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Tiertelepathie

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Tiertelepathie (von den ausübenden Scharlatanen oft auch verharmlosend Tierkommunikation genannt, damit es nicht zu offensichtlich nach Humbug klingt) ist eine besonders lächerliche Form von Wahrsagerei, die sich auf den Gedankenaustausch mit Haustieren bezieht, damit deren beschränkte Besitzer sie endlich verstehen.

Dass es sich dabei ausnahmslos um Betrug handelt, liegt auf der Hand: Wenn die selbsternannten Tiertelepathen tatsächlich auf mysteriöse Weise mit belämmert dreinblickenden Perserkatzen kommunizieren könnten, wären sie längst reich und berühmt und hätten es nicht mehr nötig, esoterisch angehauchte Müslikonsumenten abzuzocken.

Vorgehensweise[Bearbeiten]

Dass Telepathie grundsätzlich nicht funktioniert
Ein Tiertelepath im einträchtigen Dialog mit einer zahmen Pekingente
(und dass man Elektroschocks verpasst bekommt, wenn man es trotzdem versucht), weiß jeder, der „Ghostbusters“ gesehen hat. Das hindert aber die selbst ernannten Tiertelepathen nicht daran, ihre fragwürdigen Dienste unter das wahlweise leichtgläubige oder besoffene Volk zu bringen. Viele Tiertelepathen treten mit dem fraglichen Tier noch nicht einmal persönlich in Kontakt, sondern starren lediglich auf Fotos desselben. Damit demonstrieren sie einerseits, dass sie nicht einmal begreifen, wie Telepathie funktionieren würde - wenn es sie denn gäbe. Andererseits muss ein Trickbetrüger natürlich pragmatisch denken: Wenn sich ein Tiertelepath jeden Tag hundert Fotos schicken lässt, kann er logischerweise viel mehr Leute gleichzeitig verarschen, als wenn er jedes Tier persönlich empfangen müsste.

Bezeichnenderweise sind es nie akademisch gebildete Menschen, die sich als die geistigen Nachfahren von Doktor Dolittle ausgeben, sondern stets irgendwelche Knalltüten, die nur mit Mühe die Waldorfschule absolviert haben. Da verwundert es dann auch nicht weiter, dass entgegen jeder statistischen Wahrscheinlichkeit quasi alle Tiertelepathen weiblichen Geschlechts sind.

Beweis der Unsinnigkeit des Verfahrens[Bearbeiten]

Nun stellt sich natürlich die Frage, wie ein Tiertelepath die undefinierbaren Bell-, Schnatter- oder Grunzlaute, aus denen die tierische Gedankenwelt aufgebaut sein dürfte, überhaupt sinnvoll interpretieren will. Hier behelfen sich die Schwindler mit der Behauptung, sie würden anstelle von Lauten Bilder empfangen. Im Folgenden eine Auflistung, wie solche Bilder aus der visuellen Sinneswelt eines Tieres in Wahrheit aussehen würden:

Hund[Bearbeiten]

Hunde sind Nasentiere, sie orientieren sich hauptsächlich über den Geruchssinn, darüber hinaus auch durch Hören und Fühlen. Das Sehen spielt hingegen nur eine untergeordnete Rolle, weswegen es von vornherein schleierhaft bleibt, warum ein Hund überhaupt Bilder aussenden sollte. Wenn er es aber doch tun würde, wären diese Bilder durch eine Rot-Grün-Blindheit gekennzeichnet und außerdem verdammt unscharf: Weil der Sehsinn des Hundes auf Bewegung ausgerichtet ist, werden unbewegliche Dinge vom Gehirn unterdrückt und somit praktisch nicht wahrgenommen.

Katze[Bearbeiten]

Diese Katze ist nicht in der Stimmung für gepflegte Kommunikation.
Katzen können kein Rot sehen und auch allgemein viel weniger Farbdifferenzen unterscheiden als der Mensch. Sie nehmen hauptsächlich Blau- und Grünschattierungen wahr. Außerdem haben sie frontaler ausgerichtete Augen und natürlich aufgrund ihrer geringen Größe einen ganz anderen Blickwinkel. Von einer Katze müsste ein Tiertelepath also hauptsächlich bläulich schimmernde Tischbeine und Pantoffeln wahrnehmen, allerdings mit einem kleineren toten Punkt zwischen beiden Augen. Immerhin etwas.

Davon mal ganz abgesehen senden Hauskatzen ohnehin nur zwei verschiedene Botschaften aus, die sich in irgendeiner Form in die menschliche Sprache übertragen lassen: „Wo bleibt mein Futter?“ und „Alles gehört mir“.

Kaninchen[Bearbeiten]

Kaninchen sind komplett farbenblind. Viel Spaß mit unscharfen Schwarz-Weiß-Studien von Kleeblättern. (Das aber im stylischen Rundumblick. Cool!)

Pferd[Bearbeiten]

Pferde sehen meistens überhaupt nichts, weil sie Scheuklappen vor den Augen haben. Wenn doch, haben sie ebenfalls keine vernünftige Farbwahrnehmung und räumliches Sehen funktioniert auch nur dürftig, weshalb Pferde sich ja auch ständig grundlos erschrecken und unaufmerksamen Menschen den Schädel eintreten. Tiertelepathen erwischen sie dabei leider viel zu selten.

Geisterbeschwörende Tiertelepathen[Bearbeiten]

Manche besonders dreisten Tiertelepathen erweitern ihr Tätigkeitsfeld vom possierlich-esoterischen ins verstörend-okkulte und behaupten, selbst mit toten Tieren kommunizieren zu können. Damit versuchen sie, speziell trauernden – und somit zusätzlich emotional verwundbaren – Tierbesitzern noch den letzten Cent abzupressen.
Hier stellt der Tiertelepath fachmännisch fest: Der Alligator ist tot. Macht nichts, süß und knuffig war er ja sowieso nicht.
Wenn Oma unbedingt wissen möchte, ob ihr an Verfettung eingegangenes Schoßhündchen zu Lebzeiten ihre Liebe denn genau so sehr erwidert hat, sitzt der Geldbeutel durchaus mal locker. (Die viel ehrenwertere Stupidedia gibt Ihnen die Antwort ehrlich, unverzüglich und kostenlos: NEIN.)

Es ist zu erwarten, dass selbst jenen Personen, die an die Authentizität der Tiertelepathie im Reich der Lebenden glauben, die Widersprüchlichkeit einer solchen Geisterbeschwörung auffällt. Schließlich basiert Telepathie – wenn es sie denn gäbe – auf der Übertragung von Gedanken, demzufolge sind Hirnströme notwendig. Ein totes Lebewesen weist jedoch keine Hirnaktivität mehr auf, abgesehen von Zombies natürlich. Doch wenn wir es eines Tages mit Zombie-Rottweilern zu tun bekommen sollten, hat die Menschheit hoffentlich Besseres zu tun als deren Gedanken lesen zu wollen. Die Granatwerfer aus dem Keller holen zum Beispiel.

Geistig verwirrte Tiertelepathen[Bearbeiten]

Neben den geldgeilen Betrügern gibt es natürlich auch jene echten Wahnsinnigen, die tatsächlich an ihre eigenen „Fähigkeiten“ glauben. Diese Menschen sollten schnellstmöglich in die nächstgelegene Psychiatrie eingewiesen und einer Elektroschocktherapie unterzogen werden. Sollten die Wahnvorstellungen dennoch anhalten, empfiehlt sich eine Lobotomie. Denn wer keine Gedanken mehr hat, kann sie auch nicht mehr für Quacksalberei missbrauchen.