2 x 2 Silberauszeichnungen von Crazy Gangster und Mixtli

Atemlos durch die Nacht

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Helene Fischer - die Allegorie der Erleuchtung.

Atemlos durch die Nacht ist ein philosophisches Traktat in Versform aus dem Jahre 2014 der deutsch-russischen Philosphin Helene Fischer, in dem selbige gnadenlos mit einer aus ihrer Sicht verkommenen Gesellschaft aufräumt und gnadenlos auf die Dialektik zwischem geistigem Verfall und Sehnsucht nach kognitiver Erleuchtung in der modernen Gesellschaft verweist. Es ist ungeklärt, ob der Text von ihr stammt, oder ob sie den aus ihren Zeilen argvoll ans Licht tretenden Inhalt nur allegorisch vertritt, vergleichbar mit der libertas und der iustitia, die ebenfalls durch blonde Frauen repräsentiert werden.

Die philosophische Botschaft dieses Textes ist oft missverstanden worden, da er oft in hymnenhafter Form auf eine sehr simple Melodie gesungen wird, der in diametralem Unterschied zum tiefsinnigen Inhalt seiner Zeilen steht.

Zeit und Raum

Bereits die erste Zeile Wir zieh'n durch die Straßen und die Clubs dieser Stadt rekurriert auf die lokale Deixis und verortet das Geschehen in einer nicht näher betitelten Stadt. Es wird bewusst nicht darauf aufgegangen, ob es sich um eine Groß-, Mittel-, oder Kleinstadt handelt. So wird der universale Charakter des Textes deutlich, der vor dem Hintergrund der flächendeckenden Urbanisierung des 21. Jahrhunderts nahezu alle Bürger der westlichen Welt anspricht. Durch die Implementierung eines performativen Aktes « Wir ziehen durch die Straßen » wird das abstrakte Geschehen konkretisiert und der Zielgruppe so näher gebracht. Die Zeit wird nicht expressis verbis genannt, allerdings legt der Text nahe, das Geschehen spiele sich in dieser Nacht ab, womit eine zeitliche Nähe zum Zuhörer geschaffen wird, die diesen unmittelbar in das Geschehen hineinzieht.

Handelnde Personen

Das Lied steht in einem dialektischen Verhältnis eines lyrischen « Wirs » und eines Lyrischen « Du ».

Das Wir bezieht sich auf die Gesellschaft im Ganzen, die vollkommen fremdbestimmt (« Spür was Liebe mit uns macht ») mit dem Zustand geistiger Blindheit kämpft. Diese geistige Blindheit wird im zentralen Thema des Versgedichts, « Atemlos durch die Nacht » immer wieder aufgegriffen. Beide wesentliche Teile, « Atemlos » und « Nacht », sind hierbei hochsymbolisch aufgeladen. Atemlos bezeichnet im Allgemeinen einen Zustand kurz vor dem Erstickungstod, der auf die Agonie des Opfers rekurriert und beim Leser ein Gefühl der unmittelbaren Betroffenheit, ja Verzweiflung hervorruft. Atemlos bezeichnet hier aber nicht nur die Sekunden vor dem Ersticken, sondern auch das Fehlen jeglicher Inspiration, jeglicher Kenntnis vom Leben um einen herum, welches – der Atemluft gleich – nicht mehr eingenommen werden kann.

« Nacht » wiederum ist als Antimetapher zur Erleuchtung zu verstehen. « Nacht » definiert sich durch Abwesenheit von Licht, und selbiges zieht sich seit Jahrhunderten durch die Geistesgeschichte als Symbol für kognitiven Fortschritt und geistige Erquickung. Es begann beim biblischen « Es werde Licht » und zog sich über die Aufklärung (englisch enlightment, französisch les lumières) bis in die Moderne. Erst jetzt, in der Postmoderne, ist unsere erleuchtete Gesellschaft der geistigen Nacht gewichen. In dieser Nacht bewegt sich das lyrische Wir in einem Todeskampf, der langfristig nur im Ersticken des Geistes enden kann. Dabei hat das Wir Probleme, dieses Faktum überhaupt zu finden, da es diffuse 1000 Glücksgefühle verspürt. Statt sein Glück zu finden, lässt sich das « Wir » von 1000 kleinen Freuden und « atemlos, vom Großen Kino » blenden. Die geistige Blindheit wird durch leitmotivisch auftretende Ausrufe des lyrischen « Wir » unterstrichen, dass seine Meinung nicht mehr in Worte, sondern nur noch in inhalts- und zusammenhanglosen « Oho, oho »-Ausrufe ausdrücken kann.

Doch es gibt noch Hoffnung. Trotz mancherlei Versuche, der geistigen Agonie durch Selbstmord zu begegnenKomm wir steigen auf das höchste Dach dieser Welt»), klammert sich das lyrische Wir an einem lyrischen « Du » fest (« Halten einfach fest was uns zusammen hält, oho, oho ») fest. Dieses Du verkörptert das nicht näher spezifizierte Gute in der Welt. Dieses « Du » ist das einzige, was das lyrische « Wir » in seiner Atemlosigkeit noch am Leben hält (« Wir sind unzertrennlich, irgendwie unsterblich / Komm nimm' meine Hand und geh' mit mir »).

Interpretation

Fischer zeichnet das Bild einer determinierten, getriebenen Gesellschaft voller dem geistigen Tod naher Individuen, die sich permanent im Sog der geistigen Umnachtung befindet. Nur sehnsuchtsvoll nach Erleuchtung, dem entfernten lyrischen « Du » Ausblick haltend und von diffusen Glücksgefühlen benebelt, steuert diese Gesellschaft gradewegs auf den Abgrund zu. Fremdgesteuert konsumiert diese Gesellschaft, ohne Acht auf den Inhalt dessen zu geben, was sie konsumiert, und schnappt vor Atemnot nach dem nächstbesten, was sie bekommt, und das ist meist das, dem die Masse nachrennt.

Melodie

Kritiker weisen vermehrt auf den Konstrast der dystopisch-warnenden Botschaft und der Simplizität der Melodie hin. Auf diesen scheinbaren Widerspruch angesprochen, antworte Fischer mit einem Gleichnis « Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Nun geht und denkt einmal darüber nach, was mit dem Wort gemeint ist». Den geistigen Verfall der Gesellschaft monierend, verwies Fischer darauf, die geistig verblendete Masse nur auf dem Wege anzusprechen, den sie zu verstehen ist. Nicht mit verkomplizierten Worten in dicken Büchern kann man die Menge erreichen, sondern durch das ihnen bekannte Medium, seichte Pop-Musik, muss das Evangelium verbreitet werden.