Coverband

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Boney M Cover.jpg

Coverbands gehören in der heutigen, so sehr optisch bestimmten Zeit einer immer wichtiger werdenden Zunft an. Viele Musiker und Musikgruppen sind zwar musikalisch wirklich gut, und zum Teil auch gar nicht Kamerascheu aber oft nicht die Wischiwaschischönchen, die sich die Plattenfirma als Lockvogel gedacht hat, um den Heranwachsenden das Taschengeld aus dem Hosensack zu zaubern. Die Bosse der Plattenfirmen sind natürlich 100-prozentig dem Profit verpflichtet. Um die Verkaufszahlen guter Platten zu steigern muss das Cover stimmen. Das Cover ist der Deckel oder die Hülle der CD und damit sozusagen das Aushängeschild der Musik. Das Plattencover betrachtend trifft der Kunde die Kaufentscheidung; und diese soll ihm so schmackhaft wie möglich gemacht werden.

Wer sind die?

Als Coverband nimmt man meistens eine Combo, die vom Aussehen her die gewünschte Zielgruppe anspricht. Zum Beispiel den Schwiegermuttertyp für Schlagermusik, die älteren Damen gefallen soll und hübsche Jungens zum anhimmeln für Popmusik, die an die kleinen Mädels gerichtet ist. Manchmal sind diese Leute nicht mal Musiker, oder haben in ihrem Leben noch nie ein Musikinstrument in der Hand gehabt. Einige gewinnen allerdings mit der Zeit Gefallen an "ihren" Instrumenten und versuchen diesen auch einige Töne zu entlocken. Das führt dazu, dass diese Bands irgendwann auch selber Konzerte geben wollen, bei denen sie ihr vermeindlichs Können der Öffentlichkeit präsentieren wollen anstatt zum Playback der Studiomusiker herumzuhüpfen. An diesem Punkt des Sachverhaltes verwischen die Grenzen des guten Geschmacks, und man kann die Einen von den Anderen nicht mehr so gut unterscheiden.

Wer hat's erfunden?

Erfinder der ersten Coverband ist der Musikproduzent Frank Farian. Selbst - aufgrund seiner äußerst unerotischen Ausstrahlung und seines eher aparten Aussehens - dazu verdammt seine musikalische Leidenschaft jenseits des Rampenlichts auszuleben, schreibt er seine Stücke immer für irgendwelche zwielichtigen Hupfdohlen, die er in fragwürdigen Gegenden von der Straße aufsammelt. Das Paradebeispiel für eine typische Coverband in Deutschland ist Milli Vanilli. Aber "Ugly Frank" hat noch so manch anderem Taugenichts zu viel Ruhm und Geld verholfen, damit er seine Liedchen unters Volk bringen konnte. Erinnert sei zum Beispiel an Boney M., La Bouche oder No Mercy um nur einige zu nennen. Da ja Ausnahmen die Regel bestätigen sollen, sei hier noch erwähnt, dass Farian auch Meat Loaf produziert hat.

Anglizismus?

Eine andere Bedeutung des Wortes erklärt sich mit der Übersetzung der englischen Bezeichnung "Cover", "Band": "Abdeckband"! Zumeist gescheiterte Existenzen spielen auf ihren dritt- bis dreieinhalbklassigen Instrumenten (Maultrommel, Nasenflöte) und unter der Einwirkung von billigen Drogen alte Songs richtiger Musiker mit mindestens einem, höchsten aber zwei Gitarren-Akkorden nach und lassen sich häufig von Halb- bis Vollplayback begleiten. In ihrem Proberaum ist es zu eng, es stinkt, und der Sänger hat nach der zweiten Strophe den Text vergessen. Trotzdem sind sie gern gesehene Gäste auf Großveranstaltungen aller Art, wie Schützenfesten oder Kirmes. Auf asiatisch sagt man dazu Karaoke (eigentlich KaLaOK, aus demselben Grund, warum es in Asien keine Kroketten gibt).

Und das Abdeckband? Achso, das heißt in Deutschland "Gaffa Tape". Coverbands nutzen es ständig, für alles mögliche. Hier sind nur einige Beispiele: Songliste auf den Bühnenboden kleben, Instrumente notdürftig reparieren, Mikro am Mikroständer fixieren, Bierbauch wegschnüren, Kabel am Boden festkleben, Ritzen und Löcher in Kleidung, Fußboden oder Transportkisten abdecken, und der Tourbus besteht schon zu 46 % daraus.