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Staatstheorie

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Die Staatstheorie behandelt die Definitionen, Entstehung, Formen, Aufgaben und Ziele des Staates. Auch wenn ein Blick in die Vergangenheit oftmals ein anderes Bild zeichnet, gab es die ersten Staatstheoretiker schon in der Antike. Angesichts der Tatsache, dass bis jetzt noch keine Lehre wirklich fruchtete, gibt es sie heutzutage sogar immer noch.
Schönheit und Kunst zählen tragischerweise zu den Disziplinen, denen die Staatsheorie kaum Beachtung schenkt.

Begriffsdefinition[Bearbeiten]

Als Staatstheorie bezeichnet man eine Lehre, die sich mit den Zielen, Aufgaben und der Entstehung eines Staates beschäftigt. Sprich sie beschäftigt sich mit der Frage, wie ein Staat funktioniert und unter welchen Bedingungen er entsteht. Daher berührt die Staatstheorie viele Disziplinen, unter anderem die Philosophie, Rechtswissenschaft und Soziologie. Das ist ja nicht weiter verwunderlich, da der Staat selbst äußert komplex ist. Da nicht alle Politiker rechtserprobte, philosophische Soziologen sind und daher gelegentlich das Wort überspringen und gleich zur Tat schreiten, entsteht vereinzelt der Eindruck, dass die Politik auf nationaler Ebene keine Ahnung von ihrer eigentlichen Tätigkeit habe.

Allgemeines[Bearbeiten]

Es gilt die Faustregel, dass Schafe keinen souveränen Staat bilden. Unbedeutend wie groß die Herde ist.
Am Anfang war das Wort oder präziser ausgedrückt; am Anfang war die Frage: Was ist ein Staat? Auf den ersten Blick scheint diese Frage simpel, doch wie so oft steckt der Hund im Detail und wieso oft sind sich die Experten in diesem Punkt nicht einig, sodass es keine allgemein gültige Definition gibt, was ein Staat ist, jedoch gibt es zwei Dinge, die (fast) jeder Staat vorweisen muss, um als Staat gelten zu können. Dies ist die territoriale Souveränität und das dazugehörende Staatsvolk. Während schon etwas Land ausreicht, um die Bedingung der territorialen Souveränität zu erfüllen, ist die Sache mit dem Staatsvolk schon etwas schwieriger, denn nicht jede Schafsherde bildet ein eigenes Volk. Selbiges gilt für die Stammtischrunde unbedeutend wie hoch der Blutalkoholspiegel ist. Vielmehr ist ein Volk eine Gemeinschaft von Menschen mit gleicher Sprache und Kultur, wobei auch diese Definition selbstverständlich umstritten ist. Wozu etwas einfach machen, wenn es kompliziert geht?

Auch wenn diese zwei Regeln simpel erscheinen, haben sie keine allgemeine Gültigkeit, denn es gibt Staaten auf der Welt, bei denen zumindest die Erfüllung eines Kriteriums umstritten ist. So weißt der Vatikan mit einer Fläche von einem halben Quadratmeter zwar ein eigenes Staatsgebiet auf, ist jedoch circa hundertmal kleiner als das Gemeindegebiet der österreichischen Stadt Zell am See. Liechtenstein ist nicht nur klein, die Kultur und Sprache dieses Staates unterscheidet sich nicht sehr von der Kultur der Nachbarländer. Diese Beispiele zeigen recht anschaulich, warum man noch keine allgemein gültige Definition eines Staates gefunden hat. Für Laien ist es ratsam sich in dieser Sache einfach an die Vereinten Nationen zu halten und im Falle eines Zweifels sich die Liste der von den Vereinten Nationen anerkannten Staaten zu Rate zu ziehen, denn letztendlich ist alle Theorie grau und ein Staat kann noch so viele Kriterien erfüllen, solange er nicht von den Vereinten Nationen anerkannt wird, ist sein Handlungsspielraum eingeschränkt, sodass die Frage, was einen Staat ausmacht, für die Praxis unerheblich, aber für die Staatstheorie von großer Bedeutung ist.

Doch die Staatstheorie beschäftigt sich nicht nur mit der Frage, was einen Staat ausmacht. Es wäre auch ziemlich enttäuschend, wenn sich eine Disziplin über 2000 Jahre mit einer einzigen Frage beschäftigt und doch nicht zur Antwort kommt. Die Intention der Staatstheoretiker, heutzutage wie in der Antike, war und ist es einen Staat zu kreieren, der seinen Bewohnern ein möglichst angenehmes und sicheres Leben ermöglicht. Auch wenn es über die Jahrhunderte in einigen Regionen bedeutende Fortschritte gab – Verzicht auf die Todesstrafe, Sozialsystem, Duldung von Pornographie – so ist man noch weit von der Perfektion entfernt.

Es gibt nur wenige geisteswissenschaftliche Disziplinen, die beim einfachen Mann so beliebt sind, wie die Staatslehre. Die Leserbriefsektionen der Revolverblätter wie “Kronen Zeitung“ und “Heute“ sind voll an Verbesserungsvorschlägen von Hobbystaatstheoretikern, die entweder im familiären Kreis oder in Stammtischrunden ihre bedeutenden Innovationen erörtern. Meistens beschränken sich Hobbystaatstheoretiker darauf das vorhandene System zu kritisieren und gegebenenfalls ihre Vorstellung vom Idealstaat Kund zu tun. Nur wenige wagen es, über den Tellerrand der Republik hinauszublicken und mit einer anderen Staatsform liebzuäugeln. Diese Ausnahmen finden ihren Idealstaat meist in den totalitären Systemen des 20. Jahrhundert innerhalb Europas. Manchen von ihnen setzen sich sogar für die Verbreitung der Chuch’e-Ideologie Nordkoreas ein.

Sparmaßen zwingen zu kreativen Lösungen. Dieses Plakat wettert nicht nur gegen Sozialisten, sondern kann auch gegen Affen eingesetzt werden.
Man sieht also, dass auch manche Hobbystaatstheoretiker einen an der Waffel haben oder zumindest glauben, dass ein totalitäres, menschenverachtendes Regime ohne Erfolg, die Zukunft der Menschheit ist. Auch einige Profis werden Opfer dieses Irrtums nur gestaltet sich die ganze Sache für sie etwas komplizierter, denn sie können sich nicht mehr nur auf die Information aus der Zeitung beschränken, sondern müssen auch noch darüber hinaus gebildet sein.

Letztendlich kann man es sich als beruflicher Staatstheoretiker nicht leisten irgendwelchen sinnlosen Unsinn zu verzapfen, zumindest überzeugend muss es sein, denn man verdient damit ja seine Brötchen. Somit beschränkt sich der Profi nicht auf eine oberflächliche Betrachtung der Thematik, sonder traut sich auch in die Tiefe vorzustoßen. Er scheut nicht davor Wörter wie Jurisdiktion oder Ochlokratie in den Mund zu nehmen und mit diesen zu argumentieren. Was selbstverständlich essentiell für diesen Beruf ist, denn welcher vernünftige Staat kommt schon Jurisdiktion aus? Wobei die Definition von “vernünftiger Staat“ Interpretationsspielraum lässt und mit Jurisdiktion auch nur die Verankerung der Rechtssprechung in der Verfassung gemeint ist, denn es gibt genügend Staaten auf der Welt, die sich mehr schlecht als Recht über das internationale Parkett bewegen und deren Rechtssprechung die Qualität eines billigen Whiskys hat. Dies ist jedoch meistens nicht die Schuld der Staatstheoretiker, denn die fallen höchstens durch utopische Staatsmodelle und weltfremde Entwürfe auf, doch meistens sind es irgendwelche Spinner, die glauben diesen utopischen Schwachsinn unbedingt auf der Welt zu manifestieren und damit das ganze System korrumpieren zu müssen.

Abseits der Hobbysportlerkreise macht die Staatstheorie und deren Ausübende einen biederen, gar langweiligen Eindruck, doch in Wahrheit sind die meisten Profis mit Feuereifer bei der Sache. Es gibt eine handvoll von ihnen, die ihren Einsatz mit dem Leben bezahlt haben. Marcus Tullius Cicero wurde zum Beispiel von seinen politischen Gegnern um sein Recht auf Leben gebracht.

Die meisten Theoretiker lassen sich davon jedoch nicht abhalten und sind auch Idealisten, die mit ihrer Staatstheorie und dem damit verbundenen Staatsmodell auch eine Botschaft vermitteln und einer Lebensphilosophie folgen. Was dazu führt, dass die Staatstheorie eine der wenigen geistewissenschaftlichen Disziplinen ist, die zu Kriegen führte. Wobei der hier mit Waffen ausgetragene Diskurs in den meisten Fällen niemals die Tiefe einer akademischen Diskussion erreichte und meist von populistischen Argumenten getragen wurde. Jedoch muss gesagt werden, dass die Realitätsferne der meisten Staatstheorien sofort bei näherer Betrachtung aufgefallen wäre und die Kriegslust der Bevölkerung massiv eingeschränkt hätte.

Bedeutende Staatstheorien und Modelle[Bearbeiten]

Platon und die Philosophenherrschaft[Bearbeiten]

Ein Kuriosum ist, dass der Staat älter als die Staatstheorie ist. Als das gesellschaftliche Leben auf Grund des Ackerbaus und der neunen Lebensbedingungen eine neue Komplexität gewann, sah man sich gezwungen eine politische Ordnung zu installieren, denn man erkannte, dass es nicht immer sinnvoll ist den Konflikt mit dem Nachbarn mit Fausteinsatz zu lösen. Vor allem wenn man kleiner oder in Unterzahl ist. Um dieses Problem zu beseitigen, setzte man irgendwelche armen Schweine als Schlichter ein, die sich damit herumschlagen und gegebenenfalls ein paar Schläge vom rabiaten Nachbarn einfangen sollten. Diese armen Schweine, die anfangs nur die Aufsicht über die Feldgrenzen hatten, gewannen immer mehr Macht und waren letztendlich sogar in der Lage ihre Untergebenen zu unterdrücken und gegeneinander Krieg zu führen. Der Staat war geboren. Trotzdem sollte es noch tausende Jahre dauern bis eine Gesellschaft so fortgeschritten war, dass sie vollkommen unproduktive Theoretiker hervorbringen konnte, die dann allgemein als Philosophen, oder falls sie sich mit dem Staat beschäftigen, als Staatstheoretiker bezeichnet werden.

Platons Idee des Idealstaates!
(oder etwas ähnliches)
Zwar beschäftigten sich früher einige Philosophen und Historiker mit Aspekten des Staates, aber der erste große Kapazunder auf diesem Gebiet ist Platon (αναπαραγωγή). Der griechische Philosoph, von dem man nie genau weiß, wie viel aus seiner eigenen Feder stammt und wie viel er von Sokrates abgekupfert hat, ist die erste schillernde Figur der Staatstheorie. Sein Hauptwerk Politeia genießt noch heute große Beachtung und enthält viele staatsphilosophische Aspekte. Doch auch Abseits dieses Klassikers stellt sich Platon die Frage des Idealstaates und schafft es sogar zu einer Lösung zu kommen.

Zur Zeit des antiken Griechenlandes war die Welt noch in Ordnung. Klimawandel war kein Thema. Den Rinderwahn hatte man noch nicht entdeckt und niemand scherte sich um ein damals sowieso nicht existentes Ozonloch. Die Schlacht wurde noch mit Schwert und Speer ausgefochten. Niemand fürchtete sich vor einem nuklearen Vernichtungskrieg. Vermutlich weil sich Demokrits Idee des Atoms noch nicht herumgesprochen hatte. In dieser Zeit, als die Welt noch nicht so kompliziert war wie heute, entstand Platons Idee des Idealsstaates und so revolutionär sie auf die damaligen Menschen gewirkt haben muss, so lahm ist sie heute. Platon sieht die Philosophenherrschaft als Ideal und teilt die Bevölkerung in Philosophen (Herrscher), Wächter (Soldaten, Beamte) und Bauern (Bauern) ein. Die Grundidee dahinter ist, dass die Philosophen sich um die Herrschaft im Staat kümmern sollen, während sich die Wächter um dessen Schutz kümmern. Die Bauern haben die ehrenvolle Aufgabe diese Elite dann durchzufüttern und mit Konsumgütern zu versorgen.

Die Ähnlichkeiten zur modernen Demokratie sind nur oberflächlicher Natur, denn die Philosophen sollen schon bei der Geburt erkannt und dann passend erzogen werden. Wird man bei der Geburt als Bauer eingeordnet, hat man die Arschkarte gezogen, denn ein Wechsel ist nicht vorgesehen. Man ist also dazu verdammt Kartoffeln anzubauen und Kühe als Konkubinen anzuheuern. Nebenbei durften Philosophen auch Kinder aussortieren. Platon sprach also von Philosophen, die die aufklärerischen Werte nicht vertraten. Und wie viele Diktatoren behaupten von sich Nietzsche, Kant oder Aristoteles gelesen zu haben, sprich Philosophen zu sein? Letztendlich ist die Idee, dass eine Gruppe autoritär über einen in Stände gegliederten Staat herrscht nicht neu. Das erinnert an das europäische Feudalsystem, in dem die Bauern die Fußabtreter der Obrigkeit waren und nicht einmal Eingang in die Kunst fanden, an den österreichisches Ständestaat, der zwar komplizierter, aber nicht besser war, oder das indische Kastensystem, wo ein Aufstieg unmöglich ist und man sich gerne immer wieder die Köpfe einschlägt, auch wenn Bollywoodfilme das Gegenteil beweisen wollen.

Zu Platons Verteidigung muss man sagen, dass die Welt sich in den letzten zweitausend Jahren etwas verändert hat. Staaten sind gewachsen – Platon ging von 5000 Einwohnern für den idealen Staat aus – man hat aus den Fehlern der anderen gelernt – keine Misswirtschaft, kein Massenmord, Legalisierung von Pornographie – und die Gesellschaftsstrukturen sind komplexer geworden. Was aber nichts daran ändert, dass Platons Idealstaat eine bescheuerte Idee ist und nach heutigen Maßstäben vielleicht sogar totalitäres Regime wäre. Außerdem stammt diese Idee von jemandem, der nicht einmal wusste was genau Gerechtigkeit ist. Doch nicht alle Menschen der Antike waren solche Vollpfosten auf dem Gebiet der Staatstheorie. Denker wie Aristoteles oder später Cicero lieferten einen bedeutenden Beitrag zum Verständnis des Staates

Machiavellis Holzhammertheorie[Bearbeiten]

Auch wenn Nietzsche den Titel des Holzhammerphilosophen trägt, so steht Machiavelli diesem Ruf um nichts nach. Vielmehr ist es so, dass, wenn man das heutige Bild des italienischen Philosophen betrachtet, sein Spitzname vermutlich Kettensägenphilosoph, Denker der Henker oder Catilina der Philosophie lauten würde, wenn er denn einen hätte.

Stattdessen wurde sein Name zu einem Synonym für
Der Machiavellismus in praktischer Umsetzung
Gewaltherrschaft, Unterdrückung und Misswirtschaft. Für Viele wäre er ein Kandidat für den internationalen Gaddafi-Preis für Menschenrechte. Doch war Machiavelli wirklich so ein Arschloch, dass ihm der Rest der Menschheit, die Ausübung der Macht egal gewesen ist? Ein Blick auf seine Ideen wird die Antwort zeigen.

Zu aller erst ist zu erwähnen, dass Machiavelli in einer Zeit lebte, in der die Menschenrechte soviel Wert waren wie eine schimmelige Käsekruste und die Gewaltentrennung nur in den Köpfen einiger Spinner herumschwirrte. In dieser Zeit schrieb Machiavelli, der eigentlich ein radikaler Republikaner war und in einer Epoche lebte, in der die Idee einer Republik so utopisch wie heutzutage der Friede auf Erden war, seine Werke.

So erscheint es doch verwunderlich, dass ein Verfechter der Republik sich für die Gewaltherrschaft ausspricht und hier liegt der Hund begraben. Machiavelli hatte eine gewisse Abneigung gegen Unordnung. Um genau zu sein verabscheute er die Anarchie. Sua Sententia war es legitim, dass ein Herrscher durchgriff um die die Ordnung zu waren, wobei durchgreifen euphemistisch formuliert ist. Vielmehr ist, laut Machiavelli, das Niederknüppeln des Volkes in Ordnung, wenn es die Ordnung wahrt, denn diese ist für das Wohl des Volkes unerlässlich, sprich für das Volk wird das Volk niedergeknüppelt. Klingt komisch, ist aber so.

Es ist aber nicht so, dass der Herrscher jetzt einfach brandschatzend durch Straßen ziehen kann, wenn ihm langweilig ist, denn Gewalt darf nur zur Wahrung der Ordnung eingesetzt werden. Ist diese nicht gefährdet, muss der Herrscher ohne Einsatz von Waffen das Wohl seines Volkes mehren. Sicherlich ist es bis zu einem gewissen Grad eine Ermessensentscheidung wann die Ordnung gefährdet ist, aber Machiavellis Ausführungen zu dieser Thematik sind selbstverständlich etwas ausführlicher, sodass der Interpretationsspielraum nicht mehr so groß ist wie der Kärntner Schuldenberg. Ein weiterer Fakt, der oftmals unter den Tisch gekehrt wird, ist, dass der Herrscher zwar manchmal grausam, aber nicht ungerecht sein darf. Auch das Niederknüppeln des Volkes muss gerecht geschehen.

L'État, c’est moi[Bearbeiten]

Vor über 2000 Jahren schrieb der römische Politiker Marcus Tullius Cicero: Res publica res populi est (Der Staat ist Sache des Volkes). Fast 1700 Jahre später und noch dazu auf Französisch klingt die Sache schon anders, nämlich: L'État, c’est moi. Was soviel bedeutet wie, der Staat bin. Dies ist nicht der Ausspruch eines betrunkenen Pariser Schankwirts oder eines egozentrischen Langadeligen, sondern wird fälschlicherweise Ludwig XIV. zu geschrieben. Was aber nichts daran ändert, dass dieser ein eingebildeter Pinkel war, mehrere Kriege anzettelte und die Staatskasse mehr als einmal über jedes Maß belastete.

Ein Überblick über das absolutistische System
Daher ist es nicht verwunderlich, dass Ludwig XIV. der berühmteste Vertreter des Absolutismus ist und das Bild dieser Regierungsform prägte. Und dieses Bild ist nicht gerade das Beste. Allgemein bekannt sind die rauschenden Feste in Versailles und wer würde nicht gerne wie Gott in Frankreich leben? Doch der Absolutismus beschränkt sich auf Frankreich, sondern war überall in Europa beliebt, doch egal ob Frankreich, Österreich oder Spanien, überall, wo der Absolutismus Regierungsform war, herrschten die Herrscher uneingeschränkt.

Gewaltentrennung interessierte damals niemanden. Ein Kontrollorgan für den absolutistischen Herrscher sparte man sich einfach, was angesichts der leeren Kassen einleuchtet. Zwar gab es Beamte, doch die Macht lag in den Händen einer einzigen Person, die beschließen, vollstrecken und richten konnte. Es waren also ideale Voraussetzungen für Machtmissbrauch, Willkür und Unterdrückung. Dies war Selbstverständlich nicht die Intention der geistigen Väter des Absolutismus, der sich im Gegensatz zum mittelalterlichen Feudalwesen nicht nur auf Gottesgnadentum stützte.

Diese Philosophen waren jedoch der Meinung, dass der absolutistische Herrscher keine Willkür an den Tag legen und zum Wohle des Volkes handeln sollte. Um das zu gewährleisten dachte man einen Gesellschaftsvertrag an, aber dieser war auch nicht viel mehr als Toilettenpapier, denn wie will man jemanden kontrollieren, der das Oberhaupt der Legislative, Exekutive und Judikative ist oder vereinfacht gesagt, wie will man Gesetze beschließen, diese vollstrecken und zuwiderhandeln bestrafen, um den Herrscher an die Kandare zu nehmen, wenn dieser alle Fäden in der Hand hat? Trotzdem verliefen die ersten Jahrzehnte absolutistischer Herrschaft in Frankreich recht positiv.

Ludwig XIV. führte Frankreich zu neuer Blüte und festigte dessen Vormachtstellung in Europa. Doch nach seinem Tod ging es bergab. Staatsschulden nahmen Überhand. Die Steuerlast wuchs. Letztendlich kam es zur Revolution und Ludwig XVI. starb durch die Hand des Volkes. Das führte zum Umdenken in Europa. Jetzt stand der aufgeklärter Absolutismus am Programm. Die Herrscher nannten sich Diener des Volkes und erklärten: alles für das Volk, aber nichts durch das Volk. Die Herrschaft behielten sie trotzdem und manche hielten sich sogar an ihren Leitspruch. Joseph der Zweite, Kaiser der heiligen römischen Reiches deutscher Nation, legte sogar einen so großen Veränderungswillen an den Tag, dass es zu Unmut in der Bevölkerung kam. Viele Reformen griffen derartig stark in das Privatleben ein – so waren zum Beispiel die Begräbnisfeierlichkeiten genau geregelt – dass sie der Bevölkerung ein Dorn im Auge waren.

Marximaler Sozialismus[Bearbeiten]

Das wahre Gesicht des Kommunismus
Die Staatstheorie darf sich rühmen die verschiedensten Staatsformen hervorgebracht zu haben. Nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Realität hatten die bizarrsten Ideen schon ihren Auftritt. Nur wenige Theorien blieben nur auf dem Papier und nicht alle davon waren schlechter als ihre Brüder und Schwestern, die in die Praxis umgesetzt wurden. Eine der schillernden und utopischen Ideen davon war der Kommunismus. Circa Mitte des 19. Jahrhundert gebaren Marx und Engels diese Idee, die zu einer Gesellschaft führen sollte, in der alle nach ihren Möglichkeiten und Bedürfnissen ihr Leben führen können.

Dies würde dann die Kommunistische Gesellschaft sein. Doch der Weg dorthin ist ein steiniger, denn die gierigen Kapitalisten lassen sich das Geld und die Macht nicht einfach freiwillig aus der Hand reißen. Der Aufstand der Proletariats wäre von Nöten, denn der Kommunismus steht – vereinfacht gesagt – am Ende einer Reihe von Staats- und Wirtschaftsformen. Nachdem man gemerkt hat, dass das Feudalsystem scheiße ist, hat man sich auf den Kapitalismus verlagert, der die Situation der einfachen Arbeiter nicht wirklich verbessert hatte.

Immer noch war man nach Fußabtreter. Der einzige Unterschied lag in der Tatsache, dass jetzt nicht mehr die Gott gewollte Ordnung, sondern die Macht des Geldes die Begründung für diese Ungerechtigkeit herhielt. Doch der Kommunismus verspricht Abhilfe. Zumindest in der Theorie, laut der der Kapitalismus nämlich durch eine proletarische Revolution und durch die Diktatur des Proletariats, dem Sozialismus, abgelöst wird, die die Weichen zum Kommunismus stellen soll.

In der Theorie klingt das Ganze nicht einmal so schlecht. Aber in der Theorie ist vakuumverpackter Honigschinken eine gute Idee und theoretisch könnte sich eine zersprungene Kaffeetasse wiederzusammensetzen oder Penélope Cruz einfach wahllos an den Türen österreichischer Haushalte klopfen. Letztendlich ist aber allgemein bekannt, dass letztgenannte Ereignisse nur utopischer Natur sind. Der Kommunismus erfreute sich schon im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit vor allem beim Arbeitervolk. Doch die große Bewährungsprobe fand erst Anfang des 20. Jahrhunderts statt als die Kommunisten in Russland die Macht erlangten.

Auch China, Nordkorea oder Kuba folgten, doch noch bevor Fidel Castro überhaupt das Wort Kommunismus (eigentlich comunismo) aussprechen konnte, waren dessen Ideale zu Grunde gerichtet durch einen Mann namens Josef Stalin, dessen Herrschaft sich durch große Gewalt und Unterdrückung der Bauern auszeichnete. Vorbei war es mit Friede, Freude, Eierkuchen. Der friedliche Weltumspannende Kommunismus hat sich nicht durchsetzen können. Ein ähnliches Bild zeigen China und Nordkorea. Der Staat konnte nicht überwunden werden. Aus dem Kapitalismus entwuchs nicht der Kommunismus, sondern die Diktatur eines Einzelnen.

Religion und Staat[Bearbeiten]

Die dunkle Seite der Macht:
Heute der Vatikan, morgen die ganze Welt
Als die Demokratie und andere Staatsformen noch in den Kinderschuhen steckte, hatte eine andere Staatsform ihre große Ära nämlich die Theokratie, wie es sie zum Beispiel im Alten Ägypten gab. Damals war die Philosophie nämlich noch das Tagewerk einiger Spinner, doch religiöse Prediger standen zu dieser Zeit hoch im Kurs. Es ist auch einleuchtend, dass die Rückführung der Herrschaftslegitimation auf ein Dogma – in diesem Fall Gott – um einiges einfacher ist, als dass diese mühsam durch Argumentation gerechtfertigt werden muss oder einfacher ausgedrückt: Was in Kindertagen die Antwort Weil Baum war, ist im Staatsgeschäft die Antwort durch göttliche Legitimation, nämlich einfach eine Verarsche des Fragenden.

Nun ist das Alte Ägypten schon in der Versenkung verschwunden. Die ägyptischen Götter konnten auch nicht verhindern, dass Kleopatra sich mit Asterix und Obelix herumschlagen musste, aber die Idee einer durch Gott legitimierten Herrschaft hat diese Turbolenzen überstanden und erfreut sich sogar noch heute großer Beliebtheit; vor allem bei Spinnern und Diktatoren. So ließen sich die römischen Kaiser als Götter verehren und ihren Geburtstag als Fest feiern, was aber nichts daran änderte, dass die meisten von ihnen durch Waffengewalt umkamwn, wobei es für Mörder sicherlich einen Tötungsanreiz darstellte, behaupten zu können, einen Gott niedergestreckt zu haben. Doch nicht nur in der Antike sondern auch in den meisten Diktaturen findet sich die Theokratie. Das Christentum macht da keine Ausnahme.

Der Papst – dieser ältere Herr, der mit den ulkigen, weisen Kostümen herumläuft und Kondome, Prostituierte verurteilt, aber dafür Pädophile in seinen Reihen duldet – nimmt nicht nur zu jedem umgefallenen Reissack Stellung, sondern hegt auch – wenn auch natürlich nur strenggeheim – Weltherrschaftspläne, die er offiziell seit dem zweiten Vatikanische Konzil zu Grabe getragen hat. Das Christentum hat laut christlicher Staatstheorie, die zwar zu Teilen aus dem 5. Jahrhundert oder der Zeit davor stammt, aber immer noch aktuell ist, das göttliche Gegengewicht zur weltliches Herrschaft zu sein. Sprich, man muss den Königen ins Handwerk pfuschen, damit sie im Sinne der Kirche handeln und zwar nicht nur im Vatikan oder Italien, sondern auf der ganzen Welt, scheißegal ob den Azteken oder Inkas dieser Auftrag am Arsch vorbeigeht. Gottes Einfluss ist immer ein Segen. Zumindest laut der katholischen Kirche.

Doch nach Jahrhunderten der Emanzipation und der Einführung des Rechtsstaates hat die Kirche erkannt, dass die Umsetzung nicht möglich ist, da es dazu göttliche Hilfe braucht und Gott an der Umsetzung nicht interessiert zu sein scheint. Doch neben der Bundeslade, Jesus’ Predigerschlapfen und dem sechsten Buch Mose ruhen die Weltherrschaftspläne tief in den Kellern des Vatikans. Doch nicht nur das Christentum, sondern auch der Islam, der in den letzten Jahren außerordentliche mediale Aufmerksamkeit erhielt, hat ein Staatskonzept, das vereinfacht gesagt lautet: Setzt die im Koran beschriebenen Verhaltensweisen in die Realität um. Was nicht immer so einfach ist. Wenigstens kann sich der Staat in diesem Fall auf potente Bürger stützen, denn wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.

Realität und Praxis[Bearbeiten]

Die schönen Seiten der Politik:
Rania von Jordanien (rechts), Königin von Jordanien
Nun ist es so, dass man viele Dinge, die in der Staatstheorie von Bedeutung sind, nicht immer im alltäglichen Leben nicht wiederfindet. Dies mag einerseits daran liegen, dass nicht jeder Beamter ein ausgebildeter Staatstheoretiker ist und mancher Polizist sich nicht darüber im klaren ist, dass seine Willkür Platons Idee des gerechten Staates zuwiderläuft. Andererseits mag dieses Fehlen auch der Tatsache geschuldet sein, dass nicht alle Aspekte der Theorien praktikabel sind.

Ein Blick in die österreichische Verfassung zeigt, dass schon auf dem Papier die Gewaltentrennung nicht mehr so eindeutig ist, wie sie sein könnte. Eine Betrachtung des österreichischen Politgeschehen offenbart, dass Gewaltentrennung nicht so stark ausgeprägt ist wie man glaubt. Das hat nichts damit zu tun, dass alle Politiker machtbesessene, geldgierige Lumpen sind, das trifft nur auf kleinen Teil der Politiker zu, sondern hat seine Ursache in der Tatsache, dass eine schwächere Trennung der Gewalten das politische Leben um einiges erleichtert.

Man stelle sich nur vor die Bande zwischen Legislative und Exekutive wären nicht so eng. Das Parlament würde vielleicht sogar Gesetze beschließen, die der Exekutive gegen den Strich gehen. Es ist jedoch auch so, dass die Bundesregierung im Nationalrat sitzt und somit einen Einfluss auf den Ausgang von Abstimmungen hat. Letztendlich ist alle Theorie grau und muss nicht funktionieren. Im Gegensatz zur Praxis, wo dies unerlässlich ist.

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3. Platz beim 20. Stupid Contest

Staatstheorie ist ein Gewinner des 20. Stupid Contests.

Für dieses Werk erhält Mixtli den bronzenen Stupidedia-Stern am Band.

Gezeichnet, die Jury

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Gelungen

Der Artikel Staatstheorie ist nach einer erfolgreichen Abstimmung mit dem Prädikat Gelungen ausgezeichnet worden und wird zusammen mit anderen gelungenen Artikeln in unserer Hall of Fame geehrt.

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