1 x 1 Silberauszeichnung von Misses Kennedy

Spiegelwelten:Amerikanensischer Bürgerkrieg

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Der amerikanensische Bürgerkrieg war einer der blutigsten Kriege in der Geschichte Ozeaniens.

Dementsprechend groß waren auch seine Auswirkungen: Millionen Sklaven wurden zu freien Bürgern erklärt und die uralten Bush- und Stoiberclans mussten ihre Träume auf ein internationales Machtmonopol für immer begraben. Konservative Hetzprediger verfluchten das neue "gottlose" Amerikanien und trugen zu einer beispiellosen Massenflucht bei.

Vorgeschichte

Die Amerikanensische Föderation (Rückseite)

Die amerikanensische Föderation, wie der Staat noch Anfang des Achtzehnten Jahrhunderts (OZR) hieß, hatte eine Wirtschaft, die zunehmend von Sklavenarbeit abhängig wurde. Durchschnittlich 50% der Bevölkerung war unfrei.
Im Süden mit seinen Baumwolleplantagen war der Anteil noch viel höher. Obwohl einige Politiker immer wieder mahnten, dass dieser Zustand eine Gefahr eines Aufstandes barg, war die Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei immer nur dort erfolgreich, wo es keine Sklaven gab und angesichts des großen Booms im Baumwollsektor, gab es bald überall Sklaven. Zu diesen traditionellen Problemen kamen bald neue hinzu. Die beginnende Industrialisierung drängte freie Arbeiter nun auch dort aus ihren Jobs, wo es die Sklaven noch nicht geschafft hatten.

Im Gegensatz zu den Sklaven durften freie Arbeiter und Arbeitslose Waffen besitzen. So bildeten sie vor allem im armen Süden zunächst lokale Banden und plünderten Geschäfte und Märkte aus. Die Gesetzlosigkeit nahm bedenklich zu und sogar Gefängnisse wurden angegriffen und die Gefangenen befreit.

Die Revolution in den Südstaaten

Die sehr dezentrale Verwaltungsstruktur der amerikanensischen Föderation sorgte dafür, dass man bloß die Grenzen der einzelnen Staaten überschreiten musste, um vor jeder polizeilicher Verfolgung sicher zu sein. Engstirnige Lokalpolitiker, die auch den kleinsten Machtverlust an die Zentralregierung fürchteten, weigerten sich außerdem jede Hilfe der Bundesregierung anzunehmen.

Und als die Rebellion zunehmend organisierter und politischer wurde, war es für jedes Einlenken zu spät. Arbeitslose, unterbezahlte Arbeiter und unzufriedene Soldaten, deren Sold "vergessen" wurde, griffen zu den Waffen. Aufrührern fiel es leicht, schwarze Sklaven mit billigen Waffen auszurüsten und für ihre Interessen zu überzeugen. So pfiffen die illegalen politischen Clubs zu einem zentral ausgemachten Zeitpunkt zum Aufstand und warfen nun auch ihre Kämpfer und Ressourcen in die Schlacht. Es dauerte nicht lange, bis die Behörden besetzt, Grundbesitzer vertrieben und Sklaven befreit wurden und die Baumwolle auf den Feldern verbrannte.

Die zwölf Südstaaten wurden im Frühjahr 1709 zu einem zentralistischen Staat unter einer Koalitionsregierung aus verschiedenen Vertretern aufständischer Gruppen vereinigt. Diese Regierung stand schwierigsten Herausforderungen und mächtigen Gruppen entgegen, gegen welche sie sich durchsetzen musste. Es gab viele Reformen, die nicht immer auf allgemeine Zustimmung stießen. Zum Beispiel ging die mit der Auflösung und Vereinigung der Südstaaten zum Südstaat einhergehende rigorose Zentralisierung vielen Lokalpatrioten entschieden zu weit. Die Kleriker, welche die Rebellion anfangs teilweise noch begrüßt hatten, waren wütend über ihre drastische Entmachtung und über den Verlust ihrer Privilegien. Die alte Geld- und Machtelite kehrte dem Süden den Rücken, als sie mitansehen musste, wie ihr Geld teilweise eingezogen und ihr Grundbesitz unter den Armen aufgeteilt wurde.

Vor allem aber musste die Regierung die immer noch umherziehenden und plündernden Banden entwaffnen, die mit den Revolutionären ursprünglich verbündet waren - ein Vorhaben, welches fast zu neuerlichen Kämpfen geführt hätte. Hier tat sich jedoch der junge Alphonse Kennedy hervor, der energisch Ordnung herstellte und die erste moderne, zentral koordinierte und für damalige Verhältnisse sehr effektive Polizei Amerikaniens schuff.

Der Konflikt mit dem Rest Amerikaniens

Der neue Südstaat strebte eine lockere Föderation mit den Nordstaaten der amerikanensischen Föderation an. Doch die Föderation betrachtete den Südstaat als nichts Anderes, als eine illegale Gegenregierung und drohte mit militärischen Mitteln einzugreifen. Diese kompromisslose Haltung des Nordens zwang den Südstaat 1710 zur endgültigen Unabhängigkeitserklärung.

Der charismatische Alphonse Kennedy wurde zum Präsidenten gewählt. Ein großer Teil der Regierung bestand aus Schwarzen, welchen der Zugang zur Bildung lange Zeit verwehrt worden war. In der Tat fehlte es den politischen Neulingen des Südstaates noch in vielerlei Hinsichten an know how.

Doch Kennedy war klug genug, auch die Intellektuellen für seine Sache zu begeistern und sich ihr Wissen zu Nutze zu machen. Er wollte den Südstaat mithilfe von technischen und organisatorischen Innovationen wehrhafter machen. So förderte er massiv den Aufbau eines Eisenbahnnetzes, damit der Nachschub im Kriegsfall schnell und unmittelbar an die Front transportiert werden konnte.

Das geteilte Amerikanien

Statt, wie der Norden und viele spätere Militärmächte auch, auf Kavallerie, setzte er auf eine schlagkräftige Infanterie und Artillerie mit modernsten Feuerwaffen. Alphonse war es auch, der den Recycling erfand. Metallabfälle wurden eingeschmoltzen und zu Gewehren verarbeitet. Ebenso die allgemeine Rationierung des Konsums in den Städten war sein Verdienst. Ökologische, wiederverwertbare Verpackungen hatten Hochkonjunktur, da alle Ressourcen für einen möglichen Krieg eingespart werden mussten.

1712 wurde im Norden Hardy Bush gewählt. Hardy war ein Hardliner, der unverblümt erklärte, er werde mit dem Südstaat kurzen Prozess machen. Damit war auch im Süden endgültig klar, dass ein Krieg bevorstand. Das schlagkräftige Berufsheer des Südstaates wurde in Position in den nördlichen Forts gebracht.

Am akutesten wog jedoch das Problem, dass auch zahlreiche altgediente Generäle äußerst konservativ eingestellt waren und aus dem Süden nach Norden gingen, um sich dort in den Dienst im Krieg gegen den Südstaat zu stellen. Nur Hannabill blieb als einziger höherer Offizier im Militär des Südstaates und engagierte sich beim Neuaufbau und der Reorganisation der Streitmacht. Allerdings war er weniger durch politischen Idealismus angetrieben, sondern weil er Herausforderungen suchte und daher gegen einen stärkeren Feind kämpfen wollte. Außerdem hatte er mit seinen Vorgesetzten Zoff gehabt und mit ihnen eine Wette abgeschlossen.

1713 - Das erste Kriegsjahr

Der Krieg begann, als die erste Armee der Nordstaaten unter General Stoiber in der Nacht des 9. MaiOZR mit 100 000 Mann die Grenze zum Südstaat überschritt. Der berühmteste General des Südstaates, Hannabill hatte zur Abwehr dieser Invasion nur 70 000 Truppen zur Verfügung. Stoibers Kavallerie war sogar noch überlegener.

Hannabill legte an den Ufern eines breiten aber relativ seichten Grenzstromes einen Hinterhalt und genau zu dem Zeitpunkt, als die Masse der Armee der Nordstaaten damit beschäftigt war, bis zur Brust durchnässt das reißende Gewässer zu durchwaten, wurde Stoiber von beiden Flussufern aus angegriffen.

Die weitgehend wehrlose Nachhut Stoibers samt Troß und Artillerie wurde mit einem Schlag eingenommen, die Vorhut in den Fluss zurückgetrieben, während die Mehrheit im Fluss stecken blieb und von beiden Seiten unbarmherzig beschossen wurde. Stoiber und seine Streitmacht gerieten in Panik und versuchten in alle Richtungen auszubrechen. Damit endete die Schlacht mit einer vernichtenden Niederlage für die Nordstaaten.

Zur See versuchte der Norden, den Südstaat zu blockieren. Hier kam es nur zu bedeutungslosen Scharmützteln, aus welchen der Süden trotz seiner Unterlegenheit auch manchmal siegreich hervorging. Aber das änderte nichts an der Tatsache, dass der Norden seine Blockade uneingeschränkt aufrechterhalten konnte. Für eine Entscheidungsschlacht war die Flotte des Südstaates noch zu schwach.

1714 - Das zweite Kriegsjahr

Die Nordstaaten versuchten zu Beginn des Jahres eine Großoffensive von der See aus. Dank guter Koordination, eines dichten Telegraphennetzes, neuartigen Kommunikationssystems und einer guten Infrastruktur des Südstaates wurde der Norden von der schnellen feindlichen Reaktion völlig überrascht und erlitt hohe Verluste an Schiffen, ohne die Landung vollständig ausgeführt zu haben. Die Gelandeten wurden gefangengenommen.

Nach längeren Vorbereitungen startete der Südstaat dann seine eigene Offensive. Bei Fall River kam es zu einer größeren Schlacht, die General Hannabill eigentlich hätte überraschen sollte. Hier überschätzte eine Kavallerieeinheit des Nordens jedoch ihre Schlagkraft und versuchte das gut befestigte Armeelager Hannabills zu erstürmen. Die Gewehre und Kanonen rissen große Lücken in die Reihen der Angreifer, die bei ihrem chaotischem Rückzug erneut schwere Verluste einstecken mussten.

Dann zog Hannabill weiter östlich in die Plains und zerstörte eine Reihe von feindlichen Forts, musste aber der feindlichen Übermacht ausweichen und die Offensive abbrechen. Um Zeit zu gewinnen, entfesselte er einen Indianeraufstand mitten im Feindesland, wartete aber dringend auf Nachschub. Die Politiker des Nordens bekamen nun langsam Panik und schickten starke Verbände zur Verteidigung ihres Kernlandes.

1715 - Das dritte Kriegsjahr

Mit Verstärkungen ging der Süden unter Hannabill erneut in die Offensive, die jedoch in den östlichen Plains erlahmte. Eine große Festung, das Fort Bush, welches eine wichtige Schlüsselstellung für den Vormarsch auf Brookline darstellte, konnte nicht eingenommen werden. Es entbrannten lange, blutige Kämpfe mit schweren Verlusten auf beiden Seiten. Trotz überlegener Artillerie konnte Hannabill keinen entscheidenen Durchbruch erzielen. Nur kleinere Forts gingen ganz in Flammen auf.

1716 - Das vierte Kriegsjahr

Nun hatte sich die lange Geheimhaltung des Aufbaus der südstaatlichen Flotte gelohnt: Geschickt griff der Süden mit konzentrierten Kräften die Sperrverbände des Nordens nacheinander an und brach die Blockade auf. Anschließend attackierte die Südflotte die nördlichen Streitkräfte vor ihren eigenen Küsten und stieß immer weiter nach Norden vor.

Um das hartnäckig verteidigte Fort Bush endlich zu zerstören, lies Hannabill Luftballons einsetzen. Von dort aus "regnete" es bald an Mineralöl. Doch erst allmählich konnte die Festung in Brand gesetzt und so zur Kapitulation gezwungen werden. Danach besetzte Hannabill Newburyport, wo sich die Besatzung schnell ergab. Inzwischen zog Kennedy persönlich mit einer starken Streitmacht in den Krieg und besetzte die westlichen Plains vollständig.

1717 - Das fünfte Kriegsjahr

Für die letzte große Seeschlacht bot der Norden erneut eine mächtige Flotte auf. Doch dessen große, schwerfälligen Schiffe wurden in der Meeresenge vor Oak Island manöverunfähig gemacht und eingeschlossen. In dieser äußerst schlechten Lage versuchte der Admiral von der Leyen sich mit einigen Schiffen aus dem Staub zu machen, doch der Kessel konnte nicht durchbrochen werden und von der Leyen ergab sich. Damit kontrollierte der Südstaat nun alle Küsten Amerikaniens.

Nur in Brookline tobten die Kämpfe bis Jahresende weiter und entvölkerten die gesamte Gegend.

Ende des Krieges

Die Indianer holten sich ihren Anteil der Kriegsbeute

Kennedy zog im Triumph in Brookline zusammen mit der jubelnden Menge befreiter Sklaven ein. Hardy Bush wurde im Siegeszug mitgeschleppt und von den wütenden Schwarzen gelyncht. Auch die Indianer rächten sich an den weißen Siedlern und vertrieben sie nicht nur aus dem zentralen Teil Amerikaniens, sondern stießen immer weiter vor, verbrannten alle Äcker und lebten dort wieder als Jäger und Sammler. Dabei wurde die ehemals dominante konservative weiße Bevölkerung dezimiert, bis sich Kennedy entschloss, ihr ein Reservat zu billigen. Doch die Konservativen waren bereits untereinander verfeindet. Sie zogen die Emigration vor.

Der Krieg bedeutete eine wichtige Wende in der Geschichte Amerikaniens. Die alte amerikanesische Föderation, ein lockerer Bund von Staaten und Gemeinden, wich einem modernen, zentralistischen Staat mit einheitlichen Gesetzen, Zöllen und einer gemeinsamen Währung. Die Sklaverei wurde endgültig durch Lohnarbeit ersetzt, das Land gerechter aufgeteilt, die Wirtschaft und Bildung staatlich vorangetrieben, unsinnige Vorschriften und alle Privilegien abgeschafft. Amerikanien war auch das erste Land, welches eine progressive Steuer einführte und den Besitz, sowie die Erbschafft stark besteuerte. Allerdings schien später dieser von Alphonse selbst herbeigeführte Linksruck, ihn seinerseits, bald nach seinem Rücktritt überhollt zu haben.

Der Süden besiegte den übermächtigen Norden dank modernerer Verwaltung, Flexibilität und der Fähigkeit, die Vorzüge der Technik als Erste zu nutzen sowie dank des militärischen Genies Hannabills. Doch gerade der Technokrat Alphonse Kennedy musste nach seinem Rücktritt mitansehen, wie die Grünen an die Macht kamen und sich seine Nachfolger mit den wilden Indianerstämmen arrangierten und wie das Ökologische das Ökonomische nach und nach verdrängte.

Die Keltischen Grünen stoppten jede weitere Besiedlung des indianischen Territoriums, so dass weite Gebiete wirtschaftlich nicht genutzt werden konnten, obwohl sie reich an Rohstoffen waren und beste Böden für den Ackerbau geboten hätten. Kennedy, der der Meinung war, dass ganz Amerikanien kultiviert, zivilisiert und industrialisiert werden müsse, wurde von den keltischen Traditionalisten und Roten (=politischen Indianerverbänden), immer wieder überstimmt.

Die Keltischen Grünen, beeinflusst durch die übermächtige Indianerlobby, verkündeten bald auch die Absicht, alle seit 1620 von den Weißen besiedelten Territorien wieder an die Eingeborenen zurückzugeben, auch wenn sie dabei einen neuerlichen, riesigen Landraub begehen müssten. Außerdem wurde die kommerzielle Jagd von Büffeln nun selbst außerhalb der indianischen Regionen vollständig verboten. Getragen wurden diese Projekte durch eine Grundstimmung in der Bevölkerung, die sich leidenschaftlich in eine Zeit vor der Ära des Bushclans zurücksehnte, wie etwa die Antike Renaissance oder gar die späte Traumzeit.
Schockiert darüber, äusserte sich der alte leidenschaftliche Jäger Alphonse Kennedy in seinem letzten Interview: "Zurzeit bilde ich den äußersten rechten Rand des amerikanensischen Parlaments. Könnt ihr euch das vorstellen?"

Auch Hannabills Schicksal war bitter: Zwar gewann er durch seine Wette ein paar Landhäuser in den Plains von ein paar anderen Generälen, doch diese verlor er sehr schnell wieder an die Indianer, die das Land von der Regierung zurückerhielten und alle seine Häuser niederbrannten.

Der Konflikt zwischen dem Haus Kennedy und den Grünen zog sich noch über zwei Generationen, bis James Kennedy, der Onkel John F. Kennedy's eine Aussöhnung mit den amerikanensischen Grünen erreichte, in dem er zum Indianischen Schamanismus konvertierte, was auch eine Übernahme der naturnahen Wertevorstellung beinhaltete. Der derzeit amtierende Präsident, John F. Kennedy, vervollständgte diesen Kurs sogar noch und setzte überall trechnikfeindliche Gesetze durch, wodurch Amerikanien zu einem ideologisch geprägten Agrarstaat wurde.