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Super Mario Monti

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Der Held des Spiels

Super Mario Monti ist ein weiterer Ableger der „Super Mario“-Reihe, diesmal mit dem Ziel, der italienischen Bevölkerung die Schwierigkeit von Regierungsarbeiten spielerisch zu erläutern.

Hintergrund[Bearbeiten]

Nachdem Silvio Berlusconi seine Aufgabe als Regierungschef eher als „optional“ betrachte, musste er im Jahre 2011 abdanken. Mario Monti, seines Zeichens Wirtschafts- und Finanzminister, wurde sein Nachfolger und nahm die Bürde an sich, den Trümmerhaufen namens Parlament wieder in Ordnung zu bringen. Da die Italiener an sich skeptisch gegen jede Art von Politik sind (na gut, wer ist das nicht?), war es nun an der Zeit, das schlechte Bild der Abgeordneten wieder zurechtzurücken. Um der Bevölkerung mit populistischen Maßnahmen die notwendige politische Bildung zu lehren, kam man schließlich auf die glorreiche Idee, das Konzept eines bekannten Spiele-Titels zu verwenden. Leichter gesagt als getan, die Wahl der richtigen Reihe rief eine Menge Fragen auf:

  • Counter Strike – erfolgreiche Spezialeinheiten gegen Terroristen?
  • Need for Speed – eine Verleitung zum „richtigen“ Autofahren?
  • GTA – Motivation zu Mord und Totschlag?
  • Zelda – Ist ein blonder Held mit Elfenohren hier nicht fehl am Platz?
  • Splinter Cell – Muss man da nicht ruhig und bedacht vorgehen?
  • Command and Conquer – Italiener als mutige Eroberer?

Schlussendlich fiel die Entscheidung auf „Super Mario“, die Begründung dazu lautete folgendermaßen: Die Spielfigur sei Italiener, trägt einen Schnurrbart, übt den Beruf als Klempner aus und ist immer auf der Suche nach einer reichen Prinzessin – mit diesen plumpen Klischees kann sich bereits ein Großteil der Bevölkerung identifizieren. Um auch Frauen zum Zocken zu animieren, wurde Mario Monti als unerschrockener Macho und Retter des Urlaubsparadieses dargestellt.

Nach Anfrage bei Nintendo wurde das Spiel trotz gewisser Bedenken, vor allem wegen der ordnungsgemäßen Bezahlung (man weiß ja nie wie es beim italienischen Staatshaushalt zugeht), erst im nächsten Jahr programmiert. Um durch gute Promotion wieder in die Schlagzeilen zu kommen (was 2011 nicht wirklich der Fall war, in diesem Jahr hatte Nintendo aufgrund Startschwierigkeiten des Nintendo 3DS leider erstmals einen Verlust gemacht, die Jugend wurde eher durch Shooter wie Call of Duty: Modern Warfare 3 oder MMORGPs wie Skyrim erfreut), wollte sich das Unternehmen dadurch rühmen, Jugendlichen eine Perspektive (wenn auch nur kurz) ermöglicht zu haben. Daher wurden Schulabbrecher von den Straßen Tokios aufgesammelt und in die Zentrale gebracht. Diese sollten das Spiel nach besten Wissen und Gewissen erstellen, den „Pizzafressern“ wird der qualitative Abgrund sowieso nicht auffallen. Hauptsache, das Nintendo-Qualitätssiegel leuchtet von der Verpackung.

Um irgendwo die Kosten für diese gewaltige Produktionsmenge doch niedrig zu halten, wurden die fertigen Exemplare per Schiff von Japan nach Italien transportiert. Denn Frachtflugzeuge hätten das Budget doch zu sehr belastet. In einer sogenannten Nacht-und-Nebel-Aktion schlichteten die Hafenarbeiter in Genua die Paletten in 60-Tonnen-LKW, welche dann durch das ganze Land fuhren. Am nächsten Tag verkündete die italienische Regierung mit großem Stolz, dass nun allen Bürgern ein „transparenter Einblick“ in die Politikmachenschaften gewährt wird. Jede Person mit Interesse (ca. 70 % der Bevölkerung) holte sich bei einem der Verteilungswägen ein Exemplar für die jeweilige Spiele-Konsole ab. Und jene Leute (wie z.B. die Pensionisten), die keine Konsole besaßen, bekamen ein Lösungsbuch ausgehändigt, welches die Handlung des Spiels beschreibt.

Inhalt[Bearbeiten]

Der Spieler startet in Norditalien, genauer gesagt bei Varese, dem Geburtsort von Mario Monti. Das Fragezeichen soll das Prinzip näher erläutern: Man hat keine Ahnung, was man als Regierungschef eigentlich tun muss und welches Problem zuerst gelöst soll. Beim Vorbild „Super Mario World“ können die Zocker erst ein Level bestreiten, wenn man das vorherige abgeschlossen hat. Die Farbe ändert sich von rot auf gelb und der Weg zur nächsten Station wird freigeschaltet. Nachdem hier aber die Wirklichkeit abgebildet wird, ist Super Mario Monti in der Lage, sofort überall hinzugehen. Das Gameplay funktioniert so, dass man mit der Figur die einfachsten Jump-n-Run Bewegungen durchführen kann. Das wären zum Beispiel nach links und rechts zu gehen, sich ducken, springen und Gegenstände aufheben – mehr ist gar nicht nötig.

Die Landkarte im Spiel

Jede Station beinhaltet nun eine andere Aufgabe, die mit Mario Montis Funktion als Regierungschef, Finanz- und Wirtschaftsminister in einer gewissen Weise angedeutet wird.

  • Mailand: Die Anhänger von Berlusconis Partei „Popolo della Liberta“, dargestellt als rote Schildkröten, laufen in der Gegend herum. Hier soll auch die „fulminante“ Wirtschaft von Italien symbolisiert werden. Der Hintergrund wird durch ein Fabriksgelände von Fiat symbolisiert. Manchmal fahren auch Fahrzeuge von den verschiedenen Marken des Konzerns durch das Bild. Wer von einem der Autos überfahren wird, verliert lediglich ein paar Münzen.
  • Bozen: Den ausländischen LKW müssen die Zocker bei diesem wichtigen Transit-Ort sogenannte Go-Boxen (Mautabgabe-Geräte) anbringen, das bringt auch wieder einiges an Steuergelder herein.
  • Venedig: Das einzige Level, das man sowohl am Land als auch unter Wasser bestreiten kann. Ziel ist es, in der Tiefe einen Schalter zu betätigen, wodurch das Wasser abgepumpt wird. Das sollte dazuführen, dass wieder ein Haufen Touristen kommen und der Spieler dadurch drei Millionen Bonuspunkte bekommt. Bei der Beendigung erscheint auch die Meldung, dass der Fremdenverkehr durch diese Tat wieder einige Millionen Euro mehr in die Staatskasse gespült hat.
  • Ancona: Dem „Gamer“ erwartet hier ein Höhlenlevel, bei dem sich der Bildschirm automatisch von links nach rechts bewegt. Wer mit dem Tempo nicht zurechtkommt läuft daher Gefahr bei manchen Stalagmiten eingeklemmt zu werden. Das hat mit der Politik eigentlich nichts zu tun, aber aufgrund der Action fällt dieser Umstand auch nicht gravierend auf.
  • Bari: Hier gibt es einen Programmierfehler zu beklagen. In diesem Level muss Monti über Müllberge springen, das Abfallproblem gehört aber zu Neapel. Da hat sich Nintendo mit der geographischen Lage zwar immens vertan, was aber nicht wirklich auffällt. Durch Einsparungen im Schulwesen wissen die italienischen Kinder sowieso nicht mehr, wo Norden oder Süden ist.
  • Palermo: Aufgrund des großen Kunstangebotes erscheinen im Hintergrund viele Gemälde. Um diese Station erfolgreich zu beenden, sollen fünf Mosaikstücke aus den Klauen von den schwarzen Schildkröten, auch genannt „Negri“, entnommen werden. Dies ist eher eine Parabel auf die komplizierte Asylpolitik.
  • Syrakus: Die Burg stellt die Ruine Apollo-Tempels dar. Die Aufgabe besteht darin, Steuersünder zu finden, um Geld für die Restaurierung des Tempels sammeln. Wen man auf Schildkröten draufspringt, verpuffen diese und Mario erhält ein paar Münzen. Dem Leser scheint es nun so, als hätten Palermo und Syrakus nicht viel zu bieten. Das sollte auch so sein, schließlich repräsentieren beide Städte den ärmlichen Süden Italiens. Die Botschaft lautet, dass man den Bewohnern auch nicht mehr helfen kann, diese sollten sich halt mit ihrem Schicksal abfinden.
  • Rom: Der Vatikan wird hier nicht gezeigt, das sei angeblich zu blasphemisch. Stattdessen werden hier andere Sehenswürdigkeiten u.a. der Trevi-Brunnen, das Kolosseum und das Pantheon dargestellt. Es ist daher das längste Level von allen. Hier muss der Spieler den faulen Arbeitern Pilze zum Essen bringen, damit sie wieder zu Kräften kommen und weiterschuften können.
  • Cagliari: Nur erreichbar durch die Röhre am Festland. Der Geist mit dem Euro-Zeichen ist eine Anspielung auf die Schattenwirtschaft, welche durch die Mafia stark betrieben wird. Im Haus befinden sich lauter Mafiosi, die mit dem Spieler eine gewisse Interaktion eingehen. Wenn man sie ansieht, bleiben die Verbrecher auf der Stelle stehen. Wenn man ihnen jedoch den Rücken zudreht, bewegen sie sich und stehlen sämtliche Dinge aus dem Hintergrund, bis nichts mehr da ist.

Im Gegensatz zum Originalspiel kann Super Mario Monti keine Leben, sondern lediglich das Vertrauen der Bevölkerung verlieren. Wenn der Wert auf 0 ist, erscheint die Meldung „FINITO“ und jemand anders wird der neue Ministerpräsident. Einen Endboss gibt es nicht, denn im wirklichen Leben gibt es schließlich auch keinen, nur kleinere Gegner. Aber diese wurden, wie oben in einigen Levels beschrieben, als erfundene Figuren dargestellt – sonst würden sich noch Kritiker „über die schamlose Darstellung einiger Gruppierungen“ furchtbar aufregen.

Reaktionen und Auswirkungen[Bearbeiten]

Nach ein paar Tagen der „großzügigen Verteilung“ deckten ausländische Journalisten auf, dass die Regierung ca. 200 Millionen Euro an Steuergeldern mit dieser Aktion ausgab. Die Bevölkerung war gar nicht erfreut über diese Tatsache und die anfängliche Begeisterung verkam zu Wut und Ärger. Sofort waren Schilder und Transparente mit der Aufschrift „Sciopero!“ (= Streik) auf den Straßen zu sehen. Durch die kurzfristige Niederlegung der Arbeit ist das Bruttosozialprodukt um 2 Prozent gefallen, was aber laut Finanzexperten nicht so tragisch angesichts der Wirtschaftslage wäre. Denn seit geraumer Zeit befindet sich diese sowieso in den Klauen der Rezession, da fällt der stetige Niedergang der Wirtschaft nicht mehr so wirklich auf.

Der Aufstand sowohl in der Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Dienst zeigte seine Spuren. Die Fahrzeuge der staatlichen Verkehrsbetriebe blieben auf der Stelle stehen, was zu Staubildungen führte. Es wurde im Straßenverkehr um gefühlte 80 Prozent mehr gehupt als sonst. Auch die Gondoliere in Venedig sangen nicht mehr das Standardlied „O sole mio“ - aber muss nichts heißen – die singen sowieso nur, wenn man sie anständig bezahlt. Die einzigen Personen, die etwas „zu tun“ hatten, waren die Streikführer, die sämtliche Demonstrationen organisierten.

Mehr hat Mario Monti nicht gebraucht, um einen weiteren Protestmarsch heraufzubeschwören.

Zu allem Überfluss stellte sich heraus, dass sich die Mafia einen der Verteilungs-LKW unrechtsmäßig angeeignet hat. Die Spiele wurden unter der Hand verkauft, was einige Besitzer dazu verleitete, diese bei E-Bay zu versteigern. Ein paar Exemplare wurden auf wundersamer Weise in das Ausland befördert. Seit dem rühmen sich einige Medien „exklusive“ Bilder zeigen zu können.

Auch wurden viele Spiele samt deren Verpackungen auf dem Platz des Petersdoms auf einen großen Haufen geworfen und anschließend verbrannt. Dem Papst kam der Aufstand ganz gelegen. Er faselte irgendwas von „Urbi et Orbi“ und sagte außerdem noch, dass bei einigen mächtigen Personen endlich einmal „die Vernunft“ erleuchten soll.

Die Weltpolitik Europapolitik lachte daher über die Italiener. Auch Finanzminister von anderen Pleitestaaten, wobei diese in deren eigenen Ländern für erst einmal für Ordnung sorgen sollten. Die Regierungschefs der anderen EU-Mitglieder verwiesen nun auf die Korruption im „Urlaubs-Land“ um von den Problemen in deren Republiken abzulenken.

Die verhoffte Win-Win-Situation wurde auch für Nintendo zu einer klassischen Lose-Lose-Situation. Denn in den letzten drei Monaten produzierte das Traditionsunternehmen, das mit mario und zelda ein Haufen revolutionäre Spiele auf den Markt gebracht hatte, das eine Menge beliebte Spiele produziert hatte, allerhand Flops. Einmal war es ein Spiel über einem Comedian, dann wiederum gab man den guten Namen für ein lausiges Textverarbeitungsprogramm her (wieso mussten sie auch mit Microsoft zusammenarbeiten) und später wollte man sogar die Weltpolitik abbilden.
Konkurrenten wie Sony und Microsoft, die Nintendo unbedingt die Marktführung wegschnappen wollen. freuten sich über den stetigen Misserfolg. Aber am meisten wurde in Internetforen über Nintendo gespottet, bis es der Geschäftsleitung offensichtlich reichte. Man wollte nicht mehr länger die Zielscheibe von angeblich “lustigen“ Satire-Portalen sein. Und auch nicht künftig in anderen ominösen Parodien erwähnt werden. Es war genug. Und wie es sich der japanischen Ehre gehört, verübten die Vorstände nun Selbstmord – indem sie sich an Strände legten, welche bereits als „tsunamigefährdet“ eingestuft wurden. Eine sowohl effiziente als auch makabere „Lösung“. Ein großer Verlust für die Gaming-Industrie.

Kritiken[Bearbeiten]

Hier wird bewusst auf die Aufzählung von Faziten und anderen Kritiken verzichtet. Denn ehrlich gesagt, welche Pressestimmen kann sich der Leser auch erwarten?

  • Niveauvolle Zeitschriften würden von einer Spielequalität, die noch geschmacksloser als aufgewärmte Pasta sei schreiben.
  • Niveaulose Zeitschriften hingegen das Game aufgrund der unglaublichen Tiefe, der wunderschönen Grafik und dem Themeninhalt loben. Das aber nur, weil sie auf ihre eigenen Texte die gleichen Qualitätsstandards anwenden.

Überhaupt ist es sehr bedenklich, PC- oder Konsolenspiele zu produzieren, die einen Bezug auf das aktuelle Geschehen nehmen. Wenn die Leute etwas neues erfahren wollen, brauchen sie nur den Fernseher einzuschalten. Dies meint ein Sprecher der Hans-Maulwurf-Universität, welche bereits vor einer Anhäufung sämtlicher Klischees und dem daraus resultierendem Einheitsbrei in Videospielen warnt.

Wird es daher in Spanien einen Ableger der „Anno“-Serie geben? Spielen die Kinder in Mexiko bald den „Drogenmanager“? Oder wird in England „Kirbys Tealand“ demnächst auf dem Markt gebracht? Egal, was nun passiert, in der Stupidedia wird man auf jeden Fall davon berichten.

Anmerkung: Der Autor ist sich der Ironie bewusst, dass man diesen Artikel als eine reine Agglomeration von Klischees und Andeutungen betrachten kann. Das sollte auch so sein, schließlich befinden wir uns hier nicht in einer dieser pseudo-intellektuellen Enzyklopädien. Zum Zeitpunkt des Verfassens war Mario Monti noch in der Regierung tätig. Doch durch seine harten Sparprogramme hat das italienische Volk entschieden, ihn im Frühjahr 2013 aus dem Amt zu werfen. Oder vielleicht war doch der Artikel irgendwie ausschlaggebend?