Couchsymbiose

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Unter Couchsymbiose (engl. "Couch-Symbiosis") versteht man ein neuzeitliches Phänomen, welches erstmals seit Anbeginn der Evolution einen Lebenskreislauf zwischen einem lebendigen Wesen und einem unbelebten Objekt schuf. Die Ursprünge dieser Lebensform sind - kurz und bündig gesagt - kompliziert und weit verzweigt. Die Expertenmeinungen divergieren bei der evolutionsgeschichtlichen Datierung zwischen dem 4. Juni 1961 als Sendebeginn der Sportschau und dem Jahre 0 v. bzw. n. DSDS. In der evolutionären Kette rangiert die Couchsymbiose hinter der Couchaffinität, jedoch noch vor der Couchverschmelzung.

Die Couchsymbiose in den Naturwissenschaften

Das biologische Funktionsschema

Die Skizze stellt den Lebenskreislauf einer Couchsymbiose schematisch dar. Messungenauigkeiten und Reibung seien hierbei zu vernachlässigen.

In Grün dargestellt ist hierbei die essenzielle Energiequelle der Symbiose (auch "Notwendiges Kriterium" genannt) - sie besteht zu 100,09% aus Junk- und Fastfood. Durch die Tatsache, dass der Fernseher als retardierendes Medium die Nahrungsaufnahme erschwert und der Bauch-Weg-Gürtel nur eine bestimmte Menge Materie in Muskeln umsetzen kann, lässt sich die hohe Abfallquote von 30% veranschaulichen. Wiederum 80% dieser in die zahlreichen Ritzen der Couch gefallenen Energieträger werden im Laufe der Zeit durch das lebendige Wesen wiedergefunden und dem anfänglichen Bestand der Nahrung beigemengt. Bei diesem groben Selektierungsprozess verbleiben also ganze 20% des Abfalls in der Couch und werden durch diese verzehrt. Der somit angeregte Verdauungsprozess des unbelebten Objektes macht sich in erster Linie durch fauligen Gestank bemerkbar; je stärker dieser Gestank, desto höher auch die Chance auf Wiederfindung und Neuverwertung. Das gegenseitige Existenzwechselspiel wird auch als das "Hinreichende Kriterium" bezeichnet. Sind beide Kriterien erfüllt, so liegt an der Stelle x=Wohnzimmer eine Couchsymbiose vor.

Aus diesem Theorem entstand das sogenannte "Erste HOFFMANN'sche Postulat" : Jede Couch beharrt in ihrem Zustand der Leblosigkeit oder der gleichförmigen geradlinigen Verwesung, wenn sie nicht durch ein lebendiges Wesen gezwungen wird, in einer Couchsymbiose zu bestehen.

Widerspricht dieses Funktionsschema nicht den physikalischen Energieerhaltungssätzen?

Mitnichten! Obschon mit fortschreitender Couchsymbiose die Chance darauf, dass das lebendige Wesen sich erhebt um neues Junk- und Fastfood zu beschaffen, zusehends sinkt, wird der Energiefluss in der Symbiose nicht erstarren oder gar verbraucht werden. Energie, die kollateral durch etwaige Bewegungen des lebendigen Wesens einen anderen physikalischen Weg einschlägt, wird umgehend durch eine gehaltvolle Portion Perspektivlosigkeit und Vereinsamung ausgeglichen. Diese energieersetzende Aura wird als der sogenannte Äther bezeichnet.

Verhält sich das Haustier derartig, darf man sich Sorgen machen.

Fakten und Erkennungsmerkmale einer Couchsymbiose

Noch nicht ganz so weit fortgeschritten, aber trotzdem besorgniserregend.
  • Das lebendige Wesen ist bodenständig - Sobald die Teleonomie der Symbiose erst mal eingeleitet ist, wird es für den lebendigen Part immer schwieriger, sich aus dem gegenseitigen Bund zu lösen. Das Liegen auf der Couch wird zu einem elysischen Zustand hochstilisiert, der als Position der Entspannung wahrgenommen wird. Dieser Zustand wird mit fortschreitender Entwicklung als die höchste erstrebenswerte Maxime gewertet, der alle Gedanken und positiven Gefühle angerechnet werden. Das lebendige Wesen ist bodenständig, obgleich es den Boden in diesem Stadium schon seit Langem nicht mehr berührt, geschweige denn auf ihm gestanden hat.
Der Pokal als Remineszens an irgendein Ereignis.
  • Zusätzliche unbelebte Gegenstände werden in den Status Quo involviert - Als Resultat aus einem immer größer werdenden Bierbauch, erhöhter Lustlosigkeit und seelischem Ausverkauf, bindet das lebendige Wesen im frühen Stadium weitere unbelebte Gegenstände in sein Tun mit ein, die jedoch außerhalb des Symbiosekreislaufes bestehen, aber einem zuträglichen Zwecke dienen; Auszeichnungen aus alten Tagen, Urkunden oder Medaillen, aber auch der bereits vermerkte Bauch-Weg-Gürtel täuschen die Verbindung des lebendigen Wesens zur Außenwelt und ein vermeintliches Interesse an jener vor. Dies dient in erster Linie der Beruhigung und Schlichtung eventueller Beschwerden durch andere lebendige Wesen, wie zum Beispiel Frau oder Freundin, aber auch zur Selbsttäuschung gemäß dem Motto "Ich könnte ja, wenn ich nur wollte...".
  • Die Couchsymbiose wirkt anziehend auf andere Wesen - Das scheinbare Seelenheil des lebendigen Wesens in einer Couchsymbiose, was in erster Linie durch absolute Unerschütterlichkeit nach Außen wirkt, aber innerlich absolute Apathie darstellt, lockt müßige Wesen diesem Beispiel zu folgen und geraten so in den diabolischen Teufelskreis. Dabei scheinen weibliche lebendige Wesen gegen die Faszination der Ruheposition vor dem Fernsehbildschirm immun zu sein. Da Wissenschaftler keine Erklärung für dieses Factum haben, wird es als genetisch bedingt festgelegt. Antiproportional zur Ablehnung der weiblichen Wesen, besteht eine umso größere Anziehungskraft für Haustiere. Explizit zu nennen sind hierbei die Haustierarten Chinchillas und Katzen. Auch hier, so postulieren Wissenschaftler, sei die Couchbindung genetisch begründbar.