Griechenland
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Dieser Artikel ist in Arbeit • Letzte Bearbeitung: 25.06.2012
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Griechenland - die Wiege der europäischen Kultur - jeder hat ja mal klein angefangen und sich mit allen Vieren trotzig den Kopf an den Tischbeinen der Großen gestoßen, unverständliches Zeug gemurmelt und war fern jeder Geschäftsfähigkeit. Bei Lichte betrachtet scheint es so, dass in Griechenland alles so geblieben ist und man allenfalls resümieren müsste, dass einer ja den Anfang machen musste. Auch die heutige mit jeder Erwähnung des griechischen Altertums mitschwingende Ehrfurcht, die Worte wie "Schaut auf die Griechen nur" finden mag, lässt sich ohne Probleme in ihr spöttisches Gegenteil verkehren. Dieser Artikel soll aus alten und aktuellen Quellen verstehen helfen, dass natürlich alles ganz anders ist.
Geologie
Leben auf dem Kraterrand
Auf den ersten, aber auch auf den zweiten Blick stellt sich die Struktur Griechenlands auf der Landkarte so dar, als sei es das geologische Überbleibsel einer gigantischen Katastrophe: das sich dünn und halbmondartig windende Festland mit zahllosen versprengten Inseln.
Vor grauer Vorzeit soll ein sogenannter Supervulkan ausgebrochen sein, dem aber keine Zeit blieb, mit einem riesigen Kegel und einer Aufschichtung von Landmassen durch gewaltige Lavaströme zu seinen Füßen kurzbehosten und seltsam sprechenden Gamsbarthutträgern eine Heimat zu bieten. „Pech!“, denkt man sich, sind doch gerade die Regionen in der Nähe dieser pubertären Erdeiterpickel von großer Fruchtbarkeit geprägt, die aber durch eine theatralische Explosion im Falle Griechenlands buchstäblich ins Wasser gefallen war.
Die früh dort siedelnden auch eher leicht bekleideten Völker erkannten jedoch den großen Vorteil dieser Situation: man konnte sich dort ungehindert ausbreiten, weil niemand anderes dieses unfruchtbare Land haben wollte und damit niemand Lust auf ein-Euro-Jobs in der Landwirtschaft hatte. Dies ist auch der Grund dafür, das bis heute nicht alle der vielen Inseln besiedelt werden konnten. Immerhin hatte man anstatt dessen genug Zeit, sich auf die schönen und schweren Dinge des Lebens, wie Architektur, Schriftstellerei und Bildhauerei zu konzentrieren. Die Geburt der ersten funktionierenden Demokratie der Menschheitsgeschichte war mit den zahlreichen Inselvölkern, die alle mitbestimmen wollten, vorgezeichnet.
Die sich letztlich ergebende Gestalt Griechenlands ist mit einem Wort treffend als polymorph zu bezeichnen, da man für jeden Anspruch etwas hat: etliche tausende Kilometer von Strand, stehende Hitze auf den Inseln nahe Afrikas und sogar Nachtfröste im Landesinnern. Fluch und Segen zugleich, denn mit der wachsenden Bevölkerung Europas wurden so Volksgruppen angezogen, die aufgrund begrenzter finanzieller Mittel danach trachteten, mit minimalem logistischen Aufwand ohne mit Visazwang oder Zöllen belästigt zu werden, Gebirge erklettern, Sandstrände genießen und minderbemittelten Nachbarn – wie denen im nahen Afrika – die Zunge herausstrecken zu können. Damals schon eine ideale Ferieninfrastruktur mit hohem Spaßfaktor!
Klima
Doch das heutige weitgehend trockene Klima Griechenlands ist vor allem durch wirtschaftliche Prozesse bedingt. In den Zeiten, als Pythagoras als Zweijähriger seinen ersten Satz formulierte, war es mittlerweile dank verhaltenen Ackerbaus aufgrund rigoroser Umweltpolitik stark bewaldet und die Witterung entsprach eher der der gemäßigten Zone. Es regnete viel und die Wurzeln der vielen Bäume hielten das Land in der Klaue eiserner Erwartungshaltung gegenüber der Bevölkerung, sich doch - wenigstens einmal im jahr - mit dem kargen Boden auseinandersetzen zu müssen. Die Griechen, damals vorherrschend mit Denkern und Künstlern durchsetzt, sannen nach einer abschließenden Lösung. Sie entdeckten als erste den Synergieeffekt, der sich aus einer aggressiven Außenpolitik durch die Abholzung der Wälder für den Schiffsbau und der damit einhergehenden notwendigen Brachlegung inländischer landwirtschaftlicher Flächen durch die folgende Auswaschung und Erosion der Böden ergab. Dies nahm den Produktionsdruck von den schmalen Schultern und überstellte ihn an die nahen Völker des Nahen Ostens, auch der Ägypter und Germanen, von denen man sich nun vortrefflich parasitär zu ernähren wusste. Zudem war das Land mit einigen Tausend stehen gelassener Olivenbäume, die man zum Anrichten des berühmten griechischen Salates brauchte, nun innerhalb weniger Jahrzehnte bereit für zahlreiche Bauvorhaben. Durch die Erwärmung des Klimas durch fehlende grüne Feuchtigkeitsspeicher brauchte man sowieso nicht mehr so viel Feuerholz.
So konnte man die schnell sprichwörtlich gewordene griechische Sonne auf der Bank vor dem Steinhaus genießen, sich von Kriegszügen erholen und Gäste bzw. Gastarbeiter erwarten, die die Finanzierung der Immobilie sichern halfen. Bis heute hat sich daran kaum etwas geändert. Gerade auch, wenn man den Zustand heutiger griechischer Frachter betrachtet, die mit Kampfpreisen Ladungen befördern, denkt man, dass die Zeit irgendwie still steht.
Geographie
Die sieben größten griechischen Städte
Athen
Geographie
Athen umfasst die Bezirke Athen-Ost, Athen-West, Athen-Süd und Athen-Nord sowie Athen-Zentrum und stellt eine der ältesten Siedlungen aller Zeiten dar. Lange wurde gerätselt, warum bereits in der Altsteinzeit Menschen diesen an sich öden, sonnverbrannten Flecken bevorzugten, wo doch einerseits fruchtbare Ebenen im Nahen Osten und idyllische Inseln im Süden lockten. Die heute weitgehend von allen Historikern vertretene Begründung für diese abstrus scheinende Vorliebe liegt darin, dass das Athener Stadtgebiet nur wenige Galeerenstunden von zwei benachbarten Kontinenten liegt und daher fiskalisch oder gesetzlich oder sonstwie in Bedrängnis Geratenen eine schnelle Möglichkeit zum Untertauchen bot. Dabei ging die ursprüngliche wassersportliche Bedeutung in der neuen Semantik auf.
Durch die festungsartige Begrenzung Athens durch die Berge im Osten, Westen und Norden - ungeklärt ist, ob die Athener auch die Berge erbauten - fährt nur noch extrem laues Lüftchen in die Stadt, das durch die nordafrikanische Gluthitze auf magen-, aber nicht lungenfreundliche 35 Grad im Jahresdurchschnitt aufbereitet wurde. Denn die Beliebtheit dieses Siedlungsfleckens und das eher langweilige, trockene Klima zeigt im allgegenwärtigen Smog einen prägnanten Synergieeffekt. Auf den Punkt gebracht bemerkt man eigentlich nur daran, dass es Winter in Athen ist, wenn der Smog kühler ist.
Stadtbild
Wie in zahlreichen anderen Metropolen ergibt sich auch hier das Bild einer lange Jahrhunderte mehr oder weniger harmonisch gewachsenen, immer wieder zerstörten und wieder neu auf den Trümmern aufgebauten Stadt, die im letzen Jahrhundert, vor dem Pillenknick, ein explosionsartiges Wachstum erfuhr. So wurden natürliche Küstenstriche, Meerbusen und Wälder generalstabsmäßig überbaut, um auch zukünftigen Steuerzahlern zinsgünstige Eigenheime zu ermöglichen. Dabei verwundert es, dass oberhalb der Stadt in etwa 150 m Höhe ein größeres Plateau mit einigen maroden Gebäuderesten noch nicht als Baugrund für die moderne Stadtplanung genutzt wurde. Der Grund hierfür liegt aber nicht etwa in skurrilen Denkmalschutzvorschriften, EU-Richtlinien oder subversiven Hausbesetzern, sondern darin, dass es sich hier - korrespondierend zum Status der ältesten Stadt - um die wohl älteste Baustelle Europas handelt. Trotz einer erfolgreichen Vorschubfinanzierung hatte man sich mit dem Kostenplan etwas übernommen und sucht nun nach einem neuen Kapitalgeber, der bereit ist, in der zugegebenermaßen besten Athener Gegend in Freiluftobjekte zu investieren. Es locken Touristeneinnahmen in Millionenhöhe. Hier scheint jeder lange genug warten zu können, um Eintrittsgeld für den Besuch von Bauruinen zu erheben. Auch an weniger exponierten Stellen versuchen sich private Bauherren als Kulturgut-Gastgeber, anstatt sich mit dem Ausfüllen der berüchtigten griechischen Bauanträge herumzuplagen. Deshalb weist Athen trotz Großstadtstatus auch den etwas dekadenten Charme einer Dorfidylle aus.
Erwähnenswert ist der Gemüsegarten des Athener Rathauses, scheinbar etwas protzig mit "Nationalgarten" betitelt, aber durchaus mit Berechtigung. Er ist bis Thessaloniki der einzige Gemüsegarten des südlichen Peloponnes und wurde gegründet, um Athen auch bei Belagerungen vollkommen autark bleiben zu lassen. Dabei wurden per behördlichem Erlass das Betreiben anderer Gärten verboten, um feindlichen Armeen keine Nahrungsgrundlage zu gewähren. Hier wurde 1893 die berühmte Salatgurke des Aristoteles (wegen der leichten Vergänglichkeit des ursprünglichen Anschauungsgegenstandes aus Pinienholz gefertigt) ausgegraben, währenddessen die Bohnenernte für zwei Wochen zurückgestellt werden musste. An ihr machte er seine berühmten finalen Rettungsschlüsse im Rahmen seiner naturwissenschaftlichen Theoriefindung fest, ein Objekt zu erklären, bevor man dies wegen der Komplexität der Sache aufzugeben droht. Die gebildeten simplifizierenden Grundsätze wurden auf einer kleinen modernen Steintafel eingemeißelt, die sich an einer Gabelung zwischen der Auffahrt zum Garten und des sehenswerten Neubaus der Athener Nervenheilanstalt befindet:
- causa materialis - aus was besteht sie?
- causa efficiens - wodurch entstand sie?
- causa finalis - warum wurde sie gepflanzt?
- causa formalis - wie kann man sie besteuern?
Gleich im Stadtzentrum befindet sich das antike Sportzentrum, das bis auf einige erfolgreiche Abwerbemaßnahmen im letzten und Anfang diesen Jahrhunderts immer Ausrichtungsstätte der olympischen Spiele war. Die einzige weitere Ausnahme bildet die Auslagerung der Laufwettbewerbe ins römische Kolosseum, die aber später wegen Dopings durch Raubtiere für nichtig erklärt wurden.
Organisation
In der städtebaulichen Organisation und in der kontinuierlichen Stärkung der anhängigen Infrastruktur stellt die Hauptstadt Griechenlands das Vorbild nicht nur für die meisten anderen Städte, sondern auch für den Staat selbst dar. Die Gründer des modernen griechischen Staates verfolgten unverkennbar das Ziel, einen Makrokosmos (gr. für über[-]all) aus einer Polis zu konstruieren und damit einfach die Dimensionen zu vergrößern. Diese Interpolation war Segen und Fluch zugleich, da man stets auf die bereits bewährten Stadtväter als Logistikpartner zugreifen konnte und wertvolles human capital durch stark vereinfachte Planungsverfahren einsparte und bspw. für die Kunstszene abziehen konnte. Aber auch die Fehler wurden durch die einfache Sicht der Dinge vervielfacht, so die Kriminalität, vorhandene Beschäftigungsüberhänge im Handwerk (Tonindustrie) und der Landwirtschaft sowie das Bettendefizit im Gesundheitssektor. Nur fiskalisch hatte man seine Hausaufgaben gemacht, so dass der Haushalt der Stadt Athen bis auf ein paar Tausender die gleiche Schuldenhöhe wie der griechische Staat ausweist und so auf keiner Seite Motivationsdefizite zum adäquaten Umgang mit Fremdkapital bestehen.
Thessalo-Nike
Sponsoring wurde in Griechenland noch nie auf den privatwirtschaftlichen Sektor beschränkt. So gibt es zahlreiche öffentliche Einrichtungen, die ganz unumwunden die Finanzkraft von solventen Unternehmen nutzen. Damit bilden sie einen deutlichen Kontrast zur Geheimbündelei in Deutschland oder Frankreich, wo sich Verflechtungen zwischen privaten Kapitalgebern und öffentlichen Behörden hinter verschlossenen Türen abspielen und in Griechenland das geflügelte Wort vom falschen Stolz geprägt haben. Während andernorts also die Dreckschleuderei in der Öffentlichkeit nur in Vorwürfen der Bestechlichkeit ihren waffenfähigen Höhepunkt finden kann, ringt man hier mit solchem Gebaren niemandem auch nur ein müdes Lächeln ab. Hier geht man offen miteinander um und feilscht ohne Scham um Dienstleistungspreise oder Stiftungskriterien. Durch das Sponsoring eines bekannten Sportartikelherstellers erfuhr diese große griechische Stadt eine kleine Namensänderung. Sogar die notwendigen Änderungen in Parkverbotszetteln, in Formularen des Einwohnermeldeamtes, im Briefkopf von Bürgermeisteranschreiben und bei den Wettangaben für die Buchmacher übernahm der Konzern, der gern das thessalonische Facharbeiter-Potenzial zu günstigen Preisen nutzte. Allein der Anteil der griechischen Erwerbstätigen an der Gesamteinwohnerzahl, der nur noch von der deutschen Stadt Bochum übertroffen wird, lockte zahlreiche Investoren hierhin, so dass Thessalo-Nike zu den wirtschaftlich stärksten Städten in Südsüdost-Europa zählt.
Sehenswürdigkeiten
Dies war nicht immer so. In ganz Griechenland hatte sich bereits ab dem 5. Jh. nach Chr. die sprichwörtliche Armut der Thessalonikesen verbreitet und sogar gutmenschliche Gemüter im Ausland gerührt. Als der Leuchtturm in Alexandrien abgeschrieben war und trotz seines Jahrhunderte währenden Alters immer noch eine gute Funktionalität zeigte, erinnerte man sich an die doch immer enge Zusammenarbeit zwischen dem südosteuropäischen und nordafrikanischen Staat. So befand man die Stadt am Meer, die sich keinen eigenen Leuchtturm leisten konnte, als würdig genug, das Almosen zu empfangen. Gammelige Frachtboote stachen um 1450 in See, um nach Zahlung der Hafengebühren den Leuchtturm im Selbstabbau abzutragen und zur Heimatstadt zu bringen. Dort wurde er unter Zuhilfenahme alexandrinischer Techniker wieder zusammengesetzt und die Sicherheit im bis dahin kaum frequentierten Hafens drastisch erhöht. Im Nachhinein wurde er mit zahlreichen Schießscharten ausgestattet und im jährlichen Wechsel mit dem Gewinner des thessalonikistischen Schützenfestes besetzt, der im Turmzimmer umsonst wohnen durfte. Der liebgewonnene Brauch musste erst aufgegeben werden, als im Winter 1890/1891 das Dach undicht wurde. Bis dato wahrte der Turm mit der zusammenhängenden osmanischen Stadtmauer (Wiederverkauf in den 1920er Jahren) und den klaustrophobischen Aufgängen einen wehrhaften Charakter und konnte vor einigen Jahren dank einer Wüstenrot-Finanzierung komplett restauriert werden. Leider wird aber nun kein Schützenfest mehr gegeben, so dass die Räumlichkeiten an ein Museum vermietet wurden.
"Die Aristoteles-Universität von Thessaloniki liegt an der Aristotelestraße in Thessaloniki" heißt es in jedem Stadtführer, der etwas auf sich hält und die geforderte Mindestseitenzahl für Touristennavigations-Lektüre bringen will. Durch die jahrzehntelange Forcierung der Wirtschaftskräfte in Saloniki ließ man die einstigen Sehenswürdigkeiten auf ein ökonomisch rationales Niveau gesundschrumpfen, freilich mit dem Risiko behaftet, dass sie dem Unkundigen nicht sofort ins Auge fallen. Auch sorgte die industriell geprägte Stadt (Lebensmittel-, Tabak und Möbelindustrie - El Greco malte für den Bürgermeiste das Bild eines Mannes, der am Tisch rauchte und aß) für ein spezielles Mikroklima, das Grünanlagen als Totgeburten in der Stadtplanung zu definieren drohte. So ist der Park mit eigenen Platanen, Eiben und Bürokraten eine außerordentlich seltene, aber wohltuende Abwechslung im tristen Stadtbild. Vereinzelt wurden dort sogar größere Beutegreifer wie Hornissen oder räuberische Schwebfliegen gesichtet.
Verkehrsanbindung
Das große Glück Salonikis sind seine tiefgläubigen Stadtväter, die keine Tangenten oder Parallelstraßen zuließen. So wird fast der gesamte Verkehr über Kreuzungen geregelt, um im Angesicht der Leiden Christi bei allzu aggressivem Verhalten gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern Reue zu fördern und die unvermeidlichen Stauprozessionen als Busse richtig zu verstehen. Alle Straßen führen aufgrund des mittlerweile stark frequentierten Seehafens als Handels- wie als Fluchtausgangspunkt nach Rom in Richtung Süden. Obgleich der kreuzungsfreie Innenring noch an den Atheismus der rechtsextremen Militärdiktatur der 1960er Jahre erinnert, wurde beim thessalonikesischen Straßenbau ein einheitliches Konzept verfolgt. Die vier Himmelsrichtungen, in die die Schnellstrassen zunächst führen, sollen die Urelemente der Erde symbolisieren: Wasser, Feuer, Luft und Erdöl. Als Ortsunkundiger stellt man sein Navigationsgerät manuell auf die Koordinaten 37° 59′ N, 23° 44′ O (Athen) ein und bekommt die Richtungsänderungen weitaus früher, weil langsamer angesagt. Auch modernsten Kurzreiseansprüchen soll die Stadt gerecht werden. So ist eine Metrolinie mit bis heute etwa 35 Stationen fertiggestellt worden. Die Einweihung erfolgt sobald die Förderung der mobilen Photovoltaikanlagen auf den Triebwagen bewilligt ist (vgl. auch hiermit).
Patros®
Unter den Großstädten Griechenlands ist Patros wohl die Stadt, die sich erfolgreich gegen jedes Zugeständnis in puncto Uniformität im Stadtbild wie in der -organisation in der globalisierenden Tradition der letzten Jahrzehnte behaupten konnte. Zurückzuführen ist diese für griechische Verhältnisse etwas merkwürdige Standhaftigkeit auf den seit vielen Jahrhunderten gepflegten Karneval, der mit zig Tausend Beteiligten einen eigenen bedeutenden Wirtschaftszweig darstellt. Das zweite Standbein ist die Fruchtbarkeit der Ebene, wo sich die ersten Patresen ansiedelten. Es ist eines der fruchtbarsten Gebiete Griechenlands. Schon die Alten Griechen wussten die Landschaft richtig einzuordnen. Wie Gräzist und Byzantinist U. Herms aus Villingen von einer vor kurzem unter der patresischen Stadtbibliothek gefundenen Grabplatte übersetzte: "Er [...] liegt [...] hier (?), geboren in Attika und gestorben in Patras, einer der furchtbarsten archäischen Städte, an seinem (?) Schreibtisch [...]".
Landwirtschaft
Durch den enormen Output der Landwirtschaft bei den Produkten Wein, Ziegenkäse und Korinthen stellte sich im 19. Jahrhundert schnell heraus, dass die Produktion allein durch logistische Engpässe nicht mehr genug Käufer fand. Selbst die für kurze Zeit fahrende Straßenbahn konnte den Nachfragemangel nicht lösen. Die Versorgungssituation verschlechterte sich zusehends, bis schließlich verfügt wurde, die nicht verkaufte städtische Produktion unter den Bedürftigen zu verteilen. Der deutsche Griechenlandkenner Otto Friedrich Ludwig von Wittelsbach nannte nach einigen Hausbesuchen von Kleinkindern im Rahmen seiner Patenschaften die künftige Generation "die der Korinthenkacker". Ein geflügeltes Wort, das später freilich eine andere Bedeutung bekommen sollte, die selbst unter Bürokraten nicht als griechischer verstanden werden könnte.
Iraklio
Matthäus Merian, Griechenlands alter Freund und Kupferstecher, hatte um 1640 schon halb Europa mit seinen Stichen gelangweilt. Ihm fehlte noch ein Bild Kretas, mit dem seine Haussammlung dank fehlender Abverkäufe komplettiert gewesen wäre. Doch er unterließ wohl aus einer Anwandlung von Barmherzigkeit eine Aufzeichnung. Er schrieb (ins Hochdeutsche translatiert): "Iraklio ist ein kleines schmutziges Nest, also ein Ort, mit dem sicher ein jeder Heimatgefühle verbinden könnte. Doch darum braucht man es nicht abzubilden!"
Stadtbild
Wenn Griechenland die Wiege der europäischen Kultur sein soll und Kreta das Plumeau, dann ist Heraklion sicher das erste Häufchen des Babys, da hier die minoische Kultur viertausend Jahre vor Christus aus tonhaltigem Sand erste Figürchen formte, die ersten Worte schrieb und die umliegende Inseln in Steinwurfnähe via Boot zu erreichen imstande war. Vor soviel Überlegenheit musste jeder Versuch, diese Kultur zu erobern, zum Scheitern verurteilt gewesen sein, was die offene Bauweise der erhaltenen Anlagen aus dieser Zeit verraten. Jedenfalls wäre man sowieso nicht dorthin gekommen.
Charakteristisch für ganz Kreta ist ein sogenannter "venezianischer Hafen", der sich in allen größeren Städten wie auch in Chania oder Rhethymnon findet. Der Name kann nur formal auf den Umstand zurückgeführt werden, dass ganz Kreta über Jahrhunderte unter der Herrschaft Venedigs stand. In dieser Zeit prägte sich dieser Begriff als Codewort, als Synonym für Dekadenz, die man aber nicht selbst zu verantworten hat. Die jeweiligen Herrscher geruhten in regelmäßigen Abständen einen gesondert abgeriegelten und mit Minileuchtturm geschützten Bereich des allgemeinen Hafens aufzusuchen, um sich in ihren Barkassen einen Überblick über das geschäftige Treiben der Zweigstelle zu verschaffen. Dabei wechselten Beispiele blinden Eifers bei offensichtlichem Müßiggang im Hafenbetrieb, der zornige Dekrete von Mutterland heraufbeschwor, aber auch wochenlange Sausen genusssüchtiger Herrscher, deren Zustand allein bereits das Taumeln der Schiffe erklären mochte, einander ab. So ist der venezianische Hafen Heraklions aus dem 17. Jahrhundert vor allem deswegen perfekt erhalten, weil er nicht besichtigt werden kann und weiterhin der ursprünglichen Nutzung dient.
Niemand anders als der Sohn des Zeus, der unüberwindbare Herkules, war Iraklions Namenspatron. Angesichts der heutigen Größe und Ausstrahlung verwundert es aber den geneigten Wanderer, dass es sich bei Iraklio immer noch um die Hauptstadt der Insel Kreta handelt. So als hätte sich mit Blick auf die kriegerische Geschichte einfach niemand getraut, der trutzigen Stadt diesen Titel abzuerkennen. Doch schon bei der Ankunft wird man in Form eines riesigen Kaleidoskops am Firmament an die Namensherkunft als Sinnbild für das immer propagierte klassische griechische Lebensgefühl erinnert. Es ist das Sternbild des Schwans, in dessen Gestalt Zeus seiner Frau fremd ging. Schließlich erreichen die meisten Fähren und Flugzeuge Iraklio des Nachts.
Sehenswürdigkeit
Hier vollbrachte Herkules seine größten Taten. Und hier hatte er seine Ferienvilla, die im Palast von Knossos aufgegangen war. Aber Archäologen sprechen von der Charakteristik eines Eisbergs: 9/10 dieses Mehrzweckbaus liegen demnach noch im geschichtlichen Dunkel. Was das eine Zehntel betrifft, ist der Palast von Knossos einer der besterhaltenen komplett rekonstruierten Tempelanlagen der minoischen Kultur.
Geschichte
Der Komplex wurde von Zeus ursprünglich konzipiert, um unliebsame Gegner seines Lieblingssohnes in den weitverzweigten Labyrinthen mürbe zu machen und ihm zu erleichtern, seinen jugendlichen Ruhm zu mehren. Leider starb Herakles früh und andere Familien bezogen den riesigen Bau. Überliefert ist eine weitere Geschichte aus der griechischen Mythologie, als der große Held Theseus als Nachmieter Herkulesses seine Geliebte Ariadne verließ, um Zigaretten zu holen und sich dabei furchtbar verirrte. Immer wieder rief er nach seiner Geliebten, doch die eitle Ariadne bemängelte den Satzbau und den unsauberen Imperativ. Außerdem fehlte ihr der rote Faden in seinen angstvollen Ausführungen, so dass sein Tun in der Rezeption äußerst mangelhaft bewertet wurde. Legendär sind ihre Korrekturen: "Nein, es heißt nicht <<ich fürchte mich vor dem Dunkel>>, sondern <<ich fürchte mich vor des Dunkels Gefahren>>!"
Nachdem Theseus nur durch einen zufällig getroffenen Stier überleben konnte, der ihm den Weg nach draußen zeigte und sich die Götter langsam aber sicher zur Ruhe gesetzt hatten, schlackerte Iraklio als Beiboot der Geschichte Griechenlands durch die Jahrhunderte. Die Nationalität der Stadt wechselte dabei so oft, dass per Zufall das Flaggenalphabet erfunden wurde, das sich schließlich als Kommunikation zwischen Schiffen durchsetzen sollte. Im Mittelalter waren Kreuzzüge oft die einzige Möglichkeit für insolvente Staaten, ohne schlechtes Gewissen zinsfreie Darlehen aufzunehmen. Aus exilbyzanthinischer Sicht galt es Anfang des 13. Jahrhunderts den unliebsamen neuen Herrscher Konstantinopels zu vertreiben. Die ursprüngliche Prinzengarde lobte für den Fall des Falles Alexios III. als Preis für die Herstellung der alten Machtverhältnisse die ganze Insel aus. Der Verlust dieser Immobilie sollte mit der Umleitung des Kreuzzuges über byzanthinisches Gebiet gegenfinanziert werden. Das war Grund genug für den einmarschierenden Bonifatius, den Waffenbruder Venedig für Iraklio zu begeistern. Unter Vorlage falscher Bilder und geschönter Bilanzen tauschte er mit dem Geschlecht der Gondolieres Konstantinopel gegen das marode Thessaloniki und sollte Recht behalten.
Leandros
Aktien sind keine anonyme Größe als Anteile am Kapitalmarkt. Sie sind ein Teil an einem werthaltigen Objekt, ein Stück gewachsener wirtschaftlicher Größe oder auch Schwäche. Daher gehören Aktionäre zu einem sehr furchtsamen, ja dünnhäutigen Menschenschlag, der zwar alles tun mag, sich über die Chancen und Risiken seiner Anlage zu informieren. Aber es ist wohl der innere Schweinehund, vielleicht auch eine Art Selbstschutz, sich lieber doch mit kryptischen, gar kyrillischen Bezeichnungen seiner globalen Investments zu beruhigen, die keinen Rückschluss auf den Verbleib des Geldes zulassen. Man sieht doch man im Kursverlauf, dass man mit einem Nennwert von 250 Euro je Aktie gerade Geld in eine prosperierende indische Tuchfabrik gesteckt hat, die sehr viel in Ausbildungsplätze junger Arbeitnehmer investiert. Man wird immer rechtzeitig reagieren können, wenn man für das gleiche Geld zwei griechische Tuchfabriken gekauft hat. Damit entfällt wenigstens anders als bei unverschlüsselten Produkten die Sorge, die man sich durch eine ständige Beobachtung macht. Muss z.B. die "Charon AG" im Fährbetrieb über den Styx nun die neuen EU-Umweltschutzrichtlinien einhalten nicht?
Ein Blinddate kann für beide Seiten sogar einen besonderen Glücksfall bedeuten, wenn das zusammenwächst, was zusammengehört. Auch wenn man sie als empfindssamer Mensch auf ein lebensverträgliches Mass reduzieren vermag, bewegen letztlich doch immer Emotionen wichtige Entscheidungen auf dem Börsenparkett. Und unpopuläre wie zufällige Entwicklungen werden gerne mit dieser Sensibilität erklärt, die einem keine Wahl gelassen habe. Monatelang sieht man beispielsweise als Eigner zu, wie Mietskasernen zu Ruinen verfallen, dann kann man es menschlich nicht mehr ertragen und führt das Grundstück für Eigenheime solventer Bürger selbstkritisch einer anderen Bestimmung zu. Man ist immer auf der Suche nach der perfekten Lösung, weil man selbst nicht perfekt ist. Die erfolgreiche griechische Sängerin Vicky Leandros suchte schon lange eine Anlagemöglichkeit für ihr beträchliches, in Deutschland erworbenes Vermögen. Mit einer unscheinbaren Aktie aus einem Spirituosen-Fonds namens "Oύζο Πειραιάς 2012" erwarb sie die griechische Stadt "Ouzo(R)Piräus" zu einem Preis von 25 Euro nach Abzug der Börsenumsatzsteuer.
Stadtbild
Hegen auch Sie vielfältige Erwartungen an Ihren Urlaubsort? Möchten Sie Bildung mit Ruhe und Erholung, gar mit dem Geniessen der Authentizität der Gastgeber verbinden? Brauchen Sie auch weltstättisches Flair? Dann ist dies ist aber wahrhaftig kein gewöhnlicher Pauschalurlaub! Wir versprechen Ihnen: Sie brauchen dafür nicht mehrere Reisen zu buchen! Bei uns liegen Sie mit Ihrem zu Recht anspruchsvollen Anforderungsprofil für den wichtigsten Zeitvertreib richtig! Besuchen Sie Leandros mit einem unserer Charterunternehmen zur See, zu Land oder mit dem Flugzeug und werden Sie Zeuge eines unvergesslichen Urlaubes an der Pforte des Ionischen Meeres mit seinen 1000 zauberhaften Eilanden. Lassen Sie sich von griechischer Gastfreundschaft, Geselligkeit bis in die frühen Morgenstunden und ortstypischen Spezialitäten wie bestem Wein aus den nahen Hanglagen verwöhnen. Werden Sie Zaungast griechischer Lebensfreude! Ganz in der Nähe der griechischen Metropole als einer der Weltkulturhauptstädte finden Sie unkompliziert schnell provinzielle, unverfälschte Lebensart in griechischen Gasthaushalten des piräischen Umlandes. Vielleicht möchten Sie auch einfach das Mikroklima des saronischen Golfstroms kennenlernen, durch dessen Mikrowellen Schiffer in ihren Booten in romantischen Mondnächten gegen den Kai antanzen? Oder sind Sie einfach nur genervt von der rigiden Engstirnigkeit mancher heimischer Behören? Die ortsansässige Industrie oder der moderne Hafen wird Sie als Gastarbeiter gerne aufnehmen und Ihr fachliches Potenzial zu schätzen wissen. Bleiben Sie doch einfach hier und lernen Sie Steueranträge von ihrer dekorativen Seite her kennen, wenn Sie sich später überhaupt noch daran erinnern mögen!
Die griechische Sprache
Nur der Unbedarfte vermutet, dass mit griechischen Lettern benannte kryptische Winkelbezeichnungen und bestimmte mathematische Konstanten der einzige Auswuchs der griechischen Schrift in die heutige moderne Zeit des EU-Bildungsbürgertums sei. Die Sprache würde nur von in der Heimat gebliebenen Griechen, Gastarbeitern oder hiesigen Restaurantbesitzern (zur Erschwerung der Kommunikation bei Reklamationen) gesprochen. So subsummiert er der Einfachheit halber lächelnd gedanklich Mathematiker zu den Bewohnern dieses eigenartigen südosteuropäischen Landes. Dabei ist die griechische Sprache der - über Jahrtausende gesehen - erfolgreichste Exportartikel überhaupt, aus dem aber nie Kapital geschlagen werden konnte.
Allgegenwärtigkeit
Unregelmäßigkeit ist die Regel
Eine Besonderheit der griechischen Sprache ist ihre Unregelmäßigkeit. Außer einem Wortschatz, der allerdings durch später einwandernde Volks- und Sprachgruppen kontaminiert wurde, lassen sich hier kaum allgemeingültige Regeln definieren, da immer auf die Besonderheit des einzelnen Individuums abgestellt wird. So ist es bspw. schwierig, eine wirksame Beleidigung auszusprechen. Selbst wenn eine allgemein als "Hohlkopf" anerkannte Person als Hohlkopf bezeichnet wird, mag dies in anderen Sprachen trotzdem als Affront - zumindest vom Angesprochenen - empfunden werden. Der Grieche ist aber von Alters her so selbstbewusst, da er sich (immer noch) über seinen kulturgeschichtlich bedeutsamen Status vollkommen im Klaren ist und bleibt. So läßt er freigiebig jede Form von Kritik zu, weil er sie eh nicht ernst nimmt. So wird der Masse - ganz der Demokrat! - die Freiheit der wohlmöglich einhelligen Meinung zugestanden. Freimütig nimmt er es hin, wenn die Meinung auch von nur wenigen Individuen kundgetan wird. Und die Antwort kann dann nur eine Diskussion sein, wo er den Standpunkt des Diskutanten und Moderators gleichzeitig einnimmt. Der "Hohlkopf" trifft als Fehdehandschuh also regelmäßig nicht die Wange, sondern wird auf den Tisch gelegt, ein oder mehrere Ouzo getrunken und stundenlang über die Dialektik menschlichen Seins philosophiert. Im Vergleich zu anderen Sprachen gibt es eine völlig andere Definition von unregelmäßige Verben. Hier bestimmt sich der Grad der Regelmäßigkeit auch individuell nach dem verwendenden Sprecher. Spricht also ein 88 jähriger Rentner: "Ich habe es gestern meiner Frau besorgt" wird die Besorgung eher als unregelmäßiges Verb und bei einem 22jährigen eher als Gebrauch eines regelmäßgen Verbs angesehen, es sei denn, es handelt sich um Rolf Eden, Antony Quinn oder Kirk Douglas.
Zeiten
Einzigartig für den indogermanischen Sprachstamm ist die Verwendung von fünf unterschiedlichen Zeiten, die sich auf die Vergangenheit beziehen.
- Vergangenheit: gerade passiert
- Vergangenheit: letzte Woche passiert
- Vergangenheit: letztes Jahr passiert
- Vergangenheit: n. Chr. passiert (Vergangenheit [unbestimmt])
- Vergangenheit: v. Chr. passiert (Vergangenheit [Perfekt])
Aus der Vergangenheit werden mit Hilfe des Konjunktivs auch die Future i. S. eines gebrochenen Plusquamperfekt II gebildet. So heißt es eben nicht: "Ich werde die Schulden bezahlen" sondern "Ich hätte die Schulden zu zahlen gehabt"
Nachfolgend eine Liste mit den Vergangenheitsformen aller bekannten griechischen Verben:
Geschichte
Der Vorgänger der Linealschrift B
Schon seit etwa 4000 Jahren sucht man im Rahmen intensiver Forschungen nach dem verbindenden kommunikativen Glied zwischen den Kulturen Südosteuropas und dem Nahen Osten vor der Zeit der Mykenischen Kultur. Funde belegen einen regen warenwirtschaftlichen Verkehr zwischen den beteiligten Völkern, aus denen sich jedoch erst 1000 Jahre später der indogermanische Sprachstamm (Kunstwort aus Inder, Indianer und Germane, um die Bandbreite der Herkunft der Sprecher zu symbolisieren) entwickeln sollte. Doch womit (und über was) unterhielten sich diese Stämme? Aufgrund rekonstruierter Tonwaren aus dieser Zeit behalf man sich mittels einfacher Konstrukte, um die sprachliche Infrastruktur erklären zu helfen, freilich ohne globalen wissenschaftlichen Konsenz und mit zum Teil sehr heftigen polemisch Streitereien:
- Onomatopoetische Epileptik – Hier geht man davon aus, dass man in einer Art von selbst aus verständlicher Zeichensprache miteinander agierte (davon hat sich bspw. das Hochhalten eines kreisenden Zeigefingers von Touristen zum Bestellen einer Runde erhalten)
- analphabetische Kursivletter – da die allermeisten Menschen, ausgehend von definitiv vorliegenden antiken Umfragewerten aus der Klassik Griechenlands ohnehin Analphabeten gewesen sein mussten, gab es keine Schrift im eigentlichen Sinne. Die wenigen Zeichen, die zur Versinnbildlichung einfacher Dinge wie Zustände erforderlich waren, wurden nur nachgemalt.
- Zypro-hypothetische Kurzschrift – eine Schrift, die als ursprüngliche Bemalung eines auf Zypern gefundenen Kruges vermutet wird. Man geht davon aus, dass sie aufgrund der winzigen Ausmaße des Behälters nur aus Abkürzungen bestanden haben kann. Dies würde eine hohe Praktikabilität bedingen: vielfach wurden damals - nach zeitgenössischen Aufzeichnungen - Lebensmittel (Stichwort Melonenritzen) bekritzelt, hätte also mit einer Minimalschrift auch Hungersnöten vorgebeugt und überhaupt bürokratische Vorgänge beschleunigt, eben Zeit gespart, die schon immer das kostbarste menschliche Gut war.
Während Abrissarbeiten im heutigen Heraklion auf Kreta in der Nähe eines Bahnhofs (Gleis ¾) fand man Mitte der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts unfreiwillig in Ziegel-Fragmenten Redeentwürf/Statements oder Pamphlete vermutlich ökopolitischer Meinungsvertreter. Da die Steine sofort wiederverbaut werden mussten sollten, war die Zeit knapp, doch reichte, um eine Nachkommenschaft von der Linealschrift B ausschließen zu können. Die Zeichen waren noch älter und schienen aus der freien Hand heraus gezeichnet worden zu sein! Das erhaltene Zeichen enthielt ein wellenförmiges Symbol, das gleich neben einer versinnbildlichten Behausung gesetzt war, vermutlich eine frühe Prognose zur Folge der Globalen Erwärmung. Die Sprachforscher waren sensationell berührt, sich im Angesicht eines Artefakts einer bisher noch unbekannten Schrift befunden zu haben. Man einigte sich, sie Schrift A vom Typ minoisch, metastasierend, diffus und okkult, da sie unter den archäologischen Spateln anderer Wissenschaftler in Griechenland in immer wieder neuen Formen auftauchte. Viele Zufallsfunde in Innenstädten erregten den Unmut ansässiger Kaufleute, da die durch die zeitweisen Sperrungen verursachten Umsatzverluste nur durch größere Investitionen in Antiquitäten-Sortimente wieder wettgemacht werden konnten.
Sprachwissenschaftlich war nun eine genetische Untersuchung der Sprecher linguistischer Abkömmlinge besonders interessant. So machte man im gesamten europäischen Sprachraum DNS-Untersuchungen und setzte sie in Relation zueinander. Dabei wurden teils obskure, teils bereits bekannte Entdeckungen gemacht. Bekannt war die enge Verflechtung der römischen mit der griechischen Sprache. Neu war, dass sich vor Jahrtausenden in der altgriechischen Sprache eine Art enklavische Blase türkischer Sprachgastkultur befunden haben muss. Dieses nun wissenschaftlich bestätigte Bindeglied wurde tagelang von den befreundeten Staaten, vor allem auf der Insel Zypern, gefeiert.
Berühmte Schriftsteller und Dichter
Das Ansehen in der literarischen Fachwelt ist von der Eigenheit geprägt, der Chronologie einen besonderen Stellenwert einzuräumen. Dieses etwas unkritische Verhalten verstellt manchmal den Blick auf die Qualität, um deren Klassifikation sonst gnadenlos gerungen wird. Deshalb zählen nahezu alle Frühwerke der griechischen Schreiberlinge zur Weltliteratur, weil diese meist zuerst Epos, Lyrik, Drama oder Poesie veröffentlicht hatten. Es war wie bei der Geschichte des Hasen mit dem Igel: Mit dem druckfrischen Werk in der Hand in Richtung Lektoriat kam man an den Schaufenstern der Bibliotheken vorbei und sah dort bereits griechische Ware ausliegen. So wurden bei jüngsten Ausgrabungen in der heutigen Türkei mehrere Dramen hethitischen Ursprungs auf Papyrus vorgefunden, die allerdings ca. 100 Jahre nach der "Odyssee" entstanden waren. Ein Kritiker bemerkte, dass im Vergleich zu Homers holprigem Original ein wesentlich flüssigerer Schreibstil voll intelligenten Wortwitzes gepflegt wurde. Dramatisch sei die Spannung mit Humor und psychologischem Feingespür gepaart und schließlich die Figur des gebrochenen, aber sympathischen Helden, mit einer spannenden Zunahme widriger Umstände zu einer überaschenden Konklusion geführt worden, die seinesgleichen suche. Das Werk kann weiter an der Originalstelle betrachtet werden.
Es stellt sich also die Frage, wie die Griechen abgesehen vom Übermaß an Zeit gegenüber dem Rest der Welt zuerst die Bestsellerlisten (Bild) führen konnten. Vermutet wird die Ausnutzung eines Monopols, das aus der makedonisch-griechischen Dynastie der Ptolemäer entstanden war. So konnten sich nur sehr reiche Leute Papyrus leisten, um ihre literarischen Ergüsse dauerhaft festzuhalten. Menschen aus dem Volk waren gezwungen, mit leicht verderblichen großblättrigen Pflanzen zu arbeiten, die gern auch anderweitig verwendet wurden. Manchmal schien die Not bzw. dichterische Mitteilungsbedürftigkeit sehr groß gewesen zu sein, so dass auch bei anderer Bestimmung die Rückseite herhalten musste, um z. B. noch einen Liebesbrief des Helden zu skiziieren. Überliefert sind die Worte eines griechischen Literaturkritikers, der zu einem jungen Dichter aus Pergamon gesagt hatte: "DAS ist scheiße!".
Domestos (um 1000 v. Chr.)
Auch das enorme kreative Potenzial der ersten Toilettenhäuschen nutzten die antiken Griechen als erste. Da diese unter griechischer Lizenz in großer Zahl in Nahost - im Grunde nur etwa 100 km weiter südöstlich in der Türkei - gefertigt wurden, waren sie zum Zeitpunkt der Auslieferung oftmals schlimmer bekritzelt als ein Männerklo auf einem Abenteuerparkplatz an der A1. Doch unter allen sticht der Mann der ersten Stunde der Toilettensprüche hervor: Domestos. Die altphilologische Forschung ist hier jedoch erst am Anfang: vermutlich handelte es sich um einen aus Thrakien stammenden Sportspätstudent, Mittelschichtler, der 34jährig 998 v. Chr. eine "schöne Lydia" mit zwei Kindern aus erster Ehe heiratete. Eines seiner bekanntesten Werke - vermutlich seiner Sturm- und Drangzeit zuzurechnen, die von mangelnder Orientierung an gefestigte gesellschaftliche Strukturen gekennzeichnet war - ist heute noch im griechischen Nationalmuseum in Athen zu bewundern: "Athene hat schöne Beene".
HomerTM
Mittlerweile vermutet man, dass aufgrund der unterschiedlichen Schreibstile, Satzlängen und der Vielfalt der verwendeten (Kraft-)Ausdrücke zur Verstärkung der Dramatik oder der Authentizität verschiedene Ghostwriter unter dem bewährten Pseudonym posteten (Posting altgr.: [etwas] einem unzuverlässigen Dritten anvertrauen, ursprünglich: Wind und Wetter übergeben/überlassen). Das klassische Bild des armen Wandersängers, das sich bis ins Mittelalter steter Beliebtheit erfreuen sollte, wurde als erstes bei der Diskussion um Homers Identität in der Literaturgeschichte geprägt. Um Reklamationsansprüche und Volksverhetzungsanklagen im Keim mit Mitleid zu ersticken, wurde die Vorstellung eines mittellosen Prähartzvieristen auch von vielen anderen Autoren bereits zu Lebzeiten gefördert, z.B. bei Walter von der Vögelweide oder Rumi - einem bedeutenden Sufisten. Mitunter erreichten sie und auch die späteren Verleger, wenngleich die Schreiberlinge anonym in luxuriösen Appartments gelebt hatten, gar eine Verklärung der Autorenschaft ins Romantische oder gar Mythologische. Damit wird klar, dass schon immer die Geschichte um die Geschichte einen hohen Stellenwert einnahm und als "hors d'oeuvre" die Verkaufszahlen in die Höhe trieb. Nicht auszudenken, wenn nachgewiesenermaßen ein griechischer Fußpfleger mit 40-Stunden-Woche, der regelmäßig die Steuern bezahlte, die Illias geschrieben hätte!
Kurze Werkschau
- Ilias - Zickenkrieg unter Göttern, Halbgöttern und Helden: nur der stirbt unverdrossen, der vorher eine Versicherung abgeschlossen!
- Odyssee - Irrungen und Wirrungen eines Erlebnisurlaubes, mit Wildwasserfahrten im Mittelmeer, einem Gourmet-Lunch - Rind (Medium) an Salzwasserkruste vom Pinienholzgrill - auf einer sonnenverwöhnten Insel und einem unvergesslichen Konzerthappening einer Newcomer-Band. Nach einer Affäre mit einer lokalen Schönheit kehrt der reuige Tourist zu seiner Frau zurück: Zu Hause ist es immer noch am schönsten!
Ayşe
Ayşe ist eine griechische Tragödiendichterin, deren Werk sich vor allem um die oft beschworene griechisch-türkische Freundschaft dreht.
Sie hat eines der bedeutendsten Gedichte in der zyprischen Literaturgeschichte hinterlassen:
Versophklos
Im Namen verklausuliert findet sich auch die Todesart dieses berühmten Dichters, dessen realer Name leider nicht überliefert wurde.
Wirtschaft und Soziales
Mediale Inszenierung
In den Medien hat sich mittlerweile das Bild eines hochverschuldeten, industriell rückständigen, ja verarmten, aber korrupten und ignoranten Griechenlands gefestigt, das jedoch keiner objektiven ökonomischen Überprüfung der beiden Standbeine dieses etablierten EU-Staates, der ja immer auch Unternehmen ist, standhält: Informell funktionierende Bürokratie mit Steuerhinterziehungs- und Rentenversicherungs-Incentives auf der Basis eines soliden privaten wie gewerblichen Subventionskonsums.
Bürokratischer Rückhalt
Als Basis allen wirtschaftlichen Tuns analog zur ehemaligen Wirtschaftsmacht DDR dient eine von der Politik und ökonomischen Rahmenbedingungen autarke Bürokratie, die streng antihierarchisch nahezu alle Aufgaben gegenseitig zu delegieren in der Lage ist. So sind dem griechischen Staatsbürger behördliche Ressorts und die Aufteilung von Arbeitsbereichen fremd. Wenn man etwas mit dem Staat zu regeln hat, geht man zum "Amt" und bringt in einem Zimmer, vor dem halt niemand wartet, sein Anliegen vor. Das Parteibuch ist für den involvierten Mitarbeiter generell uninteressant, da wird sogar eher auf ein vorhandenes Sparbuch geachtet. Er wird als offizieller Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde Athen-Süd gerne den Bauantrag entgegenehmen, nachdem ein Ausbau eines UNESCO geschützten Tempels auf Kreta gewünscht wird. Die speziellen Ausführungen und Wünsche im Antrag des Bürgers erhält er in gebündelter Form in einem neutralen, nicht beschrifteten Umschlag, damit ein in diesem Kontext nur verwirrendes Ablagesystem vermieden und individuelle Behandlung garantiert werden kann. Nun in der Schuld des Bürgers stehend wird er das Anliegen für den Kollegen vorarbeiten, damit dieser es mit reduziertem Informationsumfang (nur der Rest bleibt im Kuvert) zeitnah umsetzen kann.
Ein Prinzip, auf das der griechische Staat zurecht stolz sein darf. Es folgt den Gesetzmäßigkeiten der Arbeitsteilung in stringentester Form, hilft Missverständnisse vermeiden und sorgt dafür, dass durch Papierersparniss der Wald geschont wird. Diese informationelle Rationalität mit einem guten Schuß Verständnis für praktische Probleme, ohne unnötig Beweismaterial aufzuhäufen, zeichnet alle behördlichen Zweige aus. Mit dem beschriebenen Fluss von Zusatzwünschen, auf den Ort, die Dauer oder die Art der behördlichen Erledigung gerichtet, entsteht zwischen den einzelnen Instanzen gar ein eigener Markt als Ergebnis von Angebot und Nachfrage. Sukzessive Terminänderungen zugunsten des Bürgers sind so fast schon die Regel:
- "....also bis Ende März dauert das bestimmt...ja, natürlich NÄCHSTES Jahr!"
- "...hm, also wenn das so ist....sagen wir...in zwei Monaten haben Sie Post...!"
- "...oh, damit hatte ich ja gar nicht gerechnet...nächste Woche!"
Natürlich schafft die innerbehördliche Rationalisierung in dieser Form auch Freiräume. Wenn aber im eigenen Ressort einmal nicht so viel zu tun ist, springt man für den Kollegen auf der Baustelle ein, der bspw. für die Kontrolle von Schwarzarbeit zuständig ist. Im Ergebnis darf man vom nationalökonomisch idealisierten Zustand der bürokratischen Vollbeschäftigung sprechen.
Steuerhinterziehung für den Staat
Steuerhinterziehung ist in Griechenland kein Kavaliersdelikt, es wird von allen Bevölkerungsschichten betrieben. Dies liegt zum einen daran, dass sich - ganz in der demokratischen Tradition - niemand den Genuss dieser Benefits vorenthalten will und an der Tatsache, dass man von gesetztgeberischer Seite keine offiziellen "Schlupflöcher" für Steuermüde vorgesehen hatte, da der Verwaltungsaufwand zur Unterscheidung zwischen legaler Ausnutzung einer Gesetzeslücke und und illegaler Unterschlagung von Angaben als zu aufwändig angesehen wurde. Daher hat sich eine Steuerhinterziehungskultur herangebildet, die sich frei von legislativen Zwängen selbst verwaltet und sich nur dies nimmt, was sie selbst (zusätzlich) zum Leben braucht. Diese freiwillige Selbstkontrolle funktioniert ausgesprochen gut, so dass sogar noch weite Teile der personell ohnhin schon schmal bemessenen fiskalischen Behörden bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts in den Frühruhestand verabschiedet werden konnten. Selbst wenn dies damals auch Leute betraf, die sich mit weniger als 20 Jahren Lebensalter noch in ihrer Ausbildung befanden, lohnt sich diese Maßnahme immer noch. Der Aufwand an zu zahlender Leibrente wird dem Steueraufkommen entgegengerechnet, das trotz Steuerhinterziehung noch ins Staatssäckel floß und gleich zweimal zur Zahlung des Altersruhegeldes langt.
So erweist sich das Steuerhinterziehungsverhalten als Staatsdienst zur Rationalisierung der Personalkosten und Vereinfachung der Gesetzgebung.
Zeitlose Rentenpolitik
Das griechische Wort für Ruhestand und Tod ist dasselbe. So ist die tiefe, kulturelle Verankerung und gegenseitige Verflechtung der Begriffe "Ruhe" und "Schlaf", "Tod" und "Sterben", wie auch "Hilfe" und "Nachhilfe" seit Menschengedenken auch ein Stück Sprache geworden, das sich etwa durch neuere Tendenzen, gar von der EU-Hoheit in Brüssel, nur schwer reformieren lässt. In der Konsequenz dieser Begrifflichkeiten ist es nur logisch, dass der treusorgende Staat seine Bürger auch nach ihrem Ableben umsorgt. Und das nicht nur wie in Deutschland durch regelmäßige Updates der Friedhofs-Ordnung oder die steuerliche Begünstigung von Sterbe-Versicherungen, sondern durch eine direkte, aktive Förderung der lieben Verstorbenen. So wird die Rente in aller weiterbezahlt, bis mindestens das statistische Durchschnittsalter beim Toten erreicht worden wäre, so dass eine Grundversorgung immer sichergestellt ist. Diese Praxis hat in der letzten Zeit den Eifer der Brüsseler Bürokraten erweckt, verbunden mit der Forderung, dass die an Tote gezahlten Renten nicht den Richtlinien entsprächen. Im Moment befindet sich dieses (künstliche) Problem noch in der Diskussion, da von griechischer Seite aus zurückgefragt wurde, an wen das ganze Geld denn nun ausbezahlt werden solle.
Subventionspolitik
Viele Landwirte in der EU sehen sich am Anfang der Erntesaison der existentiellen Frage ausgesetzt: Mit welchen Preisen wird meine Überproduktion wohl subventioniert? Man mag kaum glauben, dass lt. Erhebungen der EU ca. 95 % der griechischen Landwirte in die Reis- und Maniokproduktion involviert ist. Aber so wie die unternehmerische Kreativität manchmal doch gewissen natürlichen Gegebenheiten gehorchen muss, sind auch der Produktivität durch Faktoren, wie Bodenbeschaffenheit, den Bestimmungen über die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln oder eben das Wetter manchmal Grenzen gesetzt. Letzteres stellt einen wichtigen Parameter für die Berechnung von Subventionen dar: je heißer das Klima, je größer ist die Gefahr, dass die "Ernte" verdorrt, je höher ist der Verdienstausfall. Mag man bei einem so kleinen Land verwundert über die Höhe der bezogenen Subventionen sein: es gibt ja auch hier die Dreifelderwirtschaft, heißt, die Ernte kann pro Feld gleich drei Mal pro Jahr ausfallen!
So nimmt Griechenland unter den Staaten der EU eine führende Rolle bei den Subventionseinnahmen ein. Man führt fast in jeder Sparte die Statistiken an, wenn es im Vergleich zwischen Soll- und Ist-Ernte geht. Ein Skandal im Juli 2011 ließ dabei tiefer in das komplizierte Benefiz-Getriebe der EU blicken. So hat jeder Staat eine Art Dispo-Kredit, der freilich nur im Rahmen der EU-Kommissionsgesetze ausgeschöpft werden darf. Erweist sich die Abhebung im Nachhinein als illegal, irrtümlich, irrelevant oder von jedem etwas ist das Konto sofort wieder auszugleichen. Die einzige innenpolitische Alternative, die der griechische Agrarminister Kostas Skandalidis (der heißt wirklich so!!11) hat, ist innenpolitisch auf Verfehlungen des Vorgängers hinzuweisen. Außenpolitisch bediente man sich des bewährten Prinzips, überregionale Transitwege mit Schilden aus bauernbesetzten Traktoren abzusperren.
Tourismus
Griechenlands wichtigstes ökonomisches Standbein bleibt der Tourismus. Die Vertreter dieser Branche sahen es schon immer als Vaterschaftslandsdienst an, mit besonders pfiffigen Angeboten ("Bildungsreisen zu Abgasuntersuchungen in der Altstadt Athens) und günstigsten Preis-/Leistungsverhältnissen ("199 Euro Vollpension inkl. Busreise in die olympische Riveria nach Chalkidiki für drei Personen und drei Wochen inkl. Jahresgutschein beim Imbiss-Wahlgriechen zuhause und und und...") neue Kundenbereiche zu erschließen, um die heimische Wirtschaft anzukurbeln. Freilich trifft man auch auf günstig bereiteten Boden, denn hohe Arbeitslosigkeit und Niedriglohnbranchen beeinflussen sich gegenseitig positiv. Außerdem kann man so sicher wie nirgendwo anders in Europa sein, von wirklich adäquat ausgebildetem Personal im Urlaub bedient zu werden. Zwar rücken die Bediensteten nicht gerne damit heraus, aber nach ein paar Ouzo oder einem Warengutschein für fünf Euro für den Aldi wird klar, dass man soeben von einem promovierten Physiker bekellnert, von einer Kunsthistorikerin in spe massiert wurde oder von einer Handwerksmeisterin das Bett gemacht bekommen hat.
Aufgrund der geologischen Vielfalt kann Griechenland auch in puncto Aussicht, Wetter und Ambiente nahezu jeden Anspruch befriedigen. Sehr beliebt ist die sagenumwobene Inselwelt, wie die Ionischen Inseln, die – etwas fragil - nach jedem leichteren Beben in neue Splittergruppen verfallen und dann neu kartographiert werden müssen. Die Bewohner der Eilande im Ägäischen Meer leben in einer Postkartenidylle voll stolzer Beschaulichkeit und befinden sich gerade in der Diskussion über die Folgen der deutschen Besatzungszeit.
Kreta gilt als Vorzeigeinsel, da ihre Bewohner, die Kretins, die ausländerfreundlichsten Gastgeber schlechthin sind. Auffällig ist, dass das Angebot streng auf die Anforderungen der Touristen abgestimmt wurde. Sucht man also etwas Kultur, wird man in Heraklion fündig und gleich am Hafen mit der Penetranz von Flugblattwerfern auf die Tempelruine von Knossos hingewiesen, in der man sich für Stunden verirren kann. Sind einem eher Vergnügungen mit lauter Musik, schlechtem Tanz und billigem Alkohol wichtig, wird man auf Agios Nikolaios fündig. Falls man im Rahmen einer durchsoffenen Nacht hier das erste mal anlandet, sieht man nur anhand der griechischen Schriftzeichen, dass man sich nicht auf Mallorca befindet. Man wird also keinem Kulturschock ausgesetzt. Der für alle Urlaubsorte dieser Welt propagierte Geheimtipp "Geh dort aus, wo die Einheimischen ausgehen - da ists billiger!!" findet in Griechenland keine Anwendung, da es überall gleich voll und teuer ist. Für die Leute, die wirklich Kultur und Authentizität, eben das wahre Griechenland suchen, gestaltet sich die Suche auch nicht einfacher, da sich die Griechen aus gutem Grund unauffällig unters Urlaubsvolk zu mischen verstehen. Einen Griechen erkennt man nur sicher, wenn er sich in den eigenen vier Wänden befindet, zur Kirche geht oder während des Kartenspiels Rosenkranz betet.
Politisches System
Geschichte
Nach neuesten historischen Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Ursprünge der griechischen Geschichte doch nicht im Dunkeln liegen! Allerdings hilft ein Blick in die teils verworrenen, teils unwirklich schönen Geschichten aus der griechischen Mythologie, um zu verstehen, was damals vor sich gegangen ist. Es liegt auf der Hand, dass diese Geschichten ja nur Geschichten aus der realen Geschichte sind. Auch Götter bleiben deren Kinder, allerdings Kinder der von Ihnen selbst erschaffenen Zeit. In deren Wandel durchliefen sie immer wieder Entwicklungsstadien, die als Art Leitbild für das Schicksal der jeweiligen Anhänger dienten. Gemein mit ihrem Volk war und ist ihre Ambivalenz, angesiedelt zwischen der Magie größter Lebensfreude und besonderer Tragik. So ist Hephaistos ein häßlicher und humpelnder Zwerg, aber auch angesehener Fachidiot auf dem Spezialgebiet Verhüttungstechnik. Seher, wie Teiresias als Halbgottpriester, der Zeus in den Freuden der Transsexualität unterrichtete und so manches Frauengeheimnis dabei lüftete, wurden mit traumhafter Sicherheit mit irdischer Blindheit gestraft. Der familiäre Zusammenhalt darf mit Fug und Recht als desaströs angesehen werden aber die Libido der männlichen Gottheiten dafür als legendär (manchmal auch im Sinne unbewiesener Geschichten). Kein anderes Göttergeschlecht war in der Unendlichkeit der Zeit - vorher oder nachher - fruchtbarer. Nymphen, Titanoiden, Danaiden, Argonauten, Astronauten, Odysseeessayisten und Alkaloiden sprudelten wie der unvermeidliche Wein aus den Schößen hervor: große Helden, die zu ihrem Andenken gar Sternennebel besingen ließen und auch viele kleine, die bereits mit der (Namens-)besetzung eines Bachlaufs zufrieden waren. Die Schönheit der griechischen Göttinnen war sprichwörtlich.
Die mythische Zeit
Kurz nach der Erschaffung der Welt, man nimmt an, um ca. 3000 Jahre v. Chr., hat sich Griechenland aus niemand Geringeres als aus sich selbst herausgeboren, quasi als Selbstbefruchtung. Der ganze Erdkreis, auch Gaia genannt, war also schon glückliche Mutter Griechenlands, bevor sie ihren Sonn Uranos in Ermangelung anderer männlicher Gottheiten ehelichte und zahlreiche weitere Nachkommen zeugte.
Inzucht und Ordnung
Wie im Adel blieb man bei der Familienplanung weitgehend unter sich, mit dem Makel behaftet, dass die gewaltige Potenz zu abstrusen Missbildungen führte, die nicht mehr mit verspielten, neuen Froscharten oder schicken Naturkatastrophen kompensiert werden konnten. Die Pille war allenfalls als steinernes Artefakt bekannt und war als regulierendes Produkt der sexuellen Selbstbestimmung für die Göttin des Hauses vollkommen unbekannt. So wurden in Fließbandarbeit neben einigen gesunden Gottheiten auch Einäugige wie die Zyklopen oder auch die sogenannten Hekatoncheiren geboren, Gestalten mit jeweils 50 Köpfen und hundert Händen. Letztere wären mit ihrer unschlagbaren Produktivität beispiellos geblieben, wurden aber doch von ihrem Vater im wahrsten Sinne des Wortes abgrundtief gehasst. Gleich nach der Niederkunft wurden sie in den Hades, bzw. die Hölle, die Unterwelt, in den Schoß der Erde - es ist alles der gleiche Ort, so viel Platz ist da unten nicht! - verbannt. Gaias Lieblingssohn Kronos sollte schließlich der bedeutendste Nachkomme Uranos werden. Sie überredete ihn mit dem Geschenk, in die Hochzeit mit seiner Schwester einzuwilligen, am Alten eine Geburtenkontrolle zu installieren. Damit arbeitete sie vielleicht auch einer stillen Opposition Kronos gegenüber seinem Vater zu, was sich zum Teil mit dem Wegsperren der Geschwister begründen läßt. In vielen schriftlichen Stellen lassen sich auch Hinweise darauf finden, dass Kronos ein Muttersöhnchen gewesen war. Jedenfalls war es ein schneller Schnitt an einer unauffälligen Stelle, der bei einem Mondspaziergang Uranos durchgeführt wurde - freilich mit Schnickschnack wie einem Stern für jede Spermie begleitet - und weitere Nebengötter waren fortan nicht mehr möglich. Uranos ward das Schlimmste passiert, was einem Unsterblichen passieren kann, die Lebensfreude ward auf ewig verdorben. Gaia rieb sich die Hände und konnte sich nun ganz auf die Erziehung der Kinder konzentrieren.
Zeus als Prinzregent
Auch der spätere, so unwissend deklarierte Göttervater Zeus entstammte einer kinderreichen patriarchalisch geprägten Familie, als Sohn aus der Verbindung zwischen Kronos und Rhea. Die klassische Großfamilie mit kompletten väterlichen und großväterlichen linien führte langsam zu Platznöten auf dem Olymp. Es musste eine schnelle und effiziente Lösung zur Beseitigung der Wohnungsnot gefunden werden. Denn erst viel später sollte die Ein-Kind-Ehe des sehr erfolgreichen Christengottes ein neues Kapitel schreiben, wie die noch unverbindlichere Adoption Mohammeds im islamischen Glauben. Dadurch waren schließlich keine göttlichen Kunstgriffe wie der einer jungfräulichen Empfängnis mehr nötig. In Zeitnot musste eine Lösung improvisiert werden, die nur aus heutiger Sicht etwas unschlacht wirken mag. So zog es Hausherr Kronos vor, in cholerisch geprägter Stimmung die im Haushalt verbliebenen Kinder einfach zu verspeisen. Doch die Mutter war zu sehr Familienmensch, um dieses Vorgehen lange zu dulden, obwohl damals bereits Kinder allein durch bloße Willensäußerung, Handauflegen oder ein kräftiges Gewitter ohne Schwangerschaft per direkt geboren werden konnten. Schließlich war Zeus an der Reihe. Als Camouflage par excellence, als erstes Gyros der Geschichte wurde für Kronos ein Stein in eine Decke eingewickelt und dies als sein Sohn Zeus präsentiert. Kronos war zufrieden, hatte sich wie damals unter Göttern nicht unüblich als seinen eigenen Nachfolger bestimmt und wusste nichts von der kleinen Höhle, die Opa Uranos mit heller Stimme seiner Schwiegertochter Rhea als Versteck empfohlen hatte. Erst der volljährige Zeus sollte den Mut besitzen, gegen seinen Vater aufzubegehren. Wieder ging es in einen Kampf gegen einen "alten Sack" - und dies sogar mit der Unterstützung dessen eigener verleugneten Geschwister! Zunächst aber infiltrierte Zeus die Umgebung des Herrschers, das er vor achtzehn Jahren verlassen hatte. Mit Hilfe seiner Mutter, die für Kronos mittlerweile ein ganzes Gebirge kleingebröckelt und in Tüchern angerichtet hatte, um die folgenden Kinder zu schützen, meisselte er die "Pille für danach" aus Granitgestein (vermutlich alpenländischer Feldspat). Sollte der Streich gelingen, würde Zeus politische Karriere wie die eines jeden Kronprinzen vorgezeichnet sein, dessen Mutter die Zukunft des Landes in der Herrschaft ihres Sohnes sieht. Er war kein griechischer Prinz Charles. Kronos regierte nicht mehr, sondern reagierte nur noch. Und kotzte unter anderem die bereits verschluckten Kinder wieder unversehrt aus, was auf eine sehr langsame Verdauung schließen läßt. Aber die Freude ward noch größer: die zukünftigen Baumeister der Antike hätten endlich genug Material für die Umsetzung göttlicher Appartements.
Umbruch, Aufbruch und Abbruch
Bei Kronos hielt sich die Freude in Grenzen. So zettelte er einen langwierigen Erbfolge-Prozess gegen seine eigenen Kinder an. Schließlich hatte er sich selbst als Alleinerben eingesetzt und widersetzte sich den Pflichtteil-Forderungen. Nachdem alle rechtlichen Wege ausgeschöpft waren und die hauseigenen Orakel ewig gleich wie zerkratzte Langspielplatten das erzählten, was die Götter hören wollten, folgten endlich Handgreiflichekiten. Die wiedervereinten Geschwister sicherten dabei zwar stets ihren Kasten (den hauseigenen Tempel) gegen ihren konterstarken Vater ab, der allerdings einen starken Sturm hatte. Alles lief auf ein Unentschieden heraus. Es roch nach einer Einwechslung, gar nach einer Neuverpflichtung.
Immer noch schmorten die einst verachteten Hundertarmigen und Kyklopen in einem Billiglohnland (das heutige Rumänien?). Mittlerweile hatten sie sich aus Langeweile sogar selbst Blitze geschmiedet, mit denen sie Wolken jagten und Helme in derartiger Übergröße, dass der Träger von außen unsichtbar blieb. Zeus zeigte guten Willen und sorgte für eine Ausreisegenehmigung, die damals schwerer zu bekommen war, als heutzutage unberührt durch den amerikanischen Zoll zu kommen. Nach der Befreiung der ideenreichen Erbonkel und -tanten traten diese als gütige Paten Zeus auf und unterstützten ihn durch Einschüchterungsmanöver des Gegners mit ihren muskulösen Körpern. Auch Quantität kann vor Qualität überzeugen, wenn man genug davon zu bieten hat - immerhin hatte ein Hektoncheräer zweihundert Bizeps pro Mann!
Kronos sah seine Unterlegenheit schnell ein, nachdem er durch die plötzlichen Ausweichbewegungen noch die Hälfte seiner Verbündeten zugekotzt bzw. mit Felsen übersät hatte (das Frühstück?) und versuchte fortan, Zeus ein väterlicher Freund zu sein. Zeus trank mit ihm wohl noch einige Versöhnungs-Drinks, nutzte aber die Gunst der Stunde und schiffte den besoffenen Paps Richtung Elysium ein, wo er heute noch glücklich leben soll. Die moderne Forschung vermutet, dass so die Inselgruppe der heutigen Balearen genannt wurde.
Er hatte fortan mit seinen Geschwistern als leibhaftige Riester-Rentenversicherung für den Fortbestand seiner Eltern zu sorgen, wohlwissend, dass deren Unsterblichkeit diesen Job zur Herausforderung machte. Als Alleinherrscher hatte er zwar die Oberhoheit über die göttlichen Kollegen, die auch Geschwister, zum Teil gleichzeitig auch Geliebte und wie seine Schwester Hera sogar Ehepartner waren. Doch einigen Vorteilen wie verkürztes Werben, unnötiges Vorstellen bei den Schwiegereltern, unkompliziertes gemeinschaftliches Wohnen oder wenig Ärger mit der Mitgift standen auch Nachteile entgegen. Die einst titanenhafte Potenz auf dem Olymp ward im Angesicht seiner allzu vertrauten Ehefrau deutlich geschrumpft, die ohnehin nur mit wenigen weiblichen Reizen ausgestattet war. Neben den leidlichen Symptomen einer Zweckehe trat zudem Zeus Vorliebe für schöne Menschenfrauen immer deutlicher hervor. In alter Tradition wusste er zwar die anvisierten Schönheiten zunächst in Gestalt von Widdern mit goldenen Hörnern oder diamantenem Meeresschaum zu becircen, doch die Versprechen hielt er nicht ein. Unter Göttern lässt sich zwar noch einiges geheim halten. Im Zusammenspiel mit Erdlingen wird fauler Zauber aber wie schlechtes Handwerk offenbar wie eine Bahnhofsdurchsage. Der Fluch seiner Leidenschaft ließ ihn regelmäßig erektil dysfunktionieren: "Ich kann nicht, wenn mir die Familie dabei zusieht!" Irgendwann hatte er aber den Regenbogen heraus und begattete die Bezauberten so schnell, dass es nicht einmal die Verwandtschaft mitbekam. Jungfrauen soll damals untersagt worden sein, am Meer nackt zu baden oder sich gleich von jedem Adler in die Lüfte ziehen zu lassen. Für das olympische Erbgut hatte diese Humanophilie allerdings fatale Folgen, denn im Ergebnis schlief sich der Chef immer weiter hinunter. Dadurch war die demoskopische Entwicklung vorgezeichnet: Halbgötter paarten sich mit Halbgöttinnen, Halbhalbgötter mit Menschen. So sollte es immer weiter gehen bis man für die heutige Population feststellen kann, dass der klassische Grieche zwar frisch wie aus einer Metaxa-Werbung entsprungen immer noch geradezu göttlich aussieht, es aber lange nicht mehr ist.[1]
Im Gegensatz zu seinem Privatleben (das es offiziell natürlich nicht gab) teilte Zeus die Regierungsgeschäfte mit taktischem Kalkül auf:
Das göttliche Parlament
| Name | Besonderheit | Sinnspruch | Amt |
|---|---|---|---|
| Aphrodite | Die Göttin aller damals bekannten Begierden wusste die unglücklichen Fälle unbürokratisch an ihre Schwester Artemis weiterzuleiten. Aber Homer schrieb schon: "Einzig der reiche Kelch der Liebe ist imstande, auch das Böse für immer zum Schweigen zu bringen!" Nur vordergründig scheint dies aus dem Zusammenhang gerissen zu sein, da Homer eigentlich die Ehe von Finanzbeamten persiflierte. Die typisch olympische Tragik zeigte sich darin, dass die mehrfache "Miss Olymp" als Verkörperung sinnbildlicher Schönheit zwar immer viel Liebe verteilte, doch nie zur emotionalen Ruhe fand. Nach ihrer Amtszeit machte sie sich mit einer Dessouskette selbständig. | "Liebst Du Deinen Liebsten viel, zeig es ihm beim Erziehungsspiel!" | Drogenbeauftragte |
| Apollon | Zuständig für Licht, Dunkelheit, alle vier Jahreszeiten, das Gesundheitswesen und für all das, wozu sich Zeus zu fein war, war er froh, seine Leidenschaft, die Musik und den Gesang, zu seinem Beruf gemacht zu haben. Er erfand die musikalischen Presslinge, um bis zu dreifach komprimiertes Liedgut in der ganzen Welt verbreiten. Der ideelle Wert schien groß, der tatsächliche verschwindend gering. So konnte damit von späteren Generationen kaum Geld verdient werden. Wurden später von Notenblättern abgelöst, da diese auch schwieriger zu kopieren waren. | "Bindet mich wieder los, sonst sing ich weiter!" | Kultusminister |
| Ares | Das ursprüngliche Problemkind Heras und Zeusses Ares diente den griechischen Göttern vor allem zur brutalen Durchsetzung egoistischer machtpolitischer Interessen und war der "Mann fürs Grobe" im Olymp. Später wurde er durch Mars abgelöst, viel später zu den verbotenen Kriegswaffen gelistet, dann diente er der Abschreckung, um schließlich seine Entspannung im Ruhestand zu finden. | - ließ lieber Taten sprechen - | Kriegsminister (heutige Bezeichnung wäre Verteidigungsminister) |
| Artemis | Feministin. Gründete das erste Frauenhaus überhaupt und machte es zur eigenen Wohnung, in der sie sich vor allem vor den Angriffen auf ihre Jungfräulichkeit selbst schützte. | "Der Mann ist der Untergang für die Menschheit!" | Umwelt- und Familienministerin |
| Athene | Wird meist mit dem Narrenkäppchen dargestellt, da man den Frauen damals noch keine Kompetenz in dieser Männerdomäne zutraute, aber mit der Besetzung leben musste. | "Männer würden Eulen kaufen!" | Ministerin für Forschung und Technik. |
| Demeter | Quasi als griechische Inge Meysel Jungfrau, Mutter und Großmutter der Nation. Je nach Belieben konnte sie die Statur wechseln. Das Geheimnis Ihrer Diät vermarktete sie später in einer eigenen Verkaufsgesellschaft, die mit ihren Produkten völlig neue Erkenntnisse aus einem ganzheitlichen Verständnis der weltbestimmenden Kräfte heraus verkaufte - mit gesalzenen Preisen aufgrund des globalen Lieferservices. | "Euer bißchen Korn könnt ihr mir auch opfern!" | Landwirtschaftsministerium |
| Hephaistos | Setzte sich erfolgreich gegen Zeus Widerstreben durch, auf Fernwärme aus dem Hades umzustellen. Geburtsammer der schönen Athene. | "Am Höllenfeuer wird nicht gespart!" | Minister für Energie und Schwerindustrie |
| Hera | Einmal im Amt, bewies sie sehr viel göttliches Sitzfleisch. Die Merkel unter den griechischen Gottheiten wurde erst durch ihren Sohn Hephaistos zur Vernunft gebracht. Hatte einmal im Jahr, also regelmäßig Sex mit ihrem Gatten und jungferte sich danach selbst zurück. Das konnte Zeus Weibergeschichten nicht verhindern. | "Komm Du mir nach Hause!" | Zeus geachtete Schwester, aber wenig geliebte Gattin. Mit androgynen Merkmalen ausgestattet versuchten böse Zungen einen Kontext zwischen ihr und einem geheimnisvollen "Onkel aus Delphi" herzustellen. |
| Herpes | Heiratete schon früh die Tochter des Weltenstützers Atlas, wollte aber nicht in den schwiegerväterlichen Betrieb einsteigen. Nachdem Herpes eine Postlehre im Olymp gemacht hatte, macht er sich selbständig und fiel vor allem durch die Erfindung allerlei Gadgets auf, darunter Lippenbläschen. Insgeheim soll er seine Ausgangssituation bei der Brautwerbung durch die Erfindung die Astronomie optimiert haben, die zum Inkrafttreten der Keplerschen Gesetze und damit zu Arbeitslosigkeit seines Schwiegervaters führte. | "Willst Du Dir was holen?" | Postminister |
| Hestia | Die Schwester Zeuses sicherte sich schon früh das Amt, das den wohl existenziell wichtigsten Bereich des Gotteskunden zum Gegenstand hat: den heimischen Kochtopf. Um es sich ja nicht mit ihr zu verscherzen, bekam Hestia immer die besten Stücke, noch vor dem Familienvater patriarchalichster Mittagstische. | "Was gibts heute?" | Ernährungsministerin |
| Poseidon | Zeus Bruder war wegen seines cholerischen Gemüts berühmt und berüchtigt. Zeus sorgte daher auch seinem Volk zuliebe mit der Wahl seines Amtssitzes für günstige ergonomische Rahmenbedingungen seiner Behörde. Die für ihn von Hephaistos gefertigte Version des Managerspiels "Kugelstoßpendel" als Erdstoßpendel kam erst später. | "Ich gehe hoch!" | See-, Fischerei- und Minister für Naturkatastrophen |
| Zeus | |
Der Götterbote Herpes kann wohl auf eine der wechselvollsten Karrieren im Olymp zurückblicken. Als Hochbegabter in den damals freilich noch überschaubaren Geisteswissenschaften "Philosophie (Sekundarstufe I)" und "Mythologie (Grundstufe)" war sein Tun in fataler Weise gleichermaßen von List wie auch Liederlichkeit bestimmt, was ihn im Ergebnis oft auf der Stelle treten ließ. Da wo ein Entlarvter normalerweise keine andere Chance mehr gehabt hätte, als die Verfehlung zuzugeben, war er aber imstande, selbst Zeus hereinzulegen. Dieser Art von Versuchungen konnte er nur selten widerstehen. Seine Ausreden gelten als legendär, seine Verfehlungen als wahrhaft göttlich.
So ist ein Beispiel aus seiner Jugendzeit überliefert, als er den Schminkkoffer des eitlen, aber auch etwas naiven Poseidon stahl (Sinnspruch: "Meerwasser tut meinem Teint nicht gut"). In unvorstellbarem Zorn ließ Poseidon die Erde erbeben, in der Hoffnung, dass sich dadurch alle Taschen leerten und andere geheime Verstecke, etwa in Höhlen, offenbarten. Als auf diese Weise der Diebstahl Herpes offenkundig wurde, berichtete dieser von Zeus Auftrag, ihm zu seinem Geburtstag nachträglich ein Paket zuzustellen. Herpes wusste um die zum Staatsgespräch gewordene Vergeßlichkeit Zeus und konnte von dessen eifriger Zustimmung zum Lügenmärchen ausgehen, um weiteres Gerede zu vermeiden. Dieses Päckchen sei nun durch das Erdbeben leider verloren gegangen. So wollte er wenigstens seinen Schminkkoffer hübsch einpacken lassen. Die Geste zählt, nicht, was geschenkt wird! Somit hatte Herpes eine unwahrscheinliche Geschwindigkeit entwickelt: noch vor dem Diebstahl des Koffers hatte Herpes ihn bereits befördert!! Zeus sollte schließlich zustimmen, sorgte aber dafür, dass Herpes fortan die Sendungsverfolgung einführte.
Gott sein ist nicht schwer, göttlich sein dagegen umso mehr
Trotz Zeus unzähliger Liebschaften und über die Zeit doch vielen Nachkommen aus oft sehr kurzen Zusammentreffen fiel seine außerordentliche Liebe ausgerechnet - oder vielleicht gerade deswegen - auf einen Sohn, der nun gerade gar keine göttlichen Eigenschaften in sich trug. Zwar von großer, starker Gestalt, aber mit einem Gesicht, das eigentlich nur seine Mutter und einem Geist, das nur ein Nachhilfelehrer lieben konnte, wuchs Herakles in der Obhut seiner Mutter Alkmene auf. So zornig die unfreiwillige Stiefmutter Hera war und sogar ein SEK für Geburtsabhilfe mit der Göttin Eileithyia (die heißt wirklich so!) auf die Erde sandte, so ausgesprochen nachsichtig und gütig hielt Zeus seine Hand über ihn. Alles verzieh er ihm und unterstützte ihn bei dessen Existenzgründung. Vielleicht stand auch etwas Größenwahnsinn der Entschlossenheit Pate, Herakles gar zum Herrscher der alten und klugen bzw. altklugen Griechen zu machen. Dann war aber die momentane Tätigkeit Herkulesses als Schweizer, aber nicht im Sinne eines verschwiegenen Bankiers, sondern als Viehknecht im Stall eines gewissen Rinderbarons eher ungünstig für den politischen Lebenslauf. Dazu brauchte es in der damaligen Zeit vor allem Heldentaten. Aber "Stallgeruch" des Heldentums aufzuschnappen, verbunden mit schwerer Arbeit, hatte Herakles wohl falsch verstanden.
In Herakles Jugendzimmer hatte Zeus einen Stierkopf herumliegen sehen, mit dem dieser im Hotel "Mama" noch als Mittdreißiger Verwandte "erschreckte". "Irgendwann muss doch etwas aus dem Jungen werden", hatte Zeus noch im Ohr, als er seinen ungeliebten und nur widerwillig akzeptierten Sohn Hephaistos anwies, dessen Defizite mit einem unbesiegbaren Schwert, einer Tarnkappe und eines schmucken Schildes (ohne Fuchsschwanz) zu kaschieren. Der Schmied, gerade wieder in eifersüchtigster Missgunst befangen, adressierte falsch und ließ über Herpes Perseus die Gegenstände bringen.
Schließlich erschuf Zeus den kretischen Stier und ersann als Prequel eine wahre Räuberpistole, die Herakles mit Hilfe des Tiers gar zum Stammvater machen sollte, um die Rolle der Griechen nicht nur zu erklären, sondern heldenhaft zu verklären. Gleichwohl war dies auch ein Zugeständnis an sein Sicherheitsdenken: schließlich kommt ein kretischer Stier immer aus Kreta, bewegt sich also auf einer beschaulichen Insel, nah am kretischem, aber weitab von kritischem Geist, der wohlmöglich Dinge ins rechte Licht setzen könnte, um damit die Nachwelt zu verunsichern. Er konnte also nicht viel falsch machen, als er sich daran machte, den Stier zu fangen, um ein neues altes Volk zu gründen.
Zuhause im Glück
Herkules bezog eine schicke Maisonette in Strandnähe, um dort in allgemeiner degenerativer Haltung billigen Vergnügungen nachzugehen, bis Zeus den Single-Palast mit Hilfe von ägyptischen Hilfsarbeitern fertiggestellt hatte. Dabei verkannte er, dass die Nordafrikaner in ihrer Kultur außer flachen eingeschossigen Nutzbauten zwar sicher kolossale Sakralbauten zu errichten wussten, die aber nur von Toten zu bewohnen waren. So blieb es bei einer gewaltigen Bauruine, von der aus Herkules künftig zu seinem Ausbildungsplatz reisen sollte. es war eine Lehre vorwiegend forst- und landwirtschaftlicher Natur, in deren Verlauf er Obsternten einbrachte, Wildschweinschäden beseitigte, die Herde mit dem aus dem Hades entliehenen Zerberus hütete und noch in der schlimmsten feierabendlichen Verkehrs-Hydra rechtzeitig vor dem nemëischen Löwen ein Hirschkalb einfing, das für den heimischen Genpool extrem wichtig zu sein schien. Der kretische Stier blieb bei allen Beschwerden des Azubi-Alltags sein Lieblings-Haustier, das er zu vielen Reisen als Schoß-Stierchen in seiner Korbtasche mit sich führte.
Da Zeus da Bauprojekt nie aufgegeben hatte und oft nächtens noch seine Arbeiter gängelte(sein Zornesschrei: „Knossos!!“ sollte weltberühmt werden), sprudelte es auf der Baustelle nahezu täglich neue unbekannte Gesichter. Es bildete sich so eine Gesellschaft, die zwangsläufig von Männern dominiert wurde und die für die nachfolgenden Generationen einen Modellcharakter darstellte: man arbeitete unter Männern bis in den frühen Morgen unter sich, verbrachte Herren-Feierabende und schlief schließlich miteinander im Männerwohnheim. Die Demoskopie der kleinen Insel lebte von der Werbung neuer Arbeitskräfte, die ein gefühltes Leben lang „auf Montage“ waren. Das griechische Volk der ersten Stunde ward geboren.
Falsche Freunde
Herkules machte wider Erwarten eine gute Figur bei seinem Streben nach Heldentum. Null Fehltage. Zeus sah das Wirken seines Sohns in der minoischen Großküche und dessen zarte Bemühungen um Auslandserfahrung in der allabendlichen Kommunikation mit großem Wohlwollen. Trotzdessen seine Entwicklung durch Heras ständige Interventionen (Verstecken des Stieres, Mobbing am Arbeitsplatz durch das Einblenden von Déjà-vus beim kleinen Einmaleins) aus Rache etwas zurückgeblieben war, sollte Herkules trotz tobender Stürme mit allen Schiffen sicher im mykenischen Hafen auf dem Peloponnes anlanden.
So wie Verwandte gleichzeitig echte Freunde sein können, können echte Verwandte auch falsche Freunde sein. Herkules bot dem residierenden Cousin Eurystheus in Mykene seine Dienste an. Dieser aber verwies ihn an einen geheimnisumwitterten "lieben Onkel aus Delphi", der etwas von einem göttlichen Auftrag faselte. Dieser war etwas verdutzt, denn er hatte eigentlich einen deutlich jüngeren Griechen erwartet und Herakles hatte sich über die Weisung gewundert, am verabredeten Treffpunkt vollkommen entkleidet erscheinen zu müssen. Vielleicht waren die durch Zeus Herold vorab übermittelten Worte etwas zu ungelenk, obwohl sich Herakles stets Mühe gab, auch richtig verstanden zu werden. "Onkel Christos" schickte ihn und sein Heer an Arbeitslosen in eine Stadt der heutigen Türkei namens Troja, in der Eurystheus seine schlimmsten Feinde wusste. Deren Stadtsäckel sollte durch Herkules Streiter fiskalisch überanstrengt werden. Fehlende infrastrukturelle Mittel würden die Mauern bald sturmreif werden lassen.
Mit großer Freude traf Herakles mit einem kleinen Begleitbaillon auf seine beiden Onkel Poseidon und Apollon, die bereits in Diensten des ortsansässigen Königs arbeiteten, allerdings unter den Bedingungen litten. Man mochte sich fragen, warum sie sich so plagten, anstatt sich im Olymp verwöhnen zu lassen. Es war die schöne Menschentochter des Königs namens Häresie, die beide vollständig verrückt gemacht hatte. Sie bescherte König Laomedon unschlagbare Wettbewerbsvorteile und einen schlanken Verteidigungshaushalt, solange er in der Lage war, seine Tochter vor dem göttlichen Zugriff zu schützen. Insgeheim konnte sie sich aber für keinen der beiden entscheiden: in einem kristallenen Palast in der Tiefsee zu leben, war sicher einige Zeit lang göttlich, aber auf Dauer langweilig. Und Apollons Handeln war zu sehr von Eifer bestimmt: ständig pflegte er zu bekräftigen, dass er der der Gott der Musik sei. Das antike Radio wäre also vermutlich zum dauereingeschalteten Volksempfänger mutiert. Das taktische Kalkül des ehrgeizigen Vaters nahm sie daher dankbar auf und machte es werbenden Herrn ohnehin gern sehr schwer. Sie wollte nicht leicht zu haben sein.
So wurde Herakles bestimmt, den berühmten, besonders engmaschig hergestellten Keuschheitsgürtel der Amazonen von deren Führerin Hippolyte zu erlangen, wollte er weiterhin unter der Gunst des Königs bleiben. Trotz familiärer Bande machte sich Herakles auf, das Artefakt auf der Webpräsenz der Amazonen abzukaufen. Er konnte nicht ahnen, dass er ihn geschenkt erhielt, da die kämpferischen Frauen aus gelebtem Männermangel kein Interesse mehr an solch mittelalterlichem Gerät hatten.
Der trojanische Krieg
Poseidon und Apollon, die bei Zeus Rückkehr immer noch wie blöd an den Gräben und der schönen Königstochter herumgebaggert hatten, wandten sich bei dessen Rückkehr in großem Zorn gegen den verräterischen Herakles, der nur seine Befehle gehabt hatte. Zeus als Herakles Vormund beauftragte die im Notdienst schmollende Göttin der Liebe, Aphrodite, seinem Sohn zu helfen. Herpes sorgte dafür, dass ein guter Teil des heraklidischen Heeres innerhalb kürzester Zeit vor den Toren Trojas stand. Mit Liebe besiegt man sogar das Böse, dann reicht es gegen Götter allemal. Aphrodite waltete mit einer Spur grimmigen Humors ihres Amtes und liess die gegen 5000 Mann starke Truppe sich in die beiden Gottheiten verlieben. Da der Weg zum Olymp abgeschnitten war - Hephaistos hatte ein neues Schloss in die Pforte eingebaut - kamen die beiden Hübschen mit dem Sturzregen plötzlicher Begehrlichkeiten gar nicht klar. Sie suchten Zuflucht hinter den Toren der Stadt, verrammelten sie tüchtig und baten den feixenden König um Asyl, während die liebeshungrigen Streiter gegen die Mauer anrannten und nach ersten Misserfolgen mit der Belagerung begannen.
Herakles hatte die anfänglich finstere Stimmung, mit der er in der Stadt von den beiden Göttern erwartet wurde, nicht bemerkt. Und das war auch besser so, da sie kurze Zeit später ohnehin obsolet wurde und in verzweifelte Hoffnung auf seine stählerne Kraft und Kondition umschlagen sollte. Es leuchtete ihm zwar ein, eigentlich verwandtschaftlich für seine Onkel einspringen zu müssen. Andererseits gebot ihm das Pflichtgefühl gegenüber dem Hausherrn, den erworbenen Gürtel an die Häresie auszuhändigen, aber schließlich war die junge Dame leckerer als "Mamis Haselnusskekse"!
Die Göttin der Zwietracht hatte dem bisherigen Geschehen befriedigt zugeschaut. Nun nahm sie aber immer unzufriedener am Geschehen teil. Geschickt versteckten sich die beiden Götter hinter Herakles breiter Brust. Eris warf als Zaungast einen goldenen Dolch mit der Aufschrift "Für meinen Schatz - erober mich, wenn Du kannst" in das Zentrum der Belagerten. Ein großer Streit brach nun unter ihnen aus, wem das Geschenk gegolten hatte. Im Häuserkampf beharkten sich die Kontrahenten. Aristoteles, der Sohn der Titanin Onassis, behielt einen kühlen Kopf und verstand es, den Fokus wieder auf die Mauern zu lenken. Onassis wusste jedoch durch den hausangestellten Seher des Apollon, Mopsos, dass ihr Sohn im Kampf fallen sollte. Deshalb beseitigte sie alle Stolperfallen auf dem Weg zum Feld. Vergeblich, er fiel und erlitt eine Schürfwunde an der Ferse.
Entscheidung auf der thrakischen Halbinsel
Die Belagerung dauert insgesamt gegen zehn Jahre, erst am Ende des letzten Drittels sollte die ersehnte Verstärkung durch den Rest des heraklidischen Heers eintreffen, das im Umland bereits Existenzen gegründet hatte (Aufbauprogramm Ost-Griechenland). Pikanterweise traf man jedoch in angeheitertem Zustand unter nachtruhestörendem Lärm vor den Toren Trojas ein und übersah das Belagerungsheer der friedlich schlummernden Liebestrunkenen. Ganz in der unbeschwerten Art ihres Herrschers klopften sie an das verriegelte Tor, um endlich Meldung über das bisherige Schicksal der Truppe tun zu können. Doch Zeus betrachtete kopfschüttelnd das Geschehen und hinterließ ihnen die Nachricht, dass nichts außer eigene Dummheit das Tor öffnen würde und eher einem Esel als ihnen Einlass gewährt würde. Am nächsten Morgen wurde unter dem Zimmermann Agamemnon ein riesiger hölzerner Esel gefertigt, der in der nächsten Nacht vor das Tor geschoben wurde. Nachdem man vielkehlig ein lautes "Ihhh Ahhh" hatte erklingen lassen und sich rasch versteckte, öffnete sich zögerlich das Tor. Ausrufe wie "Ein Zeichen der Götter!", "Ich bin doch nicht blöd" erschallten und rasch wurde die Mauer eingebrochen, um das riesige Vehikel in die Stadt zu bringen. Erst der insgeheim mit in die Stadt eingeschleuste Schadcode war in der Lage, endlich das Tor zu öffnen, damit die Amis, die Bel Amis, vereint durch das Tor in die Stadt gelangen konnten. Das war eine Wiedersehensfreude! Autogramm-Papyrus wurde ausgetauscht und "Meet and Greet the Greek Geek"s wurden eingelöst. Doch nur ein Stolperer eines Liebeshungrigen führte zum berüchtigten Dominoeffekt. Leute verloren das Gleichgewicht, Beine wurden weggerissen, Körper schoben sich übereinander und Arme reckten verzweifelt ins Leere ohne Halt. Das vorherige Lachen, Schmatzen, Quieken wandelte sich in Entsetzensschreie. Noch Tage wallte dieses groteske Meer in Form von Wellen Liebender nach, ohne dass man rettend hätte eingreifen können.
Der Held Aeneas wurde während des "Make Love not War"-Wars von seiner göttlichen Mutter Aphrodite als Mädchen verwandelt und gelangte daher unbeschadet aus dem (auch vor Begierde) brennenden Troja. Noch im Transit zum stiefelförmigen Exilland schwor er sich, und sei es auch wieder im Frauenkostüm, sollten "die Griechen ihm einst Untertan sein". Er sollte Recht behalten.
Die Nacht wurde erhellt, da alle Menschen vor Liebe blind geworden oder - wie es shakespeariger nicht möglich wäre - für ihre Liebe gestorben waren. Herakles war es auch zu brenzlig geworden. Nicht nur, dass seine beiden Onkel nun Idole eines schwulen Kults geworden waren, König Eurystheus Oberflächlichkeit trat zu Tage, immer nur alles des lieben Geldes wegen initiiert zu haben und die kalte Eitelkeit der schönen Häresie, deren Ablehnung sogar Götter zum eigenen Geschlecht hin wenden konnte. Er nahm sich einen Zentaur und war dabei, über die grünen Hügel Trojas neuen Fans zu entkommen. Man hatte sich von der sagenhaften Schönheit einer Königstochter aus Ätiolien erzählt, zu deren Werben er sich jetzt erst mutig genug erachtete. Der Weg dorthin war noch weit und der Hunger meldete sich. Mit sicherem Auge erfasste er einen stolzen Rehbock, der sich Haken schlagend in Richtung eines kleinen Waldstücks an einem creek begab. "Winnen tu ich", soll Herakles noch verbissen gestammelt haben. Er zog den exotischen Pfeil aus dem Köcher, spannte den Bogen bis zum Anschlag, zielte und schoss in vollem Ritt mit nahezu vollständig ruhendem Oberkörper. Doch nach halber Strecke kehrte der Pfeil um und traf ihn zwischen seine Augen. Hera hatte Zeus Pfeile aus geschnitztem australischem Wurfholz besorgt. Soweit alles dazu aus der Feder Homers.
Konsequenzen aus dem tranigen Krieg
| (Überschrift 1) | (Überschrift 2) |
|---|---|
| Hera
|
hatte bis zuletzt gehofft, mit der Erfüllung ihrer Rache an Herkules, dem unehelichen Sohn Zeus, doch letztlich auch etwas für ihre Ehe getan zu haben. Zurecht: die beiden lebten sich immer weiter auseinander. |
| Apollon
|
dieser ganze Menschenauflauf hatte ihm doch gefallen. Jährlich ließ er durch seine Priester Gottesdienste in viel zu kleinen Tempeln abhalten, was seine teils unverblümt gepriesene Eitelkeit weiter ausprägte. |
| Poseidon
|
Nach dieser für ihn umrühmlich ausgegangenen Geschichte (zehn Jahre ohn Erfolg gebaggert) hatte sich seine allgemeine Übellaunigkeit auf "Oberkante Unterlippe" verschlimmert. Fortan zeigte er sich nur noch bei Erdbeben persönlich an der Baustelle. |
| Zeus
|
zog sich nach dem Tod seines Lieblingssohns mehr und mehr aus der Politik zurück. Die nachfolgenden Halbgötter und Menschen sollten es besser machen. |
| Herkules
|
mausetot, aber nun wenigstens ein eigenes Sternzeichen. |
| Aeneas
|
Nachdem er zum Mann zurückverwandelt worden war, hatte er eine Menge Mühe, nicht nur zu seinem eigenen Ich, sondern auch so etwas wie Heimat zu finden. Stationen auf seiner langen Reise sind Athen, Theben, Äolien, Ganglien und Karthargo. Überall trat er als Saubermann und als Botschafter seines zerstörten Reiches auf. In Karthago traf er die schöne Dido. Trotz großer Liebe auf beiden Seiten entsagte er ihrem Verlangen selbstlos bereits nach kurzer Zeit aus Pflichtgefühl, um seinem inzwischen geborenen gemeinsamen Sohn ein gutes Vorbild zu sein. Die aus Gram an Selbstmord Gestorbene sollte er später wieder aus dem Hades zurückholen, um wirklich keinen auch noch so kleinen Makel an seinem Leumund zu zu lassen. Streber. |
| Agamemnon
|
Machte sich erfolgreich im nahen Mykene selbstständig, doch musste privat oft ins antike Lutetia (Paris) reisen, um dort als Schlichter in der Ehe seines Bruders mit der schönen Helena zu wirken. |
| Die Truppe Herkulesses
|
Die Mitstreiter des großen Halbgottes sollten mit vielfachen Tempelbauten ihren Glauben verbreiten, selbst dann glücklich werden zu können, wenn man in einen Gott verliebt ist. Vom Christentum später aufgenommen und den missionierenden Mönchen als frohe Botschaft verkündet. |
| Eurystheus
|
|
| Häresie
|
Die griechisch-orthodoxe Kirche
Wie es die Bezeichnung schon vermuten lässt, handelt es sich hierbei um eine Hardcore-Variante des christlichen Glaubens. Seine Ursprünglichkeit in allen archaischen Riten, seiner Gottesfurcht im wahrsten Sinne des Wortes und die in alle gesellschaftliche Winkel ausstrahlende Macht hat seine Ursache vor allem in der sprichwörtlichen Lasterhaftigkeit des antiken Griechenlands: Knabenliebe, Prostitution - überhaupt das Schnackseln unter freiem Himmel war an der Tagesordnung und wurde von allen Bevölkerungsschichten variantenreich praktiziert. Man trug unter den Gewändern selten etwas "drunter" und der in Strömen fließende Wein wurde nur geopfert, wenn man selbst keinen Schluck mehr vertragen konnte. Auch die Übernahme des dekadenten Reiches durch die Römer änderte an dieser Lebensweise nichts. Im Gegenteil diente diese den neuen Herren als vorbildhaftes Modell für ein glückliches Leben in jeder Lebenslage. Vor allem in der Waagerechten.
Lange konnte sich selbst eine damalige Weltmacht dies nicht leisten, was letztlich zum Kollaps führte. Die durch Verfolgung gebeutelten frühen Christen, deren Glauben folgerichtig durch Märtyrer-Masochismus und Hinrichtungs-Symbolik geprägt war, trafen in Griechenland auf wohl bereiteten Boden. Sie glaubten, allein durch Askese und Busse-Fetischismus das insolvente Volk noch vor dem Höllenfeuer retten zu können und machten nur durch die propagierte Dreifaltigkeit Zugeständnisse an die griechisch-römische Vielgötterei als Gastgeschenk. Die Missionare installierten ein Glaubensbekenntnis, das sogar für damalige Verhältnisse als besonders streng galt. Stundenlange Messen mit den höchsten Weihrauch-Immissionen aller christlichen Glaubensrichtungen, Fastenvorschriften, die jede Diaspora alarmieren würde und drakonische Strafen auch bei grundsätzlich zu belächelnden Fehltritten halfen, das eingeredete schlechte Gewissen zu heilen. Durch die politische,kulturelle und wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit Griechenlands über die nächsten zweitausend Jahre änderte sich daran auch nichts mehr. So bleibt festzuhalten, dass der heutige Gläubige faktisch immer noch für die Lasterhaftigkeit seiner Vorfahren Busse tun muss.
Das gottgegebene Misstrauen in bezug auf die potenzielle Liederlichkeit des gemeinen Griechen hielt auch in Bereichen des alltäglichen Lebens Einzug. Die Pflichtreligionszugehörigkeit wird in den Pass als Identifikationsmerkmal eingetragen und jedes Kind hat am griechisch-orthodoxen Religionsunterricht teilzunehmen. Dieses System hilft, Angehörige anderer Religionen als Dissidenten und Anarchisten sicher zu entlarven, wo doch weite Teile der Kleriker - auch wieder mit der Erkenntnis, dass wirklich jeder Mensch für die Sünde prädestiniert sei - in schwerst zugänglichen Klöstern auf Bergen, auf einsamen Inseln, zumindest aber hinter dicken Kirchenmauern weggesperrt werden. So halten griechisch-orthodoxe Priester als Mitglied der "geschlossenen" Abteilung fast nur zu den Gottesdiensten und während Familienfeiern Kontakt zu den Gläubigen und sind bestens darauf vorbereitet, vorgeschlagene Gottesdienst-Verkürzungen, pubertäre Freundschaften oder die Diskussion über klösterlichen Weinanbau polemisch abzuschmettern.
Kultur
Architektur
Die griechische Architektur der Antike (im folgenden Säulenbau genannt) beschränkt sich auf drei Baustile: Porös (Kategorie I), brüchig (Kategorie II) sowie lädiert (Kategorie III). Die Zerfallszeiten liegen in jeder der drei Kategorien bei Werten, von denen Atomkraftgegner nur träumen können. Die griechische Architektur der Moderne basiert auf dem Prinzip der Nachhaltigkeit. Heißt: Wenn einerorts ein Tempel zerfällt, so wird andernorts ein neues Haus errichtet. Damit versucht der griechische Staat gegen das massive Haussterben im Land vorzugehen. Die Problematik ist nämlich folgende: Sämtliche griechische Tempel wurden vor dreitausend bis viertausend Jahren errichtet. Bei prinzipiell gleichlangen Verwitterungsprozessen ist nun der Zeitpunkt gekommen, an dem die Tempel alle - einer nach dem anderen - zerfallen. Griechische Wohnbehausungen werden knapper.
Räumlich betrachtet beschreibt die griechische Architektur nicht nur Bauten auf griechischem Staatsraum, sondern vermehrt auch Gebilde in anderen Ländern. Zum Beispiel gilt sowohl jedes griechische Restaurant als griechische Architektur, als auch jeder Stammgast eben dessen. Griechenland formte seinen Körper.
Ein jedes Gebäude muss jedoch erst einmal geplant und errichtet werden. Der hierfür zuständige griechische Fachbegriff ist der Epimelet, der Bauherr. Von ihm sind jedoch kaum schriftliche Zeugnisse über die Jahrhunderte erhalten geblieben, daher bleibt Raum für Spekulationen. Verständlich, schließlich interessiert das vollendete Gesamtwerk, nicht der Erbauer. Lediglich Gustave Eiffel schaffte es, im Verlauf der Geschichte als Architekt bekannt zu bleiben. Nur war er Franzose und nicht Grieche, weshalb es heute weder die Papaspapouthopalis, noch die Athener Peisistratiden gibt. Ein wenig konnten Archäologen und Griechenland-Experten (Die vor den Schuldenberatern!) dennoch aus dem Dunkel der Geschichte herausfischen. So steht nahezu in jedem schlauen Griechenlandbuch, dass Bauherren oftmals Aufträge nur annahmen, weil es sich gut in ihrer Biografie machte, Gyros ganz herrlich mit Zaziki schmeckt und bei besonders großen Projekten der Staat aus Prestigegründen übernahm.
Tempel
Tempel erzählen eine eigene Geschichte, gezeichnet von der Zeit. Grundlegend zum Erkennen dieser Geschichte: Die verschiedenen Kaugummischichten auf den Böden sind die Jahresringe eines Tempels. Bei entsprechender Freischabung entdeckt man spannende Geschichten oder lange schon vergessene Geheimgänge zu versteckten Kellergewölben.
Theater
Bildhauerei
Malerei
Sport
Olympische Spiele
Ringen
Das klassische Ringen entstand nicht wie von schwulen Gruppen vermutet als Möglichkeit, legitim homoerotische Zärtlichkeiten auszutauschen, sondern als besondere Kriegsvariante im antiken Griechenland. Die Kämpfer trugen in der Regel keine Waffen und schmierten ihren gesamten Körper zum Schutz vor Stechmücken, spontanem Zugriff und aus Narzismus ein. Sie waren als erste biologische Waffe der Menschheitsgeschichte berüchtigt, konnten sie doch die Kampfmoral eines ganzen Heeres untergraben. Ausgefochtene Ringkämpfe hatten damals nur stark symbolischen Charakter und halfen als "Eisbrecher", die Temperatur erhitzte Gemüter abzuleiten und auf warmen Durchschnitt herabzukühlen. Dies gelang vor allem durch den Appell an den Mannesstolz: "Siehe, ich kämpfe OHNE Waffen!" Niemand konnte sich vor ihnen sicher fühlen. Die typischen Merkmale einer "Infektion" bzw. Infiltration sind eine um eine halbe Oktave höhere Stimmlage, weichere, weiblichere Bewegungen und eine Art spastischer Lähmung in Form immer gleicher Körperhaltungen, unter anderem
- Der "Togal"-Griff (zum Kopf)
- Die "Gießkännchen"-Haltung
- Die "Amphoren"-Stellung
- Das Syndrom der abgeknickten Handgelenke
Auch wurden Symptome wie eifriges Kopfzittern beim Echauffieren, ein theatralischer Augenaufrschlag oder Schwatzsucht beobachtet.
Als - nicht misszuverstehen - Undercover-Agenten infiltrierten sie in der Regel Monate vor einer geplanten Schlacht die feindlichen Städte und begannen den Kontrahenten ihre Schlechtigkeit vorzuwerfen, an die künftigen Waisen zu erinnern und die vielen Schmerzen vorzuzeichnen, die sie den anderen zuzufügen beabsichtigten. Dabei beriefen sie sich auf die gemeinsamen Wurzeln als
- Europäer
- Eurasier
- Quasi-Asiaten
- Eigentlich-Afrikaner
- Menschen
und brachten der vormals durchorganisierten Gruppe die Wichtigkeit des Einzelnen mit einer alternativen Daseinsform näher: Abendliches Ausgehen, Achten auf die Garderobe, gegenseitiger Respekt und Rücksichtsnahme sowie das eine oder andere Begrüssungsküsschen unter Männern, nachdem klargemacht wurde, dass die Heeresführung sie bisher für imperialistische Zwecke ausgenutzt hatte, ja, sie selbst doch auch nur Opfer seien. Während die Verstohlenheit der Küsse ab- und der ausgiebigere Austausch von Zärtlichkeiten in den reinen Männergesellschaften der von Kriegstrossen bestimmten Städte zunahm, zeigte die "Sex Bomb" immer fatalere Ergebnisse. Im Ergebnis war es schließlich unmöglich geworden, eine Gruppe von Diven, Zicken und Püppchen zu regieren, geschweige denn zu kontrollieren und der Kriegszug musste aufgegeben werden.
Der Marathon
Der Marathon gilt als inoffizieller Bestandteil der klassischen Olympischen Spiele. Hintergrund ist, dass das in der Neuzeit proklamierte olympische Prinzip "Hauptsache, dabeigewesen!" keine Entsprechung in der Antike findet. Im Gegenteil, alles andere als ein Sieg galt als ruchlose Niederlage, die in der Biographie des Unglücklichen eine nicht wieder gutzumachende Schmach darstellte.
So befanden sich alle Sportler in einer gespannten Grundhaltung, ständig gewärtig, nach einem nicht erfolgreichen Abschneiden sofort fliehen zu können, bevor die Personalien festgestellt werden konnten. Aufgrund der Umstände war es nämlich Usus geworden, sich zu den Olympischen Spielen mit frei erfunden Künstlernamen anzumelden. Es ist überliefert, dass der Speerwerfer "Panathinaikos" aus Athen nach dem Übertreten der Wurflinie eine Strecvke von gut 40 Kilometern lief, bevor er endlich seine spottenden Verfolger abschütteln konnte. Dies hat jedoch nichts mit der körperlichen Fitness der Verfolger, sondern der genutzten Pferde zu tun, die als preiswerte Discount-Ware aus Polen schon relativ früh einen Motorschaden hatten.
Die griechische Küche
Das Geheimnis ihres Erfolgs
Zwar hat die griechische Küche bislang keine Attribute einer Gourmetküche europäischen Rangs erhalten, konnte aber doch mal still und heimlich, mal mit lärmendem Fresstempelgehabe alle internationale Teller erobern, wenn man zumindest an einem Tag in der Woche zu faul ist, selbst zu kochen. "Wir gehen zum Griechen" mag vielleicht bisweilen eine fast hinter vorgehaltener Hand gesprochene Aufforderung sein, zeugt aber von der orthodoxen Kompatibilität zwischen fast exotischen Gelüsten und einem ausgewogenen Preis-Leistungsverhältnis, die eine perfekte Geschmacksnote generiert: Gyros, Pommes, Majo, mit viel Zwiebeln heute zum halben Preis - und auch sonst immer! Das Erfolgsgeheimnis liegt aber viel tiefer und lässt sich nicht bereits mit einem Blick in eine labbrige Teigtasche entlarven. Erst zur Nachtzeit wird das Marketingkonzept klar, wenn der Türke, der Italiener oder der Chinese schon lange dicht hat.
Will man nun als bouzoukimusikbeschallter Imbissbuden-Konsument künstliche Springbrunnen und fettige Akropolis-Fotos gegen die "wahre" griechische Küche als Urlauber vorort eintauschen, wird man im Heimatland von Grillteller und Olivensalat erleben, dass es dort genauso schmeckt, wie in Essen-Kettwig in der umgebauten Trinkhalle. Der Ortswechsel war also gar nicht nötig, was einen einzigartigen Geschmack von Authentizität und Ehrlichkeit verleiht. Die 200 Euro für einen einwöchigen Pauschalurlaub inkl. Flug für zwei Personen hätte man sich also sparen können.
Die Zutaten
Die Olive
Die Olive wird bereits seit sechstausend Jahren im griechisch-syrischen Kulturaum kultiviert. Der Prozess ist wohl erst dann abgeschlossen, wenn es keine lästigen Kerne mehr gibt. Obgleich nach dem Geschmack einiger besonders teurer Sorten Gegenteiliges nicht auszuschließen ist, handelt es sich bei vielen heute dargebotenen Früchten aber um deutlich jüngere Produkte der griechischen Landwirtschaft. Der Erfolg dieser Frucht gründet aber nicht auf der Bekömmlichkeit seines Extraktes, sondern weil die Verbraucher denken, er sei bekömmlich und gesund. Im Wettbewerb mit anderen Anbaugütern bei allerdings arg begrenzter Bandbreite kommt der Olivenbaum dem griechischen Naturell am meisten entgegen, weil sich der hiesige Landwirt aufgrund akribischer Qualitätssicherungsvorschriften in den in Abhängigkeit vom Sonnenstand eingeteilten Planquadraten - hilfsweise mit Wolldecken bewerkstelligt - in seinem Hain meist in der liegenden Position befindet, um den Katalysatoreffekt der Sonne bei der Frucht weitgehend unverfälscht entfalten zu lassen. Die Oliven wachsen nämlich von allein und gedeihen dann am besten, wenn sie in Ruhe gelassen werden. So haben die Oliven ihren damaligen Kampf gegen die Früchte aus Wegelagerei in europäischen Nachbarstaaten oder Mittelmeer-Piraterie schon längst souverän gewonnen. Der unglaublich stabile Weltmarktpreis gepressten Olivenöls gibt der Landwirtschaft recht, erinnert manchmal aber noch etwas an die frühere Freibbeuterei. In perfekter Symbiose mit dem Bauer und dem griechischen Klima mit nur wenig Wind im Landesinneren haben sich die meisten Pflanzen auf Selbstbestäubung umgestellt, da die Natur dies als pragmatischer erachtete, als mit ausgefeilter Werbung auf genauso "fleißige" Insekten abzuzielen oder mit nur wenig Hoffnung auf ein Lüftchen Genpools auf die Reise zu schicken.
Geerntet wird die Frucht durch hängemattenartige Vorrichtungen, die an jedem Baum installiert sind. Sie müssen richtig eingelegen sein, also eine "bauchige" Form besitzen, denn nur so können sie eine betriebswirtschaftlich optimierte Menge aufnehmen. Durch die hohe Strapazierfähigkeit des Gewebes können sie da noch Früchte aufnehmen, wo sie in Italien bereits längst gerissen wären: ein entscheidender Wettbewerbsvorteil! Griechische Olivenbauern sind europaweit für ihr geübtes Auge berühmt, im Zweifel doch noch ein Weilchen warten zu können, während anderswo bereits eifrig gekeltert, aber die letzte Reife verfehlt wird.
Meeresfrüchte
Was einst dem griechischen Boden durch den Ausbruch des Supervulkans an fruchtbarer Landmasse versagt blieb, gereicht kulinarischen Meeres-Expeditionen trotz industrieller Ausbeutung zur Ausschöpfung beispielloser Qualität. Erst hier kann der Terminus der "Meeresfrucht" in seiner ihm ureigenen Bedeutungskraft besten Gewissens angewandt werden. Unterschiedliche Deklarationen, die andernorts wie an italienischen oder spanischen Küsten üblich sind, erübrigen sich hier: Nichts mit "Handelsklasse II", "IIa", "gekauft wie gesehen" oder das um sich Werfen mit mittleren Haltbarkeitsdaten, hier gibt es nur "Ia", gleichbedeutend mit "frisch aus dem Meer - woher denn sonst?", mit griechischem Selbstverständnis gewürzt.
Seesterne, Hummer oder Garnelen haaren so auf den Tellern mit gutem Grund verwöhntesten In- und Ausländern der Verspeisung. Die Zubereitung dieser köstlichen Gaben bleibt allerdings vielfach ein Geheimnis der einheimischen Köche. Nur mit viel Mühe konnte einem Ansässigen eines abgelegenen kretischen Bergdorfes ein Rezept für die berühmten Scampis abgerungen werden:
Gyros
Das Gyros (gr.: schwindeliges Fleisch) trat schon in grauer Vorzeit als Arme-Leute-Essen seinen Siegeszug an. Der Clou dieses Gerichtes ist, dass die einzelnen Bestandteile gewissermaßen Hand in Hand zum Endprodukt hin metamorphisieren und das nicht nur, wenn man bei schlechter Kühlung lange genug darauf wartet. Man denke also vornehmlich nicht an überlange Transitwege in schlecht gekühlten LKWs quer durch Europa, denn produziert wird meist vorort, obwohl die dargebotene Portionen diesen Eindruck manchmal nicht machen. Dieses von besonders kritischen Geistern gehegte Misstrauen gründet in dem Konglomerat, dessen Zutaten ihre Herkunft geschickt zu verschweigen wissen.
In religiös erzwungener Askese und von caritativer Fürsorge geprägten Gebieten bediente man sich schon vor zweitausend Jahren der Erkenntnis, dass das bißchen Essen wenigstens "hübsch" sein sollte. Das Auge erwies sich als ein guter Ratgeber für den Erfolg eines Gerichtes. Dabei mag Schönheit eine Frage des Geschmacks sein; umso größer aber ist die Empfänglichkeit dafür, je mehr Hunger man hat. Eine Formel, die meist heute auch noch gilt. Gerade deswegen bewährte sich schon früh die durch Pürieren, Zerhäckseln, Zusammensetzen, durch diverse Koch- und Bratvorgänge verstümmelter und wieder für das Auge aufbereiteter, eigentlich ekliger Ingredienzen bestimmte Tarnkappentaktik der Gastronomen, denen es oft an allem mangelte, nur nicht an Phantasie und altbackenen Fladenbroten. So hat auch die als vollkommene Innovation gepriesene Mikroküche, die frisch Verdautes noch exquisit darzustellen wüsste ("Fleischnudelwürze an Kartoffelpüree in einer Wodkalache aus dem Naturdarm") im Gyros einen kaum gewürdigten Vorgänger: alles, was nicht bei drei auf den (Oliven-)Bäumen war, wurde eben zerhäckselt, zerschnitten, verkleinert und überwürzt, um in optisch neutralisierter Form am Grill Karussel zu fahren, bis sich irgendwann einmal jemand für 3,50 € erbarmt: "Pita ohne alles bitte!"
Camouflage
Gerade im Gyros offenbahrt sich die griechische Seele: auch ohne Anlass immer gut aussehen! Auch der Thunfischsalat hat in der Regel eine längere Geschichte hinter sich, bevor er auf dem Teller stehtliegt. Man nimmt die Überbleibsel eines Gerichts mit Meeresfrüchten, also hohle Panzer, leergesaugte Scheren, Zahnstocher, Serviettenreste, Beine von Hummer, Garnelen oder Krebsen. Diese werden fein gemahlen (Tipp: das machen meist die schwarzgekleideten Omas, die auf den Postkarten vor dem Haus sitzen!). Dies ergibt die aquaristische Geschmacksgrundlage für die Fleischstücke, die nicht mehr fürs Gyros verwendet werden konnten bzw. zu oft verwendet wurden. Sodann werden diese lukullisch als Thunfisch verkleidet, indem man das Panzermehl mit geheimnisvollen pikanten Soßen anreichert und "es" mit Zwiebelringen und den unvermeidlichen Oliven garniert. Früher war ein Auftragen des griechischen Salats ein untrügerisches Zeichen dafür, dass die Speisekammer wirklich vor der absoluten Erschöpfung stand und dass der über die WOche gebliebene Besuch nun wirklich nach Hause fahren sollte.
Griechischer Wein
Jeder Weinkenner sieht die Qualität vor allem durch das Maß bestimmt, wieviele Sonnentage die Reben in ihrer Lebensdauer aufzunehmen vermochten. Die ungeschriebene Regel "Du stirbst nur einmal" scheint aber nicht immer Anwendung zu finden. Manchmal werden die Trauben nach ihrem biologischen Tod auf wundersame Art und Weise, durch labortechnische Kniffe und Beachtung chemikalischer Vorgänge, wiederbelebt und bei Auslese-Produkten mitunter sogar natürliche Prozesse, wie der Vorgang der Fäulnis, miteinbezogen.
Für Kenner lebt und "atmet" der für Griechenland typische schwere Wein in edlen Gefässen ohnehin ein zweites Mal weiter und wird als Stück lebendiger Kultur vom genusssüchtigen Menschen unabhängig von evtl. vorhandenem Fachwissen und manchmal nur zu dem Zweck, das Gewissen zu betäuben, verinnerlicht und lebt in ihm erneut wankend weiter - oft unter den nüchternen Rahmenbedingungen, die seine finanziellen, beruflichen oder familiären Verhältnisse vorgeben, wobei sein Durst immer das letzte Wort behält: eine Art Rückmetarmorphose vom strahlenden Schein zum armen Schwein - in letzter Konsequenz. In Griechenland sind allerdings keine Probleme mit Alkoholismus bekannt.Der klassische Grieche kann nämlich auch ohne Spaß Alkohol haben, treibt sich mit abgetragenen Klamotten an Busparkplätzen herum, um schanghaiten Urlaubern überteuerte Wohnungen zu vermieten, um schließlich das noch nicht verdiente Geld gleich wieder am Tresen der Taverna gegenrechnen zu lassen. Im Zweifel wird diskutiert und so lange getrunken, bis man den Grund der Auseinandersetzung vergessen hat. Er kennt kein Übergewicht, keine Eheprobleme und keine Leberzirrhose; vielleicht auch nur, weil die Lebenserwartung gar nicht dazu ausreicht, um daran zu leiden geschweige denn sterben zu können.
Die Palette der edlen Weinsorten ist in diesem sonnenverwöhnten Land riesengroß. Man kennt das schon vom Griechen "um die Ecke", der allein auf der Abdeckplatte seines Kühlschranks offene Weine in großer Vielfalt von 1,50 € je Glas bis zu 2,50 € je Flasche feilbietet.
Schon vor 2500 Jahren war es in Griechenland neben dem Anbau von Oliven die lohnenswerteste Investition, sich irgendwo ein Grundstück zu kaufen, Wein anzubauen und einfach zu warten. Dabei wird in dem Zuschauer halbdokumentarischer Streifen das Bild griechischer Weinproduktion generiert, dass angelernte Knaben, einander die Hände haltend, im Dunst aufsteigenden Alkohols in düsteren Kellern die Reben mit ihren nackten Füßen zertreten, um Most herzustellen. Im Zuge einer von Romantik verklärten Vorstellungskraft geht man natürlich allzu gern davon aus, dass sich bis heute daran nichts geändert hat. Doch die Wirklichkeit sieht bei den griechischen Weinbauern im EU-Wettbewerb ganz anders aus: die Knaben kennen ihre Rechte mittlerweile sehr genau und pochen auf die von der Union vorgegebenen Mindestlöhne, Arbeitszeiten und ergonomische Vorgaben, wie auch die Einhaltung von Unfallverhütungsvorschriften. Oft ist dies alles nicht mehr durch eine nach wie vor leidenschaftlich betriebene Familienproduktion wirtschaftlich abzufedern. Daher wird hier oft um die nackte Existenz gekämpft und vielleicht nur das Prädikat "Südhang Akropolishügel", "Athener Mädchentraube" oder "Attische Spätlese" vermögen durch den Markencharakter im Export noch das nötige Scherflein Gewinn einzubringen. Die Hoffnung bleibt. So kann man die Knaben vielleicht auch noch in den nächsten Jahren in den Berg schicken, um sie danach mit bestem Gewissen richtig zu
entlohnen.
Musik und Tanz
Ist die Stimmung in der Taverna auf dem Höhepunkt, greift man gern zu den Instrumenten, was im Ergebnis aber eher wie ein Ausdruck von Niedergeschlagenheit, ja, Depressivität klingt.
Dafür ist zum Teil die bipolare Veranlagung des klassischen Griechentums verantwortlich, im Moment der größten Freude auch denen zu gedenken, die im Moment nur griechischen Salat zu essen haben. Diese quasi altruistisch-gutmenschliche Haltung gründet auch in der islamischen Musik während der zahlreichen langen Phasen der Gastfreundschaft, die dem befreundeten Volk der Türken geleistet wurde. Deren durch Themen wie unglückliche Liebe, Sehnsucht, Nichtsex, Tod und Verzweiflung bestimmte Musik gilt immer noch als der stärkste Faktor bei der fortwährenden Suche nach der musikalischen Identität und legt sich wie ein schwarzes Tuch über das Volk der Trinkfesten und Feierfröhlichen. Ambivalent angelegt wird im Text eines typischen griechischen Liedes also von eroberten Jungfrauen, gutem Sex und literweise Rotwein fabuliert und es hört sich an, als sei gerade die Ehefrau plus Kinder mit dem besten Freund durchgebrannt, zusätzlich eine tödliche Krankheit diagnostiziert und die staatliche Rente erst ab 55 beschlossen worden. Durchgehend lustige Stücke sind da eher von entfremdeten Sängern im Ausland zu hören, die aber mittlerweile nun komplett von ihrer Vergangenheit leben (s. Demis Roussos), wenn sie nicht als ausgestopfter Botox-Adonis im Dschungel verschlissen werden (s. Costa Cordalis). Einzig Happysongsingerin Nana Mouskouri ("Guten Morgen, Sonnenschein", "Weiße Rosen aus Athen") strahlt mit einem überlegenem Lächeln wie ein ewiges Feuer über der Akropolis in die musikalische Welt hinaus. Allerdings ging es 1959 erst richtig mit der Karriere los, als sie Buddy Hollys Brille auf einer Auktion ersteigert hatte. Die Investition hat sich ausgezahlt.
Ist die Stimmung dann wirklich auf dem Höhepunkt, hat man sich ein Tischtuch um die Schultern (Demis Roussos) gelegt oder Papas Hornbrille auf die Nase gesetzt, werden die Bazookas bis auf die des Nüchternsten beiseite gelegt. In diesem Stadium erhält dieser seltsame Ritus pragmatische Züge: Man hat noch den Heimweg vor sich, ist aber zu betrunken, um ihn allein zu bewerkstelligen. Man möchte aber nicht durch einen "Seemannsgang" auffallen, wenn man Land unter den Füßen hat. Die Lösung der Verlegenheit: Es bildet sich eine mehr oder minder lange Reihe von "Leidensgenossen", die sich gegenseitig in den Arm oder an die Hand nehmen und lauscht der Schrittvorgabe durch den Bazooka-Spieler. Erst vor kurzem konnte die seit Jahrtausenden bestehende Erkenntnis, dass akkustische Signale deutlich vor optischen erkannt werden, in der Schlaganfallnachsorge medizinisch bestätigt werden. Selbst lange Reihen stellen auch bei eng begrenzten Örtlichkeiten keine Probleme dar - weder technische, noch logistische (Nachschub) - da die geschlossene Kette um 360 Grad drehbar ist. Dieser Torkelreigen findet als seitlich geschrittene Polonaise letztlich jeden Ausgang. Das nennt man dann Tsatsiki.
↑ Griechische Ärzte werden übrigens nicht als Halbgötter angesehen!

