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Bückware

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Der Begriff Bückware bezeichnet einen Themenkomplex der Gegenwartsphilosophie, in dem gesellschaftspolitische Überlegungen mit Annahmen der erweiterten Evolutionstheorie in Verbindung gebracht werden. Wenngleich der Begriff bei der Altersgruppe der Zwölf- bis Fünfundzwanzigjährigen gelegentlich zu launigen bis ferkeligen Assoziationen führt, handelt es sich um eine Großhandelsmenge sozialpolitischen Sprengstoffs.

Abgrenzung zu pubertären Mutmaßungen

Wie alle Worte und Silben, die auch nur entfernt mit Sex in Verbindung gebracht werden können - hierzu zählen unter anderem "spreiz", "fiktiv", "Fiktion", "Grafik" (...) - löst die Silbe "bück" in Bückware spätestens ab dem zwölften Lebensjahr unweigerlich eine Assoziation aus, die sich in jüngeren Jahren durch Erröten und nervöses Kichern niederschlägt, später aber durch dreckiges Lachen und fakultative Potenzgesten wie koitale Hüftbewegungen und/oder das Befingern der eigenen Geschlechtsorgane, das so genannte "Sackkratzen", ersetzt wird. Auslöser ist dabei nicht etwa die vermeintlich witzige Verbindung mit "ware", sondern tatsächlich ein unwillkürlicher, hormonbedingter Reflex auf "bück".

Bedeutungsebenen

Hedonistisch-materialistische Lesart

Die reflexauslösende Silbe "bück" erfährt durch die Verbindung mit "ware" eine eine Potenzierung des Assoziationspotentials, die sich im sogenannten Kopfkino niederschlägt. Erster Assoziationsschritt ist dabei der Gedanke, dass sich das als sexuell vorteilhaft eingestufte Bücken durch ein bestimmtes materielles Gut herbeiführen lässt, beispielsweise durch Schmuck. Der entfaltete Gedanke lautet in seiner antizipierten Form:

Ey, habbisch der Alten Schmuckh aus Kaugummiautomat auf Tisch gelegt, hat sisch voll gefreut und gebückt die Alte, hab isch voll nageln können, die Alte. Habbisch misch auch gefreut.

Die soziale Stigmatisierung durch bestimmte verbale Marker offenbart hier ein erstaunliches Maß soziologisch-philosophischer Einsicht. So nimmt der Sprecher explizit den Gedanken der praktischen Nächstenliebe (Sex) auf und verbindet ihn mit hedonistisch-materialistischem Gedankengut, demnach sich mit der Weitergabe (Schenken) materieller Güter beim Gegenüber ein Glückszustand herbeiführen lässt, der wiederum eine Gegenleistung in Form praktischer Nächstenliebe (Sex) nach sich zieht, die zu einem allgemeinen Glückszustand führt. Der Restringiertheit der sprachlichen Äußerung zum Trotz bezieht der Sprecher hier eine klare Position gegen das christliche Liebesverständnis, demnach Liebe A) geistig und nicht körperlich zu sein hat und B) auf keinen Fall erkauft werden darf. Die Argumente des Sprechers verweisen jedoch klar auf den gesellschaftlichen Nutzen seines Handelns: Ein allgemeiner Glückszustand ist die Folge.
Die knappe Äußerung zeigt, dass die Assoziationen der Altersgruppe der Zwölf- bis Fünfundzwanzigjährigen zum fraglichen Begriff in keinem Fall auf Primitivität, sondern vielmehr auf einen klaren philosophischen Rahmen und eine ebenso klare gesellschaftspolitische Position jener jungen Menschen schließen lassen. Dies aber widerspricht der These von der zunehmenden Verrohung der Jugend. Wie die antizipierte Äußerung zeigt, reagieren junge Menschen auf bestimmte Begrifflichkeiten nicht nur reflexartig mit einer Einbettung in den Theorierahmen der etablierten Philosophie und Soziologie, sondern auch mit einer klaren gesellschaftspolitischen Positionierung, die dem Resultat akademischer Auseinandersetzungen in nichts nachsteht. Eine Jugend, die derart reflektiert auf einen einzelnen Begriff der deutschen Sprache reagiert, setzt ein starkes Zeichen gegen das immer wieder proklamierte Aussterben der Dichter und Denker unseres Landes.

Sozialdarwinistische Lesart

Neben dem hedonistisch-materialistischen Veständnis des Begriffes "Bückware" kann eine weniger erfreuliche Lesart zu Tage treten. Diese erscheint in Einzelfällen zwar ebenfalls in der Altersgruppe der Zwölf- bis Fünfundzwanzigjährigen, ist jedoch ansonsten eher in der Gruppe der mittelalten Mitglieder unserer Gesellschaft heimisch. Der von dieser Altersgruppe häufig mit dem Begriff "Bückware" in Verbindung gebrachte Gedanke lautet in seiner antizipierten Form:

Das verdammte asoziale Kanakenpack vermehrt sich dank meiner Steuergelder wie eine Meute Hasen und züchtet uns aus unserem Land hinaus.

Dieser Gedanke bedarf der Erklärung. Zunächst ist zu konstatieren, dass hier der als Allgemeingut angenommene Gedanke der prinzipiellen Menschenwürde nicht geteilt wird. Stattdessen wird angenommen, dass bestimmte Menschen ihrer Herkunft, ihres Bildungsgrades und/oder ihrer sozialen Situation wegen als höher- oder minderwertig bezeichnet werden können. Die niedrigste Stufe bezeichnet dabei die des sogenannten "dummen, kriminellen, vermehrungswütigen Ausländers, der in Ghettos haust, im Geldsegen der Hartz-IV-Regelsätze duscht und in seiner reichlichen Freizeit entweder ein weiteres vollverblödetes und kriminelles Kind zeugt oder aber den Benz eines gesellschaftlichen Würdenträgers knackt". Derartigen Subjekten wird der Status eines Gegenstands zugeschrieben, mit dem beliebig verfahren werden kann. In der Folge fällt es Vertretern dieser Richtung nicht schwer, so klassifizierte Subjekte als Ware zu bezeichnen, da damit zugleich die anheimelnde Lagerfeueratmosphäre hergestellt wird, in der man freudig der von Ururururururopa vollbrachten wirtschaftlichen Großtaten in der glücklichen Phase des Dreieckshandels gedenken kann. Unter dem Axiom der "Vermehrungswut der kriminellen Ausländer" werden weibliche Vertreter dieser sozialen Schichtung als reines Objekt sexueller Ausschweifung und daraus folgender Reproduktion begriffen. Der Gedankengang ist dabei höchst vielschichtig: Sogenannte "kriminelle Ausländerinnen" sind demnach nicht nur fortpflanzungswütig, sondern auch dumm wie die Nacht. Die erweiterten Axiome lauten daher:

Dumm fickt gut - und vor allem viel.
Zu dumm zum Verhüten, aber schlau genug für den Antrag sind sie, diese Cretins.

Unter diesen Bedingungen werden die weiblichen Mitglieder dieser sozialen Gruppe als "Bückware" verstanden. Interessanterweise zeigen sich dabei einige Inkonsistenzen. So begreift der Durchschnittsverdiener der besagten Altersgruppe alle Bezieherinnen von Hartz-IV-Leistungen als "Bückware" und verbindet mit ihnen die Gefahr der totalen Verdummung und der Hinauszüchtung der eigenen Brut. Anwendung findet diese Lesart allerdings nur unter den Bedingungen der innenpolitischen Betrachtung. Während der jährlichen Reise des Durchschnittsverdieners nach Thailand wird das Gefürchtete zum Geforderten. Sollte sich die dort in Augenschein genommene "Bückware" als nicht hinreichend sexuell aufgeschlossen erweisen oder gar Verhütungsmaßnahmen fordern, kann dies eine schwere Verstimmung des Gastes zur Folge haben:

Was stellt die verdammte Kindernutte sich so an, die macht doch nichts anderes als ficken... die soll verdammt nochmal dankbar sein, dass sie mit der Arbeitseinstellung überhaupt noch einen Job hat. Faules Pack, alle zusammen!

Zurück daheim und noch immer verärgert über die Bedenkenträgerei, Arroganz, Prüderie und Verklemmtheit der thailändischen Dienstleisterin muss besagter Durchschnittsverdiener zudem noch feststellen, dass der durchschnittliche männliche Vertreter der Hartz-Schicht seine generelle Auffassung zur "Bückware" teilt. Bedingung ist aber, dass er sich selbst als urdeutsch versteht und die Annahme auf die Gruppe der sogenannten "kriminellen Ausländer" beziehen kann, von denen er, der selbst Hartz-IV-Empfänger ist, sich um seine ihm eigentlich zustehenden, weitaus höheren Bezüge betrogen und aus dem Land hinausgezüchtet fühlt. Zudem begreift auch er, der vom Durchschnittsverdiener als Proliferant der Verblödung verstanden wird, die noch unter ihm verortete Schicht als völlig verdummt und fürchtet zudem, dass ihm sein rostiger Skoda aus den frühen Neunzigern von den in Legionen auftretenden Nachkommen ausländischer "Bückware" geklaut wird.



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Test
Beschreiben Sie, was Sie in diesen Darstellungen erkennen...

Erfolgsrezept
Derart ausgestattet zeigt ihr Blick, dass er alles richtig gemacht hat...

Klare Ansage
Diesen Jungs wurde eben gesagt, ihre Mutter sei Bückware.

Andere Länder, andere Sitten
Bückware hat den Vorteil, dass sie sich selbst präsentieren kann.