Daniel Rabenfried

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Daniel Rabenfried als Stefan Raab

Daniel Rabenfried ist ein deutscher Performancekünstler, Schauspieler, Komiker und Autor. Bekannt wurde er durch seine Schöpfung der Kunstfigur "Stefan Raab", in deren Rolle er auch beinahe alle seiner öffentlichen Auftritte absolviert. Sein wahrer Name wurde jahrelang geheimgehalten. Wie auch seine bekannteste Kunstfigur ist er mit dem TEMK liiert.

Entstehung der Figur

Nachdem Rabenfried im Alter von 20 Jahren einige Stand-Up-Auftritte, die sich inhaltlich kritisch mit dem sinkenden Niveau des deutschen Fernsehens und der Inkompetenz der daran Beteiligten verfassten, hinter sich gebracht hatte, das Publikum aber trotz genereller Zustimmung eher maue Resonanz ablieferte und er auch immer weniger Zusagen von Comedyclubs bekam, stand er kurz davor, seinen Kindheitstraum, Unterhalter zu werden, an den Nagel zu hängen und stattdessen einem richtigen Beruf nachzugehen.

Eines Abends jedoch, als Daniel wieder frustriert durch die Kanäle zappte und über die unfreiwillige Komik der untalentierten Moderatoren und Komödianten lachen musste, kam ihm die entscheidende Idee.

Ich [...] fand die ganze Scheiße, die da lief, bereits so absurd, so lustig auf eine sehr bittere Art und Weise, dass mir klar wurde, dass man das durch reines Kommentieren und Kritisieren gar nicht mehr toppen kann. Nein, die einzige Chance, sich gezielt über so was lustig zu machen, war, es direkt zu kopieren, damit die Leute endlich mal merken, was sie sich da Tag für Tag reinziehen. Ich musste freiwillig unfreiwillig lustig sein. - DANIEL RABENFRIED, Interview mit dem Spiegel, 2008

Das Konzept war geboren. Rabenfried schrieb flugs ein etwas sechsminütiges Programm, dessen Witze hauptsächlich aus uralten Kalauern, die einem Witzebuch aus dem Jahre 1689 entnommen wurden, bestanden. Um zwischen ihm selbst und der Figur zu differenzieren, steckte sich Daniel kurzerhand ein übergroßes Gebiss, dass noch von Fasching übrig war, in den Mund und rief dann mit quietschig verstellter Stimme unter dem Namen "Stefan Raab" bei einem Comedyclub an.

Ein Name war schnell gefunden; "Raab" ist natürlich eine Verballhornung meines tatsächlichen Namens und Stefan hieß ein dicker Junge, der sich in der vierten Klasse immer über mich lustig gemacht hatte. Das war meine Vorstellung von Rache. - DANIEL RABENFRIED in seiner Autobiographie

Karriere

Bei seinem ersten Auftritt in der Rolle des "Stefan Raab" schieden sich die Geister. Einige Leute im Publikum verstanden die Parodie und waren begeistert von der Idee, andere hielten Raab für eine reale Person und waren entsetzt. Rabenfried war äußerst zufrieden mit dieser Art der Zweispaltung und versuchte von da an, seine wahre Identität komplett geheimzuhalten, um die Illusion nicht zu zerstören. (Ein Vorhaben, dass er später nicht mehr aufrecht erhalten könnte, wie weiter unten berichtet.) Es folgten zahlreiche weitere Auftritte in Clubs, Bars und auf Kleinkunstbühnen.

1993 wurde Rabenfried bei einem ausverkauften Auftritt in einem Theater von einem VIVA-Redakteur entdeckt und bekam das Angebot, in seiner Rolle als "Stefan Raab" bei besagtem Musiksender zu moderieren. Dies nahm er an und so war er von da an regelmäßig als inkompetenter Musikvideoansager im Fernsehen zu sehen. Die Raab-Maske wurde erheblich verbessert, um die Figur glaubhafter zu machen. Dafür wurden etwa zwanzig Kilogramm Schweinemett verwendet (siehe Foto), wodurch die Idee entstand, dem Charakter einer berufliche Vergangenheit als Metzger anzudichten. Das Gebiss Raabs wurde, da es sich bereits als Markenzeichen etabliert hatte, dennoch beibehalten, obwohl Daniel und VIVA beide der Ansicht waren, es sähe zu übertrieben und unrealistisch aus.

Seit 1999 moderiert "Raab" auf Pro7 seine eigene 60 Minuten lange Show TV total, in der die Figur noch weiter ausgebaut wurde, nun beispielsweise nicht nur schlechte Witze erzählt, sondern sich auch in vorher aufgezeichneten Einspielern an verschiedenen Orten zur Sau macht oder als inkompetenter Interviewer prominenten Gästen idiotische Fragen stellt. Fast alle Interviewpartner, insbesondere diejenigen aus dem Ausland, wussten nichts über die Fiktivität Raabs.

Öffentliche Auftritte außerhalb der Rolle

Nachdem 2007 beinahe niemand mehr glaubte, Stefan Raab sei eine real existierende Person, absolvierte Daniel Rabenfried im September des Jahres seinen allerersten Auftritt außerhalb der Rolle und gab Johannes B. Kerner ein aufschlussreiches Liveinterview, in dem er über die Entstehung der Figur, seine mittlerweile bewältigten Existenzängste, die daher rührten, dass er sich permanent hinter einer Rolle verstecken musste, und seine im darauffolgenden Jahr erschienene Autobiografie sprach. Seitdem trat Rabenfried drei weitere Male unverkleidet in verschiedenen Sendungen auf.

Zukunft

Da viele Kritiker und auch Daniel selbst mittlerweile der Meinung sind, TV total, sei selbst für eine bewusst unwitzige Parodie inzwischen unerträglich langweilig geworden, erwähnte Rabenfried in einem Interview mit dem Stern 2010, dass er in letzter Zeit wiederholt mit dem Gedanken spiele, die Raab-Figur an den Nagel zu hängen. Um die Geschichte des Charakters inhaltlich aufrecht zu erhalten und ihn nicht einfach ohne Begründung verschwinden zu lassen, wird in der letzten Ausgabe von TV total von Elton behauptet werden, Raab sei bei einem Metthäckslerunfall ums Leben gekommen. In der Zukunft will sich Rabenfried vermehrt dem seriösen Schauspiel widmen, sprach aber auch schon davon, eventuell eine neue Figur zu entwickeln und in der Rolle dieser anonym in die Politik einzusteigen, um mit der Manipulationsfähigkeit der Wähler zu experimentieren. Viele behaupten, dies sei bereits geschehen und es ranken sich wilde Spekulationen, hinter welchem erfolgreichen Politiker er sich verbergen könnte.

Auszeichnungen

Zitate

  • "Stefan Raab ist für mich das ideale Ausdrucksmittel zur Kritik des Fernsehens und auch der Gesellschaft. Ein überheblicher, unsympathischer und unlustiger Mann, der sich für das genaue Gegenteil hält. Geblendet von der eigenen Wahrnehmung, genau das sind wir in gewisser Hinsicht alle."
  • "Natürlich würde ich in schauspielerischer Hinsicht auch gern mal etwas anderes machen. Viele behaupten, aus dieser Rolle käme ich nie wieder raus, das Publikum würde mir nichts anderes abkaufen [...]. Lass sie nur reden, denk ich mir, nächste Woche spiel ich auf jeden Fall eine tragende Rolle bei Lenßen & Partner!"
  • bezogen auf Max Giermanns Raab-Parodie: "Auch, wenn die Imitation grundsätzlich gelungen ist, bringt es doch nix, sich über eine fiktive Person, die bereits eine Parodie ist, lustig zu machen. "Raab" ist doch selbst bereits eine Überzeichnung."

Trivia

  • Sacha Baron Cohen und Christian Ulmen haben beide bestätigt, dass sie, was ihr Alter-Ego-Acting betrifft, stark von Daniel Rabenfried beeinflusst wurden.
  • Bis heute hält sich das Gerücht, Rabenfried stecke auch hinter Marcel Reich-Ranicki und Dieter Bohlen. Dies dementierte er jedoch während eines Liveinterviews und versicherte den Zuschauern glaubhaft, hinter den beiden verberge sich ein anderer Schauspieler.

Literatur

  • Daniel Rabenfried & Stefan Raab: Ich Bin Nicht Raab... Verstehen Sie?. Thilo Proff Verlag, München 2008. ISBN 1-2345-6789-0