fliegt an mir vorbei. Die Bäume drehen sich nach mir um, der Asphalt vibriert entzückt im Takt meines Herzens.

Oh, so viele teilen mein Glück!
Rehe springen durchs hohe Grün, Kühe käuen genüßlich köstliches Gras, ein blauer Panda weit vor mir – auch auf dem Weg zu seiner Gespielin?

Rechts, links, die lange Grade!
Schon spür ich ihre heißen Küsse. Der Gedanke an Kaffee und Erdbeermarmelade zaubert ein Lächeln auf mein Gesicht.

Die Bremslichter des Pandas blitzen kurz auf!
Hinter ihm erscheint etwas dunkel-matt schimmerndes, eine Krähe? Dafür ist es zu groß – und wird größer. Die Konturen werden klarer.

Eine schwarze Katze, Bote des Unglücks!
Sie spürt mich! Ihr Schwanz steigt in die Höhe, ihr Kopf richtet sich auf, sie sieht mich an. So ängstlich, so verzweifelt!

Sie stellt ihre linke Vorderpfote auf, sie winkt!
Doch es ist nicht mehr als ein letzter Reflex. Ihr Körper ist geradezu zermatscht. Ich überfahre sie ohne Berührung.

Mein Rückspiegel schreit!
Ich schau hinein. Der Countdown läuft. Schon geht ihr siebtes Leben. Von Sieben auf Null in Sekunden. Ihre Seele steigt schmerzvoll auf.

Ich weine.
Wenig später bin ich bei meinem Schatz. Während ich erzähle, trocknen meine Tränen. Bald lachen wir. Leiden wird blaß in Stunden des Glücks.


Ich kannte sie nicht.
Sie war eine von Millionen.
Und doch wird ihr Blick für immer in mir sein.
Und ihre Pfote wird mich berühren – bis in den Tod.